Erwählte des Zwielichts 66

Ary-Beitragsbild-Zwielicht (1)

IV

Sie trafen Beluan und seine vier Kundschafter vor dem Tempel. Liandras begrüßte Beluan, indem er dessen Unterarm mit festem Griff umfasste. Beluan erwiderte die Geste und umarmte Liandras kurz. „Hast du das von Khara und Tirac gehört?“

Liandras nickte. „Darum sind wir hier. Wir sollen dort mit unserer Patrouille beginnen, wo du die beiden zuletzt gesehen hast.“

„Das war im Südviertel nahe den Überrasten der Stadtmauer. Folgt der Hauptstraße nach Süden, dann kommt ihr an das alte Südtor. Ich sah Khara das letzte Mal, als sie mit Tirac zusammen das Torhaus durchsuchte. Ich hatte den beiden den ausdrücklichen Befehl gegeben, nicht allein in ein Gebäude zu gehen, das nicht sicher scheint, und das Torhaus sah aus, als würde es beim nächsten Windstoß zusammenbrechen. Tirac muss irgendetwas darin gesehen haben, denn er rannte los und verschwand darin, bevor Khara ihn zurückhalten konnte. Als ich mit den anderen zu den beiden stieß, war es bereits zu spät. Khara kauerte über Tiracs ekelhafter Leiche und faselte etwas von Schatten und blauem Feuer, wir bekamen keinen klar artikulierten Satz aus ihr heraus. Wie auch immer, seid vorsichtig, wenn ihr euch da unten umseht, Liandras. Mich bekommen keine zehn Gäule mehr ans Südtor. Am liebsten würde ich zu Tayara gehen und sie um eine Standortverlegung bitten. Auf Knien, wenn es sein muss. Mit dieser Stadt stimmt etwas nicht. Das, was Tirac getötet hat, kann nur eine Falle sein, die uns die Lichtlinge und ihre verdammten Menschenfreunde zurückgelassen haben. Wahrscheinlich sind alle Gebäude hier damit gespickt, und es ist nur eine Frage der Zeit, wann es die nächsten erwischt.“ Weiterlesen →

Erwählte des Zwielichts 65

Ary-Beitragsbild-Zwielicht (1) Tayaras Braue wanderte noch ein wenig höher. „Und was lässt dich darauf schließen?“
„Wir wurden über Tag in unserem Quartier angegriffen. Und ebenso zwei der Tagwachen.“
Malika beobachtete Tayara genau, während Liandras sprach, und sie sah, dass der drahtige Körper der Befehlshaberin sich spannte wie eine Bogensehne. Sie konnte die Worte fast sehen, die Tayara auf den Lippen brennen mussten. Sah, wie Tayara sich zwingen musste, Liandras nicht zu unterbrechen. Die Stiefelspitze der Generalin tappte leise auf den Boden. Unwillkürlich schloss sich Tayaras Hand um das Heft ihres Langdolches.
„Kein elfischer oder menschlicher Gegner“, fuhr Liandras fort. „Dennoch ein Gegner. Ich kann dir nicht einmal genau sagen, was es war, General, denn wir sahen nur einen Schemen, einen Schatten, der Kälte mit sich brachte und bereit war, uns anzugehen. Malika und ich durchbohrten ihn mit Klingen. Ich weiß, dass das wie eine Kindergeschichte klingt, wie ein Märchen. Aber sieh her, General: das sind die Klingen, mit denen wir uns verteidigten.“ Er zeigte sein verrostetes Schwert, und Malika legte ihren zerstörten Dolch vor Tayara auf den Tisch. Die betrachtete mit gerunzelter Stirn die Waffen. „Ein Schatten soll das verursacht haben? Was für ein Schatten? Ein Geist, ein Schemen? Wollt ihr mir sagen, dass es hier spukt?“ Sie ließ eine behandschuhte Fingerspitze über die zerstörten Klingen fahren und blies fast verächtlich rostigen Staub in die Luft.
„Wir berichten nur, was wir gesehen haben“, sagte Liandras. „Wir haben den Schemen gesehen, und wir konnten ihn fühlen. Er war wie ein dunkler Nebel, und um ihn herum wurde es kalt. Raureif erschien auf den Möbeln in unserem Quartier. Wir haben keine Ahnung, was das Ding bei uns gewollt haben kann. Aber wenn du dir Iendras Bericht anhörst, General, dann gab es wahrscheinlich gar keinen Grund, warum es bei uns war – denn wahrscheinlich fast zur gleichen Zeit griff ein ebensolches Ding Khara und Tirac von der Tagwache an.“
Tayara nickte mit fest zusammengepressten Lippen. Malika sah keine Regung in ihrem versteinerten Gesicht. Tayaras Blick wanderte zu Iendra. „Heilerin? Was hat die Tagwache berichtet?“
„Kundschafter Tirac ist tot, General. Er ist noch im alten Palast. Ich habe versucht, mit Khara zu sprechen, denn sie hat alles gesehen. Aber das einzige, was ich aus ihr herausbekomme, ist, dass sie ebenfalls über Kälte spricht. Sie friert, meine Heiler und ich bekommen sie kaum wieder warm. Und auch sie spricht von einem Schatten, wie Nebel, der Tirac einhüllte. Und tötete. Khara selbst hat Wunden davongetragen, die aussehen, als sei brennendes Öl auf ihre Haut getropft.“ Weiterlesen →

Erwählte des Zwielichts 64

Ary-Beitragsbild-Zwielicht (1) Der Gedanke war zu verlockend. Aber Malika konnte sich bei allem Unbehagen nicht dazu durchringen, vor allem wegzulaufen, was ihr Leben ausmachte. Vor ihrem Volk, ihrer Vergangenheit, ihrer Geschichte und ja, verdammt, ihrem Krieg. Sie fühlte die Kampfmüdigkeit um sich herum, und jede Nachricht von einer verlorenen Schlacht und gefallenen Brüdern und Schwestern zerriss sie innerlich ein wenig mehr, aber sie konnte sich nicht dazu durchringen, sich von all dem abzuwenden und den Lichtlingen das Feld kampflos überlassen. Sich nicht mehr einmischen? Auch das war doch weglaufen. Trotzdem wurde sie das Gefühl nicht los, dass Iloyon etwas richtig gemacht hatte und sie selbst auf der Seite stand, die kurz davor war, einen großen Fehler zu machen.
Mit diesen Gedanken in einer endlosen Schleife führte Malika Iendra zu ihrem Tagquartier, wo Liandras sich bereits um das Frühstück gekümmert hatte. Dirian und Nidhan waren bereits zu Tayara aufgebrochen, um ihre genauen Befehle zu empfangen. Malika war das nur Recht. Nicht, dass sie den beiden nicht traute – aber wichtiger als das Urteil der anderen war ihr Liandras‘ Meinung.
„Iendra, gut, dass du da bist.“ Liandras sah vom Kochfeuer auf und nickte der Heilerin zu. „Malika hat dir schon alles erzählt?“
Iendra nickte. Ihr Blick hing an dem dunkel verbrannten Fußboden. „Hier?“
Malika nickte und deutete auf den ebenfalls angekohlt aussehenden Sessel und die verrosteten Klingen. „Das ist von unseren Waffen übergeblieben. Und hier ist das Ding … verschwunden. Liandras, Khara und Tirac von der Tagpatrouille sind ebenfalls von so einem Vieh angegriffen worden. Khara ist vollkommen verwirrt und schwer verletzt, Tirac … ist tot. Er sieht fürchterlich aus. Als hätte das Ding ihn zugleich verbrannt und verätzt.“ Weiterlesen →

Erwählte des Zwielichts 63

Ary-Beitragsbild-Zwielicht (1) Als es dämmerte, verließ Malika das gemeinsame Quartier und machte sich auf die Suche nach Iendra. Die Heiler hatten ihr Quartier in den Überresten des Fürstenpalastes aufgeschlagen. Malika fand Iendra in einem Saal, der früher einmal ein Ballsaal gewesen sein mochte. Zum Teil zersprungene Spiegel zierten die Wände, die Fenster waren mit Tüchern verhängt. In den Spiegelscherben brach sich hundertfach das Licht abgedunkelter Öllaternen und Kerzen. Der typische Geruch nach Lazarett stieg Malika in die Nase, als sie eintrat. Blut, ein Hauch von Eiter und Tod, Kräuter, Alkohol. Iendra beugte sich über ein Lager, auf dem eine zitternde Soldatin lag und leise und hektisch auf sie einredete. Iendras Gehilfen wanderten zwischen weiteren Lagern herum, auf denen diejenigen ruhten, die schon verwundet oder krank nach Telava aufgebrochen waren und sich nun hier erholen sollten. In einer Nische entdeckte Malika etwas mit einem dunklen Tuch Verhülltes, das ziemlich sicher ein Körper war. Sie schauderte. Der erste Tod. Eine innere Stimme flüsterte ihr, dass er nicht der einzige bleiben würde.
Iendra drückte die Hände der Soldatin, dann strich sie ihr sacht über die Stirn, und die Frau sank auf ihre Bettstatt zurück. Iendra erhob sich mit einem Seufzen und rieb sich die Stirn.
„Iendra?“
„Oh … Mal, entschuldige. Ich habe dich nicht kommen hören, was gibt es?“
„Da bin ich mir nicht so ganz sicher. Ich würde dir gern etwas zeigen, kannst du hier kurz weg? Wir hatten letzte Nacht Besuch.“
„Dann wart ihr nicht die einzigen.“ Ihr Kopf ruckte kurz in die Richtung der schlafenden Soldatin. „Das ist Khara. Sie gehörte zur Tagpatrouille. Auch sie haben Besuch gehabt. Unangenehmen Besuch, wie es scheint. Ich habe noch nie solche Wunden gesehen. Khara brachte einen Kameraden, aber für ihn konnte ich nichts mehr tun. Und sie selbst zittert, als hätte sie den Tag in den Eishöhlen von Gormland verbracht. Kein Feuer, keine heißen Steine, nichts hilft wirklich, außer meiner Heilergabe. Und ich weiß noch nicht einmal, was ich da eigentlich heile, denn Khara hat keine äußerlich sichtbaren Wunden.“ Iendra zuckte ratlos mit den Schultern. „Ihr Gefährte dagegen …“
„Darf ich ihn sehen?“
„Hast du schon gegessen?“
Malika schüttelte den Kopf.
„Gut, dann kannst du einen Blick wagen. Aber sag nicht, ich hätte dich nicht gewarnt, wenn dir doch schlecht wird. Er sieht mehr als übel aus, ich habe so etwas noch nie gesehen.“
Malika war jetzt schon schlecht, als Iendra sie zu dem abgedeckten Körper führte und dann vorsichtig die Decken wegzog. Ein seltsam feuchtes, schmatzendes Geräusch erklang, als die Decke sich hob, und im Licht der Kerzen konnte Malika auch erkennen, warum. Sie schlug entsetzt die Hände vor den Mund, als sie die schleimigen Fäden sah, die zäh an dem Toten und den Tüchern klebten, sich in die Länge zogen und dann zerrissen. Der Mann, der da lag, war kaum noch als solcher zu erkennen. Es schien, als hätte ihn jemand erst verbrannt und dann mit ätzender Flüssigkeit übergossen. Seine Haut sah aus, als löse sie sich auf, nachdem sie zuvor wie unter Feuer Blasen geworfen hatte. Die Augenhöhlen starrten leer zur Zimmerdecke, aufgelöste Augäpfel hingen in den Winkeln wie erstarrte Tränen über einem aufgerissenen Mund voller verbrannter Zahnstümpfe. Die Hände waren schwarze, nackte Knochen, gekrümmt wie Klauen. Ein beißender Geruch ging von der Leiche aus, kroch in Malikas Nase und legte sich wie ein schimmeliger Pelz auf ihre Zunge.
„Genug“, keuchte Malika, und Iendra ließ die Decke zurückfallen. Malika sah sich nicht noch einmal um, sie rannte aus dem Saal und lehnte sich draußen auf dem mit Schutt übersäten Korridor an die Wand und schnappte nach Luft. Der Gestank des Toten hing immer noch in ihren Atemwegen. Sie zuckte zusammen, als Iendra ihr eine Hand auf den Arm legte und ihr einen Becher in die Hand drückte. Malika roch Kräutertee und den scharfen Geruch von Wurzelschnaps. Ohne nachzudenken kippte sie den Inhalt in einem Zug hinunter und schüttelte sich. Es schmeckte widerlich bitter, aber immerhin vertrieb das Zeug das faulige Echo aus Malikas Mund. „Danke …“
Iendra nickte und lehnte sich neben Malika. Eine Weile schwiegen sie beide, dann begann Iendra, zu reden: „Die Patrouille brachte Khara und Tirac heute früh zu uns. Was genau geschehen war, konnte uns bisher keiner sagen. Khara redet die ganze Zeit etwas von einem Schemen, von dem eine Eiseskälte ausging, und dass dieser Schemen Tirac umgebracht hat. Ich verstehe das nicht. Wenn ich es richtig verstehe, dann hat dieses … Ding Tirac umflossen wie Nebel, Khara hörte ihn schreien, und dann war das Ding wieder weg und Tirac … oder das, was von ihm noch übrig ist … lag tot am Boden.“ Sie grub die Zähne in die Unterlippe. „Malika, ich habe Angst. Irgendetwas stimmt hier nicht. Ich fühle mich nicht wohl in dieser Stadt.“
„Ich mich auch nicht“, sagte Malika leise. „Ich muss dir etwas zeigen. Kannst du hier kurz weg?“
„Lass mich nur den anderen Bescheid sagen.“
Iendra verschwand in der Halle. Malika trat unruhig von einem Fuß auf den anderen. Wenn sie die Augen schloss, sah sie Tiracs entstellte Leiche vor sich und konnte an nichts anderes denken, als dass es sie und Liandras ebenso hätte erwischen können. Bei der Vorstellung, dass es auch Liandras hätte sein können, der da verwesend unter Leichentüchern lag, drehte sich ihr der Magen um. Gewaltsam würgte sie den Brechreiz hinunter.
„Mal? Du siehst aus wie dein eigener Tod. Was ist passiert?“ Iendra war zurück, eingehüllt in einen Umhang.
„Ich bin mir nicht sicher, das ist es ja. Aber ich glaube, ich kann dir Spuren dessen zeigen, was Tirac getötet hat. In unserem Tagquartier war etwas, auf das Kharas wirre Beschreibung passt. Ein Schemen, von dem Kälte ausging, wie ein Schatten, ohne Form, fließend und wabernd. Es war da, ich habe es gesehen, und Liandras auch.“
„Verdammt. Verdammt, Malika. Mir gefällt das nicht. Ich mag diesen Ort nicht.“
„Ich auch nicht.“ Malika senkte ihre Stimme. „Am liebsten würde ich abhauen. Weit weg.“ Zu Iloyon.

Mach das Buch fertig: es geht weiter!

buchfertigmachen In den letzten Tagen habe ich mich wieder ein wenig im Fertigmachbuch ausgetobt und festgestellt, wie viel Spaß in Acrylfarben und Buntstiften steckt.  Das letzte Mal Handabdrücke mit Farbe? Ich glaube, das war im Kindergarten. Genauso wie der dicke bunte Rohrschach-Klecks. Farben sind toll. Farben machen Spaß. Wir sollten viel öfter mit Farbe herumklecksen und das innere Kind einfach mal wieder rauslassen. Auch ewig nicht mehr gemacht: Blätter und Blüten gepresst.

Auch eine Erkenntnis: Obst-Aufkleber können richtig hübsch aussehen. Und ein bisschen Anarchie schadet auch nie. Das Buch und ich sind inzwischen wirklich dicke Freunde.

buchzusammenfassung Für die Vollversion meiner Kleckereien bitte auf das Bildchen klicken.

 

Kater der Woche: Die 16-Pfoten-WG

kater_klein Hallo ihr Lieben,

hier bin ich wieder, euer Katertier. Ein bisschen spät mal wieder, irgendwie bekomme ich es gerade mit dem regelmäßig am Montag bloggen nicht hin. Muss am Wetter liegen. Aber egal, heute stelle ich euch noch mal einen meiner katzigen Mitbewohner vor und möchte euch gleichzeitig ein wenig über die nicht ganz so tollen Seiten des Auslandstierschutzes erzählen. Bitte bewerft meinen Menschen und mich nicht schon jetzt mit Steinen. Tierschutz ist gut und wichtig, auch Auslandstierschutz ist gut und wichtig. Aber wir finden ihn besser, wenn er in Form von Hilfe vor Ort geschieht und nicht damit, dass Tiere aus dem Ausland hierher gebracht werden, nach Deutschland, wo die Tierheime auch und gerade zu dieser Jahreszeit, in der alle Menschen in die Ferien fahren und es sich gutgehen lassen, aus allen Nähten platzen. Oft hat unser Emder Tierheim schon Aufnahmestopp für uns Katzen ausgesprochen, weil es auch hier so viele von uns gibt, die ein Zuhause suchen. Aber lassen wir doch einfach Leo erzählen.

IMG_0944_(800_x_600) Hallo! Ich bin Leo. Jedenfalls, wenn ich was angestellt habe. Wenn ich lieb bin, dann nennen meine Menschen mich nur Schnurps, weil es so klingt, wenn ich schnurre: schnurrrrrrrrrrrrrrps. Mit einem leichten Schlenker in die Höhe am Schluss.
Danke, Kater, dass ich hier auch mal zu Wort kommen darf.

Ich hatte keinen besonders guten Start ins Leben. Zusammen mit einem Haufen anderer Kätzchen wurde ich in einen Karton gestopft und ausgesetzt. Gut, dass uns nette Menschen fanden und ins Tierheim brachten. Dort wurden wir aufgepäppelt und gut gefüttert und schließlich zur Vermittlung freigegeben. Wir hatten vorher alles, was ausgesetzte Katzen so mit sich herumschleppen. Untermieter, ihr wisst schon. Würmer, Flöhe und Co. sind wir alle ganz schnell wieder losgeworden. Die ganzen Medikamente sind zwar kein Spaß, aber wenn es nachher nicht mehr juckt und krabbelt, lassen wir die Behandlung gern über uns ergehen.
Was nicht so klasse war, waren allerdings die Giardien. Huch, Giardien? Ja, so saß ich da auch, nachdem die Tierärztin meine Hinterlassenschaften untersucht hatte. Als ich zu meinen neuen Menschen kam, hatte ich nämlich Montezumas Rache vom Feinsten. Ich konnte gar nicht so schnell aufs Klo rennen, wie ich musste. Übelst. Wirklich übelst.
Also. Giardien. Das sind Parasiten, die sich ziemlich hartnäckig in Katzen-und Hundedärmen niederlassen und sich da so richtig wohlfühlen. Tante Doktor sagte, dass Giardien in den letzten Jahren erst so gehäuft und hartnäckig in Deutschland auftreten. Früher gab es sie nur in südlichen Ländern, wie Spanien oder Italien.
Na, klingelt es bei euch?
Ganz viele importierte Tierschutztiere kommen aus Spanien, der Türkei, Italien oder Griechenland. Und leider haben sie auch die dort ansässigen Krankheiten und Parasiten mitgebracht. Natürlich bin ich meine lästigen Untermieter inzwischen los. Aber nur, nachdem ich fast ein halbes Jahr Tabletten geschluckt habe, die fast so groß waren wie meine Augen. Pulverisiert und in Wurst natürlich. Eine kleine Erinnerung daran habe ich immer noch: bei euch Menschen würde man das wohl Morbus Crohn nennen. Ich habe einen empfindlichen Magen und Darm und immer wieder mal dieses lästige kleine Renneritis-Problem. Danke an die Giardien.

Es ist natürlich eure Entscheidung, wie ihr zum Auslandstierschutz steht. Trotzdem freue ich mich, wenn ihr über meine Geschichte nachdenkt. 🙂

Euer

Leotier

Erwählte des Zwielichts 62

Ary-Beitragsbild-Zwielicht (1) Liandras sprach aus, was Malika dachte. Schauer rannen ihr über den Rücken, als ihr Blick auf feine schwarze Schlieren auf dem Boden fiel. Als hätte das Ding sich in den Boden gebrannt. Raureif verwandelte sich in Wassertropfen. Wärme kehrte zurück.
„Ich habe keine Ahnung“, murmelte sie. Im gleichen Moment schossen Dirian und Nidhan mit gezogenen Dolchen aus dem Nebenzimmer. Dirian blieb stehen, als er sah, dass nur Liandras und Malika im Raum waren, und keuchte dumpf, als Nidhan ihm in den Rücken prallte.
„Alles gut!“ Malika hob die Hände. „Was auch immer es war, es ist weg.“
„Es?“ Dirian starrte sie an.
Malika hob die Schultern. „Ich habe keine Ahnung, was es war, aber es ist weg. Da war nur … ein Schatten.“
„Ein Schatten? Und warum war es auf einmal so verdammt kalt?“ Nidhan musterte sie zweifelnd.
Liandras deutete auf die schwarzen Schlieren am Boden. „Das ist alles, was davon übrig blieb“, sagte er. „Vielleicht sollte Iendra sich das ansehen.“
„Du meinst, es war Magie?“ Nidhan kniete sich hin und berührte die dunklen Linien. Malika zog ihren Dolch aus dem Sessel. „Verdammt, was ist das denn?“ Die Klinge sah aus, als sei sie innerhalb weniger Augenblicke um mehrere Jahrhunderte gealtert. Rost blühte auf dem Metall, und als Malika ihn berührte, zerbröselte ihr den Dolch unter den Fingern.
Liandras stieß einen Fluch aus und zog sein Schwert ebenfalls aus dem Sessel. „Dasselbe… es ist vollkommen verrostet!“
„Wie kann das sein?“ Nidhan berührte den bröckelnden Rost und zerrieb ihn nachdenklich zwischen den Fingern. Weiterlesen →

Mach dieses Buch fertig!

buchfertigmachen Gestern erhielt ich ein ausgesprochen interessantes Geschenk.

Ein Buch.

An sich nichts ungewöhnliches für eine bibliophile Socke wie mich. Aber dieses Buch ist schon ein bisschen ungewöhnlich. Dunkel grünbraun und ein bisschen fleckig aussehend der Einband und wie mit Tesakrepp aufgeklebt ein Notizzettel mit dem Titel: „Mach dieses Buch fertig“.

Wie, fertigmachen? Ist das Buch denn nicht fertig, wenn es in den Druck geht? Nein, nicht dieses, denn das „Fertigmachbuch“ der Autorin Keri Smith ist ein Ausfüllbuch der etwas anderen Art. Dieses Buch ist für alle, die zu viel Respekt vor Büchern haben. Keine Eselsohren, nichts reinkritzeln, keine Flecken reinmachen, nichts an den Rand oder auf die Seiten schreiben oder reinmalen? Keine Blätter und Blumen darin trocknen? Aufpassen, dass es nicht nass oder schmutzig wird? Keine Fingertappen auf den Seiten hinterlassen, Seiten nicht einreißen?

Nicht mit diesem Buch!

IMG_1255_(800_x_600)„Mach dieses Buch fertig“ fordert einen geradezu heraus, alles mit ihm anzustellen, was man üblicherweise keinem Buch antut. Würden Madam Pomfrey, die strenge Bibliothekarin aus Harry Potter, oder meine ehemalige Deutschlehrerin dieses Buch in die Finger bekommen, ihnen würden sich bei den Anweisungen die Fußnägel hochrollen. Stifte, Klebeband, Tinte und Feder, Bindfaden, Katzenhaare, Rotwein und Kaffee stehen bereit, um aus meinem Exemplar des um Chaos und Katastrophen bittenden Buches ein ganz individuelles Kunst.

Das Buch und ich sind gerade dabei, Freundschaft zu schließen. ich bin gespannt, ob es mich immer noch mag, wenn ich mit ihm fertig bin.

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Aufgabe gelöst: Schwarzer Kaffee in einem Buch. ich ahbe ein Buch mit Kaffee bekleckert. Und es wird noch schlimmer kommen. Bleibt dran, wenn ich weiter meine kreativ-chaotische Ader mit meinem neuen Freund, dem Ausfüllbuch, auslebe!

Kater der Woche: Die 16-Pfoten-WG

kater_klein Hallo liebe Katerfreunde,

in den kommenden Beiträgen stelle ich euch nach und nach meine tierischen Mitbewohner vor. Inzwischen sind wie hier nämlich eine schnurrende 16-Pfoten-WG, sehr zur Freude unserer Menschen. Wenn ihr geglaubt habt, dass schon ein Kater genug haart, Katzenstreu verteilt und frisst, dann lasst euch gesagt sein, das ganze steigt mit steigender Anzahl nicht linear an, sondern exponentiell. Sagt zumindest mein Mensch.

Also. Fangen wir doch mal an mit den tierischen Mitbewohnern. Und da ich ein höfliches Katertier bin, natürlich: Ladies first.

IMG_0386_(800_x_600)

Diese hübsche Lady ist Cassiopeia, genannt „Katzi“ oder auch „Robbe“. Ein Katzentier, auf das die Beschreibung „die ist nicht dick, das ist alles nur Fell“ auf jeden Fall zutrifft. Ich sollte mich hüten, etwas anderes zu sagen, denn sie sitzt gerade neben mir, und für eine Dame hat sie einen sehr ausgeprägten rechten Haken. Vielleicht war sie in einem ihrer früheren Leben mal Preisboxer. Wenn sie nicht schläft oder frisst, kuschelt sie vermutlich mit einem unserer Menschen. Denn dafür sind Menschen ja da. Sie liebt es, fernzusehen, wird zur Furie, wenn es frisches Rindfleisch gibt (eine Leidenschaft, die sie mit unserem männlichen Menschen teilt), und sie ist ein kleines Bisschen bekloppt. Aber sind wir das nicht irgendwo alle? Haben wir nicht alle unsere Macken, Ecken und Kanten, und mögen uns unsere wahren Freunde nicht gerade deswegen?

Macht es wie Cassi – scheut euch nicht, eure Ecken und Kanten zu zeigen. Hört auf, euch zu verstellen, zu verbiegen und vor allem, hört auf, zu versuchen, anderen zu gefallen. Gefallen müsst ihr nur euch selbst. Die, die euch lieben, nehmen euch so, wie ihr seid!

*schwenkt eine Fahne für mehr Individualität und Akzeptanz*

Das
Katertier