Tina liest: „Seelenraub – DU Seelengefährten 4“ von Kaye Alden

Mit „Seelenraub“ erschien  nicht  nur  der  zweite  Band der „Ewigen Seelen“ von Kaye Alden, sondern auch der vierte Band der „Seelengefährten“-Reihe des Autorenkollektivs „Die Uferlosen“.

„Seelenraub“ erzählt die aufregende, spannende Liebesgeschichte von Gabriel, der ewigen Seele, und seinem Seelengefährten David weiter – und ebenso deren Suche nach dem entführten Yves, ebenfalls eine ewige Seele und bester Freund Gabriels.
Um Yves zu finden, fasst Gabriel einen Plan, der David so gar nicht schmeckt: anscheinend gibt es jemanden, der es auf ewige Seelen abgesehen hat, nachdem vor Yves bereits Maurice verschwunden war, ebenfalls eine ewige Seele. Also will Gabriel sich als Köder anbieten und sich selbst entführen lassen, um dem Verbrecher, der es auf seine Freunde und ihn abgesehen hat, auf die Schliche zu kommen und ihm das Handwerk zu legen. Gemeinsam reisen Gabriel und David nach Frankreich, wo eine weitere ewige Seele mit ihrem Gefährten lebt und gerade mit einer Luxusyacht nahe Marseille unterwegs ist. Mireille und ihr Gefährte Rodriguez bieten mit ihrer Yacht L’ange dechu ein wunderbar luxuriöses Quartier, das David jedoch so gar nicht genießen kann, weiß er doch, dass bei jedem Ausflug, bei jedem Landgang, eigentlich rund um die Uhr sein geliebter Gabriel in der Gefahr schwebt, entführt zu werden. Denn natürlich passen die Bodyguards, die ihnen stetig folgen, nur zum Schein auf Gabriel auf. Und auch die Anwesenheit des charmant-burschikosen Rattenwandlers Pierre kann David nicht davon abbringen, sich um Gabriel zu sorgen.

Auch die Tatsachen, dass Gabriel David erzählt, welche Auswirkungen es haben wird, wenn ewige Seele und Seelengefährte sich endgültig aneinander binden, und David von Rodriguez erfährt, wie eine ewige Seele in den Zeiten, in denen sie auf die Wiedergeburt ihres Gefährten wartet, leidet, machen David das Leben nicht einfacher.

Und als Gabriel dann tatsächlich entfährt wird und die Ereignisse sich zu überschlagen beginnen, wird auch Davids schon jetzt turbulentes Leben noch mehr auf den Kopf gestellt. Vor allem, als die Gefährten erfahren, wer tatsächlich hinter den Entführungen steckt, und aus welchem Grund …

Kaye Alden gelingt es wunderbar, alle in Band 1 („Seelensuche“) angelegten Handlungsstränge in der Fortsetzung aufzunehmen und zu verknüpfen und alle aufgeworfenen Fragen zu beantworten. Dabei arbeitet sie gekonnt mit kleinen Cliffhangern und lässt ihre Leser*innen mit David in seiner Sorge um Gabriel leiden. Mireille und Rodriguez bilden ein sympathisches Paar von Sidekicks, auf deren Yacht man selber gerne einmal Urlaub machen würde, und Pierre mit seiner Kodderschnauze und seinem Humor und Charme schafft es immer wieder, auch ernsteste Situationen zu retten, ohne dabei zum reinen Comic Relief zu werden.
„Seelenraub“ kommt insgesamt etwas flotter und schneller daher als „Seelensuche“. Das höhere Tempo tut der Geschichte gut, denn schließlich fiebert man ja auch als Leser*in mit den sympathischen Figuren des Zweibänders mit.
Auf jeden Fall eine ganz klare Leseempfehlung – auch für den Sommerurlaub.

Tina liest: „Seelensuche – DU Seelengefährten 3“ von Kaye Alden

Und da ist er, der dritte Band der Uferlos-Reihe „Seelengefährten“ und der erste Band von Kaye Aldens Zweiteiler „Ewige Seelen“, der demnächst mit „Seelenraub“ fortgesetzt wird. Wie alle Autorinnen der Reihe hat sich auch Kaye Alden dem Thema „Seelengefährten“ gewidmet und aus ihrer Sicht in einer wieder ganz anderen Geschichte von den Seelengefährten Gabriel und David erzählt. Um es gleich vorweg zu nehmen: „Seelensuche“ ist weder Mondmal 3 noch Flammensturm 2. Es ist wie alle Bände der uferlosen Seelengefährtenreihe eine ganz neue, ganz andere Geschichte, auf ihre eigene Art erzählt. Seelensuche kommt mit deutlich weniger Action daher, bringt aber trotzdem Spannung mit – und ganz, ganz große Gefühle.

Worum geht es:
Ewige Seelen, gefangen im immerwährenden Kreislauf von Tod und Wiedergeburt ihrer wahren Gefährten …
So hat sich David sein Leben nach dem Studium nicht vorgestellt. Alle seine Freunde sind tollen Jobangeboten folgend in andere Städte gezogen; einzig er ist gezwungen, bei Tim Hortons zu arbeiten, um sich über Wasser zu halten. Und all das nur, weil ihn etwas in Vancouver festhält, das er nicht benennen kann. Sein Glück scheint sich zu wenden, als er Gabriel begegnet – charmant, gut aussehend und offensichtlich von ihm fasziniert.
Gabriel ist eine ewige Seele – gegen Alter und Krankheit gefeit, lebt er bereits seit über zweihundert Jahren. Immer auf der Suche nach seinem Gefährten ist er dazu verdammt, David zu finden, zu lieben und an den Tod zu verlieren. Halt in den grauen Jahren zwischen Davids Leben gibt ihm sein bester Freund, eine ewige Seele wie er.

Doch jemand oder etwas scheint Jagd auf ewige Seelen zu machen, denn eine nach der anderen verschwindet. Und diese Bedrohung nähert sich Gabriels Freundeskreis.
Einfühlsam erzählt Kaye Alden die sich zart entspinnende Liebesgeschichte zwischen David und Gabriel. Seelensuche ist ein ruhiger Roman, der sich vor allem den Gefühlen der Helden widmet und ihre Entwicklung auf unaufgeregte und dennoch spannende Weise beschreibt. Denn David merkt schnell, dass Gabriel von Geheimnissen umgeben ist, ganz besonders in dem Moment, in dem sich die unheimliche Jagd auf ewige Seelen auf Gabriel selbst richtet und er sich und David im letzten Moment durch einen Zauber retten kann. Natürlich wirft all das in David Fragen auf, und seine Reaktion ist nur zu verständlich: er flüchtet. Und Gabriel versucht, seinen Seelengefährten auf die einzig mögliche Art zurückzugewinnen: indem er ihm die Wahrheit sagt.

Und dann saß ich hier und wartete nägelkauend auf die Fortsetzung dieser hinreißenden, gefühlvollen, unter die Haut gehenden Liebesgeschichte und hoffte, dass sich für Gabriel und David alles zum Guten wendet. Zur Fortsetzung erfahrt ihr im nächsten Blogeintrag etwas.

Tina liest: „Das gefälschte Siegel – die Neraval-Saga 1“ von Maja Ilisch

Sollte ich dieses Buch mit wenigen Worten zusammenfassen, würden mir als erste diese einfallen: Traue niemandem. Vor allem dir selbst nicht. Und würde man ein Kammerspiel, ein Charakterstück, mit einem High Fantasy-Roman kreuzen, dann würde garantiert Das gefälschte Siegel dabei herauskommen, der erste Teil der Neraval-Saga von Maja Ilisch, die mit diesem Buch ihr High Fantasy-Debüt bei Klett-Cotta feiert.

Das Cover ist schon mal ein echter Hingucker mit der wie ein Siegel angeordneten Titelei, und in der Landschaft, in der ich vage die vier Gefährten erkenne, die die Handlung des Romans tragen, sehe ich ein Abbild der Stadt im Nebelreich.

Worum geht es? Um Kevron, der einst ein begnadeter Fälscher war, steht es nicht zum Besten. Schulden, Alkohol und sein angeborener Hang zur Faulheit haben ihn fest im Griff. Da klopft es eines Tages an seine Tür. Vor der Kammer steht kein Geringerer als der geschwätzige Prinz Tymur und sein Anliegen duldet keinen Aufschub.

Es ist das größte und gefährlichste Geheimnis des Landes: Vor vielen Tausend Jahren brachten der sagenumwobene Held Damar und die Zauberin Illiane einen Erzdämon zur Strecke und bannten ihn in eine Schriftrolle. Unter den wenigen, die davon wissen, gibt es einen schrecklichen Verdacht: Wurde das Siegel der Rolle gebrochen? Ist der Dämon entwichen?
Ein verlotterter Fälscher Namens Kevron Kaltnadel erhält vom König den Auftrag der Sache nachzugehen. Es ist ungemütlich, es ist anstrengend und es ist gefährlich – aber Kevron bleibt keine Wahl. Die Spur führt ins ferne Nebelreich und wer hier verlorengeht, den wird man nicht vermissen.

Der Auftakt der Neraval-Saga kommt spannend daher, aber ohne große Action, und doch mit allem, was eine High Fantasy-Geschichte braucht: einem sagenumwobenen Helden, einem gebannten Dämonen, machtvoller Magie, einem fremdartigen Volk und kryptische Prophezeiungen. Auf der Bühne stehen vier Gestalten, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten: Prinz Tymur, der in ständiger Furcht davor lebt, den Dämon bereits befreit und von ihm besessen zu sein. Fälscher Kev Kaltnadel, gefangen in Albträumen und ständig im Kampf gegen seine ganz eigenen Dämonen, von denen Drogen und Alkohol nur die Geringsten aller Probleme darstellen. Der Steinerne Wächter Lorcan, einst einer der erwählten Neun, die in den Katakomben der Burg Neraval die Schriftrolle hüten und vor Zugriff bewahren wollen, seines Postens enthoben durch eigenes Tun – denn Locan entdeckte, wie es um die Steinernen bestellt ist, und fühlte sich nicht mehr wohl dabei, ein Teil davon zu sein: menschlich, schwach und doch nicht so gefeit allen weltlichen Versuchungen gegenüber, wie ein Steinerner es eigentlich sein sollte. Die Vierte im Bunde ist Enidin, eine junge Zauberin, die sich die Teilnahme an der Expedition ins Nebelreich durch Selbstbewusstsein und Forschheit geradezu erschleicht – doch eins muss man ihr lassen, die Kleine ist richtig gut.

Während die vier Gefährten, die eher eine Zwangsgemeinschaft als eine eingeschworene Abenteurertruppe sind, sich auf den Weg ins Nebelreich machen, um die mächtige Ililiané zu finden, die Zauberin, die damals mit Tymurs Ahnherrn Damar den Dämon La-Esh-Amon-Ri in die Schriftrolle bannte, entspinnt sich zwischen den Gefährten ein gelungenes Charakterspiel aus Vertrauen und Zurückweisung, Eigennutz und Hilfsbereitschaft, Vorwürfen und Verzeihen. Und es zeigt sich, dass jeder der Vier seine beziehungsweise ihre ganz eigenen Dämonen mit sich herumschleppt, heißen sie nun La-Esh-Amon-Ri, Wein und Katzenkraut, Loyalität und Liebe oder Wissen, Macht und unbändiger Ehrgeiz. Fast könnte man meinen, in den vier Gefährten gibt sich eine Abordnung von Todsünden die Ehre und versucht, irgendwie die Welt zu retten – jeder auf seine Weise, jeder mit seiner oder ihrer ganz eigenen Motivation und mit ganz eigenen Zielen.

Der Roman endet mit einer überraschenden Wendung, mit der ich so nicht gerechnet habe – da bin ich Maja Ilisch komplett in die Falle gerannt. Ich warne: wer dieses Buch liest und sich in die Figuren verliebt, so wie ich es getan habe, wird am Ende fingernägelkauend da sitzen und sich genötigt fühlen, der Autorin jeden Tag eine Mail mit der Frage Wann geht es weiter? zu schicken.  Ich habe mich mit viel Freude in die abenteuerliche Reise von Kev und Tymur gestürzt. Und falls jemand Tymur schütteln möchte: stellt euch hinten an. Ich zuerst.

Bullet Journal: Back to the roots mit Ryder Carroll

Seit 2016 benutze ich ein Bullet Journal. Dachte ich zumindest. Bis mir im letzten Jahr der Nikolas (aka mein Mann) das Buch „Die Bullet Journal Methode“ von Ryder Carroll geschenkt hat. Auf dem Schirm hatte ich das Buch lange schon, muss aber zu meiner Schande gestehen, dass ich tatsächlich zu faul war, es im Original zu lesen. Als dann die Übersetzung (die ich sehr gelungen finde) auf den Markt kam, landete sie umgehend auf meinem Wunschzettel, und… ta-daaa. Ich las, wurde erleuchtet und machte weiter. Aber alles anders.

Nun ist erleuchtet vielleicht ein bisschen viel, dennoch war mir Ryder Carrolls Buch ein Augenöffner. Ryder Carrolls Buch ist nicht nur ein „how to bullet journal“. Der Autor berichtet, wie er dazu gekommen ist, für sich selbst diese Mischung aus Planner, Tagebuch, Kalender und Notizzettelsammelsurium zu entwickeln und für seine eigenen Bedürfnisse immer weiter anzupassen. Seit früher Kindheit leidet er an ADHS und hatte immer Schwierigkeiten damit, sein Leben zu ordnen – bis er anfing, dieses chaotische Leben in einem Notizbuch zu ordnen, in dem alles enthalten war: Termine, Listen, Pläne, Projekte, Erinnerungen: Vergangenes, Gegenwärtiges und Zukünftiges. Und er gab diesem praktischen Begleiter in Buchform einen Namen: Bullet Journal, nach den kleinen „bullet points“, die einen Punkt auf der To Do-Liste markieren und den man fix in alles andere umwandeln kann, was man noch so braucht: Gedankenstriche, Häkchen, Durchstreicher.

Ryder Carroll erzählt seine eigene Geschichte und erläutert seinen Leser*innen daran die Bullet Journal Methode. Ich habe mich in vielen Punkten, die er beschreibt, wiedergefunden: herkömmliche Kalender und Planner, die es überall zu kaufen gibt, passten nicht zu meinen Bedürfnissen. Da gab es zu wenig Platz für Eigenes und zu viel Müll, den kein Mensch braucht. Oder zumindest ich nicht.

Auch ich war so eine Herrin der rumfliegenden Zettel, auf denen sich in wildem Chaos Termine und Notizen tummelten, und die, wenn man sie brauchte, immer nur eins waren: verschwunden. Undauffindbar. Weg. Vermutlich in genau dem Universum gelandet, in das die Waschmaschine auch immer wieder einzelne Socken beamt.

Als ich das erste Mal über andere Blogger*innen und ein bisschen Rumgesuche auf Instagram und Pinterest auf das Bullet Journal stieß, war ich begeistert und wollte genau das auch. Auch wenn ich damals den Sinn von „rapid logging“ und „daily logs“ noch nicht wirklich verstand. Daher waren meine ersten Bullet Journals im Grunde nichts anderes als hübsche, selbstgestaltete Kalender nach meinen eigenen Bedürfnissen, mit Platz für die eine oder andere ulkige Sammlung (gelesene Bücher, angesehene Filme, geguckte Serien) und Tracker (Gewohnheiten, Gewicht, Haushalt und Putzen …). Und das Ganze natürlich ein bisschen aufgemotzt mit Schönschrift, Stempeln und Stickern.

Ein bisschen angefangen zu begreifen, was das BuJo ausmacht, habe ich, als ich in einer Journaler-Facebookgruppe landete – eigentlich nur, weil ich komplett geflasht war von den wunderbaren Illustrationen und Schmuckseiten, die viele Journaler*innen in ihre Notizbücher integrieren. DAS wollte ich auch. Ich probierte aus, malte und zeichnete, kaufte Unmengen von Washi-Tape, Stickern und Stiften und dekorierte, was das Zeug hielt, bastelte immer noch Tracker und Listen … und merkte irgendwann, dass ich mehr Zeit dafür aufwendete, mein Notizbuch zu dekorieren, als es als das zu nutzen, was es eigentlich ist: ein Werkzeug, das mir durch meinen chaotischen Alltag mit zwei Anstellungen, Selbständigkeit als Autorin, Familie und Haustieren helfen soll. In diese Zeit plumpste mir dann auch Ryder Carrolls Buch.

Und ich war komplett begeistert, weil ich endlich das ursprüngliche Wesen des Bullet Journals als Alltagshelfer sehen konnte. Bitte nicht falsch verstehen, ich LIEBE Deko in Bullet Journals und klebe immer noch Washi-Tape auf alles, was nicht bei drei auf dem nächsten Baum verschwunden ist, ich liebe Handlettering und Sticker und schmücke mein Buch auch immer noch ein wenig – weil ich ein Werkzeug, das nicht nur zweckmäßig, sondern auch noch schön ist, noch viel lieber in die Hand nehme und die Deko auch immer ein bisschen als Achtsamkeitsübung betrachte.

Inzwischen habe ich das gemacht, was Ryder allen seinen Leser*innen ans Herz legt: ich habe mein Journal so angepasst, dass es meinen Bedürfnissen entspricht und nur noch die Dinge enthalten sind, die ich wirklich brauche. Aus einem ganzen Wust von Trackern und Listen habe ich nur wenig behalten: das, was ich regelmäßig ausgefüllt habe. Gewohnheitstracker passe ich von Monat zu Monat an, einige Dinge stehen immer drauf, einige wechseln. Ich tracke mein Gewicht und meine Periode, führe Buch darüber, welche Stücke ich wann in meinem Organistenjob gespielt habe, welche Bücher ich gelesen habe und ob sie mir gefallen haben, führe Spartracker und plane im Bullet Journal meine Schreibarbeit. Der Planner-Anteil besteht aus einem Future-Log mit viel Platz für die einzelnen Monate zum Planen von Terminen, die weit in der Zukunft liegen, aus Monatsübersichten und daily logs. Bis vor Kurzem habe ich zusätzlich noch weekly logs benutzt, aber irgendwann mal vergessen, eins zu machen und es nicht vermisst – seitdem gibt es nur noch die daily logs und jeden Abend eine Viertelstunde für mich und mein BuJo, in der ich den vergangenen Tag noch einmal reflektiere und Notizen mache und den kommenden Tag plane, wenn viel ansteht, vielleicht auch den übernächsten schon grob skizziere.

Mein BuJo ist kein Ausstellungsstück. Es ist ein bisschen wie ich – chaotisch, nicht immer ganz ordentlich, bunt und mit der einen oder anderen Falte, voll mit Erinnerungen und Plänen. Und Washitape. Und ich möchte es nicht anders haben. Auch wenn ich nie aufhören werde, weiterhin Brush Pens zu kaufen und Handlettering zu üben.

Zuletzt noch ein paar Dinge, die ich für mein BuJo ganz dringend brauche:

  • Notizbücher. Logisch eigentlich, oder? Ich mag am allerliebsten solche mit Punktraster, da mich karierte und linierte Seiten zu schnell einengen und die Punkte so dezent sind, dass auch kleine Zeichnungen gut aussehen, ohne von zu kräftigen Linien gestört zu werden. Pro Jahr brauche ich mindestens zwei, seit ich nach Ryder Carroll arbeite und daily logs und rapid logging benutze
  • Fineliner. Ganz wichtig. Essentiell wichtig, ich mache alle Eintragungen mit schwarzen Finelinern
  • weiße Gelstifte. Noch viel wichtiger, weil besser als Korrekturflüssigkeit (die trocknet mir immer ein) oder Korrekturband (irgendwie bin ich für die Benutzung zu ungeschickt, und so richtig toll zum wieder drüberschreiben ist das Zeug auch nicht). Fehlerchen einfach damit übermalen, und weg sind sie
  • Brushpens – ich benutze sie zum Highlighten von Zeilen und für Letterings
  • Washi-Tape. Weil ich süchtig bin nach dem Zeug, es einfach liebe und es gefühlt überall hinkleben könnte (warum läuft jetzt die Katze weg???). Es macht einfach Spaß, ist bunt, kommt in den verschiedensten Ausführungen daher und … ist eben Washi-Tape

Dinge, die ich hin und wieder benutze, aber bei denen ich nie sagen würde, dass ich ohne sie nicht auskomme:

  • Stempel. Hin und wieder ist so ein Stempelchen doch mal ganz hübsch
  • Sticker. Auch oft witzig. Vor allwem, wenn Katzen drauf sind
  • Aquarellfarben – benutze ich im BuJo relativ wenig, aber wenn die Zeit für ein aufwändigeres Layout da ist, doch schon ganz gern
  • Abwaschbare Tattoos – man kann sie auf die Einbände der meisten Notizbücher applizieren. Etwas farbloser Nagellack drüber, und das hält ewig

Buchsatz und Betriebsblindheit

Immer wieder ein Quell der Freude für jede*n Selfpublisher*in: Der Buchsatz. Denn mit dem durchkorrigierten Manuskript ist es ja noch nicht getan. Ein EBook muss gebastelt werden – dafür habe ich zurzeit noch Hilfe, auch wenn ich mich schon ein wenig in ein sehr praktisches, nach einigem reinfuchsen sogar recht intuitives EBook-Satz-Programm einarbeite: Sigil ist wirklich was Feines und auch für Anfänger*innen geeignet, die ein wenig Plan von Html und CSS haben.

Aber mit dem EBook ist es ja noch nicht getan, ich möchte ja auch für die Liebhaber*innen des gedruckten Buchs, die den Duft von Papier lieben und gern ein echtes Buch anfassen, das leise Rascheln der Seiten beim Umblättern hören und im wahrsten Sinne des Wortes die Nase in ein Buch stecken wollen (mal ehrlich, was riecht besser als ein neues Buch?) eine Print-Ausgabe vorhalten. Also her mit dem Rohskript und alles fitmachen, damit ein hübsch aussehendes Buch daraus wird. So eben auch für Meeresträume 3 – Fisch zwischen den Fronten.

Da werden akribisch überflüssige Leerzeichen aufgespürt, geschützte Leerzeichen hinter Auslassungspünktchen geklebt und alle Anführungszeichen durch die hübschen Chevrons ersetzt. Und dann natürlich: jedes Kapitel beginnt auf einer ungeraden Seite, damit die neuen Kapitel mit ihren Headergrafiken immer die rechte Seite bekommen – denn die springt jedem Lesenden zuerst ins Auge. Achtet mal drauf, wenn ihr einen Katalog anschaut – der Blick wandert garantiert immer zuerst auf die rechte Seite. Und da nahm das Drama dann seinen Lauf. Natürlich hatte ich die Seitenzahlen im Blick und ließ Kapitel 1 brav auf Seite 1 beginnen – ungerade Seite, ist immer rechts. Dachte ich zumindest. Nur – warm sah das ganze dann plötzlich in der Vorschau auf KDP so – sorry – kacke aus? Und warum zum Henker trieb sich das Inhaltsverzeichnis auf einer linken Seite herum? Ich hatte doch so darauf geachtet, dass es auf einer Seite mit ungerader Zahl landete, denn die sind doch immer auf der rechten Seite…

Pustekuchen.

Ist ja nicht so, dass ich nur Seitenzahlen habe. Ich habe ja auch eine bestimmte Anzahl von Seiten, die sich nicht mit der eigentlichen Nummerierung deckt, denn die fängt mit dem ersten Kapitel an, das auf Seite 1 stehen soll. Die Nummerierung fing also brav bei Kapitel 1 mit Seite 1 an – aber davor hatte ich nicht auf die tatsächliche SeitenANZAHL geguckt, und die hatte sich nun aufgrund von Schmutzblatt, Widmung, Impressum und all dem Geblubber, was in ein Buch vorn nun mal so reingehört, und wegen der vorangestellten Zusammenfassungen der Bände 1 und 2 so hingerückselt, dass das Inhaltsverzeichnis und der Beginn des ersten Kapitels zwar auf von der Nummerierung her ungeraden Seitenzahlen befanden – aber faktisch war Seite 1, auf der Kapitel 1 beginnen sollte, eine gerade Seite – nämlich die zehnte des Gesamtmanuskriptes.

Ohne den kritischen Blick einer lieben Kollegin von Außen wäre ich nie darauf gekommen, woran es gelegen hat, dass das alles so „falsch“ war – manchmal ist man wirklich betriebsblind. Aber JETZT ist es geschafft (nach insgesamt dreimal hochladen): Der Buchsatz des Trilogie-Abschlusses ist korrekt. Wer dennoch beim Lesen über Fehlerchen stolpert, darf sie mir gern melden, damit ich sie korrigieren und das Buch neu hochladen kann. Ist ja fix gemacht. Wenn man weiß, wie’s geht.

Meeresträume-Trilogie: Der Abschlussband ist da!

Mit „Fisch zwischen den Fronten“ endet die Geschichte von Sayain und Alvar. Lange habe ich nicht mehr so mit einem Buch gekämpft, aber jetzt kann ich endlich stolz das Ergebnis präsentieren. 235 Seiten dick und wie immer mit einem tollen Cover von Cover für Dich.

Und wie immer als EBook (auch über Kindle Unlimited) und als Taschenbuch erhältlich. Zur Veröffentlichung von Meeresträume 3 gibt es für kurze Zeit auch die ersten beiden Bände wieder auf Kindle Unlimited.

Und darum geht’s:

An den Stränden des sagenumwobenen Landes Tian Daru suchen Sayain und Alvar gemeinsam mit der abenteuerlustigen Wasserdrachenfrau Sashiru nach Spuren, die zu Sayains Eltern führen. Doch statt eine glückliche Familienzusammenführung zu feiern, stoßen die drei auf ein uraltes Geheimnis – so schrecklich, dass die Hohepriesterinnen der Wasserdrachen vor keinem Mittel zurückschrecken, um es zu bewahren. Was hat es wirklich auf sich mit dem schon seit Generationen schwelenden Hass zwischen Meervolk und Wasserdrachen? Ist Sayain wirklich der Verfluchte, der den Meeresbewohnern nichts als Unheil und Verderben bringt – oder ist er der langersehnte Retter, der endlich den Krieg beendet? „Fisch zwischen den Fronten“ bildet den Abschluss der „Meeresträume“-Trilogie.

Na, Lust auf Fantasy und Meer?

Tina liest: Flammensturm von Tanja Rast

Mit Spannung erwartet habe ich den zweiten Band der Uferlos-Reihe „Seelengefährten“, in der verschiedene Autorinnen das Thema „Seelengefährten“ aufgreifen und ihre eigene Interpretation in Buchform bringen. Nach „Das Mondmal“ von Regina Mars, das mir schon ausnehmend gut gefallen hat, setzt Tanja Rast die Reihe nun mit „Flammensturm“ fort. Tanja Rast bedient zwei Genres:

Schlachten und Schmachten oder auch „Conan für Frauen“ und Gay Fantasy Romance. „Flammensturm“ ist die perfekte Mischung dieser beiden Genres – es gibt ein wunderbares Männerpaar, epische Schlachten, fiese Monster, Blut – aber auch zarte und romantische Momente voller großer Gefühle.

Ich bin begeistert von diesem Roman. Ich habe schon einiges von Tanja Rast gelesen, aber „Flammensturm“, die Geschichte um die Seelengefährten Curan und Zeriac, hat mich so begeistert, dass ich behaupte, dies ist das bisher beste Rast-Buch. Zumindest für mich.

Worum geht’s?  – Das Autorenkollektiv „Die Uferlosen“ präsentiert: „Seelengefährten“. In jedem Buch wird das Thema neu interpretiert, aber eins haben alle Bände gemeinsam: Sie gehen direkt ins Herz.

Der Klappentext: Geschichte neigt dazu, sich zu wiederholen. Aus gutem Grund bewahren die Elfen die Geschichten über ein Krieger- und Liebespaar, das einst die Albtraumgespinste zurückgeschlagen hat.

Mit Lobpreisung hat Elfenkrieger und Hitzkopf Zeriac gerechnet, als er einen der verhassten menschlichen Soldaten als Gefangenen ins Lager schleppt. Aber es kommt anders: Ein Blick auf den sanften und allzu höflichen Hünen Curan genügt der Stammesältesten, um den beiden jungen Männern Scheußliches zu eröffnen. Dabei stellt die Rückkehr der monströsen Albtraumgespinste das kleinste Problem dar, findet Zeriac. Schlimmer ist das, was die Alte da über ein mystisches Paar faselt …

Zeriac kennt die Legende natürlich, sieht aber gar nicht ein, sich sein Leben von einer angeblichen Schicksalsmacht vorschreiben zu lassen – und wen er gefälligst zu lieben hat! Doch die Armeen der Albtraumkönigin rücken unaufhaltsam vor, und Zeriac und Curan stehen vor ihrer größten Schlacht. Denn den monströsen Kreaturen ist es gleich, ob sie Mensch, Zwerg oder Elf zerfleischen …

Temporeich, spannend, humorvoll und voller großer Gefühle erzählt Tanja Rast die Geschichte der Seelengefährten Curan und Zeriac, die als Einzige die finstere Albtraumkönigin besiegen können. Deren Gespinste, Monster geboren aus den Albträumen von Menschen, Zwergen und Elfen, bevölkern mehr und mehr das Land und rotten sich dort zusammen, wo viele Träumende auf einem Haufen sitzen: der Garnisonsstadt Barinne. Vor diesem Hintergrund entwickelt sich die Liebesgeschichte zwischen dem Soldaten Curan und dem Elfen Zeriac, der einst als Kriegsgeisel bei einem menschlichen Ziehvater unter Menschen aufgewachsen ist. Noch immer herrschen Spannungen zwischen Elfen und Menschen, doch Curan verfällt Zeriacs wilder Schönheit und Anmut vom ersten Augenblick an. Etwas zieht die Beiden zueinander – ein Seelenband, wie sie erfahren, und wie es bisher in der Geschichte nur zwischen Zwergen zustande gekommen ist.

Während beide noch damit hadern, ob ihre Gefühle füreinander echt sind oder nur dem Wirken des Seelenbandes geschuldet, müssen sich Curan und Zeriac der Aufgabe stellen, die den Seelengefährten seit jeher bestimmt ist: nur sie können die Albtraumkönigin besiegen. So wie vor vielen Jahren ein anderes Seelengefährtenpaar: die Zwerge Kal und und Ten, deren Geschichte Tanja Rast gekonnt mit den Geschehnissen in Curans und Zeriacs Zeit verwebt. Im Grunde erzählt Flammensturm zwei Geschichten: Kals und Tens und Curans und Zeriacs, und wie sich die Geschehnisse im Zeitenlauf wiederholen. Damit transportiert sie eine wichtige Botschaft: Geschichte wiederholt sich. Und es braucht manchmal echte Helden, um den Lauf der Geschichte zu stoppen oder zumindest die Monster zu vernichten, wenn diese wieder ihre Köpfe erheben.

Fazit: ich konnte dieses Buch einfach nicht weglegen, es hat mich vom ersten Moment an gefesselt. Zudem hat Tanja Rast es diesmal wirklich drauf, jedes Kapitel so zu beenden, dass man sofort weiterlesen möchte. Eine ganz klare 5-Sterne-Empfehlung für alle, die dramatische High Fantasy, ein charmantes Männerpaar und epische Schlachten schätzen.

Valentinstag? Valentinstag!

 Eigentlich bin ich ja der totale Valentinstagsverweigerer.

Aber anlässlich der baldigen Veröffentlichung von „Meeresträume 3 – Fisch zwischen den Fronten“ (YAY! Endlich! Ich hab dieses Buch fertig! Freudentanz!) habe ich ein kleines Geschenk für euch: Ich stelle ab heute die ersten beiden Bände der Trilogie, „Fisch im Netz“ und „Fisch in der Falle“ noch einmal für eine begrenzte Zeit auf Kindle Unlimited zur Verfügung.

Also, greift zu! Lest die ersten beiden Bände, bevor der dritte mit den Hufen scharr… öh… mit den Flossen wedelt! Sayain und Alvar warten auf euch!

 

Fisch im Netz:
Taschenbuch: https://www.amazon.de/dp/1977092268/
EBook: https://www.amazon.de/dp/B079KRF4NF/

Tina liest: „Neun Leben, achtzehn Krallen“ von Andrea Weil

Ein Katzenroman! Natürlich kann eine, die sich selbst auf die Fahne schreibt, hin und wieder auch mal „irgendwas mit Katzen“ zu schreiben, nicht an einem neuen Katzenroman vorbeigehen, schon gar nicht, wenn er so detailverliebt und katzennah geschrieben wurde. „Neun Leben, achtzehn Krallen“ ist ein Buch, das mir als bekennende crazy catlady sehr viel Spaß gemacht hat.

Der Klappentext: Tod liebt Katzen. Deshalb hat sie ihnen als einzigen Wesen neun Leben gegeben. Und die kann Mrri, der unzähmbare Straßenkater, auch brauchen. Er ist der Herrscher des Aikenwegs, bezirzt die halbe Nachbarschaft und ist vor der anderen Hälfte auf der Flucht, wenn er ihre Goldfischteiche leer angelt oder Bettlaken ruiniert. Weil ihn seine Familie einst aussetzte, hat er sich geschworen, nie wieder sein Herz an einen Menschen zu hängen. Ausgerechnet der grimmige Witwer Benno bringt diesen Entschluss ins Wanken. Doch dann taucht Tod wieder auf und verlangt ein weiteres Leben.

Allein beim Aikenweg schlug mein Katzenbuchliebhaberherz schon höher, ist dieser Straßenname doch eine liebevolle Hommage an ein ganz besonderes Katzenbuch, das ich ebenso wie Autorin Andrea Weil sehr liebe: „Solos Reise“ von Joy Smith Aiken. Ein weiteres persönliches Highlight: die Namen der tierischen Protagonisten. Natürlich nicht die Namen, die die im Buch vorkommenden Menschen ihnen geben, sondern die, unter denen sie sich selbst kennen und benennen: Mrri, Meo, Nau oder Roa, diese Namen klingen doch alle wie die Laute, die alle Katzenhalter so gut von ihren Tieren kennen.

Auch bei den Beschreibungen bleibt Andrea Weil ganz und gar in Katzenperspektive. Ihre Katzen lächeln nicht, sondern blinzeln, sie reiben zum Gruß ihre Nasen aneinander, und ein Schwanzschlenker sagt mehr als tausend Worte es je ausdrücken können. Gerade diese kleinen, aber wie ich finde für einen Tierroman so wichtigen Details haben mir sehr viel Spaß gemacht. Andrea Weil erzählt Mrris Geschichte, ohne die Katzen zu vermenschlichen. Katergesänge und fliegende Fellbüschel beim Revierkampf gehören dazu genauso wie die Beschreibung eines in der Sonne dösenden Mrri auf dem Garagendach.

Und dann die Namen für die Menschen! Einfach herrlich, denn Mrri bezeichnet die Menschen nicht mit ihren menschlichen Namen. Da gibt es Familie Wilddose, bei denen es immer besagtes Dosenfutter abzustauben gibt, oder Oma Milch – aus Gründen. Dann den Herrn Scharrecke, bei dem ich erst mal überlegen musste. Ja, klar, Scharr-Ecke. Klar, wozu Mrri dessen Blumenbeete missbraucht, oder?

Der einzige Mensch, der einen Namen hat und in Mrris Perspektive auch immer einen Namen hat, ist Benno. Benno, der einsame alte Mann, der sich über den Besuch eines Katers freut, nachdem Tod seine Frau mitgenommen hat.

Tod ist in dieser Geschichte ein Wesen mit vielen Gesichtern – mal erscheint sie als liebevolle, sanfte Frau, mal als knurriger großer Hund, aber immer ist sie freundlich und auch ein bisschen traurig über das, was sie tun muss. Doch als sie Mrri vor die alles entscheidende Wahl stellt, weiß der Kater ganz genau, was er will. Was das ist? Am besten lest ihr das selbst!

Miau!

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Tina liest: „Feuerschwingen“ von Sabrina Železný

Was wäre wenn? Das ist eien Frage, mit der sich Autor*innen immer wieder beschäftigen. Für Sabrina Železný  lautete die Frage: Was wäre, wenn die Kultur der Inka nicht untergegangen wäre? Was wäre, wenn es in einer fernen Zukunft einer anderen Erde noch immer Iberer und Inka geben würde, wenn der alte Konflikt zwischen den Völkern noch immer schwelen würde und sich immer noch alles um dieses eine verlockende Etwas drehen würde, von dem der Mensch einfach die Finger nicht lassen kann?

Klappentext: Gold! Für Inka und Iberer der wichtigste Rohstoff ihrer Weltraumflotten, seit sie die Erde verließen – und ein Zankapfel, der die alte Feindschaft ihrer Völker neu befeuert.

Umso verbissener suchen zwei ungleiche Männer nach dem sagenhaften Eldorado. Manco, Sonnenstaffelpilot der Inka, wittert ein Abenteuer, während Gonzalo, suspendierter Kommandant einer iberischen Sterngaleone, den eigenen Ruf retten will. Doch als Manco und Gonzalo auf der Erde stranden, müssen sie zähneknirschend zusammenarbeiten. Plötzlich steht mehr auf dem Spiel als Rätsel und Reichtum, aber kann das Zweckbündnis der beiden anders als mit Verrat enden?

Liebe Leser*innen, fragt mich bitte nicht, wie oft ich bei der Lektüre davor war, Gonzalo abwechselnd zu knuddeln und an die nächste Wand zu klatschen. Da denkt man, dieser Iberer bekommt endlich die Kurve und ist ja eigentlich doch ein ganz netter Kerl, und dann setzt er sich wieder sowas von in die Nesseln, dass man sich fragt, wie Sabrina Železný das noch wieder zu einem guten Ende bringen will.

„Feuerschwingen“ ist ein spannendes, kurzweiliges und dabei sehr tiefgründiges Lesevergnügen, das die Frage berührt, wie diese zwei vollkommen unterschiedliche Kulturen in einer Parallelzukunft nebeneinander existieren könnten und welche Motive Gonzalo und Manco antreiben, immer wieder zwischen tiefer Freundschaft und Verrat hin und her zu balancieren, bis sie schließlich doch die wohlverdiente Kurve kriegen. Wie sie das schaffen, sollte allerdings jede/r selbst lesen, denn es ist wie immer eine Freude, von Sabrina Železnýs Erzählstil, ihren poetischen Bildern und ihrer wunderbaren Sprache in ein Buch einfach hineingesaugt zu werden. „Feuerschwingen“ hat nur einen einzigen Nachteil: es ist viel zu schnell zuende.

Fazit: auf jeden Fall lesen!

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