Mach das Buch fertig: es geht weiter!

buchfertigmachen In den letzten Tagen habe ich mich wieder ein wenig im Fertigmachbuch ausgetobt und festgestellt, wie viel Spaß in Acrylfarben und Buntstiften steckt.  Das letzte Mal Handabdrücke mit Farbe? Ich glaube, das war im Kindergarten. Genauso wie der dicke bunte Rohrschach-Klecks. Farben sind toll. Farben machen Spaß. Wir sollten viel öfter mit Farbe herumklecksen und das innere Kind einfach mal wieder rauslassen. Auch ewig nicht mehr gemacht: Blätter und Blüten gepresst.

Auch eine Erkenntnis: Obst-Aufkleber können richtig hübsch aussehen. Und ein bisschen Anarchie schadet auch nie. Das Buch und ich sind inzwischen wirklich dicke Freunde.

buchzusammenfassung Für die Vollversion meiner Kleckereien bitte auf das Bildchen klicken.

 

Kater der Woche: Die 16-Pfoten-WG

kater_klein Hallo ihr Lieben,

hier bin ich wieder, euer Katertier. Ein bisschen spät mal wieder, irgendwie bekomme ich es gerade mit dem regelmäßig am Montag bloggen nicht hin. Muss am Wetter liegen. Aber egal, heute stelle ich euch noch mal einen meiner katzigen Mitbewohner vor und möchte euch gleichzeitig ein wenig über die nicht ganz so tollen Seiten des Auslandstierschutzes erzählen. Bitte bewerft meinen Menschen und mich nicht schon jetzt mit Steinen. Tierschutz ist gut und wichtig, auch Auslandstierschutz ist gut und wichtig. Aber wir finden ihn besser, wenn er in Form von Hilfe vor Ort geschieht und nicht damit, dass Tiere aus dem Ausland hierher gebracht werden, nach Deutschland, wo die Tierheime auch und gerade zu dieser Jahreszeit, in der alle Menschen in die Ferien fahren und es sich gutgehen lassen, aus allen Nähten platzen. Oft hat unser Emder Tierheim schon Aufnahmestopp für uns Katzen ausgesprochen, weil es auch hier so viele von uns gibt, die ein Zuhause suchen. Aber lassen wir doch einfach Leo erzählen.

IMG_0944_(800_x_600) Hallo! Ich bin Leo. Jedenfalls, wenn ich was angestellt habe. Wenn ich lieb bin, dann nennen meine Menschen mich nur Schnurps, weil es so klingt, wenn ich schnurre: schnurrrrrrrrrrrrrrps. Mit einem leichten Schlenker in die Höhe am Schluss.
Danke, Kater, dass ich hier auch mal zu Wort kommen darf.

Ich hatte keinen besonders guten Start ins Leben. Zusammen mit einem Haufen anderer Kätzchen wurde ich in einen Karton gestopft und ausgesetzt. Gut, dass uns nette Menschen fanden und ins Tierheim brachten. Dort wurden wir aufgepäppelt und gut gefüttert und schließlich zur Vermittlung freigegeben. Wir hatten vorher alles, was ausgesetzte Katzen so mit sich herumschleppen. Untermieter, ihr wisst schon. Würmer, Flöhe und Co. sind wir alle ganz schnell wieder losgeworden. Die ganzen Medikamente sind zwar kein Spaß, aber wenn es nachher nicht mehr juckt und krabbelt, lassen wir die Behandlung gern über uns ergehen.
Was nicht so klasse war, waren allerdings die Giardien. Huch, Giardien? Ja, so saß ich da auch, nachdem die Tierärztin meine Hinterlassenschaften untersucht hatte. Als ich zu meinen neuen Menschen kam, hatte ich nämlich Montezumas Rache vom Feinsten. Ich konnte gar nicht so schnell aufs Klo rennen, wie ich musste. Übelst. Wirklich übelst.
Also. Giardien. Das sind Parasiten, die sich ziemlich hartnäckig in Katzen-und Hundedärmen niederlassen und sich da so richtig wohlfühlen. Tante Doktor sagte, dass Giardien in den letzten Jahren erst so gehäuft und hartnäckig in Deutschland auftreten. Früher gab es sie nur in südlichen Ländern, wie Spanien oder Italien.
Na, klingelt es bei euch?
Ganz viele importierte Tierschutztiere kommen aus Spanien, der Türkei, Italien oder Griechenland. Und leider haben sie auch die dort ansässigen Krankheiten und Parasiten mitgebracht. Natürlich bin ich meine lästigen Untermieter inzwischen los. Aber nur, nachdem ich fast ein halbes Jahr Tabletten geschluckt habe, die fast so groß waren wie meine Augen. Pulverisiert und in Wurst natürlich. Eine kleine Erinnerung daran habe ich immer noch: bei euch Menschen würde man das wohl Morbus Crohn nennen. Ich habe einen empfindlichen Magen und Darm und immer wieder mal dieses lästige kleine Renneritis-Problem. Danke an die Giardien.

Es ist natürlich eure Entscheidung, wie ihr zum Auslandstierschutz steht. Trotzdem freue ich mich, wenn ihr über meine Geschichte nachdenkt. 🙂

Euer

Leotier

Erwählte des Zwielichts 62

Ary-Beitragsbild-Zwielicht (1) Liandras sprach aus, was Malika dachte. Schauer rannen ihr über den Rücken, als ihr Blick auf feine schwarze Schlieren auf dem Boden fiel. Als hätte das Ding sich in den Boden gebrannt. Raureif verwandelte sich in Wassertropfen. Wärme kehrte zurück.
„Ich habe keine Ahnung“, murmelte sie. Im gleichen Moment schossen Dirian und Nidhan mit gezogenen Dolchen aus dem Nebenzimmer. Dirian blieb stehen, als er sah, dass nur Liandras und Malika im Raum waren, und keuchte dumpf, als Nidhan ihm in den Rücken prallte.
„Alles gut!“ Malika hob die Hände. „Was auch immer es war, es ist weg.“
„Es?“ Dirian starrte sie an.
Malika hob die Schultern. „Ich habe keine Ahnung, was es war, aber es ist weg. Da war nur … ein Schatten.“
„Ein Schatten? Und warum war es auf einmal so verdammt kalt?“ Nidhan musterte sie zweifelnd.
Liandras deutete auf die schwarzen Schlieren am Boden. „Das ist alles, was davon übrig blieb“, sagte er. „Vielleicht sollte Iendra sich das ansehen.“
„Du meinst, es war Magie?“ Nidhan kniete sich hin und berührte die dunklen Linien. Malika zog ihren Dolch aus dem Sessel. „Verdammt, was ist das denn?“ Die Klinge sah aus, als sei sie innerhalb weniger Augenblicke um mehrere Jahrhunderte gealtert. Rost blühte auf dem Metall, und als Malika ihn berührte, zerbröselte ihr den Dolch unter den Fingern.
Liandras stieß einen Fluch aus und zog sein Schwert ebenfalls aus dem Sessel. „Dasselbe… es ist vollkommen verrostet!“
„Wie kann das sein?“ Nidhan berührte den bröckelnden Rost und zerrieb ihn nachdenklich zwischen den Fingern. Weiterlesen →

Mach dieses Buch fertig!

buchfertigmachen Gestern erhielt ich ein ausgesprochen interessantes Geschenk.

Ein Buch.

An sich nichts ungewöhnliches für eine bibliophile Socke wie mich. Aber dieses Buch ist schon ein bisschen ungewöhnlich. Dunkel grünbraun und ein bisschen fleckig aussehend der Einband und wie mit Tesakrepp aufgeklebt ein Notizzettel mit dem Titel: „Mach dieses Buch fertig“.

Wie, fertigmachen? Ist das Buch denn nicht fertig, wenn es in den Druck geht? Nein, nicht dieses, denn das „Fertigmachbuch“ der Autorin Keri Smith ist ein Ausfüllbuch der etwas anderen Art. Dieses Buch ist für alle, die zu viel Respekt vor Büchern haben. Keine Eselsohren, nichts reinkritzeln, keine Flecken reinmachen, nichts an den Rand oder auf die Seiten schreiben oder reinmalen? Keine Blätter und Blumen darin trocknen? Aufpassen, dass es nicht nass oder schmutzig wird? Keine Fingertappen auf den Seiten hinterlassen, Seiten nicht einreißen?

Nicht mit diesem Buch!

IMG_1255_(800_x_600)„Mach dieses Buch fertig“ fordert einen geradezu heraus, alles mit ihm anzustellen, was man üblicherweise keinem Buch antut. Würden Madam Pomfrey, die strenge Bibliothekarin aus Harry Potter, oder meine ehemalige Deutschlehrerin dieses Buch in die Finger bekommen, ihnen würden sich bei den Anweisungen die Fußnägel hochrollen. Stifte, Klebeband, Tinte und Feder, Bindfaden, Katzenhaare, Rotwein und Kaffee stehen bereit, um aus meinem Exemplar des um Chaos und Katastrophen bittenden Buches ein ganz individuelles Kunst.

Das Buch und ich sind gerade dabei, Freundschaft zu schließen. ich bin gespannt, ob es mich immer noch mag, wenn ich mit ihm fertig bin.

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Aufgabe gelöst: Schwarzer Kaffee in einem Buch. ich ahbe ein Buch mit Kaffee bekleckert. Und es wird noch schlimmer kommen. Bleibt dran, wenn ich weiter meine kreativ-chaotische Ader mit meinem neuen Freund, dem Ausfüllbuch, auslebe!

Kater der Woche: Die 16-Pfoten-WG

kater_klein Hallo liebe Katerfreunde,

in den kommenden Beiträgen stelle ich euch nach und nach meine tierischen Mitbewohner vor. Inzwischen sind wie hier nämlich eine schnurrende 16-Pfoten-WG, sehr zur Freude unserer Menschen. Wenn ihr geglaubt habt, dass schon ein Kater genug haart, Katzenstreu verteilt und frisst, dann lasst euch gesagt sein, das ganze steigt mit steigender Anzahl nicht linear an, sondern exponentiell. Sagt zumindest mein Mensch.

Also. Fangen wir doch mal an mit den tierischen Mitbewohnern. Und da ich ein höfliches Katertier bin, natürlich: Ladies first.

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Diese hübsche Lady ist Cassiopeia, genannt „Katzi“ oder auch „Robbe“. Ein Katzentier, auf das die Beschreibung „die ist nicht dick, das ist alles nur Fell“ auf jeden Fall zutrifft. Ich sollte mich hüten, etwas anderes zu sagen, denn sie sitzt gerade neben mir, und für eine Dame hat sie einen sehr ausgeprägten rechten Haken. Vielleicht war sie in einem ihrer früheren Leben mal Preisboxer. Wenn sie nicht schläft oder frisst, kuschelt sie vermutlich mit einem unserer Menschen. Denn dafür sind Menschen ja da. Sie liebt es, fernzusehen, wird zur Furie, wenn es frisches Rindfleisch gibt (eine Leidenschaft, die sie mit unserem männlichen Menschen teilt), und sie ist ein kleines Bisschen bekloppt. Aber sind wir das nicht irgendwo alle? Haben wir nicht alle unsere Macken, Ecken und Kanten, und mögen uns unsere wahren Freunde nicht gerade deswegen?

Macht es wie Cassi – scheut euch nicht, eure Ecken und Kanten zu zeigen. Hört auf, euch zu verstellen, zu verbiegen und vor allem, hört auf, zu versuchen, anderen zu gefallen. Gefallen müsst ihr nur euch selbst. Die, die euch lieben, nehmen euch so, wie ihr seid!

*schwenkt eine Fahne für mehr Individualität und Akzeptanz*

Das
Katertier

 

 

Erwählte des Zwielichts 61

Ary-Beitragsbild-Zwielicht (1) III

Sie erreichten die Ruinen von Telava nach fünf Nächten aufreibender Gewaltmärsche. Zuerst hatten sie geflucht, dann geseufzt und schließlich geschwiegen, denn so, wie Tayara und die anderen Generäle sie vorantrieben, hatten sie bald keinen Atem mehr, um ihrem Ärger Luft zu machen. Als sie am frühen Morgen der fünften Nacht in die Ruinenstadt einmarschierten, war Malika sicher, dass sie einschlafen würde, sobald sie stehenblieb. Ihre Füße schmerzten, sie hatte Durst, und ihr Magen war nicht der einzige, der vernehmlich knurrte. Die Pausen, die die Generäle ihnen auf dem Marsch gegönnt hatten, hatten nicht gereicht, um jagen zu gehen und etwas Vernünftiges zu kochen. Die letzten Nächte hatten sie von Wegebrotresten, fadem Trockenfleisch und im Vorübergehen von Büschen und Bäumen gerissenen Früchten gelebt. Malika gierte nach frischem Fleisch. Am besten leicht angebraten und innen noch blutig, aber hätte ihr jetzt jemand einen Streifen rohes Rehfleisch unter die Nase gehalten, sie hätte es hier und jetzt verschlungen, ohne über ein Kochfeuer auch nur nachzudenken.
Liandras schloss zu ihr auf. „Verdammt, meine Füße.“
Sie nickte. „Ich bin tot, ich bin nur noch nicht umgefallen … Götter, ich kann nicht mehr. Wenn wir jetzt überfallen werden, haben die leichtes Spiel mit uns, wir sind alle vollkommen fertig.“
Der Tross kam zum Halten, und alles sammelte sich auf dem weiten Marktplatz der Stadt. Tayaras Stimme donnerte über das versammelte Heer: „Kundschafter – ausschwärmen und sichern. Soldaten – Lager errichten. Nutzt noch bewohnbare Häuser oder schlagt Zelte auf. Errichtet eine Küche und Latrinen. Wir werden eine Weile bleiben und ausruhen. Stellt Wachen ab. Ich will Patrouillen auf den Mauerresten und um die Stadt herum. Tag und Nacht. Sorgt dafür, und dann ruht euch aus. Kundschafter Liandras – morgen Abend will ich deine Truppe in meinem Zelt sehen.“
Malika unterdrückte ein Stöhnen und rollte die Augen. Ausschwärmen? Stadt sichern? Tayara musste verrückt geworden sein. Sie war doch selbst marschiert. Wie konnte sie noch so verdammt ausgeruht sein? Weiterlesen →

Kater der Woche: Erinnerungen

Hallo ihr Lieben,

da bin ich nach langer Zeit mal wieder, euer Katertier.

Im Februar bin ich ganze sechs Jahre alt geworden, und im Mai lebe ich nun schon diese sechs Jahre bei meinen Menschen. Zeit, ein bisschen Rückschau zu halten. Mit sechs Jahren ist man zwar noch ein Kater in den besten selbigen, aber trotzdem – ein paar Erinnerungen möchten mein Mensch und ich mit euch Katerfreunden teilen.

Erst mal: ich bin ein echter Adeliger. Ein „von“ und „zu“. Kater zu Kuhstall von der Straße. Ein echter Streuner, ein „Wildfang“ im wahrsten Sinne des Wortes. Aus dem Stall zur Pflegestelle und von der Pflegestelle im fernen Ruhrgebiet ins schöne Ostfriesland. Das haben meine Menschen wirklich gut gemacht, finde ich. Ich fühle mich sehr wohl hier.

IMG_1575_(640_x_480) Seht mal – da war ich gerade süße drei Monate alt. Hach, ich muss mich ja selber loben, ich war schon ein niedlicher kleiner Kerl. Und ich hatte den Schädel voller Unfug. Im zarten Alter von 5 Monaten fiel ich in die Badewanne und stellte fest, dass Wasser a) nass ist und b) komisch schmeckt, wenn ein Mensch dringesessen hat. Also merkt es such, liebe Mitkatzen: trinkt das Badewasser, bevor sich ein Mensch reinsetzt. Wasser mit Mensch schmeckt nicht.

Mit einem halben Jahr durfte ich das erste Mal in den Garten. Hui, das war ein Spaß! Leider beschlossen meine Menschen irgendwann, dass es doch zu gefährlich ist, mich rauszulassen. Umso glücklicher war ich über die neue Wohnung mit dem Balkon. Aber das hatten wir schon.

 

IMG_1712_(800_x_600) Da bin ich schon über ein Jahr alt und reiche meinem Menschen die Pfote. Das tue ich immer noch gern. Sie hat es aber auch irgendwie mit meinen Pfoten, sagt, die sähen aus wie Lakritze oder sowas, und dass sie am liebsten reinbeißen würde. Reinbeißen! In meine Pfoten! Ts. Also wirklich, wo bleibt denn da ihre Würde, von meiner mal ganz zu schweigen? Außerdem, ich gebe es ungern zu, habe ich Käsefüße. Wirklich. Kommt gern vorbei und riecht dran. Nicht? Auch gut.

Mein Mensch sagt, ich sei ein Schnurrer. Damit hat sie vollkommen Recht. Gibt es denn auch ein schöneres Geräusch auf dieser Welt, als das Schnurren einer Katze? Gäbe es das nicht, ich würde es erfinden, dieses leise Grollen und Rollen in meiner Kehle, das mir selbst und anderen so viel Wohlbehagen bereitet. Oh ja, es ist gut, ein Kater zu sein. Ich habe keinen Beruf, ich verdiene kein Geld, ich bin nicht reich, und doch gebe ich mit vollen Pfoten von dem, was ich im Überfluss in mir trage: Schnurren und Liebe. Und das danken mir meine Menschen mit Streicheleinheiten, Geduld, gutem Essen, einem warmem Platz im Bett oder auf dem Sofa und ebenfalls ganz viel Liebe. So ein Katerleben ist schon was Feines.

IMG_4738_(640_x_480) Ja – und das bin ich jetzt. Klein, stark, schwarz. Äh, nein, ich bin kein Espresso. Also nochmal. Groß, stattlich, schnurrig, kuschelig und sehr flauschig. Ich hinterlasse Flusen und habe noch immer Flausen im Kopf, spiele wie ein Kätzchen und liege herum und schlafe wie ein hundertjähriger Kater. Bin ich alt? Bin ich jung? Wer weiß denn schon, wie viele Leben ich schon gelebt habe von den Sieben, die wir Katzen so mit uns herumtragen?

Wollt ihr wissen, wie alt ich bin? Wie alt eure Katze ist? Dann sehr ihr in die Augen und beobachtet sie, wenn sie einfach dasitzt und aussieht, als würde ihr Blick ins Leere gehen. Nein, sie blickt nicht ins Leere, lasst euch das von einem erfahrenen Kater in den besten Jahren gesagt sein. Sie sieht in ihr Inneres und sinnt nach über ihre gelebten und noch zu durchreisenden Leben. Denn was ist das Leben denn anderes als eine lange, aufregende Reise voller Überraschungen?

Ich freue mich schon jetzt auf den kommenden Tag und träume ihm schnurrend entgegen.

Und ihr?

Träumt. Schnurrt. Lebt. Für den Augenblick.

Euer
Katertier

Kater der Woche: Ups! Total vergessen!

kater_klein Hallo, liebe Lesende! Da bin ich wieder, euer Katertier – mit ganzen zwei Tagen Verspätung. Das tut mir leid! Mein Mensch und ich hatten so viel um die Ohren, dass wir beide es schlichtweg vergessen haben, uns am Montag zu melden, wie immer. Denn: Montag ist Katertag. Eigentlich. Asche und Katzenstreu auf unsere Häupter.

So. das reicht nun aber auch mit dem schlechten Gewissen. Kennt ihr das eigentlich auch? Dieses dumme kleine schlechte Gewissen, das sich immer wieder meldet? Diese Schuldgefühle, die wie Mäuse am Käse beharrlich weiternagen, obwohl „Bitte entschuldige, verzeih mir“ gesagt und der andere „Aber klar doch – kann passieren, aber wir sind und bleiben doch Freunde!“ gesagt hat? Ich möchte euch gern ein wenig von meiner kätzischen Gelassenheit geben und euch raten: lasst es gut sein.
Wenn der Fehler erkannt, um Verzeihung gebeten und verziehen wurde, dann lasst es dabei und gebt dem Gras die Gelegenheit, gemächlich über alles zu wachsen. Denn vergangene Fehler immer wieder aufzukochen, zermürbt auf Dauer und macht bitter.
Jemand sagt dir: ich verzeihe dir!
Dann nimm es an und freu dich darüber, dass die ganze dumme Sache aus der Welt ist!

In diesem Sinne – ich gehe davon aus, dass ich es mir nicht übel nehmt, dass ich mich verspätet habe udn verbleibe bis kommenden Montag

Euer schnurrendes
Katertier

Mal wieder Zentangle: Mustermixer #18

kreativ_zentangle Eine meiner anderen kreativen Adern lebt sich mal wieder aus: ich habe viel zu lange nicht getangled. Erst beim Tanglen fiel mir auf, wie sehr mir das gefehlt hat. Also: ab jetzt mal wieder öfter. Und gleich wieder richtig in die Vollen: mit der Mustermixerchallenge von Freude mit Zentangle. Die zu mixenden Muster: Paradox und Auraknot. Das Ergebnis ist ein Entwurf für eine Grußkarte mit Tanglemotiv. Ein Klick vergrößert das Bild.

 

 

mixer18

 

Erwählte des Zwielichts 60

Ary-Beitragsbild-Zwielicht (1) Niemand schien sich darüber zu wundern, dass die vier Kundschafter unter sich blieben. Malika war erleichtert darüber, dass die anderen Soldaten und Kundschaftertruppen sie in Ruhe ließen. So war es leichter, über die Dinge zu reden, die sie am Abend noch nur mit Liandras hatte teilen wollen. Sie wartete, bis alle vom Essenfassen zurück waren, dann zog sie die Ledertasche hervor und begann, Javarons Aufzeichnungen herauszuholen, als letztes das uralte, schwarze Buch aus dem doppelten Boden seiner Reisetruhe.
Nidhan zog die Brauen zusammen. „Was ist das?“
„Bücher, die Javaron gehört haben. Er hatte mir an seinem letzten Tag gesagt, dass er mir … Dinge über die Ni-Thi-Yanara erzählen würde. Aber er kam nicht mehr dazu, weil er vorher starb. Also habe ich mir mit Liendras Hilfe die Aufzeichnungen geholt, die er bei sich hatte.“
„Was haben diese Ni-Thi-Yanara mit der Schlacht zu tun?“ Dirian kratzte mit seinem Dolch den Schmutz unter seinen Nägeln hervor. „Ich dachte, damit wollten wir nichts zu schaffen haben.“
„Will ich auch nicht“, sagte Malika. „Aber anscheinend sind sie der Schlüssel. Oder das, was damals mit ihnen passiert ist. Als sie verschwanden, weil man ihre Götter vernichten wollte. Wer auch immer ‚man‘ war. Ich glaube, jemand will nicht, dass es ein Volk gibt, das sowohl Licht als auch Dunkel in sich trägt. Wir können die Nithyara ignorieren, wir müssen nichts mit ihnen zu schaffen haben, und da sie sich nicht mehr einmischen, können wir doch einfach so tun, als gäbe es sie nicht. Aber anscheinend ist es so einfach nicht. Sie sind wieder da, und jemand weiß davon. Jemand, der nicht wollte, dass Javaron mir von den allerersten Ni-Thi-Yanara berichtet. Jemand, der nicht will, dass ans Licht kommt, was damals passiert ist.“
Dirian schüttelte den Kopf. „Mich würde eher interessieren, wie Tayara und die anderen es geschafft haben, so viele Lichtlinge zu vernichten und dabei so gut wie ohne Verluste vom Schlachtfeld zu gehen.“
„Ich glaube wie Malika“, sagte Liandras, „dass das eine mit dem anderen zusammenhängt. Zeig uns die Bücher, Mal. Sehen wir einmal, was unser Chronist geschrieben hat.“
Malika reichte die Bücher herum, das Schwarze behielt sie selbst in den Händen. Noch schlug sie es nicht auf. Sie wartete.
„Das hier sind Aufzeichnungen der letzten Wochen“, sagte Liandras, nachdem er rasch die Ledermappe mit den losen Blättern durchgesehen hatte. „Die Aufzeichnungen beginnen vor einem halben Jahr und enden vor einer Woche. Kriegsberichte. Rekrutierungen, Schlachtpläne, Verluste. Das liest sich eher wie Listen als wie eine Chronik.“
„Das hier ist Javarons Tagebuch.“ Nidhan legte ein Buch aufgeschlagen in die Mitte ihre Kreises. Im Feuerschein schimmerte Javarons winzige Handschrift. Die letzte Seite endete mit einem Bericht über Tayaras letzte Schlacht. Malika glaubte, Javarons Stimme zu hören, als sie seine Worte las.

Ich kann mich nicht erinnern, jemals so ein Unwetter erlebt zu haben. Der Himmel verdunkelte sich, Wolken schoben sich vor die Sonne und tranken ihre Strahlen, verwandelten Helligkeit in Schatten und unseren größten Nachteil in einen kleinen Vorteil gegen die Krieger des Lichtes. Die Luft schmeckte seltsam, so, als würde Metall brennen. Sie ließ Funken in unserem Haar knistern. Der Wind, der in der Dämmerung noch frisch geweht hatte, schwieg jetzt. Ich hörte das Schnauben der Pferde beider Seiten, Schritte, dann das Klirren, mit dem Schwert auf Schwert trifft. Das Sirren von Pfeilen in der Luft. Rufe. Schreie. Und dann kam der Donner. Das Krachen ließ mich beinahe taub werden, und die Blitze, die gleich darauf den Himmel zerrissen, waren so gleißend hell, dass ich glaubte, für einen Moment blind zu sein.
Bevor mich der Pfeil streifte, sah ich noch, wie die Lichtlinge fielen. Sie erstarrten mitten in der Bewegung, ich sah, wie sie die Münder aufrissen, aber ich hörte keine Schreie. Ihre Augen waren geweitet. Ich sah es, denn der, der mich erschlagen wollte, stand so nah vor mir, dass ich seinen Atem auf dem Gesicht fühlen konnte. Er wollte nach mir schlagen, aber er tat es nicht mehr. Er erstarrte, wie alle anderen auch. Und der Blick seiner tiefschwarzen Augen wird mich bis ins Grab verfolgen.

„Götter, ich hoffe, sein Todesschlaf ist nicht durchzogen von diesen Bildern.“ Malikas Magen zog sich zusammen bei Javarons letzten Worten.
„Das klingt wie Zauberei“, murmelte Nidhan, „wie dunkelste Zauberei, vor der sich selbst unsere Magier scheuen sollten.“
„Sie waren es nicht. Javaron hat es mir versichert, bevor er starb, und auch Iendra. Wir hatten nur noch drei Magier. Sie hätten das niemals vollbringen können!“
„Nicht allein“, stimmte Liandras zu. „Aber wenn sie Hilfe hatten … wenn Tayara tatsächlich gebetet hat, wie sie mir versicherte …“
„Gebetet – aber zu wem? Welche Gottheit antwortet auf so eine Weise? Welche antwortet überhaupt noch?“ Nidhan klappte das Buch zu.
„Die der Ni Thi-Yanara, wenn man den anderen glauben darf“, murmelte Malika. „Und vielleicht auch die, die diese Götter tot sehen wollen. Wer kann das Verschwinden anderer Götter mehr wollen, als wieder andere Götter, die ihre Macht in Gefahr sehen?“
Dirian schnaubte. „Das ist mir zu hoch. Es klingt, als seien die Götter auch nicht anders als wir. Kriege, Intrigen, Machtspielchen? Ist das nicht ein wenig unter der Würde eines Gottes?“
Liandras lächelte bitter. „Und was, wenn die Götter gar nicht so anders sind als ihre Geschöpfe? Was, wenn sie uns für ihre Pläne einnehmen und benutzen?“
„Jetzt klingst du wie Iloyon“, brummte Nidhan. „Das ist doch alles Unsinn. Was steht in deinem Buch, Mal?“
Malika schlug das kleine schwarze Buch behutsam auf. Die Seiten und der brüchige Ledereinband knisterten unter ihren Fingern. Sie musste blinzeln. Javarons Handschrift war schon in seinen Aufzeichungen zum Krieg klein, hier war sie geradezu winzig, als hätte der Chronist versucht, möglichst viele Worte in dieses dünne Buch zu bannen. Sie suchte vergeblich nach einem Inhaltsverzeichnis, also blätterte sie wahllos und überflog die Überschriften. „Es sieht so aus, als hätte er Legenden gesammelt“, sagte sie schließlich. „Javaron hat das alles selbst aufgeschrieben, aber es ist nicht seinen Gedanken entsprungen und beruht nicht auf Dingen, die er erlebt hat. Ich weiß nicht, wann er angefangen hat, sich damit zu befassen, aber das sieht wirklich alt aus. Das sind … Märchen. An einiges davon erinnere ich mich. Meine Mutter erzählte mir diese Geschichten, als ich noch ein Kind war. Die Schlachten des Nachtkriegers. Die Geschichte vom Nachtkrieger und der Todesherrin, und wie sie gemeinsam die Flamme der Heilung schufen.“ Malika blätterte weiter. „Aber da ist auch einiges, von dem ich noch nie etwas gehört habe. Hier geht es um die Ni-Thi-Yanara und ihre seltsamen Götter. Den Nachtschatten und die Sternenherrin. Und um einen Erzfeind dieser Götter. Um einen Kreislauf, der immer wieder neu beginnt. Ein Rad aus Licht und Dunkelheit. Es geht um Völker des Lichtes und der Dunkelheit, die sich bekriegen. Immer wieder. Es ist ein Krieg, der nie endet und …“ Malika ließ das Buch sinken.