Erwählte des Zwielichts 78

Ary-Beitragsbild-Zwielicht (1)Sie beugte sich über ihn. „Ich weiß“, sagte sie sanft in sein zerfetztes Ohr, dann legte sie die Hände auf seine Brust und ließ ihre Heilkraft fließen. Dunkle Flammen umloderten ihre Hände, als sie ihr Tun wie eine Heilung aussehen ließ, während unter ihren sanften Fingern Lucais Herz zu schlagen aufhörte.

Den verzweifelten Blick, den sie Varael zuwarf, musste sie nicht spielen. „Er ist gegangen…“

„Und Shin? Was ist mit Shin?“

Iendra beugte sich über Shinyenna und strich über das schweißnasse Haar, das ihr in die Stirn gefallen war. Die Herrführerin sah sie an, einen Moment wurden ihre violetten Iriden sehr klar. „Iendra“, hauchte sie.

„Ich bin hier, General.“

Shinyenna lächelte. „Tu das auch für mich“, hauchte sie, „es tut so weh … Dämonen… körperlos … Schatten und Feuer … Tayara ….“

„Shhht, ich weiß.“ Sie sah auf. „General Varael, sie will Tayara sehen. Und ich weiß nicht, ob ich sie noch lange am Leben halten kann. Sie hat entsetzliche Schmerzen. Ich kann das, was ihre Beine zerfrisst, nicht aufhalten.“

Varaels Lippen wurden zu einem dünnen Strich. „Halte sie am Leben, bis wir wieder da sind.“

Iendra nickte Varael zu, wandte sich aber sofort wieder Shinyenna zu, nachdem Varael weg war. „Verrat?“ flüsterte sie. Shinyenna nickte mit geschlossenen Augen. „Schatten … Feuer … sie tun nur so, als seien sie auch angegriffen worden … warne die anderen … wenn sie Tayara folgen, werden sie alle sterben. Sie werden sterben…“

„Ruhig… ich tue, was ich kann.“

Shinyenna versuchte zu lächeln, sie hustete und krümmte sich, als ein Schwall Blut aus ihrer Nase schoss. „Schmerzen …“

Sanft drückte Iendra sie wieder auf ihr Lager zurück. „Ich helfe dir“, raunte sie und berührte Shinyennas Brust. Tränen rannen über ihr Gesicht, als sie auch Shinyennas Herz zum Stillstand brachte.

Die Erschöpfung, die sie zur Schau trug, als Varael mit Tayara zurückkam, musste Iendra nicht spielen. Sie war müde, verstand nicht, was hier geschah, wollte es auch gar nicht verstehen. Sie wusste nur, hier konnte und durfte sie nicht bleiben. Liandras und Malika hatten Recht – die einzigen, die gegen die erweckte finstere Göttin eine Hilfe sein konnten, waren Iloyon und seine neuen Verbündeten.

„Ihr seid zu spät“, stieß sie hervor, als Tayara sie ansah, „ich konnte ihnen nicht mehr helfen, ihre Wunden waren zu schwer.“

Tayara nickte mit zusammengebissenen Zähnen. „Geh zurück ins Lazarett, Heilerin, und versuche, dort zu retten, was zu retten ist. Und sag mir, hast du etwas von Liandras‘ Truppe gehört?“

Iendra ließ den Kopf müde hängen. „Nein, General. Sie müssen noch unterwegs sein, im Lazarett sind sie jedenfalls nicht… ich bin mir sicher, sie werden sich melden, sobald sie zurücksind.“

„Ganz sicher.“ Tayaras Stimme klang wie ein Schnurren, während Varael kalt in den Korridor brüllte, dass jemand kommen und die Leichen wegräumen sollte. Iendra wusste, dass am nächsten Abend Scheiterhaufen brennen würden. Für tapfere Heerführer, die mutig gegen Dämonen gekämpft hatten. Von unschuldigen Opfern düsterer Mächte. Und sie wusste, dass Tayara innerlich triumphierte und zu Khadiss betete. Sie stand auf du verließ langsam und mit schleppenden Schritten den Tempel. Im Lazarett rief sie ihre engsten Vertrauten zusammen.

„In der nächsten Zeit werden sich in dieser Truppe wahrscheinlich einige Dinge ändern“, begann sie, „denn heute Nacht sind die Heerführer Shinyenna und Lucai bei einem Dämonenangriff zu Tode gekommen. Niemand weiß, woher die Dämonen so plötzlich kamen, oder warum sie es ausgerechnet auf das Hauptquartier der Heerführer abgesehen hatten. Aber ich bin mir sicher, dass das alles nicht mit rechten Dingen zugegangen ist. Ich möchte, dass ihr die Augen aufhaltet, Ungewöhnliches bemerkt und auf eure Kameraden und die Soldaten achtgebt. Lernt, rüstete euch aus, so gut ihr könnt, schaut lieber einmal zu oft hin, wenn euch etwas seltsam vorkommt, als einmal zu wenig. Ich möchte, dass ihr für alles, was kommt, gerüstet seid. Öffnet eure Augen und Ohren, aber noch mehr solltet ihr eure Sinne öffnen und auf eure Herzen hören.“

„Du sprichst in Rätseln, Iendra“, beschwerte sich Heiler Alvion, „was willst du uns sagen?“

„Dass ihr vorsichtig sein sollt. Und jetzt geht wieder an eure Arbeit, wir werden gleich eine größere Gruppe verwundeter Soldaten mit Verätzungen und Verbrennungen bekommen. Die Dämonen waren nicht zimperlich zu denen, die versucht haben, unsere Heerführer zu schützen.“

Iendra danke den Göttern dafür, dass tatsächlich nur einen Lidschlag später die Verwundeten gebracht wurden und sich alle Heiler und Gehilfen auf ihre Arbeit stürzten. Iendra half mit, so gut sie konnte, doch als sie merkte, dass ihre Leute allein zurechtkamen, zog sie sich unter dem Vorwand, erschöpft zu sein, zurück. Niemand hielt sie auf, immerhin wussten inzwischen alle, dass sie versucht hatte, den tödlich verwundeten Anführern zu helfen – und versagt hatte. Im Schutz der beginnenden Dämmerung schlich sie sich in ihre Kammer, packte kurz entschlossen ihren Rucksack und schlich zurück zu Liandras‘ Quartier.

 

Erwählte des Zwielichts 77

Ary-Beitragsbild-Zwielicht (1)In einiger Entfernung sah sie Flammen züngeln und Rauch in den Himmel aufsteigen, ein beißender Geruch lag im Wind, der Rufe und Schreie mit sich trug. Sie schauderte. Noch mehr hing in der Luft als nur ein seltsamer Gestank und der Lärm, Iendra konnte es nicht ausmachen, aber es zerrte an ihrer Gabe, Auren zu sehen, und als sie sich konzentrierte, zeigte ihre Sicht ihr nichts als finstertes Schwarz.

„Verdammt“, murmelte sie und begann zu laufen, immer in die Richtung, aus der sie die Flammen schimmern sah, und wohin auch schon andere unterwegs waren. Immer mehr Soldatinnen und Krieger rannten an ihr vorbei, und Iendra schloss sich dem Strom an. Fragen huschten an ihren Ohren vorbei, sie blickte in geweitete Augen, verwirrte Gesichter, sah blankgezogene Waffen, hörte Alarmrufe. Ein Angriff?

„Was ist passiert?“ rief sie einem an ihr vorbeihastenden Unteroffizier zu, den sich schon einige Male in Varaels Kielwasser gesehen hatte. „Angeblich gab es einen Angriff auf das Quartier der Generäle“, keuchte er im Laufen, „anscheinend waren es Dämonen…“

„Dämonen.“ Iendra lief weiter. Ihr wurde schlecht, sie ahnte, was sie sehen würde, als ihr Weg sie immer näher an die von den Heerführern besetzte Tempelanlage führte. Einer der Türme brannte. Jetzt erst sah Iendra, dass sie Flammen, die sie aus der Ferne nur hell hatte flackern sehen, eine eigenartig kränkliche grünliche Farbe hatten und ganz offensichtlich diesen beißenden Gestank verursachten. Vor dem Zugang der Anlage schimmerte der Boden feucht von Blut. Die Wachen lagen am Boden. Jetzt würgte Iendra wirklich: die Wachen waren bis zur Unkenntlichkeit verbrannt. Und da lagen noch mehr Gestalten am Boden, zusammengekrümmt, wie mit beißender Säure übergossen, tot. Im Tempeltor stand Tayara, ihr Umhang wehte im Wind, blähte sich um sie, machte sie zu einer Kriegsgöttin. Schrammen wie von Klauen zogen sich über ihr Gesicht. Die Klinge in ihrer Hand glänzte von Blut. Neben ihr traten Soldaten aus dem Tempel, gefolgt von Varael und Durnin. Sie brüllte Befehle, jemand rief nach einem Heiler. Iendra schluckte ihre Furcht hinunter und trat vor. „Ich bin hier!“

„Zu mir, Heilerin! Ihr anderen – ausschwärmen, durchkämmt die Stadt, bringt mir die, die das getan haben!“ Ihre Stimme überschlug sich beinahe, und als Iendra nähertrat, sah sie das fast irre Funkeln in ihren Augen. Sie salutierte. „General, hier bin ich. Was ist passiert?“

„Lucai“, sagte sie knapp, „Shinyenna. Geh mit Varael.“

„General, Euer Gesicht…?“

„Nicht wichtig“, schnappte Tayara, „nur Kratzer. Shinyenna und Lucai brauchen dich.“

„Komm mit, Heilerin.“ Varael packte Iendra an der Schulter und stieß sie grob in den Korridor. Iendra taumelte, fing sich, folgte Varael, der mit schnellen Schritten vorausging. Iendra ging über geschwärzte Bodenfliesen, die irgendwann einmal weiß gewesen waren, vorbei an feuchten dunklen Flecken und weiteren zusammengekrümmt und verbrannt daliegenden Körpern. Der Gestank wurde immer schlimmer. Ihr Magen krampfte sich zusammen. Diese Dinger, die Tirac getötet hatten, waren hier gewesen. Tirac, den Tayara als Unfall bezeichnet hatte. Diese Dinger, von denen Tayara wusste. Sie waren hier gewesen, hatten Soldaten massakriert und …

Varael war stehengeblieben und öffnete eine Tür. „Tu, was du tun kannst, Heilerin“, sagte er dumpf. Erst jetzt sah Iendra, dass seine linke Hand kraftlos herabhing und die dunkle Haut mit Brandblasen und blutigen offenen Wunden übersät war. Er schüttelte unwisch den Kopf, als sie die Finger anstarrte. Sie trat an ihm vorbei ins Zimmer.

Da lagen auf zwei notdürftig zusammengeschusterten Lagern Shinyenna und Lucai – oder das, was von ihnen übrig war. Lucais Gesicht war kaum mehr als eine blutige Masse, die Haut zur Unkenntlichkeit verätzt und verbrannt. Shinyenna lag leise wimmernd neben ihm. Da, wo einmal ihr rechter Arm gewesen war, befand sich nur noch ein notdürftig verbundener blutender Stumpf, und ihre Beine …

„Götter“, hauchte Iendra. Sie musste die Verletzten nur ansehen, um zu wissen, dass sie nichts mehr tun konnte, als ihnen Mohnsaft zu geben, damit sie die Schmerzen nicht mehr so sehr spürten. Dennoch kniete sie zwischen den Lagern nieder und legte ihre Hände über Lucais Gesicht. Seine blinden Augen starrten blicklos zu ihr auf. Iendra schluckte hart. Was einmal seine Lippen gewesen waren, bewegte sich, formte immer wieder ein Wort: Verrat.

 

Erwählte des Zwielichts 76

Ary-Beitragsbild-Zwielicht (1)

„Wir haben unterirdische Gänge gefunden. Unterirdische Hallen, hier unter der Stadt. Dort lagerten Dunkelelfen. Als wir uns noch fragten, was sie dort trieben und wie bei allen Göttern sie da hingekommen waren, stellten sie uns auch schon zur Rede. Sie nannten uns Spione und griffen uns an. Malika kannte einen von denen – er war anscheinend nur ein kleines Licht bei der Truppe, ein Wagenlenker. Aber wer wusste, dass Malika Javarons Sachen durchsucht hat. Er arbeitete für Tayara. Er hat Malika verraten – und damit auch dich.“

„Scheiße“, entfuhr es Iendra.

Liandras nickte. Vorsichtig schob er die Arme unter Malikas Körper. „Dirian und Nidhan sind tot“, sagte er leise, „wir konnten gerade noch so wegkommen. Malika erwähnte Iloyons Namen, bevor sie ohnmächtig wurde. Ich denke, sie will desertieren.“

„Nicht die dümmste aller Ideen“, knurrte Iendra. Sie schob Trümmer und Sand über das Blut, das überall auf dem Boden schimmerte. „Ich habe Tayara heute Nacht belauscht. Sie, Varael und Durnin sprachen von ‚Verborgenen‘, die unter der Stadt warten. Und sie erwähnten den Namen Khadiss.“

„Davon stand etwas in den Aufzeichnungen.“ Liandras erhob sich, schwankte kurz, dann stand er fest. „Komm mit zum Haus. Wenn Tayara wirklich Khadiss angerufen hat, dann stecken wir tiefer im Mist, als wir bisher angenommen haben, aber das würde auch den Ausgang dieser Schlacht erklären, nach der Javaron starb. Sie hat einen Pakt mit einer Gottheit geschlossen, die sogar unseren Vorfahren zu finster war. Wenn sie uns unter dem Banner der Khadiss in die Schlacht führt, dann … dann können wir am Ende nur verlieren. Sie ist nicht Nacht, Iendra. Sie ist Finsternis. Sie will mehr als nur auf dem Schlachtfeld vergossenes Blut. Khadiss will Seelen. Wer mit ihr einen Pakt schließt, wird selbst zu Finsternis.“

Iendra nickte. „Aber was sollen wir tun? Wir können nicht einfach zu Lucai und Shinyenna rennen und es ihnen erzählen, wie kleine Kinder, denen andere kleine Kinder die Puppen weggenommen haben.“

„Nein.“ Liandras holte tief Luft. „Wir gehen weg. Wir tun, was Malika will. Wir gehen und suchen Iloyon und schließen uns ihm an.“

„Das ist desertieren!“

„Ich weiß.“ Liandras bog in eine Seitengasse, um einer Kundschaftergruppe auszuweichen. Auf Umwegen führte er Iendra zu dem weißen Haus, in dem noch immer ihre Ausrüstung lag. Malika hatte inzwischen das Bewusstsein wieder vollständig verloren. Reglos hing sie in Liandras‘ Armen. Iendra huschte an ihm vorbei und öffnete die Tür zum Unterschlupf, spähte in das dunkle Zimmer, dann betrat sie es. Liandras folgte ihr, und sie schloss die Tür und lehnte sich dagegen. „Wirklich, Liandras? Weggehen? Einfach so? Und dass, nachdem du dich noch da draußen gegen Iloyon entschieden hast?“

Liandras ließ Malika auf eines ihrer Schlaflager sinken und deckte sie zu. „Als wir draußen waren, war noch alles anders.“ Er nahm Malikas Hand in seine und hauchte einen Kuss auf ihre schlaffen Finger. „Damals sah ich in Iloyon nur einen kriegsmüden Kommandanten, der andere Kriegsmüde um sich geschart hatte und einem Traum nachjagte. Dann sah ich einen Mann, der für fremde Götter bereit war, alles aufzugeben, was sein Leben bisher ausgemacht hatte. Das kam mir vor wie Verrat. Und jetzt muss ich dabei zusehen, wie auch unsere eigenen Heerführer unser Volk verraten. Wir sind dunkel. Wir dienen dennoch nicht den Dämonen der Finsternis.“

Iendra kniete sich neben ihn und tastete nach Malikas Pulsschlag. „Sie ist in keinem Zustand, in dem wir sie mitnehmen können“, sagte sie, und Liandras hob eine Braue. „Wir? Du kommst mit?“

Kam sie mit? Iendra schluckte das Würgen in ihrer Kehle mühsam hinunter. Sie wollte nicht an Tirac denken und an das, was ihn getötet hatte. An das, was Tayara beschwor, wenn sie Khadiss anrief. „Ich kann Tayara nicht mehr dienen“, sagte sie leise. „Ebensowenig Durnin und Varael. Shinyenna und Lucai …“ Sie zuckte mit den Achseln. „Wir können mit ihnen reden, aber werden sie uns zu –„ Sie hielt inne, als von draußen Schreie erklangen. „Was zum …?“

Liandras wollte sich erheben. „Ich gehe nachsehen.“

„Nein, du bleibst. Wenn Tayara da draußen ist und schon weiß, was in den unterirdischen Gängen passiert ist, bist du so gut wie tot. Wenn eine Heilerin da auftaucht, wo Alarmrufe erklingen, wird sich keiner etwas denken. Bereite alles vor. Ich will mit euch gehen, aber wenn ich es doch nicht kann, dann will ich euch wenigstens den Rücken freihalten. Ich komme wieder.“

„Iendra, sei vorsichtig!“

„Ich versuche es!“ Sie lächelte mit mehr Zuversicht, als sie in sich spürte, und verließ das Haus.

Der November wirft seine Schatten voraus…

yenyaab-avatar… und mit ihm der NaNoWriMo, dieser jährlich um sich greifende Schreibwahnsinn, der Hobbyautoren, Semiprofessionelle und Vollberufliche gleichermaßen infiziert und erwischt.

Worum es geht?

Schreibe einen Roman von mindestens 50.000 Wörtern Länge in 30 Tagen.

In diesem Jahr gehe ich zum neunten Mal an den Start. Bisher habe ich es jedes Mal geschafft, die 50.000 zu knacken – aber noch nie, den Roman wirklich zu beenden. Dieses Jahr ist es mein großes, unerreichbar erscheinendes Ziel, den November-Schreibwahnsinn mit dem Wort „Ende“ abzuschließen, um nicht noch eine halbe Romanleiche in der Schublade liegen zu haben.

Diesmal entführe ich meine Schnipselmitleser in eine mysteriöse Dschungelwelt und eine vor Leben, Kriminalität und nicht ganz so erlaubten Pflanzen pulsierende Großstadt, in der die elfenhaften, paranormal begabten Inayri Seite an Seite mit nicht ganz so paranormal begabten Menschen leben.

Und da ich ohne Plotten und Planen nicht in den November gehe, der brotjobtechnisch und freizeitstressmäßig leider recht arbeitsintensiv werden wird, gibt es auch schon einen Cast und einen … TA-Daaa! … Klappentext.
Um Licht in ein düsteres Familiengeheimnis zu bringen, verlässt der empathisch begabte Inayri Sanyiou (siehe Beitragsbild und Motivations-Cover) seine Heimat in den tiefen Wäldern von Abinia und zieht nach Cintra, der großen Handelsmetropole der Menschen Abinias, in der alle Fäden des Reiches zusammenlaufen. Nicht wissend, dass das Yenyaabkraut, das er bei sich trägt, um sich auf Reisen zu stärken, dort als gefährliches Rauschmittel gilt und verboten ist, gerät er prompt in Schwierigkeiten, in denen ihm der junge Arzt Revan wie ein Rettungsanker erscheint. Zum Dank für die Hilfe schließt sich Sanyiou Revan an, um ihm mit seinen empathischen Fähigkeiten in seiner Heiler-Praxis zu helfen. Doch da ist immer noch dieses dunkle Geheimnis, zu dessen Aufklärung Sanyiou ebenfalls seine Gaben nutzen muss. Als Sanyiou an der tödlichen „Gabenkrankheit“ erkrankt, eröffnet Revan ihm, dass er auf der Suche nach einem Heilmittel dagegen ist – und dazu das Yenyaabkraut benötigt. Und bald schon muss Sanyiou erkennen, dass Yenyaab nicht nur der Schlüssel zu seiner Heilung ist, sondern auch zu dem Geheimnis, das seine Familie so sorgsam hütet. Und dass er sich in Revan verliebt, macht die ganze Sache auch nicht einfacher.

Und es gibt sogar schon ein Motivations-Cover, erstellt aus Shutterstock-Bildern von der wunderbaren Sylvia Ludwig von Cover für Dich:
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Erwählte des Zwielichts 75

Ary-Beitragsbild-Zwielicht (1) „Lauf!“ hörte sie Liandras brüllen, der versuchte, sich zwei der fremden Krieger vom Hals zu halten. Auch Dirian kämpfte gegen zwei, und in das Lager unten kam Bewegung, die anderen hatten offensichtlich den Tumult gehört, den der Kampf verursachte. Trotzdem zögerte sie.
Was hätte Iloyon jetzt getan?
Malika rannte los, zerrte den Dolch aus dem Auge des toten Verräters und sprang mit einem lauten Schrei einen der Männer an, die Liandras bedrängten. Der Soldat strauchelte, fiel und stürzte in Liandras‘ Schwert. Gleichzeitig schrie Dirian auf. Für einen Moment war Liandras frei – und er packte Malikas Hand und rannte.
„Nein! Dirian …!“ Malika konnte nicht zurückblicken, zu sehr war sie damit beschäftigt, zu laufen und sich unter den Wurfsternen wegzuducken, die ihre Gegner ihnen im Lauf nachschickten.
„Er ist tot! Lauf, Mal, LAUF!“ Weiterlesen →

Erwählte des Zwielichts 74

Anmerkung: Dieser Bogbeitrag wird Ihnen zur Verfügung gestellt von Kater Inc. Blogbeitrags-Check. Definitiv katergeprüft.

Ary-Beitragsbild-Zwielicht (1) „Die Waffen runter!“ blaffte einer der Männer. Seine Stimme klang dumpf unter seinem Helm. „Macht schon, los, die Waffen runter. Seid brav, dann passiert euch nichts.“
„Vergesst es!“ Nidhan zuckte zurück, als einer der Krieger mit etwas mehr Nachdruck auf ihn zutrat und mit seinem Schwert Nidhans Klinge herunterdrücken wollte. Nidhan schrie wütend auf, riss sein Schwert hoch und rammte des dem Fremden in die Schulter, fast zeitgleich brüllte der Mann neben Nidhans Gegner auf und schoss auf Nidhan zu, dessen Augen sich vor Entsetzen weiteten, als sich eine Klinge in seinen Bauch bohrte.
„Scheiße!“ Malika riss sich von Liandras los und zog ihre Dolche, als sich zwei der Fremden auf Dirian stürzten, der panisch rückwärts stolperte und versuchte, sein Schwert zu ziehen. Drei andere kamen auf Malika und Liandras zu, die Klingen in ihren Händen glänzten mattschwarz. So viel stürzte auf Malika ein, dass sie kaum erfassen konnte, was sie da sah. Krieger in mattschwarzen Kettenrüstungen, schwarze Klingen, Helme, deren Visier die Gesichter verbarg. Rotglimmende Augen hinter Sehschlitzen, die Ahnung blasser Haut, in vertrauter Sprache gerufene Befehle – aber waren das wirklich Dunkelelfen?
„Verdammt, was soll das, wir sind Dunkelelfen wie ihr!“ Dirian stand inzwischen mit dem Rücken zur Wand, ein Schwert an der Kehle.
„Ergebt euch“, bellte der, der als Erster gesprochen hatte, wieder „die Waffen runter, oder ihr endet wie er, Eindringlinge!“ Der Blick des Kriegers schoss zu Nidhans regloser Gestalt. Neben dem toten Körper stand der Soldat, die Klinge gesenkt, Blut tropfte zäh von der Spitze auf den Boden.
Liandras schob sich vor Malika. Er behielt sein Schwert in der Hand, senkte aber die Spitze. „Erklärt Euch“, forderte er, „Ich bin Liandras, Kundschafter im Auftrag Tayaras. Wir wurden geschickt, diese Höhlen zu erforschen, und wir hatten nicht damit gerechnet, hier auf eine weitere Einheit zu stoßen. Wir sind Dunkelelfen wie ihr, wir sind keine Feinde!“ Weiterlesen →

Kater der Woche: Kater war mappelig

kater_klein Hallo ihr lieben Katerfreunde,
letzten Samstag ging es mir gar nicht gut. Mir war übel, ich musste dauernd spucken und wollte nicht kuscheln und schon gar nicht fressen. Buah.
Natürlich haben meine Menschen sich Sorgen gemacht und mich genau beobachtet, wichtige Telefonnummern rausgesucht und alles mögliche mit mir angestellt, um nachzusehen, ob ich was schlimmes habe oder ob mich nur so ein blöder Eintagesvirus heimsucht.

Schön war das nicht, aber ich möchte doch mal davon erzählen, damit ihr, wenn ihr Katzen habt und die vielleicht auch mal so in den Seilen hängen wie ich, wisst, was ihr in so einem Fall machen könnt. Denn es ist immer gut, schwerwiegendere Krankheiten schnell erkennen zu können, denn oft ist bei uns Katzen dann Eile geboten.
Also, was hat mein Mensch gemacht? Sie hat mir in die Augen geguckt und nachgesehen, ob meine Nickhäute vorgefallen sind. Sie hat mir ins Maul geschaut und einen Blick auf mein Zahnfleisch geworfen, nachgesehen, ob es gut durchblutet, zu blass oder zu rot ist.

Sie hat mich abgetastet und den „Nierentestgriff“ angewendet. Der ist doof, aber er zeigt gut an, ob meine Nieren in Ordnung sind (sind sie). Für diesen Griff tastete sie meine Wirbelsäule entlang bis zur Hüfte. Da liegen am Rücken in zwei weichen Mulden die Nieren. Und da hat sie mich hingezwackt. Es war nicht schön, aber es hat nicht wehgetan. Hätte es das, hätte sie mich umgehend eingepackt und zum Tierarzt geschleppt, denn mit Nierenproblemen ist bei uns Katzen und gerade bei Katern nicht zu spaßen.

Was sie mir erspart hat, ist das Fiebermessen. Aber zur Schnelluntersuchung gehört es eigentlich dazu.

Und wenn ihr diese kleinen Tricks und Kniffe kennt und bei euren Katzen anwenden könnt, dann könnt ihr euch schon mal ein bisschen selbst beruhigen, wenn es eurem Katzentier mal nicht so gut geht. Diese Tipps ersetzen natürlich keinen Tierarztbesuch.

Gute Gesundheit allen Katzenfreunden und Katzen!

Erwählte des Zwielichts 73

Ary-Beitragsbild-Zwielicht (1) Tayara lachte. Der raue laut jagte Iendra einen Schauer über den Rücken. „Um genau da zu verhindern. Ich weiß, dass Malika Bücher besitzt, die Javaron gehört haben. Ein sehr gesprächiges Vögelchen hat mir davon geflüstert. Der Mann ist wertvoll – unscheinbar genug, um so gut wie unsichtbar zu sein, aber mit einem ausgezeichneten Gehör und sehr guter Beobachtungsgabe gesegnet. Die Verborgenen kennen seine Qualitäten inzwischen auch – er ist bei ihnen und wartet auf unsere lieben Kundschafter. Das Problem des Chronisten ist gelöst, und unsere Verbündeten werden sich um Malika und ihre Freunde kümmern. Glaubt mir, ich habe alles unter Kontrolle. Die verborgenen sind vorbereitet und sie werden unsere übereifrigen Kundschafter aufhalten. Wenn sie erst einmal gesehen haben, was uns Khadiss bieten kann, werden auch sie wieder treu ergeben sein.“
Iendra zerknirschte einen Fluch zwischen den Zähnen. Jemand hatte Malika verraten – und damit vielleicht auch sie! Sie zitterte. Wer hatte gesehen, dass sie und Malika die Bücher genommen hatten? Verschwommen erinnerte sich Iendra an einen einfachen Soldaten, der ihnen die Kiste vom Wagen geworfen hatte. Hatte er beobachtet, was sie daraus genommen hatten? Iendra wurde schlecht. Ein Teil von ihr wollte fliehen, Malika suchen und sie warnen, aber sie wusste, dass sie die Kundschafter wahrscheinlich nicht finden würde. Sie biss die Zähne zusammen und kauerte sich tiefer in die Schatten. Weiterlesen →

Erwählte des Zwielichts 72

Ary-Beitragsbild-Zwielicht (1) Iendra kniff die Augen zu schmalen Schlitzen zusammen. Sie konnte aus dieser Höhe nicht erkennen, wer da herumschlich, aber Kundschafter auf Patrouille waren das ganz sicher nicht. Langsam schob sie sich auf dem Bauch liegend zurück zur Luke, ließ sich hinuntergleiten, bis ihre Füße die Treppenstufen fanden, und hastete die gewendelte Stiege so schnell sie konnte hinunter. Als sie außer Atem aus dem Turm trat, waren die Gestalten verschwunden. Iendra fluchte, folgte der Straße, in die sie die vermummten Gestalten hatte schleichen sehen, und sie hatte Glück. Gerade noch sah sie einen dunklen Umhangsaum hinter einer Ruine verschwinden und huschte hinterher; klein und leise wie eine Katze drückte sie sich zwischen Türrahmen und Trümmer. Iendra folgte ihnen bis zu einem halb eingestürzten Haus, durch dessen zerbrochenen Türrahmen sie sich ins Innere zwängten. Sie beobachtete das Gebäude einige Atemzüge lang, doch die beiden kamen nicht wieder. Das Herz klopfte Iendra bis zum Hals, als sie sich an eine wie ein lidloses Auge in die Nacht starrende Fensteröffnung heranschob. Gedämpft drangen Stimmen an ihre Ohren. Vorsichtig huschte sie noch näher und drückte sich unter den Sims. Die Stimmen klangen, als stünden die, die da sprachen, in einem Nebenzimmer, dennoch erkannte Iendra eine Stimme ganz deutlich, denn sie hatte sie an diesem Abend bereits gehört. Weiterlesen →

Ewählte des Zwielichts 71

Ary-Beitragsbild-Zwielicht (1)V

 

Iendra hatte Tiracs Leiche in einen kleinen Nebenraum bringen lassen. Sie wollte ungestört sein, wenn sie Tayara den Körper zeigte, auch wenn sie sich allein mit der Heerführerin und der grausigen Leiche in der winzigen Kammer mehr als nur ein wenig unwohl fühlte.

Tayara stand neben der Bahre, hatte die Arme vor der Brust verschränkt und blickte ohne ein Zeichen von Regung auf Tiracs zerschundenes Gesicht hinunter. Ihre Blicke folgten Iendras Bewegungen, als sie das Tuch ganz wegzog und offenbarte, was von dem Kundschafter noch übrig war. Tayara betrachtete den Körper schweigend. Ihr Gesicht war wie eine Maske aus Schnee. Weiß und kalt, ihre Augen spiegelten nicht einmal den Hauch eines Gefühls wieder.

Als würde sie einem Käfer, der in ihren Becher gefallen ist, dabei beobachten, wie er darin ersäuft.

Natürlich, Tayara hatte den Tod oft genug gesehen, aber dass sie so eisig war, so abschätzend den Blick über den Mann schweifen ließ, der einmal einer ihrer besten Kundschafter gewesen war, ließ Iendra innerlich schaudern.

„Ich habe genug gesehen, Heilerin. Die Leiche soll umgehend verbrannt werden, ohne viel Aufsehen. Niemand soll sie mehr sehen.“

„Ja, General.“

„Und jetzt will ich mit Khara sprechen.“

„Ich bringe dich zu ihr, aber ich kann dir nicht versprechen, dass sie in der Lage ist, klar zu antworten. Heute früh war sie noch ziemlich durcheinander.“

„Wir werden sehen.“

Iendra nickte, wartete, bis Tayara den Raum verlassen hatte und verschloss die Tür hinter sich, dann führte sie die Heerführerin zu Kharas Lager. Sie war nicht wenig überrascht, als sie Khara aufrecht sitzend im Bett vorfand, neben sich eine Schale mit Resten von Haferbrei und einen leeren Becher. Die Kundschafterin sah auf und machte Anstalten, die Beine von dem schmalen Feldbett zu schwingen.

„Khara, nein.“ Bestimmt drückte Iendra sie zurück auf das Lager. „Du solltest noch nicht aufstehen.“

„Oh doch! Ich muss Tirac sehen, und dann müssen wir zurück an diesen Ort und dieses Ding zur Strecke bringen. Wir müssen es vernichten, sonst greift es uns alle an! Wo eins davon ist, sind sicherlich auch mehrere! Bitte, Heilerin. Ich muss etwas tun, ich kann nicht einfach nur …“

„Das reicht, Kundschafterin.“ Tayara trat an das Lager, schob Iendra beiseite und setzte sich auf die Bettkante.

„General …“ Khara biss sich auf die Zunge.

„Tirac ist tot. Du kannst nichts mehr für ihn tun, und ich denke, das weißt du auch. Was immer ihn angegriffen hat, ist fort.“

Iendra musste sich auf die Zunge beißen, um Tayara nicht über den Mund zu fahren. Noch immer war sie vollkommen überrumpelt, weil die Generalin sie einfach so beiseite geschoben hatte, als sei sie nichts als eine einfache kleine Lazarettdienerin, und nicht die oberste Heilerin der Einheit. Und wie konnte Tayara einfach so behaupten, das Ding sei fort? Vielleicht waren da wirklich noch mehr. Iendra ballte die Hände zu Fäusten. Wut und Angst lieferten sich einen Kampf in ihrem Inneren, und sie fühlte die Wut von Atemzug zu Atemzug wilder werden. Verdammt, was war hier los? Sie blickte zu Tayara und fühlte Misstrauen in sich aufwallen – und noch etwas anderes, etwas, das sie nicht fassen, nicht deuten konnte. Etwas, das wie ein unsichtbarer Mantel um die Schultern der Heerführerin lag. Iendra schauderte unterdrückt. Weiterlesen →