Erwählte des Zwielichts 96

III

Flammenstern streckte sich auf seinen Fellen aus und seufzte, zufrieden, als sich Nebelstreif neben ihm niederließ und begann, ihn aus seinem Hemd zu schälen.

„Ich bin so froh, dass sie da sind“, sagte er, „auch wenn es mich unendlich traurig macht, dass wir Dirian und Nidhan verloren haben. Die alte Truppe ist wieder beisammen. In der kommenden Nacht werden wir für Dirian und Nidhan singen, auch wenn sie den Weg zur Sternengekrönten und zum Nachtschatten nicht gefunden haben. Ich bin mir sicher, sie wären mit den anderen gekommen, wenn sie noch am Leben gewesen wären.“

„Ganz sicher. Ich bin auch froh, dass sie da sind, sie haben mir genauso gefehlt wie dir. Und sie haben uns die Nachtschleicher gebracht.“ Nebelstreif kuschelte sich in Flammensterns Arme. „Sie sind so wunderschön. Und ich fühle, dass sie mit uns verbunden sind. Dass sie zu uns gehören.“

Flammenstern nickte. „Die Nachtschleicher werden kommen, wenn wir sie brauchen, wie Sternenkatze s gesagt hat. Aber wir werden sie auch jagen, ihr Fleisch essen und auf ihren Fellen ruhen und uns Kleidung daraus machen.“ Er streckte seine Hand aus. „Wegsucher, du bist zu weit weg, komm her.“

Wegsucher lachte leise, kroch näher, legte sich aber nicht hin, sondern blieb neben Flammenstern sitzen, die Arme um die Knie geschlungen und das Kinn daraufgestützt. Weiterlesen →

Erwählte des Zwielichts 95

Tatsächlich wurden sie mit lautem Jubel empfangen, als sie auf die Lichtung zwischen den Silberbäumen zurückkamen. Flammenstern und die anderen hatten sich am Wachfeuer versammelt, jetzt kam Flammenstern ihnen entgegen und umarmte sie einen nach dem anderen. „Jetzt seid ihr wirklich angekommen“, sagte er, und Erleichterung schwang in seiner Stimme mit. „Ich freue mich. Auch wenn über uns dunkle Wolken die Sterne verschleiern.“

„Die Sterne sind trotzdem da“, sagte Sternenkatze. „Wir sind Sternenkatze, Schattenlicht und Sturmklinge. Flammenstern, die Göttin hat mich … sie hat mich erwählt, ihre Priesterin zu sein.“

„Wir haben eine Priesterin!“ Nebelstreif klatschte in die Hände, auch die anderen ließen freudiges Gemurmel hören – nur Wegsucher hob eine Braue und verzog das Gesicht. „Sind wir nicht alle Kinder der Götter?“ warf er ein, „Wozu brauchen wir dann eine Priesterin?“

Nebelstreif knuffte ihn in die Seite. Sternauge sah ihn ernst an. „Sind wir nicht alle Kinder der Götter und kennen ihren Willen? Warum haben sie mich dann zur Seherin gemacht? Und können wir nicht alle mit Sternenfeuer heilen? Und doch sind Nebelstreif und Weitherz noch immer Heilerinnen. Und haben wir nicht mit dem Sternenfeuer alle eine Waffe in die Hand bekommen und können kämpfen? Dennoch haben wir immer noch die, die Krieger sein wollen und die, die sich den friedlicheren Aufgaben widmen. Und haben wir nicht alle die Magie der Sterne mit ihrem Feuer getrunken? Und doch ist Schattensang noch immer mehr Magier als wir alle“ Weiterlesen →

Erwählte des Zwielichts 94

Die Stimme klang in Malikas Gedanken, und dann, dann konnte sie sie sehen – die Nithyarafrau mit der Krone aus Abertausenden von Sternen, die Frau mit den schwarzen Augen voller Licht, die jetzt dort saß, wo eben noch Nebelstreif gewesen war. Hinter ihr erhob sich die Gestalt eines Mannes mit nachtschwarzem Haar, in dem Funken tanzten, Malika ertrank fast in seinen Augen, die schwarz waren wie der Nachthimmel und mit Wirbeln von Sternen angefüllt.

„Göttin …“, flüsterte sie, „Nachtschatten …“ Sie streckte die Hand aus, und die Göttin nahm sie. Heiß war ihre Berührung und kalt.

„Sei willkommen, Malika. Du bist durch das Feuer gegangen. Jetzt bist auch du ein Kind der Sterne. Wähle einen Namen.“

Einen Namen? Malikas Geist griff nach den ersten Worten, die ihr in den Kopf schossen. „Schattenlicht“, brachte sie hervor, und spürte, dass es richtig war. „Ich bin Schattenlicht.“

Die Göttin nickte. „Du wirst einen weiteren Namen in dir finden, aber der ist nur für dich.“ Sie berührte Malikas Stirn, dann ihre Brust, wo rasend ihr Herz schlug. Der zweite Name, der, der nur für sie bestimmt war, brannte sich in ihre Gedanken. Malika lächelte. Sie fühlte sich ganz. Zum ersten Mal in ihrem Leben fühlte sie sich ganz.

Noch einmal streifte die Hand der Göttin sie, dann berührte auch der Nachtschatten einmal sacht ihre Stirn, und für einen Moment lang umgab Malika, die jetzt Schattenlicht war, nichts als unendliche, sternendurchdrungene Dunkelheit.

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Erwählte des Zwielichts 93

Flammensterns Nithyara bildeten einen Kreis um den Steintisch. Nebelstreif ergriff Malikas Hand, Liandras legte seine Hand in Flammensterns, und Iendra ging Seite an Seite mit Weitherz. Als sie an den Tisch traten, bemerkte Malika weitere Schatten, die aus dem Wald auf die Lichtung huschten. Vierbeinige Schatten mit dunklem Fell, einige von ihnen mit gewundenen Hörnern auf den mächtigen Schädeln.

„Die Nachtschleicher“, raunte Flammenstern, „sie sind wiedergekommen.“

„Sie wollen zusehen“, sagte Iendra leise. „Du hast es richtig erkannt, Flammenstern. Sie gehören zu euch. Und bald auch zu uns.“ Sie sah den Steintisch an und streckte fast sehnsüchtig eine Hand danach aus.

Am Steintisch stellten sich Flammenstern, Nebelstreif und Weitherz vor Malika und ihre Gefährten. Wie eine Stimme sprachen sie und stellten eine Frage: „Wollt ihr weitergehen durch das Sternenfeuer, ablegen was war, und neu geboren werden aus Flammen, Schmerz und Verlangen?“

„Ich habe nie etwas mehr gewollt“, sagte Iendra.

Malika fasste Liandras‘ Hand und nickte ihm zu. „Wir wollen es auch“, sagten sie gemeinsam.

Flammenstern neigte den Kopf. „Dann seid willkommen im Hain der Götter und nehmt ihre Gabe durch unsere Hände. Legt eure Kleider ab.“ Weiterlesen →

Monatsrückblick: Februar/März

Da gehen sie hin, die guten Vorsätze, und der Monatsrückblick für den Februar ist einfach den Bach runtergegangen und wurde vergessen.  Darum nun ein Rückblick auf beide Monate, in denen tatsächlich einiges passiert ist.

Tina hat gelesen und zum Teil auch rezensiert. Um diese Exemplare ist der Stapel ungelesener Bücher kleiner geworden:

Lonna Haden: Der Krähenwolf
E.T.A, Hoffmann: Nussknacker und Mausekönig (genau das Richtige für die Weihnachtszeit!)
Helen B. Kraft: Der Duft des Sturms*
Katharina Seck: Die silberne Königin*
Alana Falk: Sternensturm –das Herz der Quelle*
Leann Porter: Die Fährte der Wandler*
Kai Meyer: Die Krone der Sterne*

Unter „Rezensionen“ findet ihr zu den mit einem * gekennzeichneten Büchern auch meine ganz persönliche Meinung dazu.

 

Tina hat geschrieben:
Der Nithyara-Völkerroman „Erwählte des Zwielichts“ geht langsam in den Endspurt und wird sich auch noch eine Weile in kleinen Häppchen hier im Blog einfinden. Es befinden sich bereits einige Ideen in der Pipeline, was nach dem Wörtchen „Ende“ mit dem Manuskript passieren soll.

 

 

Tina hat überarbeitet:
NaNoWriMo-Altlast aus 2013 unter dem Titel „Die rote Tür“ kam zurück von einer strengen Beta-Tour durch Helen B. Kraft und wurde einmal kräftig aufpoliert, um sich dann in Form von Exposé und Leseprobe zu einem ganz neuen Stern am Kleinverlagshimmel aufzumachen. Jetzt sitze ich am Lektorat und freue mich über den Vertrag vom Traumtänzer-Verlag.

Das Lektorat für den tierischen Fantasy-Roman „Roms Katzen“  ist durch, und einem Erscheinen dieses flauschigen Buches im Mai beim Verlag Ohneohren steht nichts mehr im Wege. Ich freue mich schon sehr darauf, auch diesen in einem NaNoWriMo entstandenen Roman bald in EBook-und Buchform in den Händen zu halten.

Und noch was neues aus der Sparte „Überarbeitung“: Tina hat das erste Mal auf der Lektorenseite gesessen und das Manuskript für einen humorigen Katzenratgeber lektoriert. Als Erscheinungsdatum liegt mir Anfang April vor für das im Verlag In Farbe und Bunt herauskommende Buch von Pia Fauerbach: AKGB – Gesetzbuch des (all)gemeinen Katzentiers. Ich hatte Spaß. Sehr viel Spaß. Und ich hoffe, keiner meiner pelzigen Mitbewohner hat mir bei der Arbeit zugesehen.

Kai Meyer: Die Krone der Sterne

Zu diesem Buch bin ich gekommen wie die Jungfrau zum Kind – vollkommen ungeplant überfiel es mich auf dem Buchmesse Convent 2016, wo Kai Meyer persönlich aufgetaucht war, um aus dem zu dem Zeitpunkt noch nicht einmal erschienenen Werk zu lesen. Vielleicht war es die Lesungsatmosphäre, vielleicht die Tatsache, dem Autor in die Augen zu sehen, während er aus seinem Buch las und von der Entstehung der Geschichte berichtete – auf jeden Fall war es für mich und die „Krone“ Buchliebe auf den ersten Blick und Mitfiebern mit sympathischen, schrulligen, vielschichtigen Charakteren.
Und was soll ich sagen? Ich wurde nicht enttäuscht.
Schon der Klappentext verspricht Geheimnisse, Mythen und eine faszinierende Welt: Das galaktische Reich von Tiamande wird von der allmächtigen Gottkaiserin und ihrem Hexenorden beherrscht. Regelmäßig werden ihr Mädchen von fernen Planeten als Bräute zugeführt. Niemand weiß, was mit ihnen geschieht.
Als die Wahl auf die junge Adelige Iniza fällt, soll sie an Bord einer Weltraumkathedrale auf die Thronwelt gebracht werden. Ihr heimlicher Geliebter Glanis, der desillusionierte Kopfgeldjäger Kranit und die Alleshändlerin Shara Bitterstern tun alles, um den Plan der Hexen zu vereiteln. Im Laserfeuer gewaltiger Raumschiffe kämpfen sie um ihre Zukunft – und gegen eine kosmische Bedrohung, die selbst die Sternenmagie der Gottkaiserin in den Schatten stellt.
Mit „Die Krone der Sterne“ entführt Kai Meyer seine LeserInnen in eine ferne Galaxis, zu Weltraumkathedralen, gottgleich angebeteten schwarzen Löchern, geheimnisvollen Maschinen, die einst alle Zivilisationen bedrohten, zu Raumschiffen und Weltraumabenteurern, ohne dabei in „Tech-Speak“ zu verfallen. Er zeichnet seine Charaktere mit all ihren Ecken und Kanten, ihren Leidenschaften, dunklen Geheimnissen , Vorlieben und Abneigungen. Iniza hatte mich vom ersten Satz an in der Hand – sie trage die Sterne in ihren Augen, wie schön ist das? Ich wusste von ihrer ersten Szene an, dass ich Shara mögen würde und Kranit am liebsten abwechselnd küssen und an die Wand klatschen möchte.
Es gefällt mir, wie Kai Meyer gerade seine weiblichen Figuren zeichnet – Frauen mit Frauenwünschen und Frauensehnsüchten, doch ohne Prinzesschengehabe und ohne das Bedürfnis, sich beschützen lassen zu müssen. Iniza hätte allen Grund dazu, nach Schutz suchen, doch auch sie greift beherzt nach dem Blaster und schießt sich den Weg frei, wenn es sein muss.
Natürlich, „Die Krone der Sterne“ ist kein einfaches Buch. Es aufzuschlagen bedeutet, sich auf eine fremde Galaxis einzulassen, der Leser wird mit einem ganzen Haufen von Namen und Bezeichnungen beworfen, muss sich zurechtfinden in der ein wenig nach Steam-und Cyberpunk duftenden Raumfahrerwelt. Doch das Buch selbst hilft schon dabei, indem es im Inneren der Klappbroschur mit wunderbaren, detailreichen Zeichnungen aufwartet, die es dem Leser erleichtert, sich ein Bild des Universums um Tiamande, Koryantum und die geheimnisumwobene Piratenwelt Noa zu machen.
Fazit: „Die Krone der Sterne“ ist für mich Science Fiction für LeserInnen, die Science Fiction bisher wegen zu viel Technobabbel gemieden haben, es ist ein Buch für Freunde epischer Fantasy, die gern auch einmal einen Ausflug ins Weltall machen wollen.
Ich freue mich schon sehr auf den nächsten Band, der gerüchteweise im Februar 2018 erscheinen soll. Hoffentlich!

Erwählte des Zwielichts 92

Ein Leuchten huschte über Flammensterns Gesicht und spiegelte sich in Nebelstreifs und Wegsuchers Augen wider. „Ihr seid willkommen. Von Herzen. Wenn ihr es wollt, dann gehen wir noch in dieser Nacht zu den Steinen.“

„Ja“, sagte Malika, „ja, das will ich. Ich will gar keine Möglichkeit mehr haben, es mir anders zu überlegen. Ich will ablegen was war, ich will eure Götter und ich will dieses Sternenfeuer. Auch wenn wir zu euch stoßen, sind wir immer noch wenig, um es mit der Finsteren aufzunehmen.“

„Aber wir wissen, wofür wir kämpfen“, sagte Flammenstern. „Wir wissen, was wir zu verlieren haben. Glaubt mir, nach den wenigen Wochen, die wir hier Frieden hatten und einfach nur die sein konnten, die wir vor dem Krieg waren, will ich das nie wieder missen. Wenn ich kämpfen muss, dann kämpfe ich – damit Feuerlanzes Kind und all die Kinder, die folgen werden, in Frieden aufwachsen und statt Soldaten Musiker, Dichter, Künstler werden können.“

„Das wäre wunderbar.“ Malika lehnte den Kopf an Liandras‘ Schulter und sah zu Feuerlanze hinüber. Sie scherzte mit ihrem Gefährten, der voller Liebe ihren gerundeten Leib berührte. Ein Kind … mit Liandras? Sie lächelte. Sie hatte nie Mutter sein wollen. Sie war Kriegerin, Kundschafterin, Soldatin. Warum regte sich jetzt der Wunsch nach einer eigenen Familie in ihr? Malika kippte ihren Tee hinunter und wünschte sich, es wäre Schnaps. Närrische Gedanken. Frieden ist nicht gut für mich. Ich will Sternenfeuer, damit ich Khadiss dahin zurückschießen kann, woher sie gekommen ist … ein für alle Mal! Weiterlesen →

Erwählte des Zwielichts 91

„Mal …“ Liandras drehte sich zu ihr, jetzt sahen sie einander an, und Malika konnte Liandras‘ Atem auf ihrem Gesicht fühlen. Er zog die Hand unter der Decke hervor und berührte ihr Gesicht, streichelte ihre Wange, dann streifte seine Daumenkuppe unendlich zart ihre Lippen. Sie erschauerte wohlig. Ohne darüber nachzudenken, küsste sie seinen Finger, ließ ihre Zunge vorschnellen und leckte leicht darüber. Liandras lachte leise. Sein Lachen klang rau. „Mal“, raunte er noch einmal, und dann war er plötzlich noch näher. Malika schloss die Augen, als er sie küsste. Endlich.
Sie wusste nicht, wann es begonnen hatte, dass aus der engen Kameradschaft unter Soldaten Freundschaft geworden war. Und erst recht nicht, wann sich diese Freundschaft in Liebe gewandelt hatte. Hatte sie sich nicht immer um ihn gesorgt, wenn er vor ihr im Feld stand, wenn er Hiebe einsteckte, die eigentlich ihr galten? Seit wann passte er auf sie auf? Und seit wann beschütze ich ihn?
Liandras wühlte seine Hände in Malikas Haar, biss in ihre Unterlippe, drängte mit der Zunge in ihren Mund, und sie ließ es geschehen. Ließ ihn ein. Schmeckte ihn auf ihrer Zunge, ein wildes Aroma, würzig und schwer wie Moschus. Sie schlang die Arme um ihn, strampelte ihre Decke fort und schmiegte sich an ihn, kroch unter seine Decke. Liandras unterbrach den Kuss und schnappte keuchend nach Luft. Malika sah ihn an. „War das ein ja?“, fragte sie atemlos.
„Ich liebe dich“, wisperte Liandras.
Dann küsste er sie wieder. Weiterlesen →

Erwählte des Zwielichts 90

II

Malika fühlte die Lieder der Nithyara in sich dringen, und etwas tief in ihr vibrierte im stampfenden Rhythmus des Schlachtgesangs. Er berührte sie, auch wenn sie kein Wort verstand. Iendra schien es ebenso zu gehen. Die Heilerin sprang auf und reihte sich in den Tanz um das Feuer ein, den Flammenstern und Nebelstreif anführten, sie wirbelte im Schein der Flammen um das Feuer und stieß einen aufpeitschenden Trillerruf aus, den Nebelstreif mit einem Lachen aufnahm. Malika fühlte Liandras‘ Arm um ihre Taille, fühlte sich hochgezogen, und nur einen Atemzug später tanzte auch sie. Das Lied, der Tanz, die Sternenfeuerfunken und der laue Nachtwind schien alles von ihr zu nehmen, was sie auf dem Ritt zum Hain der Nithyara beschwert hatte. Im Schlachtgesang zerfielen ihre Sorgen zu Staub, tanzende Füße zertraten ihre Ängste, bis nichts mehr von ihnen übrig war.

Als der Morgen kam, ließen die Nityhara das Lied verklingen. Sie ließen sich am Feuer nieder, Schweiß glänzte auf ihrer Haut, ihre Haare hatten sich aus Zöpfen und Aufsteckfrisuren gelöst, noch immer schimmerte das Feuer in ihren Zeichen und ließen sie wild und ungezähmt aussehen, eins mit dem Land und dem Hain. Malika ließ sich keuchend zu Boden fallen und zog Liandras mit sich. Flammenstern blieb als einziger stehen. Sein Blick glühte vor Stolz. „Wir werden kämpfen und wir werden sein wie dieses Lied und dieser Tanz. Geht jetzt, ruht euch aus. Malika, Iendra, Liandras, ihr bleibt, so lange ihr wollt. Ihr könnt dort oben auf der Plattform im Baum schlafen, dort seid ihr sicher. Und wenn ihr für immer bleiben wollt, dann seid ihr willkommen.“

„Das seid ihr.“ Nebelstreif umarmte Malika. „Von Herzen. Ist es nicht so?“ Weiterlesen →

Leann Porter: Die Fährte der Wandler

„Die Fährte der Wandler“ ist der neueste Danu-Roman aus der Feder von Leann Porter, erschienen im Deadsoft-Verlag. Wieder entführt Leann ihre Leser in die phantastische Welt der Sidhe von Danu. Dieses Mal lernen wir die D’elen näher kennen, ihre faszinierende Stadt Elenia und die weltberühmten Heiler, die gerade mit ihren ganz eigenen Problemen zu kämpfen haben: denn der Magode von Sanka hat sie nicht nur aus ihrer Stadt verbannt, nein, plötzlich verschwinden Heiler, werden getötet oder durch Tore geschleust, die längst schon ihre Macht verloren haben sollten.

Und auch die Wandler haben in Sanka keinen leichten Stand. Als Gebannte leben sie in den Wäldern oder arbeiten als Wächter für die sagenhafte Stadt Elenia.
Klappentext: Als Goran mit seinem Wolfsgefährten Arion die Goldene Stadt Sanka besucht, hat er nichts weiter im Sinn, als sich von einer unangenehmen Pflicht zu befreien. Aber das Schicksal hat andere Pläne für ihn: Er läuft dem jungen Taschendieb Juri über den Weg. Verwaist, seitdem seine Eltern von Wolfswandlern getötet wurden, ist Juri auf sich alleingestellt. Außerdem macht ihm eine geheimnisvolle Krankheit zu schaffen, für die niemand eine Kur oder auch nur eine Erklärung zu kennen scheint. Daher ist ihm jedes Mittel recht, um Goran zu überzeugen, ihn in das ferne Tal der D’Elen-Heiler zu bringen. An Gorans und Arions Seite bricht er auf, um sich der Wahrheit über sein Anfallsleiden zu stellen. Sie verlangt ihm alles ab – und öffnet gleichzeitig neue Wege, nicht zuletzt die der Liebe.
Doch seine neuen Gefährten sind in weit größere Vorkommnisse verstrickt, als er oder sie selbst ahnen. Es geht um nicht weniger als die Zukunft der Sidhe.

Mit ihrer ganz eigenen, humorvollen Stimme erzählt Leann Porter die Geschichte von Juri, die so viel mehr ist als nur die Geschichte eines Waisen, der zum einen nach einem Heilmittel gegen seine seltsame Anfallskrankheit sucht und zum anderen nicht mehr will, als Licht in das Dunkel seiner Herkunft zu bringen. Dabei helfen ihm Goran, der legendäre Wolfsmann, und Arion, der so viel mehr ist als ein einfacher Wolf. Juri findet neue Freunde und Verbündete, er findet Liebe – aber auch einen ganzen Sack voller neuer Feinde. In einem Netz aus Intrigen und unangenehmen Wahrheiten muss Juri sich seiner Vergangenheit stellen.

„Die Fährte der Wandler“ ist ein spannender, humorvoller Roman voller wunderbarer Details, interessanter und charaktervoll gezeichneter Figuren und so wunderbar beschriebenen Bildern, dass man beim Lesen ständig herrliches Kopfino erlebt und bald schon das Gefühl hat, Goran, Juri, Arion und all die anderen auf einer Leinwand zu sehen, statt „nur“ ein Buch zu lesen.

Ein wirklich empfehlenswertes Leseabenteuer für Freunde spannender Geschichten, Gestaltwandlern und eine Prise knisternder Homoerotik.