Monatsrückblick April

Der April gehörte wie der März komplett der „Meeresträume“-Reihe, was das schreiben angeht. Meeresträume 2 – Fisch in der Falle wurde auf Hochglanz poliert und am letzten des Monats in die freie Wildbahn entlassen. Jetzt geht es im Endspurt auf den Abschluss von Band 3 los, der damit auch den Abschluss der ersten Staffel bilden wird. Zum Jahresende erwartet euch dann noch eine kleine magische Überraschung, bevor es dann mit der zweiten Meeresträume-Staffel weitergeht, in der sich alles um einen abenteuerlustigen Gelehrten, einen neugierigen Meermann und eine geheimnisvolle Stadt auf einer Insel inmitten tobender Wogen drehen wird.
Aber erst mal gibt es jetzt Meeresträume 2 – Fisch in der Falle und ein weiteres spannendes und knisterndes Abenteuer mit Sayain und Alvar. Schickt mir eine Mail oder eine Nachricht auf Facebook, wenn ihr ein signiertes Exemplar möchtet!

 

 Fertig gelesen habe ich im vergangenen Monat auch schon wieder das eine oder andere Buch. Leider hatte ich bisher keine Zeit, alles zu kommentieren, aber die Rezensionen werden jetzt nach und nach hier im Blog erscheinen, unter Anderem zu „Träume, die ich uns stehle“ von Lily Oliver, „Sternenfinsternis – Das Herz der Quelle 2“ von Alana Falk, sowie als ganz besonderen Leckerbissen „Kenna“ („Schmachten & Schlachten 2“), den demnächst erscheinenden zweiten Band aus Tanja Rasts phantastischer Heroic Romantasy-Reihe.

 

 Was noch? Genau, Vorbereitungen. Und zwar für die UniCon in Kiel am letzten Maiwochenende, auf der Tanja und ich mit einem Stand die Uferlosen vertreten werden. Besucht uns zahlreich, kommt zum Quatschen vorbei, futtert unsere Messeschokolade und kauft unsere Bücher! Wir werden das eine oder andere spannende und knisterige Lesefutter im Gepäck haben und nehmen auch gern eure Vorbestellungen entgegen.

Monatsrückblick März

Der März stand ganz im Zeichen von „Meeresträume 2 – Fisch in der Falle“. Letzte Nacht wurde das Rohmanuskript fertig und wanderte gleich in die Hände meiner vertrauenswürdigen Betaleserinnen. Einer Veröffentlichung zum ersten Maiwochenende steht damit nichts mehr im Wege. Es sei denn, die Welt geht unter, und das wollen wir doch nicht hoffen.
Damit ist die Fisch-Trilogie natürlich noch nicht beendet, ein Band fehlt noch, und der wird mich durch die Frühjahrsausgabe des Camp NaNoWriMo begleiten. Angepeilt sind 30.000 Wörter, die Fische brauchen erfahrungsgemäß etwas mehr, aber der größte Batzen dürfte damit geschafft sein.

 

Der März war aber nicht nur ein Monat des Schreibens, ich habe auch an der Reduzierung meines SUB gearbeitet – was dank einiger Wanderbücher aber eher dazu führte, dass die Menge ungelesener Bücher wuchs, anstatt zu schrumpfen. Kommentiert habe ich die gelesenen Bücher natürlich auch: einmal Die stille Seite der Musik von Svea Lundberg und Tochter des dunklen Waldes von Katharina Seck. Aktuell fräse ich mich noch einmal durch Sternensturm (Das Herz der Quelle 1) von Alana Falk, damit ich danach umgehend mit der Fortsetzung „Sternenfinsternis“ anfangen kann, die mich schon den ganzen Tag auffordernd angrinst.

 

Was noch los war? Ich wurde interviewt, einmal von den Uferlosen und einmal von Lina Franken, bzw. ihrem zauberhaft-frechen Protagonisten Keren, der mir mit seinen herrlich anzüglichen Bemerkungen einige Male rote Ohren verpasst hat. Und weil ich immer wieder danach gefragt werde und mich im Uferlosen-Podcast auch ein kleines Bisschen um Kopf und Kragen geredet habe und ziemlich rumgeeiert bin, habe ich auch noch eine kleine Zusammenfassung geschrieben, warum ich eigentlich gay romance schreibe.

 

Und was kommt noch? Irgendwas mit Katzen! Ebenfalls im Mai, wenn alles klappt, parallel zu „Fisch in der falle“ erscheint für die Katzenliebhaber unter euch eine kleine Anthologie mit vier katzigen Kurzgeschichten von niedlich über abgedreht bis nachdenklich. Freut euch auf „Seidenpfoten“ – natürlich melde ich mich, wenn sie da sind und losschleichen.
Und nun – auf in den April.

Svea Lundberg: Die stille Seite der Musik

Einfühlsam, romantisch, gefühlvoll, bittersüß und sehr lebendig – lauter Worte, die Svea Lundbergs coming-of-age/gay romance-Roman beschreiben und ihm doch alle nicht gerecht werden.
Worum geht es? Bei einem Autounfall wird Valentins Hand so schwer verletzt, dass der aufstrebende Stern am Pianistenhimmel seine Karriere an den Nagel hängen muss, sehr zum Leidwesen seiner Mutter, die nichts lieber gewollt hätte, als den Sohn in die Fußstapfen des berühmten Vaters treten zu sehen. Doch auch Valentin kämpft – gegen seinen Frust, gegen seine Ängste, seine Sorgen, manchmal auch seine Mutter. Als die ihn in die Ferien nach Fehmarn zu ihrer Schwester auf einen Reiterhof schickt, ist Valentin erst einmal alles andere als begeistert – doch dann begegnet er dem jungen Florian, der auf dem Reiterhof arbeitet, ein begnadeter Horseball-Spieler ist, dazu zuckersüß und absolut Valentins Beuteschema – und gehörlos. Zunächst erscheint Flos Gehörlosigkeit Valentin als fast unüberwindbare Barriere. Doch dann erkennt Valentin, wie scheinbar mühelos Flo sich mit seiner Beeinträchtigung abzufinden scheint, und erkennt, dass er selbst an seiner Einstellung zu seiner kaputten Hand ebenfalls etwas ändern kann – wenn er nur will.

„Die stille Seite der Musik“ ist ein Buch voller Dur und Moll und voller Zwischentöne. Sensibel und gut recherchiert präsentiert Svea Lundberg den gehörlosen Florian, ohne dass der Leser sich gezwungen sieht, Mitleid mit ihm zu haben. Die Autorin beschreibt einfühlsam und zugleich vollkommen normal den Alltag eines Gehörlosen und auf humor-und liebevolle Weise, wie sich die Beziehung zwischen dem hörenden Valentin und dem tauben Flo entwickelt. Eigentlich sind Bücher mit Protagonisten unter 30 gar nicht so mein Ding, da mir so junge Romanhelden oft zu kindisch und zu albern be-und geschrieben werden, aber Svea Lundbergs Erzähstimme und Valentin und Flo haben mich sofort in ihren Bann gezogen und um den Finger gewickelt.
Ich hatte sehr viel Freude an diesem wunderbaren Roman und habe immer noch ein wenig den Duft von Seewind und Pferdestall in der Nase.

Katharina Seck: Tochter des dunklen Waldes

Dass Fantasy nicht nur leichte Kost ist, sondern tiefsinnig sein kann und sehr aktuelle Probleme anpackt, zeigt Katharina Seck mit ihrem phantastischen Roman „Tochter des dunklen Waldes“.

Der Roman erzählt die Geschichte der jungen Lilah, die sich ihrem friedlichen Dorf Grünweite zwar verbunden weiß, aber immer das Gefühl in sich trägt, nicht wirklich, nicht ganz und vollkommen dazuzugehören zur Gemeinschaft der Handwerker, Bauern Händler und Schankwirte. Vor allem dann nicht, wenn die Geschichten über den unheimlichen Morgenwald erzählt werden, wo der Legende nach ein Mädchen in ihren Träumen gefangen an das Herz einer schwarzen Eiche gebunden ist und nun den Wald mit den Schreckensvisionen ihrer Träume verseucht und verflucht. Für die Menschen von Grünweite ist der Morgenwald unheimlich, voller Schrecken, eine einzige Bedrohung, von der Gefahr ausgeht – doch Lilah fühlt sich wie magisch angezogen von diesem Wald, ohne zu wissen, warum. Damit ist sie nicht allein: auch der Erntehelfer Dorean, der immer wieder im Dorf auftaucht, um dort zu arbeiten, und dann von einem auf den anderen Tag wieder verschwindet, spürt eine eigenartige Verbundenheit zum Morgenwald. Und eines Tages verschwindet er dort hin, hinterlässt Lilah, die ihn heimlich liebt, nur eine kryptische Nachricht. Und Lilah, verwundert über ihren eigenen Mut, lässt alles stehen und liegen und will ihrem Geliebten folgen in das dunkle Grün, das zugleich so einladend und so bedrohlich wirkt.
Was hat es auf sich mit der toten jungen Frau mit sen seltsamen Malen auf der Haut, auf die Lilah auf dem Weg in den Wald stößt? Und welche Geheimnisse erwarten sie, wenn sie es wirklich wagt, den Wald zu betreten?

In poetischer und zugleich moderner, mitreißender Sprache erzählt Katharina Seck eine Geschichte vom Sich-selbst-finden, vom Nach hause kommen und von Gegensätzen, die aufeinanderprallen wie Tag und Nacht. Sie webt ihre Leser ein in die Geheimnisse des dunklen Waldes, dessen mysteriöse Bewohner die Menschen draußen in den Dörfern ebenso fürchten, wie die Menschen in den Dörfern sich vor den Waldwesen ängstigen. Und am Ende zwingt Katharina Seck uns, ihre Leser, Lilah bei der Lösung der schwersten aller Fragen zu begleiten: was ist wichtiger, das Wohl von vielen oder das Wohl Einzelner? Wie kann es gelingen, Mauern aus Angst vor dem „Anderen“ einzureißen? Und am Ende erfahren wir, was ein Mensch, der mutig genug ist, bewegen kann, indem er erst sich selbst bewegt und dann andere dazu bringt, zu vertrauen und zu folgen. Und wir lernen, welche Geheimnisse und welche Schönheit sich im Fremden, das so gefürchtet anders erscheint, verbergen kann, wenn man nur bereit ist, Grenzen von Vorurteilen und Hörensagen zu überwinden und ganz genau hinzuschauen.

Ein märchenhaftes, wunderbares Buch mit einer hoch aktuellen Botschaft. Absolut lesenswert.

Warum ich gay romance schreibe

Immer wieder werde ich gefragt, warum ich Gay Romance schreibe. Eigentlich könnte die Frage auch lauten, warum ich überhaupt schreibe, oder warum ich über Beziehungen, Pärchen und Liebe schreibe.
Ich habe schon in einigen Interviews versucht, darauf eine Antwort zu finden, ohne mich dabei um Kopf und Kragen zu reden oder zu schreiben und, was noch viel wichtiger ist, mit meiner Antwort niemandem auf die Füße zu treten. Und da ich das Gefühl nicht loswerde, auf diese Frage mehr als eine Antwort zu haben, werde ich einfach mehrere Antworten geben und weiterhin hoffen, damit niemandem zu nahe zu treten.

Antwort 1: Weil ich es kann. Und weil es mir Spaß macht. Und warum macht es mir Spaß? Weil ich schon im Pen & Paper-Rollenspiel sehr experimentierfreudig war und nicht nur Frauenfiguren, sondern auch und sogar überwiegend Männer gespielt habe (hey, Frau bin ich mein ganzes Leben lang, da war es spannend, abends in der Spielrunde mal jemand GANZ anderes zu sein). Weil ich mich gern mit Psychologie beschäftige und verstehen möchte, wie andere Menschen ticken. Wo sich Frauen und Männer bei gleicher Problemstellung eben doch unterschiedlich verhalten. Weil ich herausfinden wollte, ob Frauen tatsächlich von der Venus und Männer vom Mars kommen.

Antwort 2: Weil ich ebensogut über Hetero-oder lesbische Paare, Dreiecks-oder Poly-Beziehungen oder grüne Marsmenschen schreiben könnte. Denn eigentlich schreibe ich Geschichten über Abenteuer und Liebe, und dabei ist es mir im Grunde fast wurscht, wer sich da in wen und warum und wieso verliebt – es geht um Liebe, und Liebe sollte, wunderbar utopisch gedacht, doch eigentlich frei davon sein, auf das Geschlecht des anderen zu schauen, wenn denn die Chemie stimmt und die Verbundenheit und Vertrautheit da ist. Ich schreibe über Paare und Beziehungen, die gleichberechtigt sind, auf Augenhöhe, einander ebenbürtig und doch verschieden. In denen jeder seinen eigenen Kopf hat und diesen manchmal auch durchsetzen will. In denen jeder nein sagen kann und auch soll, wenn ihm etwas gegen den Strich gibt. In denen keiner den anderen unterdrückt oder kleinmacht/kleinhält.
Ich versuche, über ganz normale Beziehungskisten (naja, so normal, wie sie in einer Fantasywelt voller Monster, Gefahren und Magie eben sein kann) zu schreiben, mit all ihren Höhen und Tiefen, Missverständnissen und Klischees. Weil ich glaube, dass alle Beziehungen in allen Konstellationen genau das wünschen: als etwas ganz normales wahrgenommen zu werden, weil es, egal, welche Facette des LGBTQ+-Spektrums ich beleuchte, immer nur um eins geht: Um Liebe.
Warum dann trotzdem gay romance? Weil ich das Gefühl habe, dass schwule Paare in Büchern immer noch unterrepräsentiert sind.

Aber objektifiziere/fetischisiere ich dann nicht schwulen Sex, weil ich explizite Sexszenen in meine Geschichten integriere? Andere Frage: objektifizieren und fetischisieren dann nicht auch AutorInnen, die über Hetero-Paare schreiben? Kann ich überhaupt Erotik schreiben, ohne dabei an Grenzen zu gehen? An Grenzen von Fetischisierung, von Objektifizierung? Wo hört knisternde Erotik oder eine ästhetische Beschreibung von Sex auf, und wo fangen all die anderen, die bösen Dinge an? Und wer kann oder darf sich anmaßen, eine Grenze zu ziehen, die doch für jeden und jede anders ist, weil jeder Mensch anders ist und für den einen schon zu viel ist, was für die andere gerade erst zu knistern beginnt?
Bisher hat mir noch kein Testleser, weder männlich noch weiblich (und ich weiß, dass Schwule meine Bücher gelesen haben, ich habe auch schon mit einem schwulen Lektor zusammengearbeitet bei einer Gay Romance) darüber beschwert, dass meine erotischen Szenen die Protagonisten zu Objekten oder Fetischen herabwürdigt oder ich den Sex als fetischisierend und objektifzierend darstelle. Ich behandle meine Romanfiguren wie lebende Menschen mit Respekt. Natürlich finde ich es anregend und erregend, was sie im stillen Kämmerlein treiben. Das täte ich aber auch, wenn es Heteropärchen wären. Vielleicht nicht unbedingt bei Marsmenschen, es sei denn, ihre Anatomie ist der unseren ähnlich genug. Auf Tentakelporn stehe ich nämlich so gar nicht.

Frauen, die gay romance schreiben, werden oft mit dem Vorwurf konfrontiert, dass sie den Sex zwischen Männern nicht realistisch beschreiben können, weil sie ja eben keine Männer sind. Platt gesagt: ich kann nicht zaubern und beschreibe in meinen Büchern Magie, ich war auch noch nie im Orient und traue mir nach ausreichender Recherche trotzdem zu, märchenhafte 1001-Nacht-Fantasy zu schreiben. Ich habe über schwangere Frauen geschrieben und will selbst niemals Mutter werden. Ich habe Morde auf Buchseiten begangen und werde hoffentlich niemals zur wirklichen Mörderin. Ich schreibe über Helden, die sich zielsicher in der Wildnis zurechtfinden und weiß im wirklichen Leben nie, wie herum ich die Wanderkarte zu halten habe.

Ich gebe zu, die Recherche zum Thema Sex zwischen Männern war extrem interessant, fand hinter verschlossenen Türen statt und hat meine Ohren in der Farbe eines Feuerwehrwagens glühen lassen – aber ich habe sie durchgeführt. Ich habe Webseiten zu diesem Thema studiert (es gibt tatsächlich einen gay-sex-Führer für Slash-Fanfiction-Autorinnen). Ich habe Slash-Fanfiction und gay romance von namhaften AutorInnen gelesen und …öhm… ja… ich geb’s zu, ich habe Pornos für Homosexuelle geguckt. Und ich höre nicht auf, zu recherchieren und zu lesen, zu gucken, wie andere AutorInnen schreiben und beschreiben. Man lernt nie aus, schon gar nicht als AutorIn. Lesen bildet bekanntlich, und nur durch üben und machen wird man besser.

Monatsrückblick Februar

Der Februar stand zuerst einmal ganz im Zeichen der Veröffentlichung von Meeresträume 1 – Fisch im Netz. Die Geschichte von Fisch-Gestaltwandler Sayain und Ex-Sklaven und Seefahrer Alvar ist immer noch eines meiner Herzprojekte und wird nun endlich die schon lange geplanten, aber bisher nie geschriebenen Fortsetzungen bekommen, in denen Sayains geheimnisvolle Herkunft aufgeklärt werden soll. „Meeresträume 2 – Fisch in der Falle“ ist für Mai geplant, der dritte Band „Fisch und Drache“ soll im August erscheinen.

 

 

 Neben dem Schreiben habe ich natürlich auch wieder einiges gelesen und rezensiert. Meine aktuellen Buchbesprechungen findet ihr wie immer unter Rezensionen, im Februar mit Büchern von Katharina Seck, Julia Fränkle und Helen B. Kraft.

 

 

 Wie auch im vergangenen Jahr liefere ich mir im Tintenzirkel-Autorenforum wieder den Marienkäferpunkte-Schreibwettkampf mit Tanja Rast und Kaye Alden, in der Hoffnung, dass wir es wieder schaffen, uns gegenseitig zu motivieren, anzutreiben und aus Schreibtiefs herauszuholen. Neben der Schreiberei laufen diverse Con-Vorbereitungen. Wo ich mich in diesem Jahr überall herumtreiben werde, findet ihr unter „Termine“. Dort informiere ich euch auch über die Kindle Unlimited-Laufzeiten meiner Selfpublishing-Romane und über neue Veröffentlichungen.

Helen B. Kraft: Geheimnisse der Macht

Mit „Geheimnisse der Macht“ bringt Helen B. Kraft ihre Reihe „Erbe der sieben Wüsten“ zu einem gelungenen Abschluss. Im letzten Band der „Bestien“-Reihe spielt Lorin die Hauptrolle, Oberhaupt der Morrow-Hexen und mit den Bestien auf geradezu katastrophale Weise verbunden. Denn Lorin ist der Sohn der Hexe, die einst von Cruth getötet wurde – woraufhin Cruth als Verbannter zwischen den Welten landete und Lorin und seine Schwester Tezza nicht mehr altern konnten und als hoch magisch begabte Kinder weiter existierten.
Inzwischen ist Cruth wieder frei, der Fluch, der Auf Lorin lag, gebrochen, so dass er als erwachsener Mann leben kann. Doch das ist gar nicht so einfach, denn sein Körper mag der eines Erwachsenen sein, sein Innenleben doch oft noch das eines pubertierenden Teenagers, was Lorin in so manche unangenehme Situation bringt.
Und dann ist da auch noch Dia, die junge Bestienfrau, die gegen ihre ganz eigenen Dämonen zu kämpfen versucht und dabei die Hilfe einer Hexe braucht. Und diese Hexe ist Lorin. Auf beiden Seiten ist sofort das Begehren da, und Dia ist sich sicher: Lorin ist der Mann, den ihre Bestie will. Doch kann eine Liebe, die gebeutelt und auf die Probe gestellt wird von dunklen Geheimnissen und finsteren Zaubern, von inneren wie äußeren Dämonen, eine Zukunft haben?

Helen B. Kraft bringt mit „Geheimnisse der Macht“ die Bestienreihe zu einem fulminanten und für den Leser höchst zufriedenstellenden Abschluss. Alle aus den Vorgängerbänden noch offenen Fragen werden geklärt, alle losen Fäden finden ihren Gegenpart und bilden so ein gut durchdachtes Geschichtengewebe mit einem alle Bände der Reihe übergreifenden Spannungsbogen. Dazu sorgen Helen B. Krafts bekannt humoriger Schreibstil und ihre knisternden Erotikszenen wie immer für ein Lesevergnügen der ganz besonderen Art.

Ich hatte mit der Bestienreihe sehr viel Spaß und kann sie allen empfehlen, die nach nur einem Band einer Geschichte noch nicht genug haben und noch ein wenig länger in der Welt der Bestien verweilen wollen.
Auch sehr zu empfehlen sind die die Reihe wunderbar ergänzenden Kurzgeschichtenbände Zwischen Verrat und Hoffnung und Die Hoffnung ist stärker, in denen weitere Fäden aus den Bestien-Romanen weitergesponnen werden. Wer Spaß an den Bestien hatte, sollte sich diese spannenden Kurzgeschichtenhappen nicht entgehen lassen!

 

 

Kati Seck: Sie Stille zwischen Himmel und Meer

Selten habe ich auf das Erscheinen eines Buches so sehr gewartet wie bei diesem. Ich gehörte zu einem kleinen Kreis von Testlesern, die die erste Hälfte des Buches, das damals noch unter dem Arbeitstitel „Edda“ gehandelt wurde, lesen durfte. Und ich war sofort verliebt. Verliebt in diese Liebe zum Meer, die Kati Secks Roman in jeder Zeile atmet, verliebt, weil ich selbst das Meer so liebe und verstehen konnte, warum es sowohl die Protagonistin Edda als auch die Autorin Kati Seck immer wieder anzieht.
Als Edda – bzw. „Die Stille zwischen Himmel und Meer“ dann endlich den Buchmarkt eroberte, dauerte es dann doch noch ein Weilchen, bis ich zum lesen kam, und dann dauerte es noch einmal ein Weilchen, bis ich es ausgelesen hatte – denn dieser Roman ist keiner, den man mal eben schnell zwischendurch liest. Dieses Buch braucht Zeit, genau wie Edda, denn sonst kann es seinen zarten Zauber nicht weben.

Zum Roman: Im Spätsommer, fast schon Herbst, kommt Edda an die Nordsee, um dort ganz besondere Ferien zu machen. Denn Edda ist keine einfache Touristin. Sie fürchtet die Weite des Himmels und des Meeres, und die Freiheit eines fliegenden Vogels erschreckt sie. Edda ist ans Meer gekommen, um sich ihren Ängsten zu stellen, um ihnen eines Tages ins Gesicht lachen zu können. Doch erst muss sie lernen, die Stille zwischen Himmel und Meer zu ertragen, die Weite und das Freisein. Und dann ist da noch Sebastian, der in Eddas Leben und ihren sorgsam geplanten Urlaub platzt, weil das Ferienhaus, in dem Edda untergekommen ist, versehentlich doppelt vermietet wurde. Edda lernt schnell, dass auch Sebastian ein Gefangener seiner Vergangenheit ist und ebenfalls eine tiefe seelische Wunde mit sich herumträgt. Behutsam kommen beide einander näher – und sind sich doch immer fern.

„Die Stille zwischen Himmel und Meer“ ist ein Buch, das mich berührt, denn ich finde mich in der Widmung wieder. Kati Seck hat ihren Roman für die geschrieben, die manchmal verloren gehen. Verloren in der Welt, in ihrer Vergangenheit, in ihren Ängsten, Sorgen und Nöten. Eddas Geschichte ist kein Patentrezept dafür, wie man es schafft, nicht verloren zu gehen. Aber sie zeigt, wie man sich wiederfinden kann, ohne zu zerbrechen. Und wie man am Ende seinen Ängsten ins Gesicht lachen kann.

 

Start ins Selfpublishing – erste Erfahrungen

Eine knappe Woche ist Meeresträume 1 – Fisch im Netz jetzt draußen. Zeit, mal zu berichten und ein kleines Fazit zu ziehen. Bisher verzeichne ich 60 verkaufte und bezahlte „Einheiten“, auf nicht-KDP-Deutsch verbergen sich dahinter 57 EBooks und drei Taschenbücher. Dazu kommen auf die Sekunde genau 16.372 über Kindle Unlimited gelesene Seiten, die ja auch ein bisschen was abwerfen. Ein Blick auf die Tantiementabelle macht gute Laune. Ich habe nach einer Woche die Hälfte der Kosten für das Cover eingespielt. Was leider noch komplett fehlt: Bewertungen. Aber da bin ich optimistisch, nach einer Woche kann ich noch nicht viel erwarten. Wird also noch kommen.

Ein bisschen mehr ins Detail:
Wie halte ich es mit dem Lektorat? Nach langem Überlegen habe ich für mich beschlossen, beim Selfpublishing auf ein professionelles Lektorat zu verzichten und stattdessen mit mehreren handverlesenen Betalesern zu arbeiten, deren Arbeitsweise ich kenne und von denen ich weiß, dass sie mit meinem Manuskript und mir nicht zimperlich umgehen. Und sollte von meinen Stammbetalesern jemand mal keine Zeit haben, werde ich ganz sicher im Kreis der Uferlosen fündig. Auch das Korrektorat finde ich im Uferlosen-oder Freundeskreis, und ich revanchiere mich meinerseits mit Beta-Arbeit oder testlesen und Rezensionen. Eine Hand wäscht da zuverlässig die andere.

Selfpublishing ist aufwändig. Klar. Denn ich mache fast alles alleine. Beim Buch-und EBooksatz hatte ich Hilfe, aber in Zukunft möchte ich auch da selbständiger werden und mehr allein machen. Das Hochladen der Buchinhalte und Covergrafiken über KDP ist im Grunde einfach und weitgehend intuitiv, dennoch war ich froh darüber, beim ersten Mal eine erfahrene Selfpublisherin an der Hand zu haben, die mich am Telefon durch die einzelnen Schritte geführt hat. Bim nächsten Mal werde ich auch das allein hinbekommen – ich kann mich an den Angaben fürs erste Buch entlanghangeln und alles genau so eingeben, dann passt das schon. Sehr niedlich: Zwischendurch prüft KDP Buchinhalte und Grafiken, damit am Ende auch alles passt und gut aussieht. Das kann ein bisschen dauern. Zwischendurch aufpoppende Fenster mit der Aufforderung, sich doch mal eben einen Kaffee zu holen oder ein Sandwich zu schmieren, finde ich schon sehr knuffig.

Und wieder mal habe ich gelernt: wenn etwas nicht klappt, auch mal in die Emails gucken, denn KDP sagt einem sehr deutlich, was hakt, wenn denn etwas hakt. Nachdem wir uns zu dritt zum x-ten Mal darüber gewundert hatten, dass die Printausgabe dauernd von „wird geprüft“ auf „Entwurf“ zurückspringt, und die nette Infomail von KDP etwas von einem Coverfehler murmelte, dauerte es zwar noch ein wenig, bis der Fehler tatsächlich aufgespürt war (in diesem Fall waren es Ä-Pünktchen, die auf dem Buchrücken zu weit über eine „Sicherheitslinie“ hinausragten – da komm mal drauf!), aber dann lief auch alles reibungslos.

Was macht man, wenn alles hochgeladen ist und tatsächlich den Status „wird geprüft“ beibehalt: warten, rumhibbeln und Nägelkauen und die Zeit schon mal nutzen, die Werbung vorzubereiten, denn auch damit sitzt man als Selfpublisher natürlich allein da. Also ran an den Speck, Blogbeiträge und Facebookmeldungen vorbereiten, vielleicht ein Gewinnspiel posten. Wer mag, bereitet vielleicht eine Leserunde bei den üblichen verdächtigen Portalen vor oder kündigt schon mal Vorab-Exemplare für mögliche RezensentInnen an.
Meist ist das Ebook schon nach relativ kurzer Zeit auf Amazon sichtbar. Es kann durchaus sein, dass es auf KDP noch im Prüfungsstatus hängt, wird dann aber relativ bald auf „live“ springen. Und dann ist es wirklich da. Beim Taschenbuch dauert die Prüfung deutlich länger. Hochgeladen haben wir es irgendwann in der Nacht vom 4. auf den 5. Februar, und irgendwann mittags war es dann sichtbar und auf Amazon bestellbar.
Was dann noch mal ein bisschen dauert, ist die Verknüpfung von EBook und Taschenbuch. Wenn das nicht klappt, hilft erst mal ein Blick in die Angaben auf KDP: sind die Buchinformationen bei beiden Ausgaben gleich? Dann sollte die Verknüpfung automatisch passieren, wenn nicht, hilft eine Mail an den KDP-Service, der in der Regel extrem schnell und superfreundlich reagiert. Falls nicht, sollten erst mal die Angaben für beide Ausgaben angepasst werden. Und wenn es dann immer noch nicht klappt: KDP ist wirklich sehr hilfsbereit.

Und dann? Tja, dann ging das Stalken los. KDP zeigt genau an, wie viele Kindle-Unlimited-Seiten gelesen wurden, wie viele Taschenbücher und EBooks über den virtuellen Ladentisch gingen und wie viele Rückgaben zu verzeichnen sind. Und natürlich werden Tantiemen angezeigt.
Abgerechnet wird alle zwei Monate nach Erscheinen des Buches, und sobald 20 Euro an Einnahmen überschritten wurden, wird ausgezahlt.

Was ich merke: SP macht Spaß, und irgendwie macht es süchtig. Ich erlebe sozusagen live und sehr unmittelbar, dass mein Buch ankommt, dass es gesehen und gelesen wird. Das motiviert, an der Fortsetzung der Reihe zu arbeiten, und führt dazu, dass ich anfange, meine Festplatte nach Schubladengeschichten zu durchwühlen, die es wert sind, ebenfalls das Licht der Welt zu erblicken, auch wenn sie es vielleicht bei Anthologie-Ausschreibungen nicht geschafft haben.

Ich werde auf jeden Fall weitermachen mit „Gay fantasy für Erwachsene – und irgendwas mit Katzen“.

Julia Fränkle: Elfenrache – Flammen im Wind

Manchmal glaubt eine Autorin, dass eine Geschichte zu Ende erzählt wurde. Doch dann kommen auf leisen Sohlen Figuren zurück, schleichen sich in die Gedanken und wispern den Wunsch nach ihrer eigenen Geschichte. Für Julia Fränkle waren es Vilmos, Nîfra und Reifalas aus ihrem Doppelbänder Elfendiener, die auf der Matte standen und ihre eigene Geschichte erzählt haben wollten. Das Ergebnis: Elfenrache – Flammen im Wind, eine Fortsetzung, die den Vorgängerbänden um nichts nachsteht.

Wir folgen dem Feuerelfen-Assassinen Reifalas zurück in die Königsstadt Boatna, in der noch immer König Thakeno herrscht, voller Hass auf die Elfen, denn der Elf Ranve nahm ihm seine Mätresse Saihra, die inzwischen eine mächtige Feuermeisterin geworden ist. Mit dem Befehl, den König zu Fall zu bringen, verbündet Reifalas sich mit Vilmos und der Ildyr-Blutmagierin Nîfra. Doch Reifalas muss feststellen, dass er nicht der einzige Elf ist, der auf Befehl seines Fürsten in Boatna weilt. Auch Leyunar befindet sich dort, ein mächtiger Magier der Luftelfen und Lustdiener des Fürsten Deluwar. Schon bei der ersten Begegnung der beiden so unterschiedlichen Elfen knistert es gewaltig, und es dauert nicht lange, und aus dem Knistern wird unwiderstehliche Anziehungskraft.

In bildgewaltiger Sprache erzählt Julia Fränke eine Geschichte um Macht und Intrigen, Leidenschaft und Liebe, spinnt die Fäden weiter, die in den Vorgängerbänden ihren Anfang nahmen, und lässt ihre LeserInnen bis zum Ende mitfiebern. Nicht nur einmal führte sie mich mit Nîfras Blutmagie und der damit verbundenen Fähigkeit, die Gestalt eines anderen Wesens anzunehmen, so sehr aufs Glatteis, dass ich mit offenem Mund meinen Kindle anstarrte und die drei Buchstaben „WTF??“ in meinem Hirn einen wilden Reigen aufführten.

Wer Spaß an epischer, wildromantischer, knisternd erotischer Fantasy voller Wirren und Intriegen hat, dem kann ich „Elfenrache – Flammen im Wind“ nur ans Herz legen.