Schwere Buchgeburt – schreiben mit dem „schwarzen Hund“

Ein Thema, mit dem ich sehr offen umgehe: ich habe Depressionen. Nicht immer, aber doch latent lauert der „Schwarze Hund,“ den ich erstmals 2011 so richtig heftig bellen hörte, irgendwo in einer Ecke in meinem Leben und wächst gerade in stressigen und belastenden Zeiten von Chihuahua-Größe auf den Umfang einer ausgewachsenen Dänischen Dogge heran.

Das erste Halbjahr 2019 war für mich extrem belastend und stressig – im Brotjob war jede Menge los, ein wichtiger Abschlussbericht musste unter Zeitdruck fertiggestellt werden, ein Haufen Workshops, die wir planen und durchführen mussten, stand vor der Tür. Termindruck an jeder Ecke, auch in meinem Nebenberuf als freie Autorin.

Dazu ging es meinem schon lange erkrankten und im Pflegeheim lebenden Vater zusehends schlechter – sehr schwer zu ertragen für meine Mutter und mich, und irgendwo auch eine Belastung für unser Mutter-Tochter-Verhältnis.

Mein einziger Lichtblick in dieser Zeit: eine mir eigentlich wegen Schreibtischtäter-Rückenproblemen verordnete Reha, an meiner geliebten Nordsee in Norddeich. Direkt vor der Haustür, nahe genug an Familie und Freunden, um da zu sein, wenn es mal irgendwo brennen sollte, und doch weit genug weg, um den Kopf frei zu bekommen.

Während dieser Zeit hielten mir liebe Kolleg*innen im Brotjob den Rücken frei, und meine wunderbaren Uferlosen  unterstützten mich bei meinen aktuellen Buchprojekten. Liebesflammen 3 – Schatz der Tiefe (LINK) sollte unbedingt vor der Reha noch raus, und DU Seelengefährten 5 – Kriegerblut zumindest im Rohbau fertig sein, damit während meiner 4 Wochen Reha die Betaleser Zeit genug haben würden, all meine kleinen Patzerchen aufzuspüren.

Das Problem daran nur: Kriegerblut musste erst einmal fertig geschrieben werden. Und meine riesige Dänische Dogge tat alles, um mich davon abzuhalten.

Sie brachte einen Riesenhaufen Selbstzweifel mit. Schon beim Öffnen des Manuskriptes hatte ich Bauchweh und Herzklopfen und das unbestimmte Gefühl, über 50.000 Wörter Müll geschrieben zu haben. Ich wollte weiterschreiben und das Buch beenden, aber ich konnte es nicht. Ich fand alles nur noch doof, nur noch schlecht, nur noch „blah“. Schlecht geplottet, schlecht geschrieben, alles Mist. Fragt nicht, wie oft ich kurz davor war, alles zu löschen.

Da kam die Rettung in Form von wunderbaren Zwischen-Testlesern. Ich wollte keine Komplimente, kein Kopftätscheln und keine Streicheleinheiten. Ich wollte einen unverschleierten, ruhigen Blick auf das Ganze und eine Stimme der Vernunft, die mir sagt: Ja, du hast recht, das ist alles Käse, fang noch mal neu an. Oder : Nein, du schielst da gerade mit der Depressionsbrille drauf, klar, was zu verbessern gibt es immer, aber das Buch ist nicht schlecht.

Ich glaubte meinen Betas, überarbeitete den teilweise etwas zerlaberten Anfang, straffte hier, ergänzte da, fabrizierte ein in meinen Augen tatsächlich brauchbares Ende, schickte das Buch wieder an die Betas – und mich in die Reha und den Schreiburlaub. Ich hatte erkannt, dass ich wirklich dringend eine Pause brauchte, so ungern ich das auch vor mir zugeben wollte.

Im Grunde bin ich kein Arbeitstier. Ich weiß inzwischen, wie eine vernünftige Work-Life-Balance aussieht, und dass auch ein Nebenjob wie meine Autorentätigkeit, die mir Spaß macht, trotzdem ARBEIT ist. Schließlich sitze ich auch dabei am Schreibtisch, strenge meinen Kopf an und hacke auf einer Tastatur herum.

Wie durch ich wirklich war, habe ich erst gemerkt, als ich in meiner Rehaklinik in Norddeich angekommen war und wirklich mal alles von mir schmeißen konnte: Familie, Berufe, Nebenjob, das alles rückte in den Hintergrund, als ich das Aufnahmegespräch führte. Ich wusste: hier geht es nur um mich, das ist ganz allein für mich und meins – und ich darf das. Das hatte ich zuvor mit meiner Mutter besprochen: sie war sehr einverstanden, dass ich gefahren bin, und fühlte sich nicht von mir im Stich gelassen (was mir extrem wichtig war). Inzwischen hatte sie Unterstützung bei Vaters Betreuung durch eine wunderbare Mitarbeiterin vom Hospizdienst. Auch für mich eine große Beruhigung. Ich konnte ohne schlechtes Gewissen etwas für mich tun. Wieder anfangen, Sport zu treiben. Nichts zu müssen – außer, mich an meinen Therapieplan zu halten, aber dafür war ich ja nun mal dort. Es gefiel mir, es tat mir gut. Ich war am Meer. Allein das ist schon Therapie für mich. Endlich mal wieder entspannen- ich wusste gar nicht mehr, wie das geht.

Die Schreibpause tat gut. Ich wusste mein Kriegerblut in guten Betaleserhänden, wusste, dass ich den angepeilten Veröffentlichungstermin würde halten können. Ich wurde von Tag zu Tag gelassener. Und wieder so stabil, dass ich auch damit umgehen konnte, dass während meiner Rehazeit mein Vater verstarb – nach so langer, so schwerer Krankheit, dass meine Mutter und ich trotz aller Trauer in erster Linie Dankbarkeit empfunden haben.

Ich war überrascht von mir selber, wie gut ich plötzlich wieder mit Dingen umgehen konnte, die mich vor der Reha direkt in eine Panikattacke manövriert hätten. Zusammen mit meiner Mutter konnte ich Trauerfeier und Bestattung planen, ich konnte ihr bei dem echt aufwändigen Papierkram helfen und wieder geduldig mit ihr umgehen, was vor der Reha sehr schwer für mich war.

Und ich fing an, wieder schreiben zu wollen. Ideen kamen aus dunklen Ecken gekrochen. Der Schwarze Hund war wieder ein Chihuahua, sie kamen jetzt wieder an ihm vorbei. Erst mal habe ich sie nur notiert, inzwischen sind sie ausgearbeitet, und ich schreibe wieder: am nächsten Band für die Liebesflammenreihe und an einem längeren Roman für eine weitere Uferlos-Reihe, die im kommenden Jahr starten soll.

Alles ohne Deadlines, ohne Termindruck, denn der tut mir nicht gut. Den habe ich schon im Brotjobzu Genüge. Schreiben ist immer noch ein Nebenjob. Klar, ich bekomme Geld für meine Bücher, aber noch nicht genug, um den Brotjob reduzieren oder gar kündigen zu können. Jetzt heißt es „raus, wenn fertig“ – und fertig bedeutet, geschrieben, gereift, überarbeitet, betagelesen und korrigiert.

Und wenn der Schwarze Hund wieder dazwischenfunkt, dann muss ich auch mit Zeiten leben, in denen ich nicht kreativ sein kann – und dann auch das Schreiben nicht erzwingen. Denn das weckt nur wieder den großen inneren Nörgelkritiker auf. Und der wiederum geht nur allzu gern mit dem großen Hund Gassi. Und wenn die beiden sich miteinander verbünden – dann sollte ich vielleicht die nächste Auszeit nehmen.

Ja, auch depressive Menschen können kreativ sein, oft sind sie sogar extrem kreativ. Aber es wird immer wieder Zeiten geben, in denen die Depression zu mächtig ist und alles kreative Denken lähmt.

Wenn ihr auch zu diesen Menschen gehört: versucht, die Kreativität in der dunklen Phase nicht zu erzwingen. Tut euch was Gutes. Nehmt, wenn ihr könnt, eine Auszeit. Sucht euch Hilfe. Und wenn ihr könnt, geht offen mit eurer Erkrankung um. Psychische Erkrankungen und Beeinträchtigungen sind immer noch viel zu unsichtbar, werden immer noch stigmatisiert. Da sind Menschen nötig, die den Mut haben, den offenen Umgang damit vorzuleben und anderen zu zeigen: wir sind da. Du bist nicht alleine damit.

Neuerscheinungen!

Hallo ihr Lieben,

ja, ich bin noch da, mich gibt’s noch! und es gibt inzwischen auch neue Bücher aus meiner Feder! Die „Liebesflammen“-Reihe ist um einen weiteren Band gewachsen, ebenso die „Seelengefährten“-Reihe des Autor*innenkollektivs Die Uferlosen – ich freue mich immer noch ganz extrem darüber, bei diesem tollen Haufen mitmachen zu dürfen.

Aber jetzt zu den Büchern:

Inzwischen gar nicht mehr SO brandneu, aber erst jetzt hier im Blog angekommen: „Schatz der Tiefe“, der dritte Band meiner Gay Fantasy Romance-Reihe „Liebesflammen“.
Worum geht es?
Seit dem Tod seiner Mutter ist Fischer Nalukomao vom Unglück verfolgt: seine Netze bleiben leer, sein Geliebter Labeku verschollen auf See, und sein Schuldenberg wächst in den Himmel. Nur eine alte Sage gibt ihm noch Hoffnung. So bricht er auf, um den legendären Schatz der Tiefe zu suchen.
Anstelle von Gold und Juwelen findet Nalu eine grimmige Piratenbande, die ebenfalls auf Schatzsuche ist … und leider überzeugt, dass er den Weg zur Beute kennt. Und nicht nur das – auch sein verloren geglaubter Geliebter ist an Bord gefangen. Nach viel zu kurzer Wiedersehensfreude sind die Liebenden überzeugt: was auch immer der Schatz der Tiefe ist, er darf um keinen Preis der Welt den Piraten in die Hände fallen.
Als ein Unwetter aufkommt, läuft das Schiff auf ein Riff auf. Nalu und sein Liebster haben den Tod vor Augen – doch dann finden sie sich in einer Höhle wieder, in der Gesellschaft eines mysteriösen Fremden – schön und geheimnisvoll wie das Meer selbst.

 

Irgendwann kam das Autor*innenkollektiv Die Uferlosen (ich freue mich immer noch ganz extrem darüber, bei dieser tollen Truppe mitmischen zu dürfen) auf die Idee, themenbezogene Reihen zu veröffentlichen, deren einzelne Bände inhaltlich nichts miteinander zu tun haben, wohl aber thematisch. Die erste dieser uferlosen Reihen ist inzwischen auf fünf Bände angewachsen. Und dieser fünfte Band unter dem Titel „Kriegerblut“ stammt aus meiner Feder.

Das Seelengefährten-Thema hat mich schon immer sehr angesprochen, darum war es klar, dass ich auch einen Band zur Reihe beisteuern wollte. „Kriegerblut“ greift dazu noch die schon oft und gern in der Fantasy verwursteten Themen „ewiger Kampf zwischen Licht und Dunkel“ und „wiedergeborene alte Held*innen“ mit auf. Aber da ich meine Leser*innen nicht mit der Klischeekeule erschlagen wollte, ist in „Kriegerblut“ einiges anders als man es erwarten könnte.

Ayas und Khasrir, die beiden Seelengefährten (die sich natürlich erst mal finden müssen), gehören zu zwei sehr verschiedenen, aber doch eng miteinander verbundenen Völkern. Einst standen sich die in jeder Hinsicht hellen, dem Licht zugewandten Shirjana mit den gefiederten Vogelschwingen und die dunklen, der Nacht und der Finsternis zugehörenden Vinashu mit der Schuppenhaut und den Drachenflügeln auf dem Schlachtfeld gegenüber. Licht gegen Dunkel, Tag gegen Nacht, nirgends ein Gleichgewicht. Bis zu dem Zeitpunkt, in dem eine Shirjana in einem Vinashu ihren Seelengefährten erkannte.
Damit änderte sich alles – immer mehr Vinashu und Shirjana erkannten einander als Seelengefährten, und zu Ayas‘ und Khasrirs Zeit sind beide Völker eins.

Der Klappentext verrät es:
So alt wie die Welt: der Krieg zwischen Licht und Finsternis.
Den lichten Shirjana und den dunklen Vinashu ist es gelungen, aus dem ewigen Kreis des Kampfes auszubrechen und ein Gleichgewicht zu finden: Jeder Shirjana findet in einem Vinashu seinen Seelengefährten.
Der feinfühlige Shirjana Ayas schlägt sich mit Selbstzweifeln herum: Obwohl er bereits ein Mann ist, hat er seinen dunklen Gefährten bisher nicht gefunden. Noch dazu plagen ihn Albträume, die ihn immer wieder an denselben Ort führen: mitten hinein in eine blutige Schlacht. Als beim jährlichen Treffen der Völker die Abordnung des Sand-Clans ausbleibt, befürchten die Ältesten eine Verbindung zu Ayas‘ Träumen. Zusammen mit den Kundschaftern schicken sie ihn aus, um nach den Vermissten zu suchen.
Als Ayas dabei endlich seinem dunklen Seelenbruder begegnet, findet er so viel mehr. Denn auch Khasrir hat Träume, die den sonst so stolzen, selbstsicheren Grenzwächter bis ins Mark erschüttern, führen sie ihn doch auf dasselbe Schlachtfeld, das auch Ayas im Schlaf immer wieder betritt. Gemeinsam machen sich die Seelengefährten auf, um ihren Träumen auf den Grund zu gehen – und stoßen auf ein uraltes, entsetzliches Geheimnis …

 

Jahres-Ausblick 2019

Hallo ihr Lieben,

ja, mich gibt’s auch noch. Da es inzwischen für einen Jahresrückblick schon viel zu spät ist und ich 2018 auch nur einen Bruchteil von dem geschafft habe, was ich mir vorgenommen habe, gibt es jetzt eben einen Ausblick auf das, was euch in diesem Jahr erwartet – und das ist eine ganze Menge. So viel, das mir davor tatsächlich selber ein bisschen graust, aber irgendwie schaffe ich das schon. Vielleicht hat ja der eine oder die andere ein paar Popmpoms übrig, um selbige für mich zu wedeln, damit ich schneller schreibe. 😉

 Von meinen 2018 gemachten Plänen habe ich einiges umgeschmissen. So wird die Meeresträume-Reihe erst mal nur ein Dreibänder bleiben. Ich schreibe gerade am Ende von Band 3, der Ende Februar unter dem Titel „Fisch zwischen den Fronten“ erscheinen soll und den Abschluss der Geschichten um Sayain und Alvar bildet. Eine weitere Staffel zu machen habe ich erst einmal auf Eis gelegt, denn diese Trilogie hat mich eines gelehrt: ich bin nicht der Mensch für Trilogien oder mehrbändige Serien, es sei denn, ich habe alle Bände bereits akribisch geplottet – und so ein Plotter bin ich einfach nicht. Es wird weitere gay fantasy-Romane mit Bezug zum Meer geben, aber vermutlich eher als Einbänder als als Serie.

Im abschließenden Band der Geschichte sehen sich Sayain, Alvar und Wasserdrachenfrau Sashiru uralten Geheimnissen gegenüber, die so schrecklich sind, dass sie unter keinen Umständen ans Licht kommen dürfen. Doch diese Geheimnisse haben auch unmittelbar mit Sayains Vergangenheit zu tun. Ob der Fischwandler und seine Freunde den Mut haben, diese Geheimnisse zu lüften, erfahrt ihr Ende Februar, wenn „Fisch zwischen den Fronten“ erscheint – wie immer als EBook und Taschenbuch.

 

 

Eine Reihe, die weiter fortgesetzt wird: die Kurzromanreihe „Liebesflammen“, kurze Lesehäppchen für Zwischendurch mit um die 80-120 Seiten, jeder Kurzroman mit einem anderen Heldenpaar, aber immer mit knisternder Erotik und einer leidenschaftlichen Liebesgeschichte. Im zweiten Band der Reihe verschlägt es Fürst Venaro Traverra, einigen vielleicht noch bekannt aus meinem gay fantasy-Roman Das Geheimnis der Flammenden Rose, auf der Suche nach einem Liebesabenteuer mitten in den verbrecherischen Intrigensumpf einer Diebesbande. und auf einmal will der Fürst nicht nur zwei Männer retten, die ihm in einer Nacht sein Herz gestohlen haben, sondern auch einer Diebesbande das Handwerk legen. Sehr zum Missfallen seines Beraters und seiner Leibwächter. Aber immerhin ist Venaro der Fürst – und als der gibt er einen Dreck auf die Aufforderungen, seinen knackigen Hintern doch bitte zuhause in seinem Palast zu lassen, während andere für ihn die Drecksarbeit übernehmen.

 

 

Was sonst noch passiert? das Autorenkollektiv Die Uferlosen, denen ich seit einem Jahr angehöre, veröffentlicht in diesem Frühjahr eine mehrbändige Reihe unter dem Titel „Seelengefährten“. Der erste Band, das Mondmal von Regina Mars ist bereits erschienen und ein absoluter Kracher – ich kann es euch nur empfehlen, lest dieses Buch und erlebt dasselbe wie ich: eine hammertolle, spannende, erotische Geschichte, die euch zu brüllenden Lachkrämpfen, bebendem Fingernägelkauen und vielleicht auch zum Heulen bringen wird. Weitere Bände sind bereits in Arbeit – Tanja Rast und Kaye Alden schreiben schon fleißig, und ich werde mich auch bald dransetzen, meinen Beitrag für die Reihe zu schreiben, der als Band 4 der Reihe erscheinen soll – voraussichtlich spätestens im Juni.
Und dann sind da ja auch noch diese Schubladengeschichten, die jede/r Autor/in so herumfliegen hat. In meiner Schublade tummelt sich ein gay fantasy-Krimi, der vor einiger Zeit einmal als Auftakt zu einer Reihe geplant war. Aber ich habe es euch ja schon gebeichtet – ich habe ein Reihenproblem, und dass ich es einmal geschafft habe, einen halbwegs logischen Krimi mit „whodunnit“-Plot zu stricken, bedeutet ja nicht, dass mir das noch mal gelingt. Langer Rede kurzer Sinn, ich werde dieses Romänchen überarbeiten, so dass es allein und für sich stehen kann, und den „Schattenpanther“ in die freie Wildbahn entlassen, sobald alle notwendigen Umbauarbeiten abgeschlossen sind. Ob es am Ende wirklich dieses Cover werden wird, steht auch noch in den Sternen, aber als Platzhalter finde ich es schon mal ganz nett. Wenn ihr mögt, schreibt mir doch auf Facebook in die Kommentare, ob euch das Bildchen neugierig macht.

Worum es geht? Da kommt man nach einer halben Ewigkeit in seine Heimatstadt zurück, in die man eigentlich nie wieder einen Fuß setzen wollte, weil der eigene Vater (mit dem man im Krach auseinandergegangen ist) die Frechheit hatte, einen plötzlichen Anfall von Tod zu erleiden, hat ein Erbe an der Backe und wird dann auch noch in der Herberge überfallen und aller Papiere beraubt, die einen als einzigen Erben von Guthaben und Ländereien ausweisen. In dieser absolut wunderbaren Situation befindet sich Jorin, als er den mysteriösen Socar kennenlernt. Socar erweist sich nicht nur als Helfer in der Not – sondern auch als ein faszinierender Liebhaber, der es mit katzenhafter Geschmeidigkeit schafft, Jorins Herz zu rauben. Doch schafft er es auch, dem Beraubten sein Erbe zurückzubringen? Das erfahrt ihr … wenn es soweit ist, dass ich dieses Buch auf die Menschheit loslassen kann. 🙂

Soweit zu meinem Jahresplan. Jetzt darf nur nichts mehr dazwischenkommen.

 

Bratäpfel – eine Meeresträume-Weihnachtsgeschichte

Alvar wischte Wassertropfen von der winzigen Scheibe im einzigen Fenster der Hütte und spähte hinaus. Es hatte geschneit, wieder, die ganze Nacht hindurch. Der Schnee hatte den Strand in eine bizarre Traumlandschaft verwandelt. Alles war weiß, es glitzerte im Schein der aufgehenden Sonne. Eiskristalle funkelten an den Halmen des Strandgrases, das tapfer der Kälte trotzte und sich leicht im Wind wiegte. Spuren im Schnee führten hinunter zum Wasser. Spuren nackter Füße.

Alvar schlang fröstelnd die Arme um den Körper und warf noch ein paar Scheite auf das kleine Kochfeuer. Allein bei dem Gedanken, dass Sayain barfuß und vermutlich nackt zum Meer hinuntergelaufen war, um in seinen unendlichen, eisigen Tiefen zu jagen, ließ Gänsehaut auf seinem Körper sprießen. Natürlich, seinen Geliebten störte die Kälte nicht. Fische frieren nicht, hatte Sayain mit einem Augenzwinkern gesagt, als er das erste Mal an einem verschneiten Wintertag zum Meer gegangen war, um zu jagen. Alvar hatte am Strand gewartet, war von einem Fuß auf den anderen gehüpft und hatte sich beinahe die Finger abgefroren. Er war Kälte gewohnt, aber auch Nordmänner gingen im Winter nicht so ohne weiteres im Meer baden.

Die Erinnerung an das, was nach Sayains erster winterlicher Fischjagd gewesen war, ließ Alvar dennoch einen wohligen Schauer über den Rücken rinnen. Vergessen war der Gedanke an Schnee, Eis und lausig kaltes Wasser, vertrieben von den Gedanken an kühle Haut, die unter seinen Händen langsam wieder warm wurde. An Küsse auf weiche Lippen, die nach Salz und Meer schmeckten, die Erinnerung an langes silbernes Haar, das nach Wind duftete. An einen eisigen Körper, der neben ihm auftaute und irgendwann alles andere als kalt gewesen war. Die Erinnerung an die Liebesnacht ließ Alvar leise aufseufzen.

„Sayain“, flüsterte er in die Stille der kleinen Hütte hinein. Er liebte ihn so sehr. Seit sie gemeinsam vor den Sklavenjägern geflohen und sich hier in dieser einsamen Hütte am Strand niedergelassen hatten, war er so glücklich wie noch nie in seinem Leben. Sayain, sein Gestaltwandler, sein geliebter, wunderschöner Meeresjäger. Alvar wurde niemals müde, Sayain zuzusehen, wenn er als mächtiges Fischwesen wie eine scharfe Klinge das Wasser durchschnitt, wenn er ausgelassen wie ein Delfin über die Wellen sprang. Silfri. Er nannte ihn immer noch so, weil er sich an Sayains wahrem Namen immer wieder die Zunge verrenkte. Silfri, Silberner.

Mit einem Lächeln beugte Alvar sich über den Tontopf im Feuer und schaute kurz hinein. Darin lagen in geschmolzener Butter goldbraun gebackene Äpfel, die er vor einigen Tagen zusammen mit der Butter, Honig, Gewürzen und einigen Händen voll Nüsse und Mandeln gegen frischen Fisch auf dem Markt im nahen Dorf eingetauscht hatte. Sayain wusste nichts davon, es sollte eine Überraschung werden. Immerhin war heute das Mittwinterfest. Das ganze Dorf war geschmückt worden, überall hingen immergrüne Zweige und Misteln.  Alvar lächelte und kramte den Mistelzweig aus der Ecke, wo er ihn versteckt hatte, und hängte ihn über der Tür auf.  Dann wandte er sich wieder den heißen Äpfeln zu und ließ ein wenig Honig darüber rinnen. Sie dufteten nach vergangenem Herbst, nach Zimt und der Süße von Honigwein. Durch die Hitze war ihre pralle Schale aufgeplatzt und das weiße Fruchtfleisch schimmerte hindurch, vollgesogen mit Butter und Honig. Alvar leckte sich die Lippen. Eine süße Verführung. Er dachte an Sayains Lippen, an seine weiße Haut, sein seidiges Haar. Daran, dass sie bald Süßes essen und danach Süßes tun würden. Der Gedanke daran badete seinen Körper in wohliger Wärme. Alvar zog den Tontopf an den Rand des Feuers, damit die Äpfel nicht verbrannten, dann nahm er seinen Mantel und ging an den Strand hinunter. Er folgte Sayains Spuren bis zu einem Felsen, auf dem er den Umhang seines Geliebten fand, mit winzigen Schneekristallen bedeckt. Er nahm den Mantel, schüttelte ihn aus und klemmte ihn unter den Arm, damit der Stoff wieder warm wurde. Dann setzte er sich auf den Felsen und schaute auf das Meer hinaus. Es dauerte nicht lange, und er sah den mächtigen Fisch aus dem Wasser schnellen, schneeweiß und schimmernd. Ausgelassen tobte er durch die Wellen dem Strand entgegen, überließ sich der Brandung, die ihn immer näher an den Felsen herantrieb. Noch einmal verschwand der Fisch unter Wasser, und mit der nächsten Welle hob sich Sayain als Mann aus dem Meer. Silbern und schön wie eine Gestalt aus einem Märchen. Er zog ein Netz hinter sich her, in dem glitzernde Fische lagen. Sie zappelten nicht mehr – Alvar wusste, dass sie bereits tot waren, schnell und sauber getötet durch den Biss des Jägers. Er kletterte vom Felsen und breitete den Umhang aus. Mit einem Lächeln auf den Lippen kam Sayain ihm entgegen.

„Du solltest doch drinnen bleiben!“

Sayain schmiegte sich in den Umhang und in Alvars Arme, das Netz hatte er in den Schnee fallen lassen. Alvar umarmte ihn und rubbelte ihn mit dem Umhang trocken.

„Ich weiß. Aber ich liebe es, zu sehen, wenn du an Land kommst, mein Schöner.“ Er küsste ihn, küsste ihm das Salz von den Lippen. „Ich liebe es, wie du schmeckst, wenn du aus dem Wasser kommst. Ich liebe es, wie du duftest. Komm. Ich habe etwas für dich!“

Sayain erwiderte den Kuss und ließ die Zunge leicht über Alvars Lippen huschen. „Das trifft sich gut. Ich habe nämlich auch etwas für dich. Immerhin ist doch heute Mittwinter. Er zwinkerte, dann löste er sich von Alvar, griff nach dem Netz und stieg den Strand zur Hütte hinauf. Alvar lächelte in sich hinein und folgte ihm.

Fröstelnd huschte er in die Hütte, während Sayain die Fische in den angrenzenden kleinen Schuppen brachte.  Alvar war froh, dass Sayain seine Beute gleich draußen fertigmachte und in der Schneetonne vergrub, wo der Fisch gefrieren und frisch bleiben würde.

Alvar zog den Topf mit den Äpfeln aus dem Feuer. Ein Duft nach Gewürzen und Sünde breitete sich in der kleinen Hütte aus, als er den Deckel abnahm. Die Äpfel waren knusprig überkrustet von Honig und Nussmehl, vollgesogen mit ihrem eigenen Saft, das weiße Fleisch unter der rotbraunen, aufgeplatzten Schale schimmerte wie Schnee.

Die Tür öffnete sich, Wind wehte Schneeflocken und Sayain herein, der seinen Umhang abwarf und splitternackt vor Alvar stand und die Arme ausbreitete.

„Ich bin zuhause, Geliebter! Wärme mich!“ Er grinste und schlang die Arme um Alvar, der mit einem leisen Schaudern die Umarmung erwiderte. Alvar küsste ihn und linste zu dem Mistelzweig hoch.

„Jetzt gehörst du mir für ein weiteres Jahr“, sagte er mit einem Schnurren in der Stimme. Sayain betrachtete den Zweig und grinste. „Nordmannzauber?“

„Ja. So könnte man es nennen!“ Alvar küsste ihn noch einmal.

„Sayain schmiegte sich an ihn und schnupperte.

„Du bist wunderbar warm. Was duftet hier so? Ich habe es schon am Strand gerochen, der Duft ist überall an dir, in deinem Haar, in deinen Kleidern. Und dein Mund schmeckte nach Honig…“ Sayains Lippen suchten die seinen und pressten sich auf Alvars Mund. Alvar vergaß die Kälte um sie herum, küsste Sayain tief und hungrig, kostete den Geschmack nach Meer und Salz. Er wehrte sich nicht, als Sayain begann, die Schnürungen seiner Kleider zu lösen. Vergessen war der Topf, als Sayain ihn vor den Kamin dirigierte und ihn auf den Wollteppich vor dem Feuer niederdrückte. Er wehrte sich nicht, als er Sayains kühle Hände auf der Haut spürte. Und als Lippen und Zunge diesen Händen zu folgen begannen, vergaß er alles um sich herum. Da waren nur noch Sayain und dieser Duft nach Salz und Wind, der sich mit dem Duft süßer, nach allen fernen Ländern der Welt riechenden Gewürzen und Früchten mischte. Honig. Zimt. Nüsse und Mandeln. Äpfel. Sayain. Salz und Meer. Sayain.

Alvar ertrank in Sayains Küssen, in seinen Umarmungen, in seiner Lust und seiner Liebe. Als ihre Körper vor dem Feuer eins wurden, fühlte sich Sayains schneeweißer Körper alles andere als kalt an. Wogen der Lust spülten alles Denken fort und ließen nur noch Platz für das Fühlen und das Feuer. Sie brannten beide.

„Mein unmöglicher, verführerischer Fisch!“ Alvar küsste Sayain auf die Nasenspitze und strich ihm das schweißfeuchte Haar aus dem Gesicht. Noch immer rann ein Echo der Lust durch seinen Körper. Wie immer, wenn er und Sayain einander geliebt hatten. Es war, als würde das Feuer bleiben und jedes Mal stärker nachwirken. Sayain lächelte.

„Hat es dir etwa nicht gefallen?“

„Dumme Frage.“ Alvar küsste ihn noch einmal. Sayain seufzte tief und schmiegte sich an ihn.

„Was ist denn nun mit der Überraschung?“ Seine Augen funkelten wie die eines Kindes, das ein Geschenk erwartete. „Und was riecht hier so gut?“

„Die –  oh, Mist. Jetzt sind sie wohl kalt.“

„Die was? Was ist jetzt kalt?“ Sayain erhob sich, trat an den Tisch und schnupperte.

„Bratäpfel. Wir haben sie immer zu Mittwinter gegessen, als ich noch ein kleines Kind war. Das einzige, woran ich mich gern erinnere.“ Er nahm einen Löffel, tauchte ihn in einen der beiden inzwischen deutlich abgekühlten Äpfel und hielt Sayain den Bissen vor die Lippen. Sayain nahm ihn, kaute, und ein Lächeln breitete sich auf seinem Gesicht aus. „Das ist gut!“

Alvar nickte. „Heiß sind sie noch besser.“

„Dann sollten wir sehen, dass sie wieder heiß werden.“ Sayain nahm den Tontopf und schob ihn an den Kamin.

„Und die Zeit, die sie brauchen, um wieder heiß zu werden, können wir sinnvoll nutzen!“

Er zog Alvar zu sich auf den Wollteppich zurück, griff unter den weichen Stoff und holte etwas hervor, das er Alvar reichte.

„Was ist das?“

„Ein Geschenk des Meeres. Und meine Mittwintergabe für dich.“

Alvar betrachtete das Ding genauer – es war eine Muschel, außen unscheinbar, rau überkrustet von Kalk und Schalenresten anderer Muscheln. Doch die Innenseite schillerte in allen möglichen Blau-und Grüntönen, an einigen Stellen ein wenig Violett, Rosa und Silber.

„Wunderschön.“ Alvar hauchte Sayain einen Kuss auf die Lippen. „So wunderschön wie du. Ich werde sie immer bei mir tragen.“

Sayain lächelte. „So wie ich die andere Hälfte.“ Er erwiderte Alvars Kuss. „Ich liebe dich“, flüsterte er, dann begannen seine Finger, erneut auf Wanderschaft zu gehen. „Wir haben noch Zeit, viel Zeit.“

Alvar schloss die Augen und ergab sich den sanften Fingern seines Geliebten. Seine Welt versank in einem Traum aus Sayain, blau schillernden Muscheln, brennendem Feuer und dem Duft von Bratäpfeln. 

Monatsrückblick April

Der April gehörte wie der März komplett der „Meeresträume“-Reihe, was das schreiben angeht. Meeresträume 2 – Fisch in der Falle wurde auf Hochglanz poliert und am letzten des Monats in die freie Wildbahn entlassen. Jetzt geht es im Endspurt auf den Abschluss von Band 3 los, der damit auch den Abschluss der ersten Staffel bilden wird. Zum Jahresende erwartet euch dann noch eine kleine magische Überraschung, bevor es dann mit der zweiten Meeresträume-Staffel weitergeht, in der sich alles um einen abenteuerlustigen Gelehrten, einen neugierigen Meermann und eine geheimnisvolle Stadt auf einer Insel inmitten tobender Wogen drehen wird.
Aber erst mal gibt es jetzt Meeresträume 2 – Fisch in der Falle und ein weiteres spannendes und knisterndes Abenteuer mit Sayain und Alvar. Schickt mir eine Mail oder eine Nachricht auf Facebook, wenn ihr ein signiertes Exemplar möchtet!

 

 Fertig gelesen habe ich im vergangenen Monat auch schon wieder das eine oder andere Buch. Leider hatte ich bisher keine Zeit, alles zu kommentieren, aber die Rezensionen werden jetzt nach und nach hier im Blog erscheinen, unter Anderem zu „Träume, die ich uns stehle“ von Lily Oliver, „Sternenfinsternis – Das Herz der Quelle 2“ von Alana Falk, sowie als ganz besonderen Leckerbissen „Kenna“ („Schmachten & Schlachten 2“), den demnächst erscheinenden zweiten Band aus Tanja Rasts phantastischer Heroic Romantasy-Reihe.

 

 Was noch? Genau, Vorbereitungen. Und zwar für die UniCon in Kiel am letzten Maiwochenende, auf der Tanja und ich mit einem Stand die Uferlosen vertreten werden. Besucht uns zahlreich, kommt zum Quatschen vorbei, futtert unsere Messeschokolade und kauft unsere Bücher! Wir werden das eine oder andere spannende und knisterige Lesefutter im Gepäck haben und nehmen auch gern eure Vorbestellungen entgegen.

Monatsrückblick März

Der März stand ganz im Zeichen von „Meeresträume 2 – Fisch in der Falle“. Letzte Nacht wurde das Rohmanuskript fertig und wanderte gleich in die Hände meiner vertrauenswürdigen Betaleserinnen. Einer Veröffentlichung zum ersten Maiwochenende steht damit nichts mehr im Wege. Es sei denn, die Welt geht unter, und das wollen wir doch nicht hoffen.
Damit ist die Fisch-Trilogie natürlich noch nicht beendet, ein Band fehlt noch, und der wird mich durch die Frühjahrsausgabe des Camp NaNoWriMo begleiten. Angepeilt sind 30.000 Wörter, die Fische brauchen erfahrungsgemäß etwas mehr, aber der größte Batzen dürfte damit geschafft sein.

 

Der März war aber nicht nur ein Monat des Schreibens, ich habe auch an der Reduzierung meines SUB gearbeitet – was dank einiger Wanderbücher aber eher dazu führte, dass die Menge ungelesener Bücher wuchs, anstatt zu schrumpfen. Kommentiert habe ich die gelesenen Bücher natürlich auch: einmal Die stille Seite der Musik von Svea Lundberg und Tochter des dunklen Waldes von Katharina Seck. Aktuell fräse ich mich noch einmal durch Sternensturm (Das Herz der Quelle 1) von Alana Falk, damit ich danach umgehend mit der Fortsetzung „Sternenfinsternis“ anfangen kann, die mich schon den ganzen Tag auffordernd angrinst.

 

Was noch los war? Ich wurde interviewt, einmal von den Uferlosen und einmal von Lina Franken, bzw. ihrem zauberhaft-frechen Protagonisten Keren, der mir mit seinen herrlich anzüglichen Bemerkungen einige Male rote Ohren verpasst hat. Und weil ich immer wieder danach gefragt werde und mich im Uferlosen-Podcast auch ein kleines Bisschen um Kopf und Kragen geredet habe und ziemlich rumgeeiert bin, habe ich auch noch eine kleine Zusammenfassung geschrieben, warum ich eigentlich gay romance schreibe.

 

Und was kommt noch? Irgendwas mit Katzen! Ebenfalls im Mai, wenn alles klappt, parallel zu „Fisch in der falle“ erscheint für die Katzenliebhaber unter euch eine kleine Anthologie mit vier katzigen Kurzgeschichten von niedlich über abgedreht bis nachdenklich. Freut euch auf „Seidenpfoten“ – natürlich melde ich mich, wenn sie da sind und losschleichen.
Und nun – auf in den April.

Monatsrückblick Februar

Der Februar stand zuerst einmal ganz im Zeichen der Veröffentlichung von Meeresträume 1 – Fisch im Netz. Die Geschichte von Fisch-Gestaltwandler Sayain und Ex-Sklaven und Seefahrer Alvar ist immer noch eines meiner Herzprojekte und wird nun endlich die schon lange geplanten, aber bisher nie geschriebenen Fortsetzungen bekommen, in denen Sayains geheimnisvolle Herkunft aufgeklärt werden soll. „Meeresträume 2 – Fisch in der Falle“ ist für Mai geplant, der dritte Band „Fisch und Drache“ soll im August erscheinen.

 

 

 Neben dem Schreiben habe ich natürlich auch wieder einiges gelesen und rezensiert. Meine aktuellen Buchbesprechungen findet ihr wie immer unter Rezensionen, im Februar mit Büchern von Katharina Seck, Julia Fränkle und Helen B. Kraft.

 

 

 Wie auch im vergangenen Jahr liefere ich mir im Tintenzirkel-Autorenforum wieder den Marienkäferpunkte-Schreibwettkampf mit Tanja Rast und Kaye Alden, in der Hoffnung, dass wir es wieder schaffen, uns gegenseitig zu motivieren, anzutreiben und aus Schreibtiefs herauszuholen. Neben der Schreiberei laufen diverse Con-Vorbereitungen. Wo ich mich in diesem Jahr überall herumtreiben werde, findet ihr unter „Termine“. Dort informiere ich euch auch über die Kindle Unlimited-Laufzeiten meiner Selfpublishing-Romane und über neue Veröffentlichungen.

Start ins Selfpublishing – erste Erfahrungen

Eine knappe Woche ist Meeresträume 1 – Fisch im Netz jetzt draußen. Zeit, mal zu berichten und ein kleines Fazit zu ziehen. Bisher verzeichne ich 60 verkaufte und bezahlte „Einheiten“, auf nicht-KDP-Deutsch verbergen sich dahinter 57 EBooks und drei Taschenbücher. Dazu kommen auf die Sekunde genau 16.372 über Kindle Unlimited gelesene Seiten, die ja auch ein bisschen was abwerfen. Ein Blick auf die Tantiementabelle macht gute Laune. Ich habe nach einer Woche die Hälfte der Kosten für das Cover eingespielt. Was leider noch komplett fehlt: Bewertungen. Aber da bin ich optimistisch, nach einer Woche kann ich noch nicht viel erwarten. Wird also noch kommen.

Ein bisschen mehr ins Detail:
Wie halte ich es mit dem Lektorat? Nach langem Überlegen habe ich für mich beschlossen, beim Selfpublishing auf ein professionelles Lektorat zu verzichten und stattdessen mit mehreren handverlesenen Betalesern zu arbeiten, deren Arbeitsweise ich kenne und von denen ich weiß, dass sie mit meinem Manuskript und mir nicht zimperlich umgehen. Und sollte von meinen Stammbetalesern jemand mal keine Zeit haben, werde ich ganz sicher im Kreis der Uferlosen fündig. Auch das Korrektorat finde ich im Uferlosen-oder Freundeskreis, und ich revanchiere mich meinerseits mit Beta-Arbeit oder testlesen und Rezensionen. Eine Hand wäscht da zuverlässig die andere.

Selfpublishing ist aufwändig. Klar. Denn ich mache fast alles alleine. Beim Buch-und EBooksatz hatte ich Hilfe, aber in Zukunft möchte ich auch da selbständiger werden und mehr allein machen. Das Hochladen der Buchinhalte und Covergrafiken über KDP ist im Grunde einfach und weitgehend intuitiv, dennoch war ich froh darüber, beim ersten Mal eine erfahrene Selfpublisherin an der Hand zu haben, die mich am Telefon durch die einzelnen Schritte geführt hat. Bim nächsten Mal werde ich auch das allein hinbekommen – ich kann mich an den Angaben fürs erste Buch entlanghangeln und alles genau so eingeben, dann passt das schon. Sehr niedlich: Zwischendurch prüft KDP Buchinhalte und Grafiken, damit am Ende auch alles passt und gut aussieht. Das kann ein bisschen dauern. Zwischendurch aufpoppende Fenster mit der Aufforderung, sich doch mal eben einen Kaffee zu holen oder ein Sandwich zu schmieren, finde ich schon sehr knuffig.

Und wieder mal habe ich gelernt: wenn etwas nicht klappt, auch mal in die Emails gucken, denn KDP sagt einem sehr deutlich, was hakt, wenn denn etwas hakt. Nachdem wir uns zu dritt zum x-ten Mal darüber gewundert hatten, dass die Printausgabe dauernd von „wird geprüft“ auf „Entwurf“ zurückspringt, und die nette Infomail von KDP etwas von einem Coverfehler murmelte, dauerte es zwar noch ein wenig, bis der Fehler tatsächlich aufgespürt war (in diesem Fall waren es Ä-Pünktchen, die auf dem Buchrücken zu weit über eine „Sicherheitslinie“ hinausragten – da komm mal drauf!), aber dann lief auch alles reibungslos.

Was macht man, wenn alles hochgeladen ist und tatsächlich den Status „wird geprüft“ beibehalt: warten, rumhibbeln und Nägelkauen und die Zeit schon mal nutzen, die Werbung vorzubereiten, denn auch damit sitzt man als Selfpublisher natürlich allein da. Also ran an den Speck, Blogbeiträge und Facebookmeldungen vorbereiten, vielleicht ein Gewinnspiel posten. Wer mag, bereitet vielleicht eine Leserunde bei den üblichen verdächtigen Portalen vor oder kündigt schon mal Vorab-Exemplare für mögliche RezensentInnen an.
Meist ist das Ebook schon nach relativ kurzer Zeit auf Amazon sichtbar. Es kann durchaus sein, dass es auf KDP noch im Prüfungsstatus hängt, wird dann aber relativ bald auf „live“ springen. Und dann ist es wirklich da. Beim Taschenbuch dauert die Prüfung deutlich länger. Hochgeladen haben wir es irgendwann in der Nacht vom 4. auf den 5. Februar, und irgendwann mittags war es dann sichtbar und auf Amazon bestellbar.
Was dann noch mal ein bisschen dauert, ist die Verknüpfung von EBook und Taschenbuch. Wenn das nicht klappt, hilft erst mal ein Blick in die Angaben auf KDP: sind die Buchinformationen bei beiden Ausgaben gleich? Dann sollte die Verknüpfung automatisch passieren, wenn nicht, hilft eine Mail an den KDP-Service, der in der Regel extrem schnell und superfreundlich reagiert. Falls nicht, sollten erst mal die Angaben für beide Ausgaben angepasst werden. Und wenn es dann immer noch nicht klappt: KDP ist wirklich sehr hilfsbereit.

Und dann? Tja, dann ging das Stalken los. KDP zeigt genau an, wie viele Kindle-Unlimited-Seiten gelesen wurden, wie viele Taschenbücher und EBooks über den virtuellen Ladentisch gingen und wie viele Rückgaben zu verzeichnen sind. Und natürlich werden Tantiemen angezeigt.
Abgerechnet wird alle zwei Monate nach Erscheinen des Buches, und sobald 20 Euro an Einnahmen überschritten wurden, wird ausgezahlt.

Was ich merke: SP macht Spaß, und irgendwie macht es süchtig. Ich erlebe sozusagen live und sehr unmittelbar, dass mein Buch ankommt, dass es gesehen und gelesen wird. Das motiviert, an der Fortsetzung der Reihe zu arbeiten, und führt dazu, dass ich anfange, meine Festplatte nach Schubladengeschichten zu durchwühlen, die es wert sind, ebenfalls das Licht der Welt zu erblicken, auch wenn sie es vielleicht bei Anthologie-Ausschreibungen nicht geschafft haben.

Ich werde auf jeden Fall weitermachen mit „Gay fantasy für Erwachsene – und irgendwas mit Katzen“.

Monatsrückblick Januar und ein bisschen Werbung

 Der Januar stand ganz im Zeichen der Arbeit an „Fisch im Netz“, ursprünglich „Im Fischernetz“, das spätestens am 5. Februar in neuem Gewand und in komplett überarbeiteter Fassung den Buchmarkt neu erobern soll – und mein Debüt als Selfpublisherin darstellt. Fragt mich mal, ob ich hibbelig bin. Mit dem schicken neuen Cover von Cover für Dich ist dieser kleine Roman nicht nur ein Hingucker geworden, sondern auch endlich das, was er schon immer sein sollte: der Auftakt einer Reihe. Unter dem Reihentitel „Meeresträume“ wird es mehrere Staffeln mit jeweils einem Heldenpaar pro Staffel geben, und den Anfang machen Sayain und Alvar. Unverwechselbares Kennzeichen dieser ersten Staffel: Sayain wird immer der Coverboy bleiben und mit seinem entzückenden Rücken für den nötigen Wiedererkennungswert sorgen. Was unter Anderem der Tatsache geschuldet ist, dass Alvars Aussehen sich in meinem Kopf als „Viggo Mortensen als Aragorn, aber mit roten Haaren“ eingebrannt hat, und so ein Bild finde mal auf Shutterstock und Co. – Fehlanzeige. Also wird Sayain der Job als knackige Rückansicht auf dem Cover bis zum Ende der ersten Staffel erhalten bleiben. „Meeresträume“ gibt es dann ab kommenden Montag, 5.2.2018, als Print und als EBook über Amazon, später ist auch noch eine Veröffentlichung als Tolino-EBook geplant.

Uaaaahhh. Habt ihr eine Ahnung, wie *aufregend* diese Selfpublishing-Sache ist? Wenn nicht, probiert es aus. Um Tanja Rasts gemeinsam mit dem ersten Meeresträumeband erscheinenden Heroen, den Feuermagier Roveon, zu zitieren: „Es wird euch gefallen.“

 

 

 

 Noch etwas ganz Tolles ist in diesem Januar passiert – ich wurde uferlos und darf mich von nun an als Mitglied des coolsten, nettesten und verrücktesten Kollektivs von Gay Romance-AutorInnen bezeichnen, das dieser Planet zu bieten hat, und darüber freue ich mich ganz besonders.
Den Uferlosen-Blog findet ihr hier, wenn ihr mal gucken wollt, wer noch alles mit von der Partie ist. Im Mai werdet ihr Tanja Rast und mich in Kiel auf der Unicon finden, wo wir die Uferlosen hoffentlich würdig (muaaahahaha, würdig? *hust*) vertreten und natürlich auch eine Auswahl unserer Bücher mitbringen werden.

 

Und sonst so? Ich habe eine ultrageheime Geheimkurzgeschichte in Arbeit, die ich hoffentlich bald beenden kann, und den ersten Betadurchgang vom Winterkater zurückbekommen, um den ich mich langsam mal kümmern sollte, da er bereits vom Machandel Verlag erwartet wird. Und natürlich schreibe ich brav weiter am zweiten Band der Meeresträume-Reihe, der unter dem Titel „Fisch in der Falle“ sehr wahrscheinlich noch vor der Unicon erscheinen soll – wenn nicht dann, dann auf jeden Fall kurz danach.

Und weil das ja alles noch nicht genug ist, bin ich auch noch unter die Art Journal-Nutzer gegangen und habe damit begonnen, ein unschuldiges Blano-Notizbuch mit farblichen Ergüssen in Aquarell, Fineliner, Ölkreiden und  Wachsstiften zu füllen. Dazu dann in einem eigenen Eintrag bald mehr!

Kaye Alden: Jenseits der Grenze (NuR 5)

Mit „Jenseits der Grenze“ setzt Kaye Alden ihre Reihe um Nel und Rin (NuR) fort und lässt ihre beiden wandlungsfähigen Helden dieses Mal in einem an einen phantastischen Wilden Westen voller Magie und Schamanenzauber erinnernden Setting auftreten.
Von Geistern geleitet rettet der Schamane Rin den verletzten Nel aus den Händen einer Gruppe von Männern, die er zunächst für eine Räuberbande hält. Rin lebt jenseits der Grenze, einer magischen Barriere, die das Land der Weißen vom Land der an Indianer erinnernden Ureinwohner trennt. Niemand, der sich nicht auf Schamanenzauber und Kommunikation mit den Geistern versteht, kann diese Grenze unbeschadet übertrezen – und auch Nel kann das anscheinend nur, weil Rin ihn mit sich nimmt und in seinem Refugium gesundpflegt.
Die beiden Männer kommen sich schnell näher, und doch ist Rin sich sicher, dass Nel hinter seinem sonnigen Gemüt Geheimnisse verbirgt, die ihm die Seele zerreißen. Rin setzt alles daran, Nel zu helfen – und seine Liebe zu gewinnen.

Ich habe alle Nel und Rin-Episoden gelesen und muss sagen, dass für mich diese bisher die schönste ist. Kaye Alden zeichnet die Geisterbegegnungen und die Welt des Schamanen Rin und wunderbaren Worten und Farben und nimmt ihre Leser mit in diese phantastische Welt, in der die Luft lachen und die Erde schnurren kann. Mit ihrer märchenhaften Erzählstimme entführt Kaye Alden in eine Welt, in der alles von Geisterkraft durchdrungen ist. Stein, Pflanze, Tier und die Elemente erscheinen dem Leser nach dieser Geschichte in einem ganz anderen Licht.

Eine wunderbare Fortsetzung der NuR-Reihe.