2018 – Jahresplanung

*trommelwirbel* Ja, es gibt ihn, einen Masterplan für 2018 (*guckt den Plan an und denkt sich: ja, bin ich denn vollkommen bescheuert?*)!  Und da steht einiges ins Haus. Unter anderem endlich der Start ins Selfpublishing, denn ich bekomme die Rechte an der ersten gay romance, die ich je geschrieben habe, wieder zurück: „Im Fischernetz“ gehört dann wieder komplett mir, und ich werde diese niedliche kleine Novelle ein wenig ausbauen, komplett überarbeiten und im neuen Gewand und um einige Szenen reicher im Selbstverlag wieder auf die Menschheit loslassen – und es wird weitere Geschichten um den mysteriösen Sayain und den rothaarigen Ex-Sklaven Alvar geben! Und wenn nichts Großartiges wie eine Zombieapokalypse oder der Weltuntergang oder die Tatsache, dass im Haus dieser Autorin der Ostfriesentee ausgeht (Katastrophe!), sieht es im Autorinnen-und Katzenhaushalt nach folgender Jahresplanung aus (Änderungen vorbehalten. Wie meine Mama immer sagt: „Und sie machte einen Plan; und es wurde nichts daraus!“):

 Quartal 1:
Überarbeitung von „Fisch im Netz“ (ehemals Im Fischernetz) als Auftakt einer Minireihe und Neuveröffentlichung im SP
Liebesflammen (gay romance-Novellenreihe) plotten und schreiben
Plotten eines Sequels für die „Flammende Rose“ (diverse Ideen für einen möglichen Plot stehen bereits Schlange, bisher war aber keine davon bereit, sich festnageln zu lassen)
eine Kurzgeschichte plotten und schreiben (Auftragsarbeit, was Regionales mit Fantasy und Katzen), sowie Plotten und Schreiben weiterer Kurzromane in der Welt von „Fisch im Netz“

Quartal 2:
Fisch 2 und eventuell Liebesflammen 2 veröffentlichen, Fisch 3 plotten und schreiben
Liebesflammen weiterschreiben, so wie’s gerade passt
Arbeit am Rosensequel
Arbeit an irgendwas mit Katzen

 Quartal 3:
Fisch 3 veröffentlichen
Liebesflammen weiter bearbeiten
Rosensequel fertigstellen und einreichen
Arbeit an irgendwas mit Katzen

 Quartal 4: 
einen Liebesflammenband veröffentlichen
NaNo plotten und schreiben (irgendwas mit Katzen)
Liebesflammen 5 anfangen für die VÖ in Quartal 1 2019

 

Das Sequel wird keine direkte Fortsetzung der Flammenden Rose sein. Es wird ein Wiedersehen mit dem Reich Traverra, seinem unmöglichen Fürsten und bekannten Heldennasen geben, die Hauptrolle wird jedoch ein anderes Heldenpaar spielen. Eine Reihe von gay romance-Traverra-Romanen ist angedacht, die Bücher werden aber außer dem gemeinsamen Schauplatz und eventuellen Gastauftritten bereits bekannter Figuren keinen Zusammenhang haben und werden alle unabhängig voneinander lesbar sein.

Irgendwas mit Katzen kann im Moment noch alles bedeuten: Streunerkatzen in bekannten Städten ebenso wie ihre wilden Verwandten in Bergen, Steppe und Wüste. Vielleicht gibt es Geparden in der Savanne oder Pumas im Yellowstonepark, vielleicht auch Luchse in Norwegen oder Löwen am Sambesi. Wer weiß?

Dazu noch ein paar gute Vorsätze, das neue Jahr kann durchstarten:

  • mehr Zeit zum lesen und schreiben nehmen
  • weniger Zeit verplempern mit ziellosem Rumsurfen und Daddelspielchen (gibt nur Rückenschmerzen)
  • mehr Achtsamkeit
  • mehr „self care“
  • weniger schlechtes Gewissen und Schuldgefühle
  • und wie immer, weil das ja im Grunde fast jede/r will: endlich mal das Zielgewicht erreichen 🙂

 

 

Jahresrückblick

2017 ist so gut wie durch, 2018 kratzt schon ungeduldig an der Tür – Zeit für einen kleinen Rückblick. Es ist einiges passiert in 2017, Schönes und weniger Schönes, vieles vom Schönen hat mit Musik oder Schreiben zu tun. Ich habe viel gelesen, weniger geschrieben, als ich wollte, dafür mehr überarbeitet, als geplant war und statt einem sogar zwei Bücher veröffentlicht. Ich habe viel gelernt in diesem vergangenen Jahr – über das Schreiben, über mich, über das Leben an sich, über jede Art von Ausmisten, über Beziehungen, über Dinge und Menschen, die mir guttun (oder eben nicht) und über Enden und Anfänge. Ich habe eine alte Schulfreundin wiedergefunden (vielmehr hat sie mich wiedergefunden), und ich bin immer noch völlig baff, dass die Frau, mit der zusammen ich die ersten zögerlichen Schritte Richtung „kreatives Schreiben“ unternommen habe, inzwischen eine erfolgreiche Selfpublisherin ist, die mich über meine „Flammende Rose“ aufgestöbert hat. Menschen fragen mich, was an mir auf einmal so anders ist. Und ich antworte: ich. Ich bin anders geworden. Ein Jahr älter, ein paar Kilo leichter, aber mein Selbstbewusstsein, das hat zugenommen. Dank einiger wirklich treuer und guter Freunde, dank meiner Familie und meiner tollen Kolleginnen und Kollegen. Ich bin achtsamer geworden – nicht nur meinen Mitmenschen und meiner Umwelt gegenüber, sondern auch gegenüber mir selbst. Der Weg dahin war nicht immer einfach. Aber wann ist zu lernen und sich zu entwickeln schon einfach?
Ich wünsche mir das für 2018 – weiter zu lernen, mich weiter zu entwickeln und weiter daran zu arbeiten, keine Angst mehr vor Neuem zu haben. Denn jedem Anfang, das wusste schon Hermann Hesse, wohnt ein Zauber inne.

Noch ein paar Details?

Veröffentlichungen. 2018 haben zwei meiner Herzensprojekte ihren Weg gemacht und sind in zwei wunderbaren Kleinverlagen mit wunderbaren VerlegerInnen erschienen, mit denen die Zusammenarbeit ebenso harmonisch wie lehrreiche für mich war. Roms Katzen erschien im Verlag ohneohren, und Das Geheimnis der Flammenden Rose im Traumtänzer-Verlag.

 

Schreiben: Geschrieben habe ich nicht so viel, wie ich wollte, denn es kam einiges an Überarbeitungsarbeit, mit der ich so nicht gerechnet hatte. Das Lektorat für „Roms Katzen“ war ein Spaziergang, das für die „Flammende Rose“ ein Triathlon unter erschwerten Bedingungen: Laufen in der Wüste, Radfahren durchweg bergauf und Schwimmen im Wildwasser. Heraus kam ein wirklich brauchbarer Roman, und ich fühlte mich kurzzeitig wie die Iron Woman des Überarbeitens. Ohne Hilfe wäre ich wohl nicht weit gekommen, noch mal ein dickes Danke hier an Tanja, die mich immer wieder aus dem Jammersumpf gezogen hat.
Von einem Projekt bzw. einer Welt habe ich mich bis auf weiteres verabschiedet: von den Nithyara. Vielleicht wird es irgendwann noch einmal Nithyarageschichten geben, aber nicht zeitnah, denn in den angefangenen Nithyara-Manuskripten muss erst einmal Rasen gemäht und Unkraut gejätet werden.
Natürlich gab es auch in diesem letzten Jahr wieder einen NaNoWriMo, dessen Ergebnis es wahrscheinlich Ende dieses Jahres zwischen Buchdeckeln geben wird – mal wieder „was mit Katzen“.

Lesen. Leider viel zu wenig, oft habe ich mir einfach nicht die Zeit zum lesen genommen und stattdessen andere Dinge getan, über die ich mich im Nachhinein geärgert habe, weil mir ein Buch viel mehr gegeben hätte als stumpfes Bubbleshooter-Daddeln vor dem Computer. Der Stapel ungelesener Bücher ist kleiner geworden, abgearbeitet ist er aber noch lange nicht – wie auch, es kommen ja ständig neue Bücher dazu (sehr zum Leidwesen meines Mannes und der überquellenden Bücherregale…)! Zu den meisten Büchern findet ihr hier auf dem Blog unter Rezensionen auch kurze Kommentare, darum hier nur eine Liste meines letztjährigen Lesefutters (wild gemischt in Lesereihenfolge):

 

  • Lonna Haden: „Der Krähenwolf“
  • ETA Hoffmann: „Nussknacker und Mausekönig“
  • Katharina Seck: „Die silberne Königin“
  • Helen B. Kraft: „Der Duft des Sturms“ (Erbe der Sieben Wüsten 3)
  • Alana Falk: „Das Herz der Quelle“ (Sternensturm 1)
  • Leann Porter: „Die Fährte der Wandler“
  • Kai Meyer: „Die Krone der Sterne“
  • Markus Heitz: Wedora“
  • Jessica Hartmann: „Adam und Sal“
  • Tanja Rast: „Runenschicksal“
  • Helen B. Kraft: „Gefährliche Lügen“ (Erbe der Sieben Wüsten 4)
  • Tanja Rast: „Klosterschatz“
  • Ju Honisch: „Seelenspalter“
  • Andreas Wilhelm: „Projekt Babylon“
  • M. S. Kelts: „Allicanto – Goldvogel“
  • Tanja Rast: „Feuerzauber“
  • Tanja Rast: „Magiefunken 1“
  • Joy Smith Aiken: „Solos Reise“ (zum xten Mal… ich liebe es einfach
  • Otfried Preußler: „Krabat“ (wie jedes Jahr, das Adventszeitbuch)
  • Deborah Feldman: „Unorthodox“
  • Valerie Colberg: „Talvars Schuld“

Pläne für 2018? Aber hallo! Für dieses Jahr plane ich, mich endlich als Selfpublisher zu versuchen,  und  ich starte mit einem „oldie but goldie“. Zum Jahresende habe ich nämlich die Rechte an meinen gay romance/fantasy-Kurzroman „Im Fischernetz“ zurückbekommen und werde dieses alte Schätzchen auf Hochglanz poliert mit ein paar neuen Szenen, neuem Cover und komplett überarbeitet herausbringen, sobald ich mit der Poliererei fertig bin.  Unter dem Titel „Fisch im Netz“ wird das alte „Fischernetz“ Auftakt einer Reihe von gay fantasy-Kurzromanen werden, die alle eines gemeinsam haben: Sie spielen im oder am Meer oder das Meer spielt eine wichtige Rolle. Staffel 1 wird sich komplett um die Helden aus dem „Fischernetz“ drehen. Darum auch der Reihentitel „Meeresträume“.
Parallel arbeite ich an einer Reihe von noch zu schreibenden gay romance-Fantasy-Novellen unter dem Reihentitel „Liebesflammen“, die ebenfalls immer dann erscheinen werden, wenn ein Band fertig ist. Diverse Settings und Helden stehen bereit, die Plotbunnies wurden bereits im vergangenen Jahr eingefangen und harren nun ihrer Bearbeitung. Mit etwas Glück schlüpft der erste Band passend zu Ostern aus seinem Ei.
Natürlich wird es auch 2018 getreu dem Motto „Gay fantasy und irgendwas mit Katzen“ auch wieder irgendwas mit Katzen geben, allerspätestens im November, den vergangene NaNoWrimos haben mir gezeigt, dass NaNo und Katzen für mich einfach die perfekte Kombination sind.

Und natürlich will ich auch wieder lesen, lesen, lesen, so oft und so viel nur geht, denn schreiben lernt der Mensch nicht nur durchs immer wieder versuchen, immer wieder schreiben, sondern auch und vielleicht sogar in erster Linie durch das Lesen.

Also… da isser, der SuB, wilder Mix aus allem Möglichen, mit Tee und Lesezeichen:

Walter Moers: Die Stadt der träumenden Bücher
Paulo Coelho: Veronika beschließt zu sterben
Paul Gallico: Jennie, meine Freundin
Jonas Jonasson: Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand
Helen B. Kraft: Geheimnisse der Macht (Erbe der Sieben Wüsten V)
Jörg Magenau: Schmidt-Lenz
Ken Follett: Kinder der Freiheit  (*hader*… so ein dicker Wälzer…)
Cormac McCarthy: All die schönen Pferde
Peter Ustinov: Die Gabe des Lachens
Harold G. Moore und Joe Galloway: We were soldiers once… and young (der Tatsachenbericht, auf dem der Film „Wir waren Helden“ basiert)
Guy Gavriel Kay: The Summer Tree
Neill Gaiman: Niemalsland
Dazu noch vier EBooks: Lily Oliver: Träume, die ich uns stehle; Tanja Rast: Ein Ritter für Beriz und Katharina Seck: Die Stille zwischen Himmel und Meer (aka „Edda“) und Tochter des dunklen Waldes.

Kater. Kater? Natürlich. Kein Neujahr ohne Kater (und ja, ich meine den mit dem Fell, wenn auch der Silvesterkater noch leise miauend seine Pfotenabdrücke hinten in meinem Schädel hinterlässt). Auch Kater wird dieses Jahr hin und wieder zu Wort kommen, klein, stark, schwarz, und wie immer ein bisschen weise, ein bisschen philosophisch und mit all seiner den Katzen eigenen schnurrigen Ruhe und Achtsamkeit. Vielleicht besucht ihr den Kater und mich ja hin und wieder. Wir wünschen euch ein erfolgreiches, gesundes neues Jahr. Mögen euch nie die Ideen ausgehen und nie der neugierige Blick über den Tellerrand.

 

Eure AutorinMitKatze
Tina

Die Zwielichtigen verabschieden sich

Liebe LeserInnen,

manchmal kommt es erstens anders und zweitens als man denkt.

Die „Zwielichter“ waren nie als Mammutprojekt geplant. Inzwischen haben sie sich unter anderem dadurch, dass ich den Anspruch an mich hatte, euch jede Woche mit einem neuen Schnipsel zu versorgen, zu einem Riesenballon aufgebläht. Schreibenderweise habe ich mich von Sonntag zu Sonntag gehangelt, und mir ohne es zu merken eine Falle gestellt.
Heute bin ich mit Volldampf reingetreten. Ich habe mir einen dicken Plotknoten fabriziert und komme nicht wieder heraus – es sei denn, ich gönne mir eine Pause und der Geschichte die Zeit zum Wachsen, die sie braucht. Daher mache ich es kurz und schmerzlos: die Zwielichter melden sich auf unbestimmte Zeit ab.

Vielen Dank allen, die sie bis hierher begleitet haben.
Natürlich existiert in meinem Kopf das Ende der Geschichte. Ich weiß nur aktuell vor lauter Plotknoten nicht, wie ich dort hinkommen soll, ohne noch mal über hundert verschwurbelte Seiten zu produzieren. Trotzdem möchte ich euch nicht in der Luft hängen lassen. Wer wissen will, die die Geschichte der Zwielichtigen endet, dem schicke ich gern eine Zusammenfassung zu.

Und nun: Tschüß, Zwielicht, willkommen ….?
Lasst euch überraschen, wenn es demnächst in diesem Theater wieder heißt: Schnipselzeit!

Monatsrückblick: Februar/März

Da gehen sie hin, die guten Vorsätze, und der Monatsrückblick für den Februar ist einfach den Bach runtergegangen und wurde vergessen.  Darum nun ein Rückblick auf beide Monate, in denen tatsächlich einiges passiert ist.

Tina hat gelesen und zum Teil auch rezensiert. Um diese Exemplare ist der Stapel ungelesener Bücher kleiner geworden:

Lonna Haden: Der Krähenwolf
E.T.A, Hoffmann: Nussknacker und Mausekönig (genau das Richtige für die Weihnachtszeit!)
Helen B. Kraft: Der Duft des Sturms*
Katharina Seck: Die silberne Königin*
Alana Falk: Sternensturm –das Herz der Quelle*
Leann Porter: Die Fährte der Wandler*
Kai Meyer: Die Krone der Sterne*

Unter „Rezensionen“ findet ihr zu den mit einem * gekennzeichneten Büchern auch meine ganz persönliche Meinung dazu.

 

Tina hat geschrieben:
Der Nithyara-Völkerroman „Erwählte des Zwielichts“ geht langsam in den Endspurt und wird sich auch noch eine Weile in kleinen Häppchen hier im Blog einfinden. Es befinden sich bereits einige Ideen in der Pipeline, was nach dem Wörtchen „Ende“ mit dem Manuskript passieren soll.

 

 

Tina hat überarbeitet:
NaNoWriMo-Altlast aus 2013 unter dem Titel „Die rote Tür“ kam zurück von einer strengen Beta-Tour durch Helen B. Kraft und wurde einmal kräftig aufpoliert, um sich dann in Form von Exposé und Leseprobe zu einem ganz neuen Stern am Kleinverlagshimmel aufzumachen. Jetzt sitze ich am Lektorat und freue mich über den Vertrag vom Traumtänzer-Verlag.

Das Lektorat für den tierischen Fantasy-Roman „Roms Katzen“  ist durch, und einem Erscheinen dieses flauschigen Buches im Mai beim Verlag Ohneohren steht nichts mehr im Wege. Ich freue mich schon sehr darauf, auch diesen in einem NaNoWriMo entstandenen Roman bald in EBook-und Buchform in den Händen zu halten.

Und noch was neues aus der Sparte „Überarbeitung“: Tina hat das erste Mal auf der Lektorenseite gesessen und das Manuskript für einen humorigen Katzenratgeber lektoriert. Als Erscheinungsdatum liegt mir Anfang April vor für das im Verlag In Farbe und Bunt herauskommende Buch von Pia Fauerbach: AKGB – Gesetzbuch des (all)gemeinen Katzentiers. Ich hatte Spaß. Sehr viel Spaß. Und ich hoffe, keiner meiner pelzigen Mitbewohner hat mir bei der Arbeit zugesehen.

Erwählte des Zwielichts 92

Ein Leuchten huschte über Flammensterns Gesicht und spiegelte sich in Nebelstreifs und Wegsuchers Augen wider. „Ihr seid willkommen. Von Herzen. Wenn ihr es wollt, dann gehen wir noch in dieser Nacht zu den Steinen.“

„Ja“, sagte Malika, „ja, das will ich. Ich will gar keine Möglichkeit mehr haben, es mir anders zu überlegen. Ich will ablegen was war, ich will eure Götter und ich will dieses Sternenfeuer. Auch wenn wir zu euch stoßen, sind wir immer noch wenig, um es mit der Finsteren aufzunehmen.“

„Aber wir wissen, wofür wir kämpfen“, sagte Flammenstern. „Wir wissen, was wir zu verlieren haben. Glaubt mir, nach den wenigen Wochen, die wir hier Frieden hatten und einfach nur die sein konnten, die wir vor dem Krieg waren, will ich das nie wieder missen. Wenn ich kämpfen muss, dann kämpfe ich – damit Feuerlanzes Kind und all die Kinder, die folgen werden, in Frieden aufwachsen und statt Soldaten Musiker, Dichter, Künstler werden können.“

„Das wäre wunderbar.“ Malika lehnte den Kopf an Liandras‘ Schulter und sah zu Feuerlanze hinüber. Sie scherzte mit ihrem Gefährten, der voller Liebe ihren gerundeten Leib berührte. Ein Kind … mit Liandras? Sie lächelte. Sie hatte nie Mutter sein wollen. Sie war Kriegerin, Kundschafterin, Soldatin. Warum regte sich jetzt der Wunsch nach einer eigenen Familie in ihr? Malika kippte ihren Tee hinunter und wünschte sich, es wäre Schnaps. Närrische Gedanken. Frieden ist nicht gut für mich. Ich will Sternenfeuer, damit ich Khadiss dahin zurückschießen kann, woher sie gekommen ist … ein für alle Mal! Weiterlesen →

Monatsrückblick: Januar

Geschafft. Der erste gute Vorsatz fürs neue Jahr wurde erfüllt: Mehr bloggen. Es gab neue Zwielichteinträge, zwei neue Rezensionen und zwei Interviews. Auch Herr Kater hat sich wieder einmal zu Wort gemeldet.

 

 

Schreiben: Yenyaab – Verbotenes Kraut wächst stillvergnügt vor sich hin. Noch ist es nicht im Ansatz fertig, aber der Knoten im Kopf wurde entwirrt und so langsam klärt sich der Nebel, der den Weg zum Ende bisher hartnäckig verschleiert hat. Dennoch fürchte ich dieses Buch wird mein erster „über 400-Normseiten-Wälzer“. Es ist so, wie es ist, wenn die Geschichte Platz braucht, dann soll sie sie haben.

Ebenfalls weiter ging es mit mit den Erwählten des Zwielichts, die ihr hier im Blog unter „Onlineroman“ weiter verfolgen könnt. Kommenden Sonntag gibt es mal wieder ein Zwielicht-Special für die, die nicht so gern längere Geschichten in homöopathischen Dosen zu sich nehmen – schaut einfach wieder rein.

Auch bei den Nityhara tut sich was. Die Arbeit an einer Kurzgeschichtensammlung hat begonnen. Geplant sind insgesamt fünf spannende, erotische, tragische und humorvolle Geschichten (oder besser Novellen … ich kenn mich, auch wenn die Dinger Kurzgeschichten heißen, werden sie sicherlich alles andere als kurz) aus der Welt der Nityhara, Nachtelfen und Schattendämonen.

 

 

Der November wirft seine Schatten voraus…

yenyaab-avatar… und mit ihm der NaNoWriMo, dieser jährlich um sich greifende Schreibwahnsinn, der Hobbyautoren, Semiprofessionelle und Vollberufliche gleichermaßen infiziert und erwischt.

Worum es geht?

Schreibe einen Roman von mindestens 50.000 Wörtern Länge in 30 Tagen.

In diesem Jahr gehe ich zum neunten Mal an den Start. Bisher habe ich es jedes Mal geschafft, die 50.000 zu knacken – aber noch nie, den Roman wirklich zu beenden. Dieses Jahr ist es mein großes, unerreichbar erscheinendes Ziel, den November-Schreibwahnsinn mit dem Wort „Ende“ abzuschließen, um nicht noch eine halbe Romanleiche in der Schublade liegen zu haben.

Diesmal entführe ich meine Schnipselmitleser in eine mysteriöse Dschungelwelt und eine vor Leben, Kriminalität und nicht ganz so erlaubten Pflanzen pulsierende Großstadt, in der die elfenhaften, paranormal begabten Inayri Seite an Seite mit nicht ganz so paranormal begabten Menschen leben.

Und da ich ohne Plotten und Planen nicht in den November gehe, der brotjobtechnisch und freizeitstressmäßig leider recht arbeitsintensiv werden wird, gibt es auch schon einen Cast und einen … TA-Daaa! … Klappentext.
Um Licht in ein düsteres Familiengeheimnis zu bringen, verlässt der empathisch begabte Inayri Sanyiou (siehe Beitragsbild und Motivations-Cover) seine Heimat in den tiefen Wäldern von Abinia und zieht nach Cintra, der großen Handelsmetropole der Menschen Abinias, in der alle Fäden des Reiches zusammenlaufen. Nicht wissend, dass das Yenyaabkraut, das er bei sich trägt, um sich auf Reisen zu stärken, dort als gefährliches Rauschmittel gilt und verboten ist, gerät er prompt in Schwierigkeiten, in denen ihm der junge Arzt Revan wie ein Rettungsanker erscheint. Zum Dank für die Hilfe schließt sich Sanyiou Revan an, um ihm mit seinen empathischen Fähigkeiten in seiner Heiler-Praxis zu helfen. Doch da ist immer noch dieses dunkle Geheimnis, zu dessen Aufklärung Sanyiou ebenfalls seine Gaben nutzen muss. Als Sanyiou an der tödlichen „Gabenkrankheit“ erkrankt, eröffnet Revan ihm, dass er auf der Suche nach einem Heilmittel dagegen ist – und dazu das Yenyaabkraut benötigt. Und bald schon muss Sanyiou erkennen, dass Yenyaab nicht nur der Schlüssel zu seiner Heilung ist, sondern auch zu dem Geheimnis, das seine Familie so sorgsam hütet. Und dass er sich in Revan verliebt, macht die ganze Sache auch nicht einfacher.

Und es gibt sogar schon ein Motivations-Cover, erstellt aus Shutterstock-Bildern von der wunderbaren Sylvia Ludwig von Cover für Dich:
yenyaab-entwurf01

Interview: Tanja Rast über Cajan und Anderes

Tanja Rast Bild 2 Liebe Tanja, danke, dass Du dich für dieses Interview zur Verfügung gestellt hast!
1. Du warst ja schon mal bei mir zu Gast, als „Arrion“ erschien. Magst Du dich trotzdem noch einmal ganz kurz vorstellen?

Ich wurde schon als norddeutsches Urgestein bezeichnet – und als niedlich. Letzteres erschüttert mich immer noch. Ich bin eine echte Kieler Sprotte, ergo in Kiel geboren, liebe voller Stolz unseren Bungsberg (168 Meter hoch, ja, es ist ein Berg, sonst würde er Bungsmaulwurfshaufen heißen), habe eine Vorliebe für Museen, viele Tiere und praktische Recherche. Wie funktioniert Geheimtinte? Kann ich – also eigentlich mein Held, für den ich das herausfinden muss – mit Handschellen eine Leiter hochklettern?
Ich lebe mitten auf dem platten Land. Für Nicht-Schleswig-Holsteiner: Es gibt Gerüchte, dass man hier „oben“ morgens schon sehen kann, wer mittags zu Besuch kommt. Stimmt nicht! Wir haben Wälder, die uns die Sicht nehmen. Und Maisfelder. Dafür genieße ich Sternenlichtnächte auf dem Lande ohne nennenswerte Lichtverschmutzung.
In meinem Kopf tummelten sich schon immer viele Geschichten, und irgendwann – es war natürlich während der Pubertät – kam ich auf die Idee, sie aufzuschreiben. Erste Versuche waren selbstredend gruselig. Es gibt da einen Schriftstellerratschlag, das erste Buch wegzuschmeißen. Ich hab es zwanzig Jahre später neu geschrieben.

2. Jetzt ist „Cajan“ da, der zweite Heroic Romantasy, der bei Amrûn erscheint. Wie fühlst du dich?

Es ist immer noch aufregend. Cajan gehört zu den Helden, die mir am meisten am Herzen liegen. Im Gegensatz zu Arrion, der ja vor allem eine große Klappe hat (auch wenn er viele seine hochtrabenden Eigenlobreden tatsächlich wahrmachen kann), ist Cajan ein stiller Held. Das reicht bis zu Verschlossenheit, die natürlich auch in seiner Herkunft seine Wurzeln hat.
Besonders aufregend war für mich, Cajan das erste Mal „live“ auf der Leipziger Buchmesse zu sehen. Ich kannte natürlich das Cover und meine Druckfahnen, aber in echt, als wirkliches Buch, war das alles noch viel schöner.

3. Große Helden, heroische Schlachten, starke Frauen, böse Fieslinge – ein Patentrezept?

Keine Ahnung! Ich schreibe, was mir Spaß macht, was ich selbst lesen möchte. Ich mag keine kleinen Frauchen als Heldinnen, die beständig gerettet werden müssen und scheinbar ohne starken Mann zum Anlehnen nicht überlebensfähig sind. Was die Heroics für mich so reizvoll macht, liegt in der Bindung zwischen meinen Heldenpärchen, dass beide nur gemeinsam zum Sieg gelangen können. Das war bei Arrion und Neve schon eindeutig durch die Gabe des Geistergesangs, und auch bei Rebby und Cajan ist es nicht anders. Einer von ihnen alleine hätte vielleicht überlebt, aber niemals die Entwicklung durchmachen können, die zum guten Ende geführt hat. Es gibt da den Spruch „Gemeinsam sind wir unausstehlich!“ – Ganz bestimmt sind meine Heldenpaare das aus der Sicht ihres jeweiligen Gegners!
Ich denke, dass die Ideenfunken mich schon einige Jahre begleitet haben. Genau wie Arrion kommt Cajan aus einer gewissen Ursuppe, die mich schon lange verfolgt. Shakespeare mischt da ebenso mit wie Georgette Heyer – ich weiß, dass das ein krasser Gegensatz ist! Berührt haben mich auch die Romane um Kane, die literarische Interpretation des biblischen Brudermörders Cain, der zur Strafe unsterblich und beständig mit fiesen Übergegnern im Clinch ist. Nur … mir fehlte bei Karl Edward Wagner etwas. So irre ich Kane als Figur finde, so erschienen mir persönlich die Romane als zu sehr auf Außensicht konzentriert. Ich saß davor und dachte mir, wie viel mehr ich gerne über den Helden erfahren möchte, mehr aus seiner Gedankenwelt, mehr aus den Tiefen seines Inneren. Dazu kommt meine Leidenschaft für Happy Endings. Und schon rührte ich zwei Genres zusammen, die vielleicht niemals für das Zusammenrühren gedacht gewesen waren: Heroic Fantasy und Romance.

4. Wie bist Du auf die Idee zu „Cajan“ gekommen?

Ich spiele gerne mit Klischees, die ich noch viel lieber in ihr Gegenteil verkehre, Erwartungen erwecke, um sie dann auszutricksen. Cajan ist so ein Klischee: ein Halbelf, der in sich das Beste beider Elternteile vereint. Groß, schwer, stark und mit erstaunlichen Gaben von Elfenseite gesegnet. Aber er ist kein Held des Lichts, sondern schmutzig und mit Kanten und Ecken versehen. Hinzu kommt, dass Elfen in seiner Welt nicht als edel, weise und mystisch angesehen werden, sondern als niedere Rasse, die recht passable Sklaven abgibt. Nicht von ungefähr wird Cajan auch als halbes Tier bezeichnet.
Wo kommen Ideen her? Mit der Frage habe ich mich schon oft beschäftigt, und mitunter versuche ich auch, während sich Helden in meinem Kopf einnisten, herauszufinden, wo genau die jetzt wieder hervorgekrochen sind. Meistens finde ich es nicht heraus. Bei Cajan stammt der Erstfunke von einem Film, der völlig ohne Elfen, Kuggels und ähnliches auskam. Es war sogar nur ein Gesichtsausdruck, aber ich spürte die Luftverdrängung, als mit einem Mal einmeterneunundneunzig Halbelf hinter mir standen und mir ausgesprochen neugierig über die Schulter sahen.

5. Und woher holst du die Ideen für Kreaturen wie Davan, Kuggels und Vilogh?

Sie laufen, schwimmen und fliegen mir zu? Nun, zumindest die Kuggels sind eine Hommage mit Zähnen. Meine Davan sind eine verkleinerte Version der grünen Riesen aus einem früheren Roman, in der ein Held des irdischen Jetztzeit durch ein Portal in die Grüne Welt gelangt, ein Reich, in das vor rund 2000 Jahren schon ein Teil von Cäsars Legionen aus dem Eroberungsfeldzug in Gallien geraten ist und dort das bestehende Machtgefüge der indigenen Stämme durcheinander bringt. Wie gut, dass mein Held ein Schotte ist, ergo von den Pikten abstammt und außerdem fließend Latein spricht und ein wandelndes Geschichtslexikon ist. Oh, mit einem Schwert kann er auch noch umgehen. Die grünen Riesen auf jeden Fall waren groß, furchteinflößend und so leicht ablenkbar wie Kinder, die die Sandkiste stürmen.
Die Vilogh … ein wenig Dinosaurier, viel Krokodil und obendrauf böse Mieze. Eine uralte, geheimnisvolle Kriegerrasse, die nur einen Schwachpunkt zu besitzen scheint.

6. Wenn Du Cajan und Rebby persönlich treffen würdest, was würden sie dir wohl sagen?

Cajan würde nichts sagen. Er würde mich wortlos erwürgen. Ich verstehe das gar nicht. Ich habe ihn wirklich lieb und während des Schreibens sehr um ihn gezittert!
Und Rebby würde mir Vorhaltungen machen, wie gemein ich doch zu Cajan war. Und dass sie die alte Lederrüstung und deren Mitbewohner sehr übel nimmt.

7. Wie sehen Deine Pläne aus? Wird es noch mehr große Helden geben?

Wenn es nach mir geht: Ja! Cajan ist ja erst der zweite Roman von inzwischen zwölf geschriebenen. Da ist also noch tüchtig Luft nach oben. Und ich habe derzeit keinerlei Bedenken, dass mir die Ideen ausgehen werden. Notfalls ködere ich sie mit Marzipankartoffeln. Sie lieben Marzipankartoffeln!

8. Woran arbeitest du gerade schreibenderweise?

Ich bin im Augenblick den Heroics ein kleines bisschen untreu: Ich schreibe gerade am vierten Gay-Romance-Roman dieses Jahres. Immer noch getreu meiner Grundeinstellung, dass ein Paar nur als Team gewinnen kann, lange nicht so blutig und brachial wie die Heroics, und meine Helden sind auch deutlich jünger als der heroische Durchschnitt von knapp Vierzig (Roveon und Kenna verjüngen den Schnitt ein wenig). Es sind Liebesgeschichten vor einem Abenteuerhintergrund, dessen Gefahren das junge Paar zusammenschweißen, Belastungsproben unterwerfen und fordern.
Aus Autorinnensicht ist das für mich sehr reizvoll, weil ich zwei schöne Männer habe, die ich angemessen bewundern darf. Und die Gerüchte, dass verliebte junge Männer zu Dummheiten neigen können, bestätige ich in diesen Romanen ebenfalls. Geplant ist, dass diese vier Romane nächstes Jahr im Selfpublishing ihre Leserinnen finden sollen. Erste Betaleserinnenrückmeldungen(das ist ja ein übel langes Wort!) fallen sehr positiv aus, und so wage ich mich gespannt an etwas mehr Streuung.
Für dieses Jahr steht sonst noch mein Revolutionsepos „Aemera“ auf meiner Schreibwunschliste. Ein dezentes Steampunksetting, ein blutiger Auftstand, keine Liebesgeschichte, aber Figuren, die den Leser hoffentlich durch die starken Kontraste fesseln werden.
Und dann? Im November ist NaNoWriMo (schreibe mindestens 50.000 Wörter binnen des Novembers an einem frisch begonnenen Roman), und ich schiele in Richtung meines Mammutwerks „Lotrins Chronik“, die aus einer verbindenden Handlung und vielen Einzelschicksalen besteht. Eines dieser Einzelschicksale böte sich für den NaNoWriMo an. Mal gucken.

9. Gibt es noch etwas, das Du unbedingt loswerden möchtest?

Oh, dass ich verrückt bin? Dass ich eine Sabbeltante bin, was sich besonders bei nicht-schriftlichen Interviews als erheiternd herausstellen kann?
Wenn ich einmal Werbung machen darf: 20. – 29. Mai läuft der erste Phantastik-Kongress. Dreißig Interviews mit Autoren, Buchverlosung, eine kostenlose Onlineveranstaltung. Im großen Gewinnspiel sind auch Cajan und Arrion in der Bücherkiste, und ich wurde interviewt. Glücklicherweise ohne Unterbrechung seitens meiner fröhlichen Hündin, die zu gerne auf meinen Schoß gehopst wäre. Aber das ist eine andere Geschichte!

Liebe Tanja, ich danke Dir für dieses Interview und wünsche Dir ganz viel Erfolg mit „Cajan“!

Ich danke Dir!

Wollt ihr mehr über Tanja erfahren?

Dann besucht sie auf ihrem Autorenblog!

Wegen Umbauarbeiten …

baustelle Hier wird gebaut, und das nicht zu knapp. Dieses Blog steht kurz vor einem Themewechsel, was dazu führen kann, dass innerhalb der nächsten Stunden eventuell Inhalte zu sehen sind, die weder mit mir noch mit meinem schwarzbefellten Mitblogger zu tun haben. Die Unannehmnlichkeiten bitten wir zu entschuldigen.

Tina & das schwarze Katertier

Nicht massentauglich: Schubladengeschichten gegen den Mainstream

typewriterIch gehöre normalerweise zu den Lesern, die Vor-und Nachwörter eher langweilig finden und überspringen. Aber das Nachwort von Patrick Rothfuss zu seiner Novelle „Die Musik der Stille“ (Originaltitel „The slow regard of silent things“) hat mich dort gepackt, wo jede Autorin und jeder Autor sich hin und wieder packen lässt: An den eigenen Zweifeln. Wer kennt das nicht, diese Fragen nach der Markttauglichkeit, nach der „Veröffentlichbarkeit“, nach dem „Liest das überhaupt jemand?“ „Interessiert das überhaupt jemanden außer mir?“ „Wer würde denn das lesen?“
In einem Gespräch mit seiner Freundin Vi Hart berichtet Patrick Rothfuss ihr von seinen Zweifeln an der Veröffentlichbarkeit von „Die Musik der Stille“. Spoilerfreie Erklärung: Die Novelle erzählt von einer nicht ganz unwichtigen Nebenfigur aus den Kingkiller Chronicles. Ich sage absichtlich „erzählt von ihr“, nicht „erzählt ihre Geschichte“, denn das tut sie nicht und sie lässt den neugierigen Leser am Ende mit mehr fragen zurück als am Anfang. Aber das liegt wohl auch in der Natur der Figur „Auri“ – Auri selbst ist und bleibt ein Myterium. Und ich finde das gut so. Aber ihr Erfinder Patrick Rothfuss hatte so seine Zweifel an einer Novelle über Auris Leben in der Unterwelt der Universität, an dieser leisen, ungewöhnlichen Geschichte, die selbst in den Augen ihres Autors keine Gesichte ist.

Patrick Rothfuss schreibt:
I shook my head, not even looking up at her. „Readers expect certain things. People are going to read this and be disappointed. It doesn’t do what a normal story is supposed to do.“
Then Vi said something I will always remember: „Fuck those people“, she said. „Those people have stories written for them all the time. What about people like me? Where’s the story for people like me?“ […] „Let those other people have their normal stories“, Vi said, „This story is not for them. This is my story. This story is for peoplelike me.“
(Patrick Rothfuss, aus dem Nachwort zu Nachwort „The slow regard of silent things“)

Mir geht es wie Rothfuss: ich will nicht vergessen, was Vi Hart da zu ihm gesagt hat. Nicht jede Geschichte ist für jeden Leser. So unterschiedlich die Geschmäcker beim Essen sind, sind sie es auch beim Lesen. Es mag Schubladengeschichten geben, die wirklich nur für die Schublade geschrieben wurden. Aber wenn ich so darüber nachdenke, was für Schätze vielleicht noch in Autorenschubladen schlummern, weil sie nicht mainstream genug sind, nicht für die breite Masse, nicht für jeden, dann macht mich das traurig. Ich wünsche mir Chancen für diese Schubladengeschichten. Ich wünsche mir mutige Autoren, die Selfpublishing-Experimente wagen. Noch mehr mutige Kleinverlage, die sich wagen, die auf den ersten Blick nicht massentauglichen Kleinode zu veröffentlichen – und dann, wer weiß, vielleicht große Erfolge damit zu feiern und zu wachsen, zusammen mit ihren Autoren.

Habt ihr Schubladengeschichten? Warum, denkt ihr, sind sie nicht massentauglich oder unveröffentlichbar?
Ich bin gespannt auf eure Kommentare!