Liebesflammen oder „Tina goes SP“

Selfpublishing – (Alp)Traum meiner schlaflosen Nächte. ich schleiche um dieses Thema schon seit Monaten herum wie die sprichwörtliche Katze um den heißen Brei, habe gegrübelt, verworfen, wieder gegrübelt, mich in Panikattacken angesichts komplizierter Ausfüllvorgänge beim großen A und beim Gedanken an das leidige Thema „Ebook-Satz“ gewunden –  und jetzt endlich Pläne gefasst, bei denen mich meine Autorenfreundinnen Tanja Rast (die mich mit ihrer herrlichen Reihe „Der Magie verfallen“ überhaupt erst auf diese Wahnsinnsidee gebracht hat) und Sylvia Ludwig von Cover für Dich unterstützen werden. Ich freue mich jetzt schon auf die tollen Cover, die Sylvia zaubern wird.

Im Herbst wird ein gay fantasy-Roman aus meiner Feder im Traumtänzer-Verlag erscheinen, und im Kielwasser dieses Romans werde ich den Selfpublishing-Aufstand proben. Geplant ist eine Reihe von EBooks und Taschenbüchlein unter dem Reihentitel „Liebesflammen“ mit jeweils drei bis vier gay romance/gay fantasy-Novellen, die sich unter einem Thema zusammenfinden und alle irgendwo eine kleine Gemeinsamkeit aufweisen.

 Über den Fortschritt und die Arbeiten an diesem Projekt werde ich weiter berichten – immer, wenn ihr dieses brennende Herzchen seht, dann geht es um „Liebesflammen“. Grob über den Daumen gehe ich jetzt erst einmal vier dieser Novellenbände an und fange schon fleißig Plotkarnickel. Ich habe das Gefühl, alle bisher gefangenen Pltviecher waren hochtragend und haben umgehend geworfen. Anders kann ich mir nicht erklären, dass sich in meiner Ideenkladde bereits zehn Teaser für Kurzgeschichten angesammelt haben.

Schreibjahr 2017

Die Böller sind nur noch Altpapier auf der Straße, der Sekt ist alle und die Reste von gestern Abend wurden erfolgreich vertilgt. Zeit für einen Ausblick auf das, was ich im kommenden Jahr alles schreiben möchte (ein Blick auf die Liste hat schon im Vorfeld für den einen oder anderen hysterischen Lachflash gesorgt, ich zeige sie euch aber trotzdem, damit ihr mir entweder die Herren im weißen Dinnerjacket vorbeischicken oder mich anfeuern könnt. Ich nehme auch Kekse, Schokolade, einen schönen Single Malt oder einen guten trockenen Merlot. Danke im Voraus.).

2017 wird mein Jahr der Romanrettung. Es wird nichts neues angefangen, bevor nicht mindestens eine, besser zwei dieser Altlasten mit dem Wort „Ende“ versehen sind. Und hier sind sie: die zu rettenden Romane:

„Yenyaab – verbotenes Kraut“ –  Gay romance/Fantasy und NaNo 16-Altlast um ein ungleiches Männerpaar, ein tragisches Familiengeheimnis, zwei unmöglich scheinende Liebesbeziehungen und ein Kraut, das sowohl böse als auch gute Seiten hat.

Mehr dazu hier.

„Klänge der Tiefe“ – Mystery/gay romance mit historischem Hintergrund. Der lungenkranke Naturfotograf und Wissenschaftsjournalist Theo und der Biologe Nathanael verfolgen die „Wasseraffen-Hypothese“ des naturwissenschaftlers Alister Hardy und stoßen dabei auf der Isle of Man auf seltsame Machenschaften einer militärischen Forschungseinheit. Warum stranden in diesem Winter so viele Wale vor Jurby? Was für Ziele verfolgt General Harris, der Leiter der Foschungsstation, welche Geheimnisse hütet die Militärfliegerin Selma und wie passt die mysteriöse Theremin-Virtuosin Ava in das ganze Spiel? Und was lebt in den geheimen Meerwassertanks hinter den in Eile hochgezogenen Elektrozäunen der Militärbasis?

„Kristallglut“ – NaNoWriMo-Altlast aus 2014/15 und (natürlich) auch wieder Gay romance/Fantasy. Die Nordmenschen und Steppennomaden von Nitann haben im wahrsten Sinne des Wortes einen ganzen Berg voller Probleme: Das Dualán-Gebirge und seine elfenhaften Bewohner verhindern seit Jahrhunderten erfolgreich den Ausbau von Handelsbeziehungen, da sie sich strikt weigern, Menschen durch ihre Heimat zu lassen, sei es über-oder unterirdisch. Als der königliche Berater Yvain mit der Königin der Dualán über den Bau einer Straße durch die Berge verhandelt und dabei am hartnäckigen Nein der Elfenherrin zu scheitern droht, entschließt er sich zu einer Verzweiflungstat und entführt den Sohn der Königin, um sie mittels Erpressung dazu zu bringen, dem Straßenbau endlich zuzustimmen, während auf der anderen Seite der Berge die Anführerin der Steppennomaden mit einer Abordnung der Bergelfen eine Ehe zwischen dem Kronprinzen der Elfen und ihrer Tochter auszuhandeln versucht.
Yvain erkennt, dass sein Plan gescheitert ist, als er feststellen muss, dass er nicht den Elfenprinzen Ciaran, sondern dessen Berater, Leibwächter und Hofmagier Senan erwischt hat, der dem Prinzen ausgesprochen ähnlich sieht. Yvain weigert sich, Senan freizulassen, und nimmt ihn mit in seine Heimat. Senan sieht nur eine einzige Möglichkeit, seine Freiheit zurückzubekommen und sein Volk und das Geheimnis der Berge zu schützen: Er muss das Herz des sturen Diplomaten gewinnen. Und er weiß gar nicht, wie leicht er es damit haben wird – denn Yvain liebt Männer…

„Erwählte des Zwielichts“ – natürlich geht es auch 2017 in vielleicht nicht ganz so regelmäßigen Abständen mit Iloyon Flammenstern, Cianthara Nebelstreif, Amayas, Malika, Liandras und den Nithyara und Dunkelelfen weiter.

 

„Finstere Wasser“ – Gay romance/Fantasy, eine wilde Mischung aus Piratengeschichte und Indiana Jones. Der Meerelf Vion wurde aus seiner Sippe verstoßen, da er Männer liebt – ein Unding bei einem Meerelfenclan, dem schon so lange keine Kinder mehr geboren wurden, dass er kurz vor dem Aussterben steht. Vion lässt sich in einer unterseeischen Ruinenanlage nieder, ohne zu wissen, dass an diesem Ort einmal viele seines Volks den Tod gefunden haben.

Doch nicht nur Vion findet die Unterwasserruinen reizvoll, auch eine Gruppe Schatzsucher gelangt an den seltsamen Ort – und findet neben Vion auch noch andere Geheimnisse, die sie vielleicht besser hätten ruhen lassen.

„Schwarze Flügel“ – Uraltes und immer wieder an die Wand gefahrenes Gay romance-Projekt um einen geflügelten Elfen, einen größenwahnsinnigen Magiebegabten, Magiergilden, deren Wirken eine Stadt zerstört. wenn nicht sogar die ganze Welt, und einen jungen Zauberer, der außer seinem Ziel, die Welt zu retten, nur noch einen einzigen Wunsch hegt: das Herz des Elfen mit den schwarzen Flügeln zu gewinnen und ihn aus der Gefangenschaft des dunklen Zaubermeisters zu befreien.

„Wüstenfeuer“ – gay romance. Um seinen todkranken Neffen Jhamal zu retten, Thronfolger des Königshauses der Wüstenstadt Sadje, schenkt Menaz ihm den Wüstenelfen Nayan als Sklaven. Denn Wüstenelfen sind begabte Heiler, denen angeblich keine Krankheit trotzen kann. Nayan fügt sich in seine Rolle, denn ihm wurde Freiheit für sich selbst und Schutz vor den Sklavenjägern für sein ganzes Volk versprochen, sollte es ihm gelingen, den Prinzen zu retten und die Thronfolge zu sichern. Doch als Nayan herausfindet, dass es sich bei der Krankheit des Prinzen nicht um ein schleichendes Leiden, sondern um eine Vergiftung handelt, findet er sich urplötzlich in Hofintrigen verwickelt und sieht sich selbst im Visier des Mörders, der es auch auf den Thronfolger abgesehen hat. Welche Rolle spielen die beiden Frauen des Herrschers, welche Jhamals Halbbruder, und was wissen Fadil und Zakiyah, die beiden vertrauten Diener der Königin Adija?

Ankündigung: Fortsetzungsroman „Erwählte des Zwielichts“

zwielichtbild „Die Nithyara – Erwählte des Zwielichts“ erzählt, wie aus Dunkelelfen durch das Einwirken eines kapriziösen Götterpaares die ersten Nithyara wurden. Iloyon und Cianthara, Heerführer und Heilerin bei der dunkelelfischen Armee im Großen Krieg zwischen Dunkel und Licht, haben die Nase gestrichen voll. Sie sehen nicht, dass ein Krieg zwischen hellen und dunklen Völkern zu etwas anderem führen könnte als immer mehr Krieg, Gewalt und Tod. Ciantharas Visionen und Iloyons Träume bringen das Paar dazu, nach einem anderen Weg zu suchen. Als sie den seltsamen Hain mit dem arachaischen Altarstein mitten im Wald finden, ändert sich für Iloyon und Cianthara alles. Um Frieden zu finden, gehen sie den Bund mit den Beinahe Vergessenen ein. Verlieren sie damit alles? Oder wird ihnen der Bund mit den Göttern endlich den erhofften Frieden bringen?

Ab Sonntag, den 22. 06. 2014, werde ich hier auf meinem Blog meinen Nithyara-Roman „Erwählte des Zwielichts“ als Fortsetzungsroman präsentieren. Jeden Sonntag werde ich einen neuen Abschnitt einstellen, und sobald ein Kapitel vollständig gepostet wurde, stelle ich dieses als Download in den Formaten pdf, mobi und epub zur Verfügung.
Mit diesem kleinen Schmankerl möchte ich euch die Wartezeit auf die Neuausgabe von „Feuersänger“ ein wenig verkürzen und wünsche euch schon einmal viel Spaß beim lesen. Die Fortsetzungsroman-Einträge erkennt ihr an dem Bild, das auch diesen Eintrag schmückt, sowie an dem Titel „Erwählte des Zwielichts Teil XX“.

Wer es nicht abwarten kann, „Feuersänger“ in die Finger zu bekommen: ich habe noch einige wenige Exemplare der alten Hardcoverausgabe, die ich zum Preis von 9,90 Euro (inklusiv Versand innerhalb Deutschlands, bei Versand innerhalb der EU 11,90) verkaufe. Mailt mir eure Bestellung an tina(at)tina-alba.de oder schickt mir eine PN über Facebook.

Von der Idee zum Roman: Plot, komm raus!

Geschichten sind wilde Tiere. Du kannst ihr Vertrauen gewinnen, aber du kannst sie nie ganz zähmen.
(Sabrina Zelezny, „Kondorkonder – der Fluch des Spiegelbuches“)

Du hast einen Auftrag.
Du hast einen Abgabetermin.
Du hast wartende Betaleser und, noch viel besser, eine erwartungsvolle Verlegerin, mit der das Projekt geplant und besprochen wurde, es wurde abgenickt und alle Zeichen stehen auf „go“.
Go writing. Schreib. Schreib einen verdammt guten Roman.

Und nun?
Ich bin sicher nicht die einzige Autorin, die mit einem groben Konzept, einer vagen Idee, einer mit dem Fuß auf dem Boden herumtappenden Hauptfigur, einem nebulösen Antagonisten und einem um alles herumhüpfenden comic relief-Element am Schreibtisch sitzt und sich überlegt, wie es denn nun losgehen soll, bevor es denn weitergehen kann. „Von der Idee zum Roman“ soll als Artikelreihe den Entstehungsprozess eines mir sehr wichtigen Romanprojekts begleiten.
Es geht um die Nithyara. „Feuersänger“, mein erster Nithyara-Roman, bekommt eine Hochglanzpolitur, wird in der Mitte gespalten und überarbeitet und erscheint 2015 als Taschenbuch und EBook. Und er bleibt nicht allein. Ein Kurzgeschichtenband kommt dazu – und ein Prequel, besagtes neues Projekt, um das es hier gehen soll.

Da wären wir dann schon mitten in der Planung.
Ein Roman, der „etwas mit Feuersänger oder seiner Welt zu tun hat“, soll es sein, also eine Fortsetzung oder eine Geschichte, die vor den Ereignissen in „Feuersänger“ spielen. Die Entscheidung fiel zugunsten des Prequels, weil ich mich erinnere, dass einige Leser gefragt hatten, ob sie denn mehr über Figuren erfahren könnten, die bei Feuersänger zwar wichtig sind, aber eben keine Hauptrolle spielen.
Damit hat sich dann schon der nächste Planungspunkt erledigt: ich habe meine Hauptfigur. Silbersang, der Legendensänger und im „Feuersänger“ Feuersängers Lebensgefährte und Seelenbruder, hat das Rennen um den ersten Platz gewonnen. Ich habe irgendwie auch das Gefühl, es ist nur fair, seine Geschichte ebenfalls zu erzählen, denn für Feuersänger ist Silbersang immens wichtig.
Mit der Hauptfigur kommt der Sidekick, genau genommen zwei davon. Sternenglanz, Feuersängers Lehrmeister, wird eine wichtige Rolle spielen, ebenso ein im Augenblick noch namenloser Dunkelelf. Und natürlich die in meinen Romanen allgegenwärtige Katze in Form eines ganz besonderen Nachtschleichers. Weitere Personen werden nach und nach folgen, meist entstehen sie erst während des Schreibprozesses und füllen sich nach und nach mit Leben. das ist der Moment, in dem Die Kladde zum Einsatz kommt, denn irgendwann wird es schwierig, sich alle kleinen Feinheiten, Haar-und Augenfarben, Körpergrößen, Macken und Haustiere der versammelten plotrelevanten Figuren zu merken.

Und da fiel schon das nächste Stichwort. Plot.
Früher war ich Bauchschreiber, heute plotte ich. Zu oft habe ich die reinen „Bauchprojekte“ inzwischen an die Wand gefahren. Es muss sein, der rote Faden muss her, am besten schriftlich festgehalten in Der Kladde.
Was brauche ich für den Plot? Erst einmal eine Grundidee. Schreibratgeber nennen das oft „Prämisse“, ich nenne es eher Grundidee, das Eine, um das es in der Geschichte gehen soll, worauf sie hinausläuft.
In „Feuersänger“ spricht Silbersang nur ein einziges Mal über seine Vergangenheit, und auch da macht er nur Andeutungen. Er hat Bindungsangst, er spricht Feuersänger gegenüber von Freundschaft und Verrat. Und damit habe ich meinen Aufhänger. Freundschaft, Verrat und, damit das Ende nicht zu traurig wird, Hoffnung, vielleicht sogar Vergebung, wobei noch festzustellen ist, wer am Ende wem vergibt. Darum wird es in der Geschichte gehen.
Leicht gesagt. Wie eingangs zitiert, Geschichten sind wilde Tiere. Noch einmal danke an Sabrina Zelezny für dieses wunderschöne Bild. Ich komme mir gerade wirklich so vor, als würde ich ein scheues Tier zähmen wollen. Die Ideen liegen aus wie Futterbröckchen, wie ein Köder, und ich warte darauf, dass sich das Gesamtbild aus diesem Flickenteppich ergibt, wenn die Geschichte aus ihrem Loch gekrochen kommt und nach den Ködern schnappt.

Ich brauche Konflikt, nicht nur Silbersangs inneren, mit der Freundschaft-und-Verrat-Sache zusammenhängenden Konflikt, sondern auch einen äußeren. Ein Feindbild muss her, ein Antagonist, eine Bedrohung. Die Regieanweisung der Verlegerin lautete: Bitte nicht die Dämonen aus dem „Feuersänger“.
Nein, natürlich nicht, dann würde ich ja dieselbe Geschichte zweimal erzählen, nur mit anderen Namen. In der Geschichte der Nithyara gibt es diese Bedrohung. Es ist noch gar nicht so lange her, in den Maßstäben eines sehr langlebigen und als unsterblich geltenden Volkes gedacht, dass die große Schlacht zwischen den hellen und den dunklen Völkern geschlagen wurde und mit einem unbefriedigenden Unentschieden ausging. Schuld daran waren unter anderem ein paar Dunkelelfen, die es leid waren, ständig im Gezerre zwischen Licht und Dunkel zu stehen und nach einem anderen Weg suchten. Aus diesen Dunkelelfen gingen die Nithyara hervor. Oh, da ist es ja, mein Konfliktpotential: Dunkelelfen und Nithyara können sich nicht ausstehen. Sie trauen einander nur so weit, wie sie einen ausgewachsenen Baum werfen können.
Was aber nun, wenn ein Nithyara sich mit einem Dunkelelfen anfreundet?
Was, wenn aus vorsichtiger Annäherung heimliche Freundschaft, heimliche Liebe entsteht?
Und dann: Verrat.

Die Geschichte nähert sich, futtert die Köder, dann setzt sich sich vor mich hin und sieht mich an. In ihren großen Augen spiegelt sich eine Welt, meine Welt, wie ein offenes Buch. Je nachdem, wie das Licht in diese Augen fällt, sehe ich etwas anderes. Und langsam formt sich ein Bild.
Und die Geschichte sagt: Da bin ich.

Nächsten Sonntag geht es weiter mit dem roten Faden. Kapitelexposé: Ja oder nein?

Stöckchen: Die Stellenanzeige

Die wunderbare Tanja Rast hat mir ein Stöckchen zugeworfen, in dem es um das „Lieblingstier“ des Autoren geht: um seine Heldinnen und Helden, Hauptfiguren und Protagonistinnen. Wir kommt eigentlich der Held zum Job?

Ich möchte mal wieder ein Stöckchen in die Runde werfen. Dieses Mal ein eigenes. Ich weiß auch schon, wer mein erstes Stöckchen-Opfer werden wird. Doch dazu mehr am Ende des Beitrags.

Mein Stöckchen hat zwei Teile. Wir stellen uns vor, es gäbe eine Arbeitsvermittlungsagentur für Helden, die sich auf Stellenanzeigen im agentureigenen Blatt „Mein Autor und ich“ bewerben können. Wir nehmen uns also einen aktuellen oder in Planung befindlichen Roman und schreiben die Rolle des Protagonisten aus. Wer auf eine Anzeige Erfolg ernten will, sollte tunlichst die negativen Aspekte des Jobs verschweigen.

Für meinen im Machandel-Verlag erschienenen Roman „Nachtjägerherz“ brauchte ich eine weibliche Hauptrolle:

Mysteriös und geheimnisvoll: Wir suchen Dich!
Für die weibliche Hauptrolle in einem abenteuerlichen Liebesroman suchen wir eine Heldin, die Männerherzen verzaubert und Frauen neidvoll aufseufzen lässt.
Du bist naturverbunden und abenteuerlustig, kannst dir nichts Bessers vorstellen, als dauerhaft im Duschungelcamp zu leben und deine Hütte mit Krabbeltieren jeder Art zu teilen, verfügst über magische Kräfte, idealerweise Heilerfähigkeiten und Gestaltwandeln, und kannst Blut sehen, ohne dich zu übergeben oder kreischend davonzulaufen?
Du legst dich gern mal mit deinem Vorgesetzten an, lässt dir nichts sagen, bist selbstbewusst und klug?
Du magst Tiere und bist vielleicht sogar tief in deinem Herzen selbst eins?
Du bist neugierig genug, um Grenzen zu überwinden, mit denen du aufgewachsen bist, du hast Mut und Kampfgeist?
Du bist bereit, unter Umständen auch einmal nackt vor die Kamera zu treten?
Dann bist du richtig. Bewirb dich jetzt auf die weibliche Hauptrolle in unserer Produktion „Nachtjägerherz“.
Bei gleicher Qualifikation und um Kosten für die Special Effects zu vermeiden, werden Gestaltwandlerinnen bevorzugt.
Bitte nur ernstgemeinte Zuschriften unter der Chiffre „Nachtjägerherz-ATA“.

Teil 2:
Der zweite Teil des Stöckchens umfaßt ein Interview mit dem Helden, nachdem er sich auf die Stellenanzeige gemeldet und den Job bekommen hat. Ist es ein Werk, das schon in Arbeit ist, führt das Gespräch die Seelsorgeabteilung der Agentur. Sind die ersten Worte noch nicht geschrieben, kann das Interview als Einstellungsgespräch geführt werden. Drei bis fünf Fragen, die der Held so wahrheitsgemäß wie möglich beantworten muß, genügen. Daß er bei der Beantwortung durchaus ins Schwitzen und Verzweifeln kommen darf, ist selbstverständlich. Wie haben seine Hoffnungen sich erfüllt? Warum meint er, besonders gut auf die Anforderungen im Stellenprofil reagieren zu können? Was denkt er über seine Autorin/seinen Autor? Und würde er sich noch einmal bewerben?

Schnipsel: „Das Katzenhaus“ („Tessa, reloaded“)- Prolog

Dieses Buch gibt es eigentlich schon. Allerdings ist es nie wirklich Fisch und nie wirklich Fleisch gewesen – zu wenig mystisch für Mystery, zu wenig romantisch für Romance, zu wenig Fantasy für Urban Fantasy. Und da solchen Projekten neu schreiben guttut und es bei gravierenden Änderungen erfahrungsgemäß weniger Arbeit macht, von vorn anzufangen statt zu überarbeiten, wird es Tessa jetzt in einer ganz anderen Form noch einmal geben – als urban-fantasy-Märchen für romantische Crazy Cat-Ladies.

Prolog

Eine Katze kann das Heimkommen in ein leeres Haus in ein
„nach Hause kommen“ verwandeln.
(Pam Brown)

Alles ist eins. Nichts endet einfach so. Immer wieder schließen sich Kreise. Das Leben hat keinen Anfang und kein Ende. Das Leben geht weiter. Es mag vielleicht einen Augenblick innehalten, doch irgendwann beginnt der Kreislauf wieder von neuem und dann geht auch das Leben weiter. Und so findet Verlorenes immer wieder den Weg zurück zu denen, die vermissen.

Er wusste es tief in sich. Alles war eins, und irgendwann schloss sich jeder Kreis. Alle seiner Art wussten um den Kreislauf des Lebens und seine Geheimnisse. Leben war nicht gleich Leben. Er erinnerte sich an das Leben, in dem er einen Körper besessen und Hunger und Durst verspürt hatte, und er erinnerte sich daran, welche Aufgabe er damals gehabt hatte. Jetzt lebte er ein anderes Leben, sein Körper war fort, Schmerz und Leid waren verschwunden, Verlangen und Begierden fort, aber seine Form war noch immer da. Er erinnerte sich, dass dieser Körper ein schöner Körper gewesen war, geschmeidig, kraftvoll und elegant. Er war bewundert worden, er war geliebt worden wegen seiner Schönheit, seiner Anschmiegsamkeit, seiner Treue.
Und genau diese Treue war es, die ihn an diesen Ort und in diese Form zurückgetrieben hatte. Witternd hob er den Kopf und prüfte den Wind, der durch die Erinnerung seiner Schnurrhaare und seines langen, dichten weißen Pelzes strich. Er war zurück. Unter den Pfoten konnte er den Weg fühlen, die kleinen runden Kiesel, das Moos, die Grasbüschel zwischen den Steinen. Der Geruch hatte sich kaum verändert. Wie jeden Spätsommer hing der Duft nach reifen Äpfeln in der Luft, die Süße der Astern und Dahlien, eine Ahnung von Kastanien, die bald von den Bäumen fallen würden. Er hatte Kastanien immer gemocht, sie rollten über den Boden und er konnte sie jagen.
Das Haus hatte sich verändert, natürlich hatte es das. Es war alt geworden, es gab keine Menschen mehr, die darin lebten. Die Tür war verschlossen, die bunten Scheiben blind und voller Sprünge, auf der Treppe und der Terrasse vor dem Eingang wuchsen Flechten und Moos. Er trat auf die glatten braunen Fliesen, die im Sommer immer so warm gewesen waren. Jetzt lag feuchtkalter Abendtau über ihnen.

Er setzte sich und sah sich um. Er war der erste, aber er wusste, die anderen würden kommen. Der Schwarze und die Gestromte. Worte fielen ihm ein, Worte, mit denen er und die anderen gemeint gewesen waren. Voller Liebe waren sie ausgesprochen worden von einer sanften warmen Stimme, begleitet von zärtlichen Berührungen.
Winter.
Sie hatte ihn Winter genannt, weil sein Fell so weiß wie frisch gefallener Schnee war, den Schwarzen Nacht und die Gestromte Zwielicht. Sie hatten jedes Wort verstanden, das sie zu ihnen gesagt hatte, denn sie hatte eine Gabe genutzt, die alle Menschen in sich tragen, aber derer sich nur wenige bewusst sind. Sie hatte die Gabe erkannt und benutzt und darum waren sie Freunde geworden: Winter, Zwielicht und Schatten und die Frau, die den Tieren half.
Winter spitzte die Ohren, als die anderen aus den Büschen traten und sich zu ihm gesellten, Schatten an der einen, Nebel an der anderen Seite. Ihre Gedanken berührten einander. Jeder von ihnen wusste, warum sie gekommen waren.
Sie wird bald kommen. Winter war sich sicher, er konnte es fühlen in allem, was ihn umgab.
Sie wird kommen, aber sie wird blind sein. Nebel trat unentschlossen von einer Pfote auf die Andere. Ihre geringelte Schwanzspitze zuckte.
Wir sind nicht allein. Ich habe jemanden gefunden. Sie wird uns helfen. Sie hat bereits zugestimmt. Nachts gelbe Augen richteten sich auf etwas, das sich in der Dunkelheit bewegte. Winter und Nebel folgten seinem Blick. Aus der Dunkelheit trat eine Gestalt, schmal und zerbrechlich, ihre kleinen Pfoten verursachten kaum einen Laut auf den ersten gefallenen Blättern. Langsam, leicht geduckt und vorsichtig kam sie näher, ihre Schnurrhaare weit aufgefächert. Es irritierte sie sichtlich, dass sie Ihresgleichen sah und doch weder Geruch noch Geräusch wahrnahm. Winter sah, dass sie alt war. Um die Schnauze herum wurde ihr Fell grau, sie bewegte sich, als würden ihre Gelenke sie schmerzen und doch strahlte sie eine Würde aus, wie sie den ganz Alten ihrer Art zu Eigen ist. Grün leuchteten ihre Augen in der Dämmerung. In ihrer Jugend musste sie eine Schönheit gewesen sein, noch jetzt war Anmut in jedem ihrer behutsamen Schritte und ihr kurzes, glattes Fell zeigte noch immer Glanz. Ihre großen Ohren richteten sich auf.
Ich wurde gerufen. Und ich bin bereit. Ich weiß, was ich zu tun habe und ich weiß, woran ich sie erkenne. Ihr habt mich zur Botin gemacht und ich werde eure Botin sein, damit ein Kreis sich schließt und alte Wunden heilen können.
Die Alte näherte sich Winter und streckte ihre Nase der seinen entgegen. Er ahnte ihre Berührung mehr, als dass er sie fühlte, aber er wusste, als er die Alte spürte, dass Nacht eine gute Wahl getroffen hatte. In ihr war eine Krankheit. Sie verbarg es gut, aber Winter wusste, als sie ihm nahe war, dass ihre Zeit in diesem Körper nur noch kurz war. Nacheinander tauschte die Alte mit jedem der drei Schatten die Nasenberührung, dann wandte sie sich ab und schritt die Kastanienallee zur Hauptstraße hinunter, so sicher im Dunkeln und so leise, wie es nur eine Katze vermochte.

Ein Stöckchen: „The Next Big Thing Blog Hop“

Tanja Rast hat mir ein Stöckchen zugeworfen, das ich einfach fangen muss. „The Next Big Thing Blog Hop“ ist eine Reihe von Fragen, die sich auf ein aktuelles Schreibprojekt beziehen. Ich schreibe zwar aktuell nichts, aber ich stecke im Überarbeitungsprozess von „Roms Katzen“, meinem letzten NaNo-Roman, mit dem ich mich demnächst bewerben gehen möchte, also werde ich mich ein wenig über meine mystischen Miezen auslassen.

Wie ist der Arbeitstitel Ihres Buches? Unter welches Genre fällt Ihr Buch?
Sehr schlicht und einfach, der Roman ist mit „Roms Katzen“ überschrieben – wobei ich noch überlege, ob „Die Katzen von Rom“ nicht doch besser klingt.

Woher kam die Idee für das Buch?
Ich liebe Katzen, und damit wollen wir beginnen. Schon immer habe ich gern Tiergeschichten gelesen, vor allem, wenn es dabei um Katzen ging. „Solos Reise“, ein wunderbarer, philosophischer und nachdenklicher Roman von Joy Smith-Aiken, hat mich ebenso inspiriert wie Tad Williams‘ „Traumjäger und Goldpfote“ oder Erin Hunters „Warrior Cats“. Ich verschlang diese Bücher udn wusste, irgendwann wollte ich auch einmal eine „tierische“ Geschichte schreiben. Dass die Geschichte in Rom spielen sollte, einer Stadt, die ich sehr liebe, war ebenfalls schon lange klar, denn ich hatte die vielen Rudel herumstreunender Katzen dort live und in Farbe gesehen und wollte diese Streuner, die da am Rand der Gesellschaft ein schweres Leben führen, in einer phantastischen Geschichte unterbringen, wo sie, diese Wegwerftiere, die keiner will, die Helden sind. Meine Katzen sind starke Persönlichkeiten, mit ihrer eigenen Mystik und ihrer eigenen Philosophie.

Wie lautet die Ein-Satz-Zusammenfassung Ihres Buches?
Oh, damit tue ich mich immer schwer. Kurz ist etwas, das ich nicht gut kann, aber versuchen wir es:
Angesichts einer Gefahr, die alle Katzen von Rom bedroht, überwinden zwei mutige junge Katzen Sippenfeindschaften, um nicht nur ihre Freundschaft, sondern auch ihre Sippen zu retten und in der Überwindung starrer Grenzen etwas ganz neues zu schaffen.

Welche Schauspieler sollten Ihre Charaktere in einer Filmumsetzung spielen?
Das wird schwierig, da meine Protagonisten Tiere sind. Aber wenn ich sie mir in einem Animationsfilm vorstelle, dann hätte ich gern Alan Rickman als Synchronsprecher für Ramose, den Sippensprecher der Bastet-Katzen und Maisie Williams (die Arya-Stark-Darstellerin) als Stimme für Bastet-Katze Maat-Ra. Für den mysteriösen Seher, den Wandler zwischen den Zeiten und Welten, könnte ich mir Christopher Lee vorstellen. *schnurr*

Werden Sie Ihr Buch selbst verlegen oder werden Sie vertreten durch einen Agenten?
Ich möchte das Buch auf jeden Fall einem Verlag anbieten. Ob ich das direkt mache oder mich zuvor bei einer Agentur bewerbe, da bin ich mir noch nicht sicher.

Wie lange haben Sie gebraucht, um den ersten Entwurf Ihres Manuskripts zu schreiben?
Etwa eineinhalb Monate. Die Geschichte begann im November 2012 als National Novel Writing Month-Projekt. ich war von Anfang an so sehr „drin“ in der Geschichte und bekam von meinen mitschreibenden Weggefährten aus dem Tintenzirkel-Autorenforum so viel Zuspruch, dass sie wie von selbst fertig wurde.

Welche anderen Bücher würden Sie mit Ihrem Genre vergleichen?
Tierfantasy wie „Traumjäger und Goldpfote“ oder „Unten am Fluss“

Was sonst über Ihr Buch könnte das Interesse des Lesers wecken?
Ich habe versucht, eine phantastische Geschichte zu schreiben, die eine Hommage an das Geheimnisvolle ist, das alle Katzen umgibt. Bei allen „menschlichen“ Gefühlen vermenschliche ich nicht und lasse meine Katzen Katzen bleiben. Die Geschichte der Katzen von Rom ist eine Geschichte um Liebe und Freundschaft, um alte Feindschaften, die so weit zurückgehen, dass kaum noch jemand weiß, warum sie eigentlich bestehen, um Loyalität und um das in Frage stellen eingefahrener Wege. Sie geht um Alte, die den Mut haben, auf die Jugend zu hören und um Junge, die den Mut haben, auf die Alten zu hören und dennoch eigene Wege zu gehen. Es geht um das Überwinden von Vorurteilen, um neue Blickwinkel und Respekt. „Roms Katzen“ ist eine Tiergeschichte – und doch findet sich sicher auch so mancher Mensch in ihr wieder.

So viel zu „meinen Katzen“. Danke an Tanja für das Stöckchen, das ich nun aufhebe und Sarah König zu Füßen lege, die sich gerade über die Veröffentlichung ihres Erstlings Ferdinand von Schnatter der Viertelnachzweite freut.

Die „Aquatic Ape“-Theorie oder „Do you believe in mermaids?“

Gestern fragte mich meine indische Arbeitskollegin: „Do you believe in Mermaids?“
Ich sagte: „Yes, of course I do. Because there are dragons, too.“ Dabei dachte ich an die Galapagosechsen und die Komodo-Warane und was es da sonst noch so alles gibt. Und daran, dass das Manati, die Seekuh, von frühen Beobachtern auch oft fälschlich für ein meerjungfrauenartiges Wesen gehalten wurde.
Meerjungfrauenmythen ziehen sich durch die gesamte Geschichte. Bei vielen Völkern, die räumlich weit voneinander getrennt sind und zwischen denen es aller Wahrscheinlichkeit nach nie einen Austausch von Legenden gegeben hat, gibt es Darstellungen von Mischwesen mit menschlichem Oberkörper und Fischschwanz. Deutlich älter als das Andersenmärchen von der Kleinen Meerjungfrau. Es gibt Darstellungen bei den Wikingern, mittelalterliche Zeichnungen, angeblich sogar Bilder in einer Höhle in Ägypten, an einem Ort, an dem vor Millionen von Jahren einmal das Meer das Land noch berührte.
Der pseudodokumentarische Animal-Planet-Film „Mermaids – the body found“ basiert auf den Untersuchungen eines Wissenschaftlerteams zu Massenstrandungen von Walen, die auf Experimente der amerikanischen Navy mit Sonarsystemen zurückzuführen sind. Angeblich wurden die Effekte von Niederfrequenz-Sonarsystemen untersucht, besonders tiefen, massiven Schallwellen, die bei marinen Lebewesen zu schwersten Organschäden führen können, das Sonarsystem von Meeressäugern durcheinanderbringt und für die Massenstrandung von Walen verantwortlich gemacht wird. In dem Film finden Kinder vor Eintreffen der Navy zwischen den gestrandeten Walen einen eigenartigen Körper am Strand, filmen ihn und werden später von der Navy dazu angehalten, von ihrem Fund niemandem etwas zu sagen. Das Wissenschaftlerteam, das die Schäden an den Walen untersucht, untersucht ebenfalls Aufnahmen von Walgesängen und findet darin immer wieder dieselbe komplexe Klangstruktur, die sie den „Bloob“ nennen. Die Klänge sind so komplex, dass sie als eine Art Sprache interpretiert werden können. Zudem scheinen die Wesen, die die Bloob-Klänge verursachen, mit Delfinen zu kommunizieren. Die Wissenschaftler legen los. In Südafrika werden sie von einem Fischer angesprochen, der ihnen den Kadaver eines großen Hais zeigt. Doch nicht der Hai ist das interessante, sondern das, was er gefressen hat und das, was in seiner Haut steckt.
Der Mageninhalt des Raubfisches besteht aus Knochen, Wirbeln, einem Beckenknochen, Schädelfragmenten und einer an die einer Seekuh erinnernden Schwanzfluke. Daneben finden die Wissenschaftler einen Knochen, der eindeutig Bearbeitungsspuren aufweist. Humanpathologen bestätigen: das Wesen, das der Hai verschlungen hat, hat den aufrechten Körper eines Menschen, Hände, deren Finger mit Schwimmhäuten verbunden sind, einen Fischwanz und einen Schädel, der anatomisch so gebaut ist, dass sein Besitzer in der Lage ist, sich mit einem Sonar ähnlich dem eines delfins zu orientieren und über Klänge ähnlich Walgesängen zu kommunizieren.
Meermenschen – gibt es so etwas tatsächlich?
Hier kommt die Aquatic Ape Theory von Sir Alistair Hardy und anderen zum Einsatz. Diese geht von der Möglichkeit aus, dass aufgrund vieler dafür sprechender physiologischer Eigenschaften Vorfahren des Menschen eventuell an eine aquatische Lebensweise angepasst waren. Dafür spricht zum Beispiel das Vorhandensein eines Unterhautfettgewebes, wie man es auch bei Meeressäugern findet, die fehlende Körperbehaarung, der Tauchreflex menschlicher Säuglinge, die Fähigkeit, kontrolliert den Atem anzuhalten, das Vorhandensein rudimentärer Schwimmhäute zwischen den Fingern (in seltenen Fällen als Atavismus deutlich ausgeprägt), sowie der Salzgehalt von Tränen und Schweiß, der eventuell zur Ausscheidung überschüssigen Salzes gedient haben könnte. Die Hypothese geht ebenfalls davon aus, dass der aufrechte Gang des Menschen sich von dem Moment an entwickelte, in dem frühe Primaten sich dazu entschlossen, sich die Küstenregionen als Lebensräume zu erschließen und in das Wasser hineinzuwaten, um dort nach Nahrung zu suchen. Die Entwicklung ausgeprägter Intelligenz führen die diversen Hypothesen zum Teil auch auf den Eiweißreichtum von Fisch und Meeresfrüchten als Nahrung zurück.

So, und nun?
Was wäre wen… wenn sich ein Zweig dieser „Wasseraffen“ parallel zum Menschen weiterentwickelt und vollständig an eine aquatische Lebenswesie angepasst hätte? Was, wenn diese frühen Primaten tatsächlich komplett ins Wasser gegangen und dort geblieben wären? Wie würden sie jetzt wohl aussehen? Haarlos. Der Körper stromlinienförmig. Kräftige Arme mit Händen und Schwimmflossen zwischen den Fingern. Händen, die in der Lage sind, Werkzeuge herzustellen. Einem mit einem Sonarsystem ausgestatteten Schädel mit großen Augenhöhlen und viel Platz für ein hochentwickeltes Gehirn. Einem aus zwei Beinen zusammengeschmolzenen Fischschwanz mit Schwanzflosse, deren Skelett aus den Fußknochen gebildet wird. Dieses Wesen ist ein Säuger, pflanzt sich auf ähnliche Weise fort wie Wale und Delfine, und so wie der Landmensch die Jagd mit Hunden entwickelt hat, jagen die Wassermenschen in Gemeinschaft mit Delfinen. Sie ziehen im Schutz der großen Walschulen, folgen ihren Wegen.
Und stranden mit ihnen, denn ihr Sonar wird durch die Sonarexperimente der Armeen ebenso durcheinandergbracht und verletzt wie das der Wale.

Es gibt Dinge zwischen Himmel und Erde, die wir uns nicht erklären können.
In jedem Jahr werden neue Arten entdeckt und beschrieben, gefunden an den entlegendsten Plätzen dieser Erde.
Wir haben unseren Planeten noch lange nicht bis zum Ende erforscht.
Und solange mir niemand das Gegenteil bewiesen hat, möchte ich an eine Wasseraffentheorie glauben. Warum nicht?
Es gibt Drachen und Dinosaurier, auch jetzt noch. Warum also keine Meermenschen?

Informationen zum Film „Mermaids – the body found“

Gibt man den Filmtitel auf Youtube ein, kann man sich den ganzen Streifen ansehen, gesplittet auf neun Einzelhäppchen. Er ist wirklich gut gemacht, so gut, dass man sich immer wieder fragt, wie viel davon nun fake ist und wie viel echt. Interessantes Thema für einen Wissenschaftsthriller oder ein bisschen Biologensteampunk, oder…

Katzenzorn

Das Jahr fing gut an, gleich mit einer nicht uninteressanten Ausschreibung von den Geschichtenwebern. Eine Romanidee, die mir schon lange im Kopf herumspukt, und die etwas mit Bastet, Katzen, Ägypten, Mumien, Reinkarnation und ein bisschen Grusel zu tun hat, erscheint mir da genau richtig. Und wenn es da nicht klappt, dann kann ich die Geschichte immer noch aufbohren und einen ausgewachsenen Roman daraus machen. Ich mag das Ding.

Merit Winter hat ihren Traum wahrgemacht – in ihrem Abschluss-Semester an der Uni fährt sie mit auf eine Exkursion ins legendäre Per-Bastet, die Stadt, in der zur Zeit der perserherrschaft in Ägypten die Hochzeit der Bastetverehrung stattfand. Doch warum plagen sie seit ihrer Ankunft auf der Grabungsstätte immer dieselben Träume? Warum finden die Archäologen an einem Ort, an dem sie eigentlich Katzenmumien vermuten, eine allein von der Zeit und der Wüstenhitze konservierte Mumie einer jungen Frau? Und was hat der seltsame Grabungshelfer Ahmed damit zu tun, dass in der Grabungsstätte dilettantisch aus toten Streunerkatzen gebastelte „Katzenmumien“ auftauchen? Merit ahnt, sie ist der Schlüssel zu all den Fragen – und sie fühlt sich nicht sonderlich wohl dabei.