Roms Katzen: Kater macht Werbung

 Tja, liebe Leute, das mit dem Kater der Woche klappt im Moment nicht, weil mein Mensch so unglaublich viel zu tun hat, dass ich es nicht schaffe, ihr meine geistigen Ergüsse zu diktieren. ABER: Mein Mensch hat ein Buch geschrieben (ja, ich weiß, das ist nicht das erste Mal). Dieses Buch ist allerdings für mich als Angehörigen der Gattung felis etwas ganz Besonderes. Denn in diesem Buch sind die Protagonisten ausschließlich Katzen.

„Roms Katzen“ heißt die Geschichte, die in einem Verlag mit dem lustigen Namen „Ohneohren“ als EBook veröffentlicht wurde. Es erzählt die Geschichte zweier verfeindeter Katzensippen, die in der historischen Altstadt Roms leben und dort den alten Traditionen ihrer Sippen frönen:

„Leise wandeln Pfoten in Rom auf alten Wegen, zwischen Ruinen und überall in der Stadt. Katzen der Bastet schnurren sich gegenseitig Sagen aus vergangenen Zeiten zu. Katzen der Sachmet frönen der löwenhaften Kampfeslust. Ein lange zurückliegender Konflikt teilte sie in zwei Sippen, die einander aus dem Weg gehen.

Doch als Dunkelheit die Ruinen der Ewigen Stadt überzieht und ein Seher auftaucht, verändert sich alles. Denn diese Finsternis bedroht alle Katzen – auch zwei junge Mitglieder der beiden Sippen, die sich inmitten der Wirren begegnen. Wird am Ende eine alte Feindschaft das Ende von Roms Katzen sein? Oder ist es gar die Liebe, die auf Samtpfoten eine Lösung bringt?“ – so heißt es auf dem digitalen Buchrücken. Und ich freue mich außerordentlich, dass meine vierbeinigen Kollegen und ich meinen Menschen tatsächlich dazu inspiriert haben, über Katzen zu schreiben.

Kater der Woche: Trotzdem!

Mein Mensch hat heute mal wieder Nachrichten gehört. Eigentlich hört mein Mensch nicht nur heute Nachrichten, mein mensch hört jeden Tag Nachrichten und liest sie, meist auf diesem komischen Facebook-Ding, wo die Leute immer so nette Katzenfotos und Videos einstellen.

Was wären mein Mensch und ich froh, wenn es auf dem Faceboolk-Ding nur noch Katzenfotos und lustige Videos gäbe. Aber nein. Im Moment ist dieses soziale Medium voll von diesem Kerl mit dem toten gelben Meerschweinchen auf dem Kopf, den mein Mensch gestern irgendwie treffend als Trumpletier bezeichnet hat. Sie sagt, der macht ihr Angst. Und wenn mein Mensch sagt, dass ihr etwas Angst macht, dann muss da was dran sein, denn es sind die Menschen, die die Politik dieser Welt verstehen, und nicht wir Katzen, die wir doch die ganze Zeit nur auf der faulen Haut liegen, fressen, schlafen, niedlich sind und schnurren, wenn man uns streichelt.

Falsch gedacht, liebe Lesende, denn ich glaube, wir Katzen verstehen von diesem Politikding eine ganze Menge. Ich zumindest glaube, dass Politik in diesen Zeiten eine ganze Menge mit dem kleinen Wort „Trotzdem“ zu tun hat. Und mit dem kleinen Wörtchen „nein“. Womit wir wieder bei dem Thema sind, das ich letzte Woche schon angerissen habe, nämlich diesem Ding mit dem „bei sich selber anfangen“.

Da sind die Großen, die Mächtigen, die Entscheider, die mit dem Finger am roten Knopf, die, von denen alle glauben, dass sie die Zügel dieser Welt in den Händen halten.

Aber ist das so? Halten sie wirklich alle Zügel in der Hand?

Oder kann sich etwas ändern, wenn gegen 10, die glauben, mächtig zu sein, 1000 aufstehen und „nein“ sagen?

Mein Mensch und ich haben heute etwas beschlossen. Nämlich, dass wir uns nicht lähmen lassen von der Angst, die die Politik dieser Tage verbreitet, die von all den Rechten, den Fremdenhassern, den Unempathischen, den Geldgierigen ausgeht. Wir sagen „trotzdem“ und lächeln dem Fremden zu, füttern den Streuner auf der Schwelle, sind einfach nur da. Ein offenes Ohr kann Wunder wirken. Ein nein an der richtigen Stelle, vom Richtigen gesprochen, die Welt ebenso verändern wie ein an anderer Stelle gesprochenes ja.

Ich war einmal ein ganz armes Katerding, allein und ohne große Hoffnung – bis die Tierschützer kamen und mich aufpäppelten und dann meine neuen Menschen, bei denen es mir gutgeht. Die Welt kann sich ändern, für jeden von uns, im kleinen, und dann vielleicht auch im großen. Das Zauberwort heißt „trotzdem“. Trotzdem leben. Trotzdem feiern. Trotzdem arbeiten, kreativ sein, Freunde treffen, sich engagieren, trotzdem schreiben, trotzdem den Mund aufmachen, trotzdem sichtbar sein.

Das Zauberwort heißt, so sagt mein Mensch, Hoffnung.

Das ist wie Sonne auf dem schwarzen Katerpelz nach einem kalten dunklen Winter. habt ihr es auch schon gerochen? Diesen ganz kleinen Frühlingshauch in der Luft? Auch dieser Winter dauert nicht ewig.

Kater der Woche: Sch***kälte!

„Damals nannte man es Winter – heute nennt man es Schneekatastrophe.“ So meine Menschen, wenn es mal wieder schneit und friert und sämtliche öffentlichen Menschentransportmittel die Kooperation einstellen. Winter ist kalt, glatt, nass und matschig, windig und weiß.

Ich gebe zu, ich mag den Winter nicht. Jeden Morgen, wenn meine bepelzten Mitbewohnerinnen erst mal unter lautem Miauen den Balkon stürmen und nichts anderes wollen als draußen zu sitzen, sträubt sich mir schon ganz automatisch das Fell. Mädels, geht’s noch? Es ist verflucht kalt da draußen! Nein danke, da bleiben wir Herren der Schöpfung doch lieber drinnen, drücken unsere Nasen in weiche, warme Decken und lassen es uns schnurrig gut gehen.

Ich als genusserfahrenes Katertier kann Ihnen sagen, dass das die einzige Weise ist, wie mit diesem usseligen Wetter umzugehen ist: Probier’s mal mit Gemütlichkeit. Wer nicht unbedingt auf die Straße muss, bleibe drinnen und kuschele sich aufs Sofa, wahlweise mit einer warmen Decke, einer flauschigen Katze, einem guten Buch, einem heißen Tee oder am allerbesten mit allem zusammen.

Und wer raus muss, vergesse nicht Schal und Handschuhe, denn ihr armen Menschen habt ja nicht wie wir einen kuscheligen Pelzmantel an.

Und ärgert euch nicht über die Kälte. Denn wer kann schon die Wärme genießen, wenn er die Kälte nicht kennt? So ist das doch mit vielen Dingen. Wer nie das Traurige, Schmerzhafte, Schlimme erlebt hat, kann sich doch gar nicht über das Gute, Schöne, Helle freuen. Freut euch, liebe Lesende, wenn ihr noch nie wirklich in einem Loch gesessen habt, das so schwarz ist wie mein plüschiges Katerfell. Vergesst in all eurem Alltagstrott nicht, das Schöne zu sehen, und sei es noch so klein.

Und wenn ihr die nachrichten hört und denkt: „Ach du meine Güte, wie soll ich als winzig kleines Licht denn die Welt heller und schöner machen?“

Dann denkt daran, dass ich nur ein kleiner schwarzer Kater bin, der nicht hat als sein Schnurren, seinen weichen Pelz und seine Wärme, der aber ganz genau weiß, dass er es mit genau diesen Dingen im Leben seiner Menschen wärmer und schöner machen kann. Die Welt verändern kann nur, wer bei sich selbst im Kleinen anfängt. Mit diesen kleinen Dingen, die manch einem so banal erscheinen: einem Lächeln, einem freundlichen Wort, einem heißen Kaffee, einem lauschenden Ohr und einer haltenden Hand. Oder mit einem Schnurren. Wenn man denn eine Katze ist.

In diesem Sinne und mit etwas Verspätung: alles Gute für das nicht mehr ganz so neue Jahr 2017.

Jahresrückblick (natürlich mit Kater) und ein kleiner Blick in die Zukunft

Und wieder ist ein Jahr zu Ende, und wieder einmal fragen der Herr Kater und ich uns, wo dieses Jahr so schnell hin ist. 2016 hat viel genommen, aber auch viel gegeben und mich vieles gelehrt, sowohl, was das schreiben angeht, aber auch, was das Leben angeht. Für mich persönlich war es ein gutes, erfolgreiches Jahr. Auch wenn ich nicht so vieles geschafft habe, wie ich schaffen wollte.

 

 Ich wollte zum Beispiel viel mehr und viel häufiger bloggen. Den Kater wirklich wöchentlich zu Wort kommen lassen und nicht nur hin und wieder mal. Ja, er sitzt hier neben mir und beschwert sich, denn er hat wirklich viel zu erzählen. Der Herr im schwarzen Pelz und ich haben uns fest vorgenommen, uns im kommenden Jahr öfter zu melden. Vielleicht nicht als Kater der Woche, aber doch als Kater des Monats, und wenn es gut läuft, vielleicht auch als Vierzehntagekater. Dazu sollen auch im kommenden Jahr natürlich auch Buchbesprechungen und Schreibartikel nicht fehlen, und mit den Zwielichtigen wird es auch weitergehen.

2016 durfte ich mich über mehrere Veröffentlichungen und die immer noch ganz hervorragende Zusammenarbeit mit dem Machandel-Verlag freuen. Als „Schmiedefeuer“ und „Schattenfluch“ erblickte der gute alte Feuersänger das Licht der Welt in überarbeiteter Fassung neu. Eine Zusage für eine Kurzgeschichte flatterte ins Haus. Und ein Vertrag mit dem wunderbaren Verlag ohneohren kam zustande. Noch ist das Projekt geheim, noch darf ich nichts erzählen, also bleibt es spannend und ich falle hier vor lauter Hibbeln fast von meinem Stuhl, weil das alles so aufregend ist und es um ein echtes Herzprojekt geht.

Geschrieben wurde natürlich auch, viele neue Ideen tauchten auf und einige davon sind inzwischen zu zwar noch nicht ausgewachsenen Projekten, aber immerhin zu Projektkindergartenkindern ausgewachsen, einige wollen auch schon Abitur machen. Dass ich auf ein so produktives Jahr zurückblicken kann, liegt zum großen Teil an einer Idee meiner lieben Autorenkollegin Tanja Rast, die mich zum Kampf um die Marienkäferpunkte herausforderte und damit immer wieder mit kleinen, überschaubaren Zielen am schreiberischen Ball bleiben ließ. In diesem Jahr werden wir diese liebgewonnene Trasdition fortführen und haben uns einen weiteren Käfer ins Boot geholt: Sylvia Ludwig, die nicht nur schicke Cover zaubern, sondern auch ganz wunderbar zauberhafte Geschichten schreiben kann. Ich freue mich jetzt schon auf den freundschaftlichen, motivierenden Kampf um die Punkte.

Kein Jahresrück-und Ausblick ohne Kater. denn wie wie alle Katzenhalter wissen, müssen unsere bepelzten Freunde immer das letzte Wort haben. Herr Kater: Bitteschön, hier ist die Tastatur, Sie sind dran.

„Oh, ich bin dran? Mimimi. Miau. Ich durfte so lange nicht an die Tastatur, dass ich schon gar nicht mehr weiß, wie das mit dem Tippen eigentlich geht, also bitte ich darum, kleine Fehler zu verzeihen. Und überhaupt, was ist schon ohne Fehler? Ich habe nur einen einzigen guten Vorsatz für das kommende Jahr gefasst: den, dass ich es in Zukunft vermeiden möchte, zu versuchen, perfekt zu sein. Denn wer kann das schon? Und wer will das schon? Perfekt sein? Ohne Makel, ohne Ecken und Kanten, glatt wie Eis und genauso kalt in all dieser Perfektion? Nein, das ist nichts für mich. ich weiß, was ich bin, ich weiß, was ich kann, und ich weiß, was ich will. Vor allem weiß ich aber, was ich nicht mehr will: mich verbiegen. Immer nur anschmiegsam sein und anderen nach der Pfeife tanzen. 2017 wird mein (oh, pardon… unser) Jahr, ein Jahr voller Schnurren, mit Platz für Gemütlichkeit und Ruhepausen, mit Familie, Wahlverwandtschaften und Freunden. Wir blicken zuversichtlich in die Zukunft, denn eins wird 2017 auf jeden Fall bringen: Katzen. Bleibt gespannt!“

 

Kater der Woche: Kater war mappelig

kater_klein Hallo ihr lieben Katerfreunde,
letzten Samstag ging es mir gar nicht gut. Mir war übel, ich musste dauernd spucken und wollte nicht kuscheln und schon gar nicht fressen. Buah.
Natürlich haben meine Menschen sich Sorgen gemacht und mich genau beobachtet, wichtige Telefonnummern rausgesucht und alles mögliche mit mir angestellt, um nachzusehen, ob ich was schlimmes habe oder ob mich nur so ein blöder Eintagesvirus heimsucht.

Schön war das nicht, aber ich möchte doch mal davon erzählen, damit ihr, wenn ihr Katzen habt und die vielleicht auch mal so in den Seilen hängen wie ich, wisst, was ihr in so einem Fall machen könnt. Denn es ist immer gut, schwerwiegendere Krankheiten schnell erkennen zu können, denn oft ist bei uns Katzen dann Eile geboten.
Also, was hat mein Mensch gemacht? Sie hat mir in die Augen geguckt und nachgesehen, ob meine Nickhäute vorgefallen sind. Sie hat mir ins Maul geschaut und einen Blick auf mein Zahnfleisch geworfen, nachgesehen, ob es gut durchblutet, zu blass oder zu rot ist.

Sie hat mich abgetastet und den „Nierentestgriff“ angewendet. Der ist doof, aber er zeigt gut an, ob meine Nieren in Ordnung sind (sind sie). Für diesen Griff tastete sie meine Wirbelsäule entlang bis zur Hüfte. Da liegen am Rücken in zwei weichen Mulden die Nieren. Und da hat sie mich hingezwackt. Es war nicht schön, aber es hat nicht wehgetan. Hätte es das, hätte sie mich umgehend eingepackt und zum Tierarzt geschleppt, denn mit Nierenproblemen ist bei uns Katzen und gerade bei Katern nicht zu spaßen.

Was sie mir erspart hat, ist das Fiebermessen. Aber zur Schnelluntersuchung gehört es eigentlich dazu.

Und wenn ihr diese kleinen Tricks und Kniffe kennt und bei euren Katzen anwenden könnt, dann könnt ihr euch schon mal ein bisschen selbst beruhigen, wenn es eurem Katzentier mal nicht so gut geht. Diese Tipps ersetzen natürlich keinen Tierarztbesuch.

Gute Gesundheit allen Katzenfreunden und Katzen!

Kater der Woche: Die 16-Pfoten-WG Teil 3

kater_kleinHallo ihr Lieben,

heute möchte ich euch meine dritte Mitbewohnerin vorstellen: Kleo(patra), genannt Bru, die Bruselkatze. Bru ist ein gutes Beispiel dafür, wie es auch gehen kann, wenn man feststellt, dass das eigene Leben nicht oder nicht mehr mit einem Haustier vereinbar ist. Bru gehörte nämlich früher zu einem Kollegen meiner Menschen, der über Rumfragen ein neues Zuhause für sie gesucht hat, statt es sich einfach zu machen und sie im Tierheim abzugeben.

Kurz, seit über zwei Jahren schon wohnt Bru jetzt bei uns und ich mag sie sehr, denn sie ist die einzige hier, die meinen Kollegen Leo auspowern kann, indem sie gefühlt stundenlang mit ihm über Tische und Bänke rennt.

IMG_0965_(800_x_600)Und warum „Bru“? Ja, ich weiß, dass ihr euch das fragt. Kennt ihr dieses nette, freundliche Geräusch, das wir Katzen machen, wenn wir euch oder andere Katzen begrüßen? Dieses leise Gurren mit geschlossener Schnauze, das fast klingt wie eine Taube? Bru macht das immer. Erst dachten wir, sie könnte gar nicht miauen, weil sie anfangs so ängstlich war, dass sie nur unter dem Bett wohnte und fauchte, aber als sie dann langsam auftaute und zugänglicher wurde, sagte sie „brrrrrrrrrrrrrrrru“. Immer wieder. Tja, und daher der Spitzname.

Und inzwischen kann sie sogar kuscheln.

Kater der Woche: Die 16-Pfoten-WG

kater_klein Hallo ihr Lieben,

hier bin ich wieder, euer Katertier. Ein bisschen spät mal wieder, irgendwie bekomme ich es gerade mit dem regelmäßig am Montag bloggen nicht hin. Muss am Wetter liegen. Aber egal, heute stelle ich euch noch mal einen meiner katzigen Mitbewohner vor und möchte euch gleichzeitig ein wenig über die nicht ganz so tollen Seiten des Auslandstierschutzes erzählen. Bitte bewerft meinen Menschen und mich nicht schon jetzt mit Steinen. Tierschutz ist gut und wichtig, auch Auslandstierschutz ist gut und wichtig. Aber wir finden ihn besser, wenn er in Form von Hilfe vor Ort geschieht und nicht damit, dass Tiere aus dem Ausland hierher gebracht werden, nach Deutschland, wo die Tierheime auch und gerade zu dieser Jahreszeit, in der alle Menschen in die Ferien fahren und es sich gutgehen lassen, aus allen Nähten platzen. Oft hat unser Emder Tierheim schon Aufnahmestopp für uns Katzen ausgesprochen, weil es auch hier so viele von uns gibt, die ein Zuhause suchen. Aber lassen wir doch einfach Leo erzählen.

IMG_0944_(800_x_600) Hallo! Ich bin Leo. Jedenfalls, wenn ich was angestellt habe. Wenn ich lieb bin, dann nennen meine Menschen mich nur Schnurps, weil es so klingt, wenn ich schnurre: schnurrrrrrrrrrrrrrps. Mit einem leichten Schlenker in die Höhe am Schluss.
Danke, Kater, dass ich hier auch mal zu Wort kommen darf.

Ich hatte keinen besonders guten Start ins Leben. Zusammen mit einem Haufen anderer Kätzchen wurde ich in einen Karton gestopft und ausgesetzt. Gut, dass uns nette Menschen fanden und ins Tierheim brachten. Dort wurden wir aufgepäppelt und gut gefüttert und schließlich zur Vermittlung freigegeben. Wir hatten vorher alles, was ausgesetzte Katzen so mit sich herumschleppen. Untermieter, ihr wisst schon. Würmer, Flöhe und Co. sind wir alle ganz schnell wieder losgeworden. Die ganzen Medikamente sind zwar kein Spaß, aber wenn es nachher nicht mehr juckt und krabbelt, lassen wir die Behandlung gern über uns ergehen.
Was nicht so klasse war, waren allerdings die Giardien. Huch, Giardien? Ja, so saß ich da auch, nachdem die Tierärztin meine Hinterlassenschaften untersucht hatte. Als ich zu meinen neuen Menschen kam, hatte ich nämlich Montezumas Rache vom Feinsten. Ich konnte gar nicht so schnell aufs Klo rennen, wie ich musste. Übelst. Wirklich übelst.
Also. Giardien. Das sind Parasiten, die sich ziemlich hartnäckig in Katzen-und Hundedärmen niederlassen und sich da so richtig wohlfühlen. Tante Doktor sagte, dass Giardien in den letzten Jahren erst so gehäuft und hartnäckig in Deutschland auftreten. Früher gab es sie nur in südlichen Ländern, wie Spanien oder Italien.
Na, klingelt es bei euch?
Ganz viele importierte Tierschutztiere kommen aus Spanien, der Türkei, Italien oder Griechenland. Und leider haben sie auch die dort ansässigen Krankheiten und Parasiten mitgebracht. Natürlich bin ich meine lästigen Untermieter inzwischen los. Aber nur, nachdem ich fast ein halbes Jahr Tabletten geschluckt habe, die fast so groß waren wie meine Augen. Pulverisiert und in Wurst natürlich. Eine kleine Erinnerung daran habe ich immer noch: bei euch Menschen würde man das wohl Morbus Crohn nennen. Ich habe einen empfindlichen Magen und Darm und immer wieder mal dieses lästige kleine Renneritis-Problem. Danke an die Giardien.

Es ist natürlich eure Entscheidung, wie ihr zum Auslandstierschutz steht. Trotzdem freue ich mich, wenn ihr über meine Geschichte nachdenkt. 🙂

Euer

Leotier

Kater der Woche: Die 16-Pfoten-WG

kater_klein Hallo liebe Katerfreunde,

in den kommenden Beiträgen stelle ich euch nach und nach meine tierischen Mitbewohner vor. Inzwischen sind wie hier nämlich eine schnurrende 16-Pfoten-WG, sehr zur Freude unserer Menschen. Wenn ihr geglaubt habt, dass schon ein Kater genug haart, Katzenstreu verteilt und frisst, dann lasst euch gesagt sein, das ganze steigt mit steigender Anzahl nicht linear an, sondern exponentiell. Sagt zumindest mein Mensch.

Also. Fangen wir doch mal an mit den tierischen Mitbewohnern. Und da ich ein höfliches Katertier bin, natürlich: Ladies first.

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Diese hübsche Lady ist Cassiopeia, genannt „Katzi“ oder auch „Robbe“. Ein Katzentier, auf das die Beschreibung „die ist nicht dick, das ist alles nur Fell“ auf jeden Fall zutrifft. Ich sollte mich hüten, etwas anderes zu sagen, denn sie sitzt gerade neben mir, und für eine Dame hat sie einen sehr ausgeprägten rechten Haken. Vielleicht war sie in einem ihrer früheren Leben mal Preisboxer. Wenn sie nicht schläft oder frisst, kuschelt sie vermutlich mit einem unserer Menschen. Denn dafür sind Menschen ja da. Sie liebt es, fernzusehen, wird zur Furie, wenn es frisches Rindfleisch gibt (eine Leidenschaft, die sie mit unserem männlichen Menschen teilt), und sie ist ein kleines Bisschen bekloppt. Aber sind wir das nicht irgendwo alle? Haben wir nicht alle unsere Macken, Ecken und Kanten, und mögen uns unsere wahren Freunde nicht gerade deswegen?

Macht es wie Cassi – scheut euch nicht, eure Ecken und Kanten zu zeigen. Hört auf, euch zu verstellen, zu verbiegen und vor allem, hört auf, zu versuchen, anderen zu gefallen. Gefallen müsst ihr nur euch selbst. Die, die euch lieben, nehmen euch so, wie ihr seid!

*schwenkt eine Fahne für mehr Individualität und Akzeptanz*

Das
Katertier

 

 

Kater der Woche: Erinnerungen

Hallo ihr Lieben,

da bin ich nach langer Zeit mal wieder, euer Katertier.

Im Februar bin ich ganze sechs Jahre alt geworden, und im Mai lebe ich nun schon diese sechs Jahre bei meinen Menschen. Zeit, ein bisschen Rückschau zu halten. Mit sechs Jahren ist man zwar noch ein Kater in den besten selbigen, aber trotzdem – ein paar Erinnerungen möchten mein Mensch und ich mit euch Katerfreunden teilen.

Erst mal: ich bin ein echter Adeliger. Ein „von“ und „zu“. Kater zu Kuhstall von der Straße. Ein echter Streuner, ein „Wildfang“ im wahrsten Sinne des Wortes. Aus dem Stall zur Pflegestelle und von der Pflegestelle im fernen Ruhrgebiet ins schöne Ostfriesland. Das haben meine Menschen wirklich gut gemacht, finde ich. Ich fühle mich sehr wohl hier.

IMG_1575_(640_x_480) Seht mal – da war ich gerade süße drei Monate alt. Hach, ich muss mich ja selber loben, ich war schon ein niedlicher kleiner Kerl. Und ich hatte den Schädel voller Unfug. Im zarten Alter von 5 Monaten fiel ich in die Badewanne und stellte fest, dass Wasser a) nass ist und b) komisch schmeckt, wenn ein Mensch dringesessen hat. Also merkt es such, liebe Mitkatzen: trinkt das Badewasser, bevor sich ein Mensch reinsetzt. Wasser mit Mensch schmeckt nicht.

Mit einem halben Jahr durfte ich das erste Mal in den Garten. Hui, das war ein Spaß! Leider beschlossen meine Menschen irgendwann, dass es doch zu gefährlich ist, mich rauszulassen. Umso glücklicher war ich über die neue Wohnung mit dem Balkon. Aber das hatten wir schon.

 

IMG_1712_(800_x_600) Da bin ich schon über ein Jahr alt und reiche meinem Menschen die Pfote. Das tue ich immer noch gern. Sie hat es aber auch irgendwie mit meinen Pfoten, sagt, die sähen aus wie Lakritze oder sowas, und dass sie am liebsten reinbeißen würde. Reinbeißen! In meine Pfoten! Ts. Also wirklich, wo bleibt denn da ihre Würde, von meiner mal ganz zu schweigen? Außerdem, ich gebe es ungern zu, habe ich Käsefüße. Wirklich. Kommt gern vorbei und riecht dran. Nicht? Auch gut.

Mein Mensch sagt, ich sei ein Schnurrer. Damit hat sie vollkommen Recht. Gibt es denn auch ein schöneres Geräusch auf dieser Welt, als das Schnurren einer Katze? Gäbe es das nicht, ich würde es erfinden, dieses leise Grollen und Rollen in meiner Kehle, das mir selbst und anderen so viel Wohlbehagen bereitet. Oh ja, es ist gut, ein Kater zu sein. Ich habe keinen Beruf, ich verdiene kein Geld, ich bin nicht reich, und doch gebe ich mit vollen Pfoten von dem, was ich im Überfluss in mir trage: Schnurren und Liebe. Und das danken mir meine Menschen mit Streicheleinheiten, Geduld, gutem Essen, einem warmem Platz im Bett oder auf dem Sofa und ebenfalls ganz viel Liebe. So ein Katerleben ist schon was Feines.

IMG_4738_(640_x_480) Ja – und das bin ich jetzt. Klein, stark, schwarz. Äh, nein, ich bin kein Espresso. Also nochmal. Groß, stattlich, schnurrig, kuschelig und sehr flauschig. Ich hinterlasse Flusen und habe noch immer Flausen im Kopf, spiele wie ein Kätzchen und liege herum und schlafe wie ein hundertjähriger Kater. Bin ich alt? Bin ich jung? Wer weiß denn schon, wie viele Leben ich schon gelebt habe von den Sieben, die wir Katzen so mit uns herumtragen?

Wollt ihr wissen, wie alt ich bin? Wie alt eure Katze ist? Dann sehr ihr in die Augen und beobachtet sie, wenn sie einfach dasitzt und aussieht, als würde ihr Blick ins Leere gehen. Nein, sie blickt nicht ins Leere, lasst euch das von einem erfahrenen Kater in den besten Jahren gesagt sein. Sie sieht in ihr Inneres und sinnt nach über ihre gelebten und noch zu durchreisenden Leben. Denn was ist das Leben denn anderes als eine lange, aufregende Reise voller Überraschungen?

Ich freue mich schon jetzt auf den kommenden Tag und träume ihm schnurrend entgegen.

Und ihr?

Träumt. Schnurrt. Lebt. Für den Augenblick.

Euer
Katertier

Kater der Woche: Ups! Total vergessen!

kater_klein Hallo, liebe Lesende! Da bin ich wieder, euer Katertier – mit ganzen zwei Tagen Verspätung. Das tut mir leid! Mein Mensch und ich hatten so viel um die Ohren, dass wir beide es schlichtweg vergessen haben, uns am Montag zu melden, wie immer. Denn: Montag ist Katertag. Eigentlich. Asche und Katzenstreu auf unsere Häupter.

So. das reicht nun aber auch mit dem schlechten Gewissen. Kennt ihr das eigentlich auch? Dieses dumme kleine schlechte Gewissen, das sich immer wieder meldet? Diese Schuldgefühle, die wie Mäuse am Käse beharrlich weiternagen, obwohl „Bitte entschuldige, verzeih mir“ gesagt und der andere „Aber klar doch – kann passieren, aber wir sind und bleiben doch Freunde!“ gesagt hat? Ich möchte euch gern ein wenig von meiner kätzischen Gelassenheit geben und euch raten: lasst es gut sein.
Wenn der Fehler erkannt, um Verzeihung gebeten und verziehen wurde, dann lasst es dabei und gebt dem Gras die Gelegenheit, gemächlich über alles zu wachsen. Denn vergangene Fehler immer wieder aufzukochen, zermürbt auf Dauer und macht bitter.
Jemand sagt dir: ich verzeihe dir!
Dann nimm es an und freu dich darüber, dass die ganze dumme Sache aus der Welt ist!

In diesem Sinne – ich gehe davon aus, dass ich es mir nicht übel nehmt, dass ich mich verspätet habe udn verbleibe bis kommenden Montag

Euer schnurrendes
Katertier