Wild!Leben

“Wild!Leben” ist das erste EBook meiner Autorenkollegin Sabine Schäfers. Die Mini-Anthologie enthält vier vollkommen unterschiedliche Kurzgeschichten, die allesamt spannend und voller überraschender Wendungen sind. Sabine Schäfers gelingt bei jeder der vier Geschichten die knackige Pointe, der Punkt, an dem der Leser staunend und sich wundernd auf die Buchstaben schaut und sich fragt, was denn das nun eben war.
Für den Liebhaber der kleinen, aber feinen Geschichte für zwischendurch ist “Wild!Leben” ein echter Geheimtip. Das schicke Cover stammt übrigens ebenfalls von einer Autorenkollegin: Stefanie Pappon.

Das EBook ist als Amazon-Kindle-Edition erschienen und kostet 0,99 Euro. 99 Cent, die sich lohnen!

Erin Hunter: “Into The Wild” (Warriors #1)

Zuerst war ich ja skeptisch. Noch eine Katzengeschichte? ich wusste nicht so recht, was ich von den Warrior Cats halten sollte – bis ich die ersten zehn Seiten dieses Buches gelesen hatte. Danach war ich gepackt vom Sog einer spannenden Geschichte, von einer ganz eigenen Welt, wie sie bei jedem hinterm Haus existieren könnte, da, wo die Häuser weniger werden und die Felder langsam in Grasland und Wälder übergehen.
Den jungen Kater Rusty hält nichts mehr in der Enge des Hauses seiner menschlichen Besitzer. Er träumt von der Wildnis, vom Jagen, vom Geschmack frisch erlegter Beute, vom Wind in seinem Fell und Mondlicht in seinen Augen. Mutig lässt er die Menschensiedlung hinter sich und zieht in den Wald, ohne zu ahnen, dass hier schon jemand wohnt: die Katzen des ThunderClans, die ihn aufspüren, von ihm beeindruckt sind und ihm ein Angebot machen. Rusty bekommt einen Tag Bedenkzeit, doch die braucht er gar nicht. Ohne zu zögern stürzt er sich in sein neues Leben und wird Apprentice bei den ThunderClan-Katzen. Er lernt die Wege des Clans, lernt den Ehrenkodex, lernt eine neue Art zu leben udn was es heißt, eine wilde Katze zu sein. Schnell schließt er Freundschaften und verdient sich durch seine Klugheit udn Gewitztheit den Respekt der Clan-Älteren. Firepaw wird er von nun an genannt. Feuerpfote. Ist er der, auf den eine Prophezeiung hinweist? Nur Feuer kann den Clan retten., so hat Bluestar, die Anführerin des ThunderClans, es geweissagt bekommen. Ist sie deswegen so erpicht darauf, den jungen Firepaw in den Clan aufzunehmen?? Was sieht sie, was andere nicht sehen? Was für ein Spiel spielt der mächtige Kriegerkater Tigerclaw, und warum verschlägt es Yellowfang, ein ehemaliges Mitglied des mit dem TunderClan verfeindeten ShadowClan, in ThunderClan-Territorium?
Einmal angefangen, konnte ich dieses Buch gar nicht mehr aus der Hand legen. Es ist temporeich geschrieben, trotzdem bleibt Zeit genug, die einzelnen Charaktere so darzustellen, dass sie farbig werden und dem Leser ans Herz wachsen. Die Katzen-Charaktere bleiben bei allen Ehrencodices, bei allem Krieger-sein, bei allen Prophezeiungen, Ritualen und Philosophien immer noch, und das ist mir bei Tiergeschichten sehr wichtig, Katzen. Firepaw, Bluestar und ihr Clan sind keine verkappten Menschen, denen die Autorin ein Katzenfell übergezogen hat. Sie sind Katzen, wilde, stolze, freie Katzen. Wer dieses Buch liest, sagt der Klappentext, wird seine eigene Hauskatze mit anderen Augen sehen. Wer auch immer diesen Klappentext geschrieben hat, hatte Recht.
Meine beiden Krieger schlafen gerade friedlich, aber auch sie sind kleine Raubtiere. Wer Katzen liebt und respektiert, wird auch die wilden, freien Kriegerkatzen dieser Geschichte lieben. Und sich vielleicht auch für seine eigenen Katzen Kriegernamen ausdenken.
Dieser Buchtipp wurde Ihnen präsentiert von Tina. Und von “Schattenschleicher” und “Mondfell”.

Kai Meyer: “Arkadien erwacht”

Als die junge Rosa Alcantara nach Sizilien kommt, um dort bei ihrer Tante Florinda und ihrer Schwester Zoe zu leben, ahnt sie noch nicht, wie sehr sie in die Intrigennetze der Mafia verstrickt wird. Ebensowenig ahnt sie, wie wichtig Alessandro für sie werden wird, der doch nicht mehr ist als eine flüchtige Flugzeugbekanntschaft. Oder doch? Als Mitglieder verfeindeter Clans ist es gar nicht so einfach für Alessandro und Rosa, Freundschaft zu schließen, sich ineinander zu verlieben und sich aus den Fängen derer zu lösen, die sie manipulieren und benutzen wollen. Doch genau das müssen sie tun, wenn sie das Geheimnis um Panthera und Lamien lösen wollen, das auch am Ende des BUches noch nicht gelöst ist und damit den Leser mit den Helden zusammen weiterfiebern lässt.
“Arkadien erwacht” verstrickt eine spannungsgeladene Liebesgeschichte mit einem Hauch von Romeo-und-Julia-Flair mit den finsteren Machenschaften der Mafia und einem düsteren Mythos um Gestaltwandler und Tiermenschen, auf denen der Fluch eines legendären arkadischen Königs liegt. Kai Meyer gelingt es, Realität und Mythos so miteinander zu verknüpfen, dass eine spannende, realistische und doch phantastische Geschichte entsteht, die man gar nicht mehr aus der Hand legen möchte. Rosa ist eine mutige, schräge Protagonistin, die erfrischend weit weg von den einen mysteriösen Helden anschmachtenden Romantasymädchen ist. Sie ist selbstbewusst, weiß, was sie will, kennt Angst, leidet unter einem Trauma und überwindet es, ohne dabei übermäßig heldenhaft zu wirken. Sie ist neben allen Mythen und Mafia-Spinnennetzen immer noch ein Mensch, und das macht sie so sympathisch.

Barbara Schinko: “Die Feengabe”

Die Grenzen zwischen der realen Welt und der Welt der Feen wird dünner. Mavie Bucharon, die Tochter des Gouverneurs von Dalin, ahnt, dass etwas passieren wird, als auf einmal das halbe Dorf beginnt, geheimniskrämerisch zu tun. Mitten in der Nacht schleicht sie sich zur Hütte des Geisterers, der, um den Bann gegen die Feen zu stärken, in einem Ritual ein Kätzchen opfern will. Mavie befreit das Tier – und setzt damit Dinge in Gang, die sie sich nie hatte vorstellen können. Ein Mädchen verschwindet – Mavies Schwester Stella.
Zusammen mit Sorley, dem Sohn des Abdeckers und Besitzer des geretteten Kätzchens, wagt Mavie den Schritt in die Welt der Fey, um mit ihrer Liebe ihre Schwester aus den Händen des Feenprinzen zurückzuholen.
Barbara Schinko zeichnet eine düstere, trügeriche Feenwelt voller Lügen, falscher Schönheit und gefährlicher Illusionen, und sie zeichnet diese Welt in phantastischen, poetischen, manchmal auch surrealistischen Bildern. Elphame, so der Name dieser Welt, ist nicht das, was man sich unter einer Feenwelt vorstellt – oder doch? Im Kampf gegen die kalte, schöne Feenkönigin und ihren besitzergreifenden Sohn, im Kampf um ihr eigenes Leben und das Sorleys entdeckt Mavie Geheimnisse, die ihr Leben auf den Kopf stellen und alles, was sie bisher geglaubt hat, in einem anderen Licht erscheinen lässt. Der Schluss lässt den Leser überrascht und zufrieden zurück.

“Die Feengabe” beginnt wie ein Märchen, aber ein Kinderbuch ist diese Geschichte auf gar keinen Fall. Mystisch, spannend, poetisch, aufwühlend und stellenweise verwirrend ist dieses Buch ein Märchen eher für Jugendliche und junggebliebene Erwachsene, die sich fallenlassen können in eine komplett fremde, eine echte “Anderswelt”. Der Schreibstil ist flüssig, märchenhaft-poetisch, hin und wieder stolpert der Leser über ungewöhnliche Begriffe, die sich aber schnell aus dem Kontext ergeben. Man weiß nie ganz genau, in welcher Zeit die Geschichte spielt und wo genau die beschriebenen Orte – Suss und Dalin – liegen, aber gerade das gibt der Geschichte einen zeitlosen Charme. Vielleicht erinnert es ein wenig daran, dass auch die Menschen von heute die Macht der wahren, der eisernen Liebe nicht vergessen sollten und diese Liebe der silbernen, der flatterhaften und herzlosen Liebe der Feen vorziehen.

Zum Buch selbst: Das schön gestaltete Cover passt zu der verwunschenen Geschichte, die sich zwischen den Buchdeckeln des solide gearbeiteten Paperpacks auftut. Papier und Druck zeugen von guter Qualität.

Alex Morrin: Der Spiegel von Feuer und Eis

Die junge Cassim ist nicht nur eine begabte Edelsteinschneiderin. Sie hat eine Gabe, die sie in ihrer Welt einzigartig macht: Sie spürt das Leben der Steine selbst und kann Edelsteine heilen. Gebrochene Juwelen werden wieder ganz unter ihren Händen und matte Steine bekommen ihren Glanz zurück. Cassim hört ihr Lied, ihre Klage, ihre Freude. Es ist diese Gabe, die sie interessant macht für die Mächtigen ihrer Welt: Die Eiskönigin und den Lord des Feuers, zwischen denen erbitterte Feindschaft herrscht, seit ein magisches Artefakt, der Spiegel von Feuer und Eis, zerschlagen wurde. Der Spiegel, einst verantwortlich für das Gleichgewicht zwischen Feuer und Eis, Sommer und Winter, ermöglichte den Wechsel der Jahreszeiten. Nun, da er zerschlagen ist, herrscht in Cassims Welt ewiger Winter unter der strengen Hand der grausamen Eiskönigin. Als ein Fremder Cassim von ihrem Onkel, der sie eine Sklavon hält, kaufen will, flieht sie und stolpert über den mysteriös-faszinierenden Morgwen und den Faun Jornas. Sie erzählen dem ahnungslosen Mädchen von dem zerschlagenen Spiegel und forden von ihr, der Edelsteinheilerin, den Spiegel wieder zusammenzusetzen. Doch schon in diesem eigentlich einfachen Auftrag steckt ein Riesenproblem – man kann den zerschlagenen Spiegel auf verschiedene Arten zusammensetzen und damit das Gleichgewicht zu Gunsten von Eis oder Feuer verschieben, oder ihn “richtig” zusammensetzen und den Wechsel der Jahreszeiten wieder herstellen. Jornas gibt sich als Diener des feuerlords aus, Morgwen scheint nur für sich selbst zu arbeiten. Cassim folgt ihnen und schenkt Morgwen, in den sie sich schon bald heimlich verliebt, ihr Vertrauen. Sie reisen gemeinsam zu dem Berg, der den zerschlagenen Spiegel beherbergt, doch unterwegs müssen sie zunächst noch Spiegelscherben aus der Hand eines grausamen Prinzen entwenden. Was es mit den Scherben auf sich hat, was sich hinter den mächtigen Firnwölfen verbirgt, die die kleine Gruppe jagen, und wie sich am Ende alles ganz anders auflöst, als man erwartet hätte, sollte jeder selbst lesen.
“Der Spiegel von Feuer und Eis” ist ein spannendes Buch für junge Leserinnen, an denen aber auch ältere Fans romantischer Fantasy ihren Spaß haben werden. Alex Morrin ist es gelungen, eine faszinierende, eisklirrende Welt zu erschaffen. Mit Cassim und Morgwen begleitet der Leser Protagonisten, die ihn trotz der Eiswelt nicht kaltlassen. Das Ende überrascht und macht glücklich. Das ist romantische Fantasy wie ich sie mag.

Lynn Raven: “Der Kuss des Kjer”

Er ist ein Wüstling, ein Rüpel, ein brutaler Schlächter, ein Krieger, der nach Pferd und Stahl stinkt – und er hat sie ausgetrickst und aus ihrer Heimatstadt entführt, um sie vor seinen König zu bringen. Lijanas, die Heilerin, ist sauer, und das zu Recht. Mordan, genannt “Der Blutwolf”, erster Heerführer der Kjer, der im Krieg unglaubliche Gräueltaten an ihrem Volk begangen hat, ist nicht gerade das, was Lijanas als angenehme Gesellschaft bezeichnet.  Sie will nur eins – weg, und das schnell. Doch das Schicksal meint es anders mit ihr und dem dunklen Krieger. Während sie auf Reisen in einer Wüstenstadt festsitzen, in der eine Seuche tobt, kommen die Heilerin und der Krieger einander näher, und Lijanas entdeckt, dass da unter der Rüstung und der fellbedeckten Haut des Kjer noch etwas anderes liegt als die blutdüstende Bestie, von der alle Welt berichtet. Auch Mordan scheint Lijanas’ Gefühle zu erwidern. Alles sieht so gut aus, er verspricht sogar, sie nach Beendigung des Auftrages, für den die in die Stadt der Kjer gebracht werden soll,  ehrenvoll nach hause zurückzugeleiten – doch es soll alles ganz anders kommen. Auf einmal wird der Jäger zum Gejagten, der Heerführer zum Gefangenen und die Heilerin zum Werkzeug. Das Ende ist überraschend – und hinreißend romantisch.

 

Fazit: ein Fantasy-Liebesroman, der Spaß macht, nicht kitscht und sympathische Helden zeigt, die sich interessant entwickeln. Lijanas, obwohl durch und durch Frau, wird niemals zum zeternden, kreischenden Weibchen. Sie ist eine selbstbewusste, starke Heldin, die weiß, was sie will, die mit ganzer Seele liebt und die bereit ist, Opfer zu bringen. Eine sehr symapthische, ehrliche, nachvollziehbare Frauenfigur, die es verdient, beachtet zu werden.

 

 

Rezension: “Kalt glimmen die Sterne”

Anthologie, Vampirgeschichten, Sphera-Verlag.

Vampire – immer wieder eine Inspiration für Generationen von Schriftstellern. In dieser Anthologie geben sich die Blutsauger ein Stelldichein und zeigen sich von all ihren facettenreichen Seiten. 22 engagierte Autorinnen und Autoren beleuchten in ihren Kurzgeschichten die Aspekte des Vampirseins, mal mit Tragik, mal mit Humor, mal mit einem Augenzwinkern. Die Geschichten sind nachdenklich, bissig, böse, düster, blutig. Hier findet jeder Vampirfreund sicher eine passende Geschichte für seinen Geschmack.
Leider wirkt es bei einigen der Geschichten, als hätten die Autoren mit der Zeichenzahlbegrenzung zu kämpfen gehabt, als hätte ihnen der Platz gefehlt, ihre Idee wirklich so zu bearbeiten, wie sie es verdient hätte. Man war gerade drin in der Geschichte, da war sie auch schon wieder zuende – schade, denn bei einigen dieser interessanten Blutsaugergesellschaft wäre ich gern länger geblieben. Alles in allem eine solide Sammling spannender Geschichten.
Meine persönlichen Favoriten:
“Der Schützling” von Romy Wolf
“Der Misanthoph” von Tanja Meurer
“Abschied” von Ivayne Jacob
“Seelenblut” von Sanjina Kashikar
Soweit ich weiß, soll es noch eine zweite Vampir-Anthologie von Shpera geben. Freunde der blutsaugenden Zunft dürfen gespannt sein.

Monika Felten: “Die Nebelsängerin”

Die 16jährige Ajana staunt nicht schlecht, als sie erfährt, dass sie zum einen eine irische Ahnin hat und zum anderen von dieser auch noch etwas geerbt hat – ein faszinierendes Runenamulett mit einem Mondstein in der Mitte. Bei dem Amulett: ein Blatt mit Notenschrift. Als Ajana die Melodie zu spielen beginnt, wird sie in die phantastische Welt Nymath gezogen, bevölkert von Menschen und Elben und den mit ihnen verfeindeten Uzoma. In Nymath tobt eine Schlacht, Menschen und Elben gegen die Uzoma, die sich der Anbetung eines blutrünstigen finsteren Gottes verschrieben haben. Ajana erfährt, dass sie diejenige ist, auf die alles wartet: die Nebelsängerin, Nachfahrin eine Elbenpreisterin, die die ersten Nebel gewoben hat. Nebel, die das Land der Elben und der mit ihnen verbündeten Menschen vor dem Einfall der Uzoma schützen. Ajanas Aufgabe ist es, die magischen Nebel neu zu weben und den Kampf zu beenden.
“Die Nebelsängerin” ist der Auftakt einer Trilogie und entführt in eine stimmige, in schöner Sprache beschriebene Welt. Die Erzählweise ist eher ruhig, aber das hat mir an dem Buch eher gefallen. Gut dargestellt sind die Utoma, die, wie sich im lauf der Geschichte herausstellt, gar nicht wirklich die Bösen sind, sondern auch einfach nur an einem schönen, fruchtbaren Ort leben wollen wie die anderen Völker Nymaths.
Was mir nicht gefallen hat, ist, dass die Autorin sich in verschiedenen Mythologien und vor allem bei den Elben Tolkiens eher bedient hat als sich davon inspirieren zu lassen. Die Elben von Nymath sprechen sogar Sindarin. Die Charaktere bleiben blass und klischeehaft, bei Ajana drängt sich der Begriff “Mary Sue” geradezu auf, Nebenfiguren bleiben plakativ. Ajanas schwierige Aufgabe löst sich mehr oder weniger von allein, ohne dass die Heldentruppe mehr tut, als sich auf eine gefährliche Reise zu begeben. Handlungsfäden werden begonnen, aber nicht zuendegeführt – vermutlich passiert das in den Folgebänden, dennoch stört es mich erheblich, wenn eine tatsächlich mal interessante Figur auftaucht, nur um dann ein paar Kapitel weiter irgendwo abgeparkt und erst mal nicht mehr erwähnt zu werden. Ein ganz großes Manko ist zudem in meinen Augen die Antagonistin. Sie tritt für meinen Geschmack viel zu theatralisch auf und wirkt streckenweise auf mich eher lächerlich als gefährlich.
Fazit: “Die Nebelsängerin” ist eine nette, leicht und schnell zu handhabende Lektüre für nebenbei, allerdings ohne großen Tiefgang. Ich war enttäuscht.

Kira Maeda: “Seidenfessel”

Isabelles Halbbruder Shin ist verschwunden, und Isabelle reist nach Japan, um etwas über seinen Verbleib herauszufinden. Als ihr klar wird, dass Shin Verbindungen zur japanischen Mafia haben muss, beginnt sie, als Journalistin getarnt Erkundigungen über die Yakuza einzuziehen – und sieht sich wenig später selbst in deren Händen. Der geheimnisvolle Yakuza Toshi bietet ihr einen Handel an – einen Monat lang erfüllt sie die von ihm gestellten Aufgaben, und besteht sie diese, bekommt sie die gewünschten Informationen über Shin. Isabelle willigt ein und ist schon nach kürzester Zeit verstrickt in mehr als nur seidene Fesseln.
Toshi zieht sie an wie das Licht einen Nachtfalter. Zu unwiderstehlich ist sein Charme, zu gnadenlos seine erotische Ausstrahlung. Was als Handel begann, wird zum Spiel um Macht. Wie gefährlich dieses Spiel tatsächlich ist, wird Isabelle erst klar, als sie sich ihrer Gefühle für Toshi bewusst wird – und Toshis Feinde erkennen, wie wichtig die aufregend schöne Isabelle für die Zukunft des Oyabun ist. 

Von der ersten bis zur letzten Seite habe ich diesen Roman verschlungen und schon nach der allerersten erotischen Szene sabbernd auf dem Sofa gesessen. Kira Maeda versteht es, auch Bondage-unerfahrenen Leserinnen wie mir die Kunst des Shibari schmackhaft zu machen. Zwischen den Seiten knistert es gehörig, man kann es kaum erwarten, Isabelle ihre nächste erotische Aufgabe lösen zu sehen. Dabei bleiben die Schilderungen ihrer Sexabenteuer stets ästhetisch, und auch Leserinnen, die Bondage/SM eher ablehnen, dürften die Szenen nicht zu hart erscheinen. Dazu entführt Kira Maeda ihre Leser(innen) in die exotisch-fremde Welt Japans, und man merkt jedem kleinen Detail an, dass die Autorin Asien liebt.
Mir hat das Buch sehr viel Spaß gemacht, und ich kann es jeder Liebhaberin erotischer Literatur nur empfehlen.