Liebesflammen oder „Tina goes SP“

Selfpublishing – (Alp)Traum meiner schlaflosen Nächte. ich schleiche um dieses Thema schon seit Monaten herum wie die sprichwörtliche Katze um den heißen Brei, habe gegrübelt, verworfen, wieder gegrübelt, mich in Panikattacken angesichts komplizierter Ausfüllvorgänge beim großen A und beim Gedanken an das leidige Thema „Ebook-Satz“ gewunden –  und jetzt endlich Pläne gefasst, bei denen mich meine Autorenfreundinnen Tanja Rast (die mich mit ihrer herrlichen Reihe „Der Magie verfallen“ überhaupt erst auf diese Wahnsinnsidee gebracht hat) und Sylvia Ludwig von Cover für Dich unterstützen werden. Ich freue mich jetzt schon auf die tollen Cover, die Sylvia zaubern wird.

Im Herbst wird ein gay fantasy-Roman aus meiner Feder im Traumtänzer-Verlag erscheinen, und im Kielwasser dieses Romans werde ich den Selfpublishing-Aufstand proben. Geplant ist eine Reihe von EBooks und Taschenbüchlein unter dem Reihentitel „Liebesflammen“ mit jeweils drei bis vier gay romance/gay fantasy-Novellen, die sich unter einem Thema zusammenfinden und alle irgendwo eine kleine Gemeinsamkeit aufweisen.

 Über den Fortschritt und die Arbeiten an diesem Projekt werde ich weiter berichten – immer, wenn ihr dieses brennende Herzchen seht, dann geht es um „Liebesflammen“. Grob über den Daumen gehe ich jetzt erst einmal vier dieser Novellenbände an und fange schon fleißig Plotkarnickel. Ich habe das Gefühl, alle bisher gefangenen Pltviecher waren hochtragend und haben umgehend geworfen. Anders kann ich mir nicht erklären, dass sich in meiner Ideenkladde bereits zehn Teaser für Kurzgeschichten angesammelt haben.

Monatsrückblick: Februar/März

Da gehen sie hin, die guten Vorsätze, und der Monatsrückblick für den Februar ist einfach den Bach runtergegangen und wurde vergessen.  Darum nun ein Rückblick auf beide Monate, in denen tatsächlich einiges passiert ist.

Tina hat gelesen und zum Teil auch rezensiert. Um diese Exemplare ist der Stapel ungelesener Bücher kleiner geworden:

Lonna Haden: Der Krähenwolf
E.T.A, Hoffmann: Nussknacker und Mausekönig (genau das Richtige für die Weihnachtszeit!)
Helen B. Kraft: Der Duft des Sturms*
Katharina Seck: Die silberne Königin*
Alana Falk: Sternensturm –das Herz der Quelle*
Leann Porter: Die Fährte der Wandler*
Kai Meyer: Die Krone der Sterne*

Unter „Rezensionen“ findet ihr zu den mit einem * gekennzeichneten Büchern auch meine ganz persönliche Meinung dazu.

 

Tina hat geschrieben:
Der Nithyara-Völkerroman „Erwählte des Zwielichts“ geht langsam in den Endspurt und wird sich auch noch eine Weile in kleinen Häppchen hier im Blog einfinden. Es befinden sich bereits einige Ideen in der Pipeline, was nach dem Wörtchen „Ende“ mit dem Manuskript passieren soll.

 

 

Tina hat überarbeitet:
NaNoWriMo-Altlast aus 2013 unter dem Titel „Die rote Tür“ kam zurück von einer strengen Beta-Tour durch Helen B. Kraft und wurde einmal kräftig aufpoliert, um sich dann in Form von Exposé und Leseprobe zu einem ganz neuen Stern am Kleinverlagshimmel aufzumachen. Jetzt sitze ich am Lektorat und freue mich über den Vertrag vom Traumtänzer-Verlag.

Das Lektorat für den tierischen Fantasy-Roman „Roms Katzen“  ist durch, und einem Erscheinen dieses flauschigen Buches im Mai beim Verlag Ohneohren steht nichts mehr im Wege. Ich freue mich schon sehr darauf, auch diesen in einem NaNoWriMo entstandenen Roman bald in EBook-und Buchform in den Händen zu halten.

Und noch was neues aus der Sparte „Überarbeitung“: Tina hat das erste Mal auf der Lektorenseite gesessen und das Manuskript für einen humorigen Katzenratgeber lektoriert. Als Erscheinungsdatum liegt mir Anfang April vor für das im Verlag In Farbe und Bunt herauskommende Buch von Pia Fauerbach: AKGB – Gesetzbuch des (all)gemeinen Katzentiers. Ich hatte Spaß. Sehr viel Spaß. Und ich hoffe, keiner meiner pelzigen Mitbewohner hat mir bei der Arbeit zugesehen.

Monatsrückblick: Januar

Geschafft. Der erste gute Vorsatz fürs neue Jahr wurde erfüllt: Mehr bloggen. Es gab neue Zwielichteinträge, zwei neue Rezensionen und zwei Interviews. Auch Herr Kater hat sich wieder einmal zu Wort gemeldet.

 

 

Schreiben: Yenyaab – Verbotenes Kraut wächst stillvergnügt vor sich hin. Noch ist es nicht im Ansatz fertig, aber der Knoten im Kopf wurde entwirrt und so langsam klärt sich der Nebel, der den Weg zum Ende bisher hartnäckig verschleiert hat. Dennoch fürchte ich dieses Buch wird mein erster „über 400-Normseiten-Wälzer“. Es ist so, wie es ist, wenn die Geschichte Platz braucht, dann soll sie sie haben.

Ebenfalls weiter ging es mit mit den Erwählten des Zwielichts, die ihr hier im Blog unter „Onlineroman“ weiter verfolgen könnt. Kommenden Sonntag gibt es mal wieder ein Zwielicht-Special für die, die nicht so gern längere Geschichten in homöopathischen Dosen zu sich nehmen – schaut einfach wieder rein.

Auch bei den Nityhara tut sich was. Die Arbeit an einer Kurzgeschichtensammlung hat begonnen. Geplant sind insgesamt fünf spannende, erotische, tragische und humorvolle Geschichten (oder besser Novellen … ich kenn mich, auch wenn die Dinger Kurzgeschichten heißen, werden sie sicherlich alles andere als kurz) aus der Welt der Nityhara, Nachtelfen und Schattendämonen.

 

 

Schreibjahr 2017

Die Böller sind nur noch Altpapier auf der Straße, der Sekt ist alle und die Reste von gestern Abend wurden erfolgreich vertilgt. Zeit für einen Ausblick auf das, was ich im kommenden Jahr alles schreiben möchte (ein Blick auf die Liste hat schon im Vorfeld für den einen oder anderen hysterischen Lachflash gesorgt, ich zeige sie euch aber trotzdem, damit ihr mir entweder die Herren im weißen Dinnerjacket vorbeischicken oder mich anfeuern könnt. Ich nehme auch Kekse, Schokolade, einen schönen Single Malt oder einen guten trockenen Merlot. Danke im Voraus.).

2017 wird mein Jahr der Romanrettung. Es wird nichts neues angefangen, bevor nicht mindestens eine, besser zwei dieser Altlasten mit dem Wort „Ende“ versehen sind. Und hier sind sie: die zu rettenden Romane:

„Yenyaab – verbotenes Kraut“ –  Gay romance/Fantasy und NaNo 16-Altlast um ein ungleiches Männerpaar, ein tragisches Familiengeheimnis, zwei unmöglich scheinende Liebesbeziehungen und ein Kraut, das sowohl böse als auch gute Seiten hat.

Mehr dazu hier.

„Klänge der Tiefe“ – Mystery/gay romance mit historischem Hintergrund. Der lungenkranke Naturfotograf und Wissenschaftsjournalist Theo und der Biologe Nathanael verfolgen die „Wasseraffen-Hypothese“ des naturwissenschaftlers Alister Hardy und stoßen dabei auf der Isle of Man auf seltsame Machenschaften einer militärischen Forschungseinheit. Warum stranden in diesem Winter so viele Wale vor Jurby? Was für Ziele verfolgt General Harris, der Leiter der Foschungsstation, welche Geheimnisse hütet die Militärfliegerin Selma und wie passt die mysteriöse Theremin-Virtuosin Ava in das ganze Spiel? Und was lebt in den geheimen Meerwassertanks hinter den in Eile hochgezogenen Elektrozäunen der Militärbasis?

„Kristallglut“ – NaNoWriMo-Altlast aus 2014/15 und (natürlich) auch wieder Gay romance/Fantasy. Die Nordmenschen und Steppennomaden von Nitann haben im wahrsten Sinne des Wortes einen ganzen Berg voller Probleme: Das Dualán-Gebirge und seine elfenhaften Bewohner verhindern seit Jahrhunderten erfolgreich den Ausbau von Handelsbeziehungen, da sie sich strikt weigern, Menschen durch ihre Heimat zu lassen, sei es über-oder unterirdisch. Als der königliche Berater Yvain mit der Königin der Dualán über den Bau einer Straße durch die Berge verhandelt und dabei am hartnäckigen Nein der Elfenherrin zu scheitern droht, entschließt er sich zu einer Verzweiflungstat und entführt den Sohn der Königin, um sie mittels Erpressung dazu zu bringen, dem Straßenbau endlich zuzustimmen, während auf der anderen Seite der Berge die Anführerin der Steppennomaden mit einer Abordnung der Bergelfen eine Ehe zwischen dem Kronprinzen der Elfen und ihrer Tochter auszuhandeln versucht.
Yvain erkennt, dass sein Plan gescheitert ist, als er feststellen muss, dass er nicht den Elfenprinzen Ciaran, sondern dessen Berater, Leibwächter und Hofmagier Senan erwischt hat, der dem Prinzen ausgesprochen ähnlich sieht. Yvain weigert sich, Senan freizulassen, und nimmt ihn mit in seine Heimat. Senan sieht nur eine einzige Möglichkeit, seine Freiheit zurückzubekommen und sein Volk und das Geheimnis der Berge zu schützen: Er muss das Herz des sturen Diplomaten gewinnen. Und er weiß gar nicht, wie leicht er es damit haben wird – denn Yvain liebt Männer…

„Erwählte des Zwielichts“ – natürlich geht es auch 2017 in vielleicht nicht ganz so regelmäßigen Abständen mit Iloyon Flammenstern, Cianthara Nebelstreif, Amayas, Malika, Liandras und den Nithyara und Dunkelelfen weiter.

 

„Finstere Wasser“ – Gay romance/Fantasy, eine wilde Mischung aus Piratengeschichte und Indiana Jones. Der Meerelf Vion wurde aus seiner Sippe verstoßen, da er Männer liebt – ein Unding bei einem Meerelfenclan, dem schon so lange keine Kinder mehr geboren wurden, dass er kurz vor dem Aussterben steht. Vion lässt sich in einer unterseeischen Ruinenanlage nieder, ohne zu wissen, dass an diesem Ort einmal viele seines Volks den Tod gefunden haben.

Doch nicht nur Vion findet die Unterwasserruinen reizvoll, auch eine Gruppe Schatzsucher gelangt an den seltsamen Ort – und findet neben Vion auch noch andere Geheimnisse, die sie vielleicht besser hätten ruhen lassen.

„Schwarze Flügel“ – Uraltes und immer wieder an die Wand gefahrenes Gay romance-Projekt um einen geflügelten Elfen, einen größenwahnsinnigen Magiebegabten, Magiergilden, deren Wirken eine Stadt zerstört. wenn nicht sogar die ganze Welt, und einen jungen Zauberer, der außer seinem Ziel, die Welt zu retten, nur noch einen einzigen Wunsch hegt: das Herz des Elfen mit den schwarzen Flügeln zu gewinnen und ihn aus der Gefangenschaft des dunklen Zaubermeisters zu befreien.

„Wüstenfeuer“ – gay romance. Um seinen todkranken Neffen Jhamal zu retten, Thronfolger des Königshauses der Wüstenstadt Sadje, schenkt Menaz ihm den Wüstenelfen Nayan als Sklaven. Denn Wüstenelfen sind begabte Heiler, denen angeblich keine Krankheit trotzen kann. Nayan fügt sich in seine Rolle, denn ihm wurde Freiheit für sich selbst und Schutz vor den Sklavenjägern für sein ganzes Volk versprochen, sollte es ihm gelingen, den Prinzen zu retten und die Thronfolge zu sichern. Doch als Nayan herausfindet, dass es sich bei der Krankheit des Prinzen nicht um ein schleichendes Leiden, sondern um eine Vergiftung handelt, findet er sich urplötzlich in Hofintrigen verwickelt und sieht sich selbst im Visier des Mörders, der es auch auf den Thronfolger abgesehen hat. Welche Rolle spielen die beiden Frauen des Herrschers, welche Jhamals Halbbruder, und was wissen Fadil und Zakiyah, die beiden vertrauten Diener der Königin Adija?

Jahresrückblick (natürlich mit Kater) und ein kleiner Blick in die Zukunft

Und wieder ist ein Jahr zu Ende, und wieder einmal fragen der Herr Kater und ich uns, wo dieses Jahr so schnell hin ist. 2016 hat viel genommen, aber auch viel gegeben und mich vieles gelehrt, sowohl, was das schreiben angeht, aber auch, was das Leben angeht. Für mich persönlich war es ein gutes, erfolgreiches Jahr. Auch wenn ich nicht so vieles geschafft habe, wie ich schaffen wollte.

 

 Ich wollte zum Beispiel viel mehr und viel häufiger bloggen. Den Kater wirklich wöchentlich zu Wort kommen lassen und nicht nur hin und wieder mal. Ja, er sitzt hier neben mir und beschwert sich, denn er hat wirklich viel zu erzählen. Der Herr im schwarzen Pelz und ich haben uns fest vorgenommen, uns im kommenden Jahr öfter zu melden. Vielleicht nicht als Kater der Woche, aber doch als Kater des Monats, und wenn es gut läuft, vielleicht auch als Vierzehntagekater. Dazu sollen auch im kommenden Jahr natürlich auch Buchbesprechungen und Schreibartikel nicht fehlen, und mit den Zwielichtigen wird es auch weitergehen.

2016 durfte ich mich über mehrere Veröffentlichungen und die immer noch ganz hervorragende Zusammenarbeit mit dem Machandel-Verlag freuen. Als „Schmiedefeuer“ und „Schattenfluch“ erblickte der gute alte Feuersänger das Licht der Welt in überarbeiteter Fassung neu. Eine Zusage für eine Kurzgeschichte flatterte ins Haus. Und ein Vertrag mit dem wunderbaren Verlag ohneohren kam zustande. Noch ist das Projekt geheim, noch darf ich nichts erzählen, also bleibt es spannend und ich falle hier vor lauter Hibbeln fast von meinem Stuhl, weil das alles so aufregend ist und es um ein echtes Herzprojekt geht.

Geschrieben wurde natürlich auch, viele neue Ideen tauchten auf und einige davon sind inzwischen zu zwar noch nicht ausgewachsenen Projekten, aber immerhin zu Projektkindergartenkindern ausgewachsen, einige wollen auch schon Abitur machen. Dass ich auf ein so produktives Jahr zurückblicken kann, liegt zum großen Teil an einer Idee meiner lieben Autorenkollegin Tanja Rast, die mich zum Kampf um die Marienkäferpunkte herausforderte und damit immer wieder mit kleinen, überschaubaren Zielen am schreiberischen Ball bleiben ließ. In diesem Jahr werden wir diese liebgewonnene Trasdition fortführen und haben uns einen weiteren Käfer ins Boot geholt: Sylvia Ludwig, die nicht nur schicke Cover zaubern, sondern auch ganz wunderbar zauberhafte Geschichten schreiben kann. Ich freue mich jetzt schon auf den freundschaftlichen, motivierenden Kampf um die Punkte.

Kein Jahresrück-und Ausblick ohne Kater. denn wie wie alle Katzenhalter wissen, müssen unsere bepelzten Freunde immer das letzte Wort haben. Herr Kater: Bitteschön, hier ist die Tastatur, Sie sind dran.

„Oh, ich bin dran? Mimimi. Miau. Ich durfte so lange nicht an die Tastatur, dass ich schon gar nicht mehr weiß, wie das mit dem Tippen eigentlich geht, also bitte ich darum, kleine Fehler zu verzeihen. Und überhaupt, was ist schon ohne Fehler? Ich habe nur einen einzigen guten Vorsatz für das kommende Jahr gefasst: den, dass ich es in Zukunft vermeiden möchte, zu versuchen, perfekt zu sein. Denn wer kann das schon? Und wer will das schon? Perfekt sein? Ohne Makel, ohne Ecken und Kanten, glatt wie Eis und genauso kalt in all dieser Perfektion? Nein, das ist nichts für mich. ich weiß, was ich bin, ich weiß, was ich kann, und ich weiß, was ich will. Vor allem weiß ich aber, was ich nicht mehr will: mich verbiegen. Immer nur anschmiegsam sein und anderen nach der Pfeife tanzen. 2017 wird mein (oh, pardon… unser) Jahr, ein Jahr voller Schnurren, mit Platz für Gemütlichkeit und Ruhepausen, mit Familie, Wahlverwandtschaften und Freunden. Wir blicken zuversichtlich in die Zukunft, denn eins wird 2017 auf jeden Fall bringen: Katzen. Bleibt gespannt!“

 

Von Schneeflockenplottern und Bauchschreibern

kreativchaosVorweg: Dies ist kein Schneeflockenbashing. Es gibt Autoren, die mit der Schneeflockenmethode wunderbar zurechtkommen und denen sie wirklich hilft. Diesen Autoren möchte ich ihr Plotwerkzeug auf keinen Fall madig machen.
Mir geht es darum, dass die Schneeflocke nicht für jeden – und auch nicht für mich – das richtige Werkzeug ist.
Kurz und knapp: Schneeflockenmethode – was ist das eigentlich?
Ein Plotwerkzeug, das einem Autor hilft, Struktur in seine Ideen zu bringen und nach einem durchlaufenden roten Faden zu plotten. Dabei erweitert sich das Konzept wie eine sich immer mehr verzweigende Schneeflocke von einem zentralen Punkt aus. Randy Ingmarson beschreibt die Methode ausführlich in diesem Artikel. Eine deutsche Übersetzung findet sich z.B. hier.

Schneeflocke in der Nussschale –  In vielen kleinen Schritten zum ausgefeilten Romankonzept
Schritt 1: Fasse deinen Roman in einem Satz zusammen
Schritt 2: Erweitere den Satz aus Schritt 1 zu einem Absatz
Schritt 3: Charakterisiere kurz und knapp deine Hauptfigur
Schritt 4: Erweitere jeden Satz deiner Zusammenfassung aus Schritt 2 zu einem weiteren Absatz – fasse deinen Roman auf einer Seite zusammen
Schritt 5: Beschreibe jede deiner Hauptfiguren ausführlich. Eine Seite pro Figur!
Schritt 6: Erweitere deine einseitige Romanzusammenfassung auf vier Seiten. Details, bitte!
Schritt 7: Arbeite deine Figuren weiter aus. Schreibe komplette Charakterbeschreibungen. Aussehen, Alter, Familienhintergrund, Augenfarbe, Blutgruppe. Details. Viele Details.
Schritt 8: Erstelle aus dem Dokument aus Schritt 6 eine Szenenübersicht. Am besten tabellarisch.
Schritt 9: Verfasse eine erzählende Beschreibung deiner Geschichte mit den Informationen aus Schritt 4 bzw. 6. Wenn du es machst, hast du gleich die Basis für ein Exposé.
Schritt 10: So. Jetzt darfst du endlich schreiben.

Und ich?
Ich habe es versucht. Ich habe es wirklich versucht, nach dieser Methode zu arbeiten. Und festgestellt, es ist nicht meins. Was nicht bedeutet, dass ich meine Gedanken und Ideen nicht ordnen muss.
Im Gegenteil.
Ich bin bekennende Chaos-Jüngerin und brauche nichts mehr als Struktur und Ordnung in meinen Ideen, damit ich produktiv arbeiten kann – aber nicht so.

Wenn ich eine Idee habe, dann möchte ich schreiben. Jetzt. Aus dem Bauch raus. Mit Gefühl. Mit Leidenschaft. Ich starte mit einer groben Idee und groben Figurenmustern und beginne, eine Geschichte zu erzählen, die ich selbst noch nicht in allen Facetten kenne.
Genau das macht für mich den Reiz des Schreibens aus. Und darum habe ich mir für meine Arbeitweise brauchbare Elemente aus der Schneeflocke herausgepickt, aber mache mir nicht die Arbeit, das komplette Modell durchzuackern.

Denn damit kenne ich meinen Roman dann schon so gut, dass mich an ihm nichts mehr überraschen kann. Und das nimmt mir viel am Schreibspaß und den Grund, warum ich (nicht nur. Aber auch.) schreibe: Ich will mir Neugier bewahren. Mich von meiner eigenen Geschichte und meinen eigenen Romanfiguren überraschen lassen. Mit ihnen in Dialog treten. Mich mit ihnen streiten. Es spannend halten. Details entwickeln, während ich schreibe, und nicht vorher. Auch wenn das bedeutet, dass ich hin und wieder zurückspringen und eben diese Details anpassen muss.

Ich gehe Schritt 1 und habe meinen Romanpitch. Super, denn das spart Arbeit für eventuelle verlags-oder Agenturbewerbungen.
Ich mache die Schritte 4 und 6, manchmal auch 8, bastele daraus ein Exposé.
Notiere mir wichtige Details zu meinen Figuren, damit ihre Namen immer gleich lauten und ihre Augenfarbe auf Seite 259 noch immer dieselbe ist wie auf Seite 1.

Und dann – dann gehe ich schreiben. Und lasse mich überraschen.

Und ihr? Wie plottet ihr?

Manuskriptnekromantie – 4 Tipps zum Wiederbeleben von Schubladenmanuskripten

typewriterSchubladenmanuskripte und halbfertige Romanzombies – welcher Autor kennt das nicht?
Da ist der nicht fertige Roman aus dem NaNoWriMo. Die im ersten Moment so genial wirkende Jugendbuch-Idee. Das voller Enthusiasmus begonnene und dann nie wieder angefasste High-Fantasy-mit-Aliens-Projekt.

Hand aufs Herz – jeder hat ihn, diesen Ordner namens „zu beenden“ oder „halbfertig“, diese Festplattenbücher. Und jeder kennt das – diese Scheu, sich wieder an lange nicht bearbeitete Manuskripte zu setzen.

Ich auch.

Und darum teile ich hier mit euch ein paar meiner Tricks, wie du dich motivieren kannst, so einen Romanzombie wieder zum richtigen Leben zu erwecken.
#1 Lesen

Ja, auch wenn es viel ist, auch wenn du denkst, du kommst einfach so wieder rein und kannst einfach so weiterschreiben. Lies das alte Zeug noch einmal. Wenn du magst, lass den inneren Lektor mitlesen. Korrigiere Tippfehler. Beobachte Handlungsstränge, Figuren und Stil. Wie fühlt sich das Buch an, wie lebendig sind die Figuren, was fühlst du beim Lesen – und kannst du dir vorstellen, beim Schreiben dasselbe wieder zu fühlen? Riechst, siehst, schmeckst du etwas beim Lesen? Springt das Kopfkino an?

 

#2 Check: Ist noch genug Liebe da?

Ein kritischer Blick. Gefällt dir das Manuskript noch? Oder gab es einen Grund, warum es damals in der Schublade verschwand? Springt beim Lesen der Funke über? Fragst du dich, warum du gerade dieses Buch damals unbedingt schreiben wolltest? Denkst du vielleicht sogar: Wow. Das habe ICH geschrieben?

Wenn nicht mehr genug Liebe da ist, sorge dafür, dass das Manuskript aus deinem direkten Sichtbereich verschwindet. Magst du es nicht löschen, dann speichere es auf einer Wechselplatte, brenne es auf eine CD oder schiebe es auf einen USB-Stick. Oder schicke es an Freunde und bitte sie, es für dich aufzubewahren. So ist es nicht „weg“, aber es steht dir auch nicht ständig vor Augen und kann dich nicht mehr belasten oder dir ein schlechtes Gewissen machen.

Und wenn du weißt, warum du genau dieses Buch damals schreiben solltest: dann verliebe dich neu. Und schreib das Ding.

 

#3 Plotten – mach es spannend

Hast du es nicht schon getan, plotte. Wenigstens grob. Nach meiner eigenen Erfahrung verschwinden die meisten Manuskripte in der Versenkung, weil ich nicht weiß, wie es weitergehen soll. Weil mich der berühmte Mid-Book-Blues gepackt hat. Geht es dir genauso?

Dann überlege dir, wie es weitergehen soll, bevor du dich wirklich aufs Schreiben stürzt. Wo willst du mit deiner Hauptfigur hin, was plant der fiese Bösewicht? Wo stecken Konflikte? Wendepunkte?

Vielleicht war es auch ein Mangel an Spannung und/oder Konfliktpotential, was dein Manuskript in die Schublade verbannte. Suche nach Stellen im Manuskript, an denen du mehr Spannung und mehr Konflikte integrieren kannst. Mach es spannend! Für deine Leser. Aber vor allem für dich.

 

#4 Schreib!

Genau. Schreib. Setz dich dran. Nimm dir vor, jeden Tag wenigstens einen Satz an dem Ausgrabungsobjekt zu schreiben. Meist bedingt ein Satz den nächsten. Fürchtest du, wieder nicht am Ball bleiben zu können, sorge für Motivation von Außen.
Suche dir Romanpaten oder Betaleser, die in regelmäßigen Abständen nach „mehr“ brüllen. Stell schon mal den Sekt kalt, den du köpfen wirst, sobald du das Wort „Ende“ getippt hast. Schick den inneren Kritiker zum Haitauchen auf die Malediven und verliebe dich neu in dein Buch. Wenn du bis hierher gekommen bist, dann hat es das verdient.

 

Und nun: viel Erfolg!

Hilfe – ein Logikloch!

kreativchaos Ihr erinnert euch. Die „Zwielichter“ machen Pause. Schuld daran sind zwei Dinge. Zum einen ist das Manuskript noch nicht komplett fertig. Es fehlen noch Die Böse Wendung kurz vor Schluss und natürlich Das Tolle Ende mit ganz viel Drama und Heldentränen.
Zum anderen – und das ist ein viel größeres Problem – hat eine meiner Betaleserinnen ein Logikloch im Manuskript entdeckt und mir liebevoll eingepackt rübergereicht.

Ein Logikloch.

Panik.

Erste Reaktion: „Oh nein, ich werde das gesamte Manuskript in die Tonne treten udn nie wieder daran schreiben, alle Bolgeinträge dazu löschen und noch mal ganz von Vorn anfangen.“

Zweite Reaktion: Okay. Nachdenken. Fragen wir doch mal nach, wo sich das böse Logikloch befindet.

Und die große Erleichterung: auf den letzten Seiten, und es lässt sich ausbügeln, ohne dass ich alles, was schon geschrieben wurde, umbauen und umbasteln muss.

Trotzdem wird es bis April dauern, bis es wieder Zwielichtschnipsel gibt.

Logiklöcher und ich – eine ewige Hassliebe. Ich bin Wenigplotter und Bauchschreiber. Fixe Ideen nisten sich beim Schreiben im Kopf ein und ploppen dann plötzlich zu Unzeiten wieder auf. Meistens bringen sie auch noch einen ganzen Wurf kleiner Ideenwelpen mit, die mir kläffend um die Füße rennen und alle zur gleichen Zeit Aufmerksamkeit wollen.

Und ich denke: Ach, du bist aber eine niedliche Idee, komm her, dich verarbeite ich jetzt zu einer tollen Szene. Das wird super.
Die Idee grinst, frisst meine Schokolade,  schlürft meinen Kaffee und setzt sich auf meine Tastatur.
Und ich schreibe so wild drauflos, dass ich gar nicht mehr darüber nachdenke, was vorher gewesen ist. Es zählt, was jetzt passiert. Die tollen Szenen, die mir diese niedliche kleine Idee einflüstert, die inzwischen vollgefresen auf dem Rücken liegt und immer noch grinsend dabei zusieht, wie ich mich um Kopf und Kragen schreibe.

Und schon ist es passiert. Der nächste, der die Ausgeburt meiner Kreativität liest, findet das Logikloch.
Was lernen wir daraus? Erst denken. Dann schreiben.

Und vielleicht doch mal plotten. Es muss ja nicht gleich die Schneeflockenmethode sein.

Warum die (und überhaupt ausgiebigstes Plotten) nicht so meins ist, erzähle ich euch in einem meiner nächsten Einträge zum Thema „Schreiben“.

 

Und ihr so? Plotten, nicht plotten? Was war euer dickster Logik-Klops? Erzählt mir etwas!

 

Nicht massentauglich: Schubladengeschichten gegen den Mainstream

typewriterIch gehöre normalerweise zu den Lesern, die Vor-und Nachwörter eher langweilig finden und überspringen. Aber das Nachwort von Patrick Rothfuss zu seiner Novelle „Die Musik der Stille“ (Originaltitel „The slow regard of silent things“) hat mich dort gepackt, wo jede Autorin und jeder Autor sich hin und wieder packen lässt: An den eigenen Zweifeln. Wer kennt das nicht, diese Fragen nach der Markttauglichkeit, nach der „Veröffentlichbarkeit“, nach dem „Liest das überhaupt jemand?“ „Interessiert das überhaupt jemanden außer mir?“ „Wer würde denn das lesen?“
In einem Gespräch mit seiner Freundin Vi Hart berichtet Patrick Rothfuss ihr von seinen Zweifeln an der Veröffentlichbarkeit von „Die Musik der Stille“. Spoilerfreie Erklärung: Die Novelle erzählt von einer nicht ganz unwichtigen Nebenfigur aus den Kingkiller Chronicles. Ich sage absichtlich „erzählt von ihr“, nicht „erzählt ihre Geschichte“, denn das tut sie nicht und sie lässt den neugierigen Leser am Ende mit mehr fragen zurück als am Anfang. Aber das liegt wohl auch in der Natur der Figur „Auri“ – Auri selbst ist und bleibt ein Myterium. Und ich finde das gut so. Aber ihr Erfinder Patrick Rothfuss hatte so seine Zweifel an einer Novelle über Auris Leben in der Unterwelt der Universität, an dieser leisen, ungewöhnlichen Geschichte, die selbst in den Augen ihres Autors keine Gesichte ist.

Patrick Rothfuss schreibt:
I shook my head, not even looking up at her. „Readers expect certain things. People are going to read this and be disappointed. It doesn’t do what a normal story is supposed to do.“
Then Vi said something I will always remember: „Fuck those people“, she said. „Those people have stories written for them all the time. What about people like me? Where’s the story for people like me?“ […] „Let those other people have their normal stories“, Vi said, „This story is not for them. This is my story. This story is for peoplelike me.“
(Patrick Rothfuss, aus dem Nachwort zu Nachwort „The slow regard of silent things“)

Mir geht es wie Rothfuss: ich will nicht vergessen, was Vi Hart da zu ihm gesagt hat. Nicht jede Geschichte ist für jeden Leser. So unterschiedlich die Geschmäcker beim Essen sind, sind sie es auch beim Lesen. Es mag Schubladengeschichten geben, die wirklich nur für die Schublade geschrieben wurden. Aber wenn ich so darüber nachdenke, was für Schätze vielleicht noch in Autorenschubladen schlummern, weil sie nicht mainstream genug sind, nicht für die breite Masse, nicht für jeden, dann macht mich das traurig. Ich wünsche mir Chancen für diese Schubladengeschichten. Ich wünsche mir mutige Autoren, die Selfpublishing-Experimente wagen. Noch mehr mutige Kleinverlage, die sich wagen, die auf den ersten Blick nicht massentauglichen Kleinode zu veröffentlichen – und dann, wer weiß, vielleicht große Erfolge damit zu feiern und zu wachsen, zusammen mit ihren Autoren.

Habt ihr Schubladengeschichten? Warum, denkt ihr, sind sie nicht massentauglich oder unveröffentlichbar?
Ich bin gespannt auf eure Kommentare!

Was ist eigentlich ein „gutes Buch“? Meine fünf Cent zur Lektoratsdiskussion

booksIm Netz kocht die Diskutiersuppe auf Hochtouren. Fronten verhärten sich. Der Begriff „Zweiklassengesellschaft“ fällt. Es wird von Arroganz gesprochen, von Selbstverliebtheit, von Talent und Nichtkönnen. Von guten und von schlechten Büchern.

Das Thema: Lektorat. Braucht ein Buch ein Lektorat und/oder ein Korrektorat, um ein gutes Buch zu sein?

Ich möchte das Pferd mal von hinten aufzäumen und die Frage in den Raum werfen, was denn eigentlich ein gutes Buch ist. Wenn ich diese Frage für mich beantworte (meine persönliche Meinung, die sich niemand zu teilen verpflichtet sehen soll!), dann ist ein gutes Buch ein Buch, das mich gut unterhält.
Gut unterhalten kann mich der nachdenklich-romantische Provenceroman ebenso wie ein auf Suspense getrimmter Thriller, ich fühle mich ebenso durch eine leidenschaftliche Romanze unterhalten wie durch ein Fantasymärchen oder ein episches Werk wie Game of Thrones. Ich möchte in sich stimmige Bücher lesen, mit gut ausgearbeiteten Protagonisten, denen ich ihr fiktives Leben abkaufe und bei deren Geschichten ich mir vorstellen kann, dass es so in diesem Setting wirklich geschehen sein könnte. Und das am liebsten noch fehlerfrei, ohne Längen, ohne Perspektivverrutscher, ohne unfreiwillig komisch wirkende Stilblüten.

Und wie mache ich nun so ein „gutes“ Buch?
Erst mal: ich schreibe. Ohne Rücksicht auf Verluste schreibe ich meine Geschichte, so wie sie mir vom Kopf in die Finger fließt, nach mehr oder weniger ausführlichen Vorbereitungen wie Plotten und Weltenbau – je nachdem, was für ein schriftstellerischer Arbeitstyp ich bin.
Und dann? Das Wort „Ende“ ist geschrieben, die schreibprogrammeigene Rechtschreibkorrektur ist über das Dokument geflitzt und hat alle Vertippsler ausgemerzt. Hoffentlich. Da ich diesen automatisierten Dingern nicht traue, lese ich lieber noch einmal selber von vorn bis hinten und von hinten nach vorn, den virtuellen Rotstift in der Hand, den Blick geschärft, der innere Korrektor arbeitet auf Hochtouren.
Der Text bekommt also ein erstes Korrektorat.
Und dann? Bin ich dann fertig? Habe ich dann schon ein „gutes Buch“ geschrieben?
Ich meine: nein. Ich habe ein Buch geschrieben, das zu 99% frei von Tipp-, Zeichensetzungs- und Grammatikfehlern ist. Aber würde ich für dieses Buch in diesem Zustand bereits Geld verlangen wollen?

Ich sage: nein. Denn ich fühle mich als Autorin noch nicht so sicher im Sattel, dass ich eine solche Manuskriptfassung schon in die Welt entlassen möchte, sei es in einem Verlag oder als Selfpublisher. Ich brauche den kritischen Blick von außen.

Bisher habe ich nicht selbst veröffentlicht, sondern mit verschiedenen Kleinverlagen zusammengearbeitet, in denen ich Anthologiebeiträge und Romane veröffentlicht habe. In den meisten Fällen habe ich das Lektorat als sehr bereichernd empfunden, sowohl für mein Buch als auch für mich als Autorin. Ich lerne bei jedem Lektorat etwas dazu. Ja, mein eigener innerer Lektor ist durch die Zusammenarbeit mit realen menschlichen Lektorinnen und Lektoren kritischer, mein eigener Blick auf Selbstgeschriebenes kritischer geworden.
Ob ich mir daher zutrauen würde, ein Buch vollkommen in Eigenregie zu machen? Schreiben, korrigieren, editieren (im Sinne von „verbessern“, im Sinne von „veröffentlichungsreif machen“) und zu veröffentlichen?

Ich sage noch einmal: nein. Ich habe als Leserin meinen ganz eigenen Anspruch an ein „gutes Buch“. Ich zahle gern einen angemessenen Preis für meinen Lesestoff, aber dafür erwarte ich dann auch, dass das, was ich mir auf meinen eReader lade oder zwischen realen Buchdeckeln in der Hand halte, meinem Anspruch gerecht wird. Ich habe bereits wunderbare Bücher von Selfpublishern gelesen, bei denen ich mich einen feuchten Kehricht darum geschert habe, ob dieses Buch lektoriert worden ist oder nicht, ich fühlte mich gut unterhalten, ich mochte den Erzählstil, es waren einfach in meine Sinne „gute Bücher“. Im Gegensatz dazu habe ich auch schon Bestseller renommierter Publikumsverlage beiseitegelegt, weil mich Dinge, die ich als stilistische Fehler empfand, so sehr gestört haben, dass mir das Lesevergnügen schon auf Seite 3 von 300 abhandenkam. Und bei einem renommierten Publikumsverlag gehe ich einfach mal davon aus, dass da ein Lektor am Werk war.

Fazit: ein Lektorat allein macht noch kein „gutes Buch“. Ein Buch kann auch ohne Lektorat „gut“ sein. Wer sicher ist, dass er oder sie es im Alleingang schafft, ein „gutes“ Buch herauszubringen, soll das tun. Ich persönlich halte mich für noch nicht so weit, dass ich ohne den kritischen Blick von außen ein wirklich „gutes“ Buch erschaffen kann. Aber das bin nur ich. Das kann und darf jeder und jede anders sehen. Wäre es nicht einfach schön, wenn jede und jeder so arbeiten könnte, wie er oder sie es am besten kann, ohne dass wir uns in dem Zwang sehen, uns für unsere Arbeitsweise rechtfertigen zu müssen? Wäre es nicht schön, wenn jeder und jede sagen könnte: Ich mache das so-und-so, du machst es anders, und es ist GUT so?
Ich würde mich freuen, wenn wir von diesem Schubladendenken wegkämen, das Verlagsautoren und Selfpublisher auf unterschiedlich hohe Podeste stellt. Sind wir nicht im Grunde alle nur Menschen, die eine Leidenschaft teilen – die für das geschriebene Wort, den Wunsch, die Geschichten zu erzählen, die sich in unseren Köpfen herumtreiben und die uns wahnsinnig machen würden, würden wir sie nicht aufschreiben? Ganz gleich ob Verlagsautor oder Selfpublisher, Kleinverlagsveröffentlicher oder Blogromanschreiber – wir sind Autoren. Und wir wollen am Ende doch alle nur eins: „gute“ Bücher schreiben.