Liebesflammen oder „Tina goes SP“

Selfpublishing – (Alp)Traum meiner schlaflosen Nächte. ich schleiche um dieses Thema schon seit Monaten herum wie die sprichwörtliche Katze um den heißen Brei, habe gegrübelt, verworfen, wieder gegrübelt, mich in Panikattacken angesichts komplizierter Ausfüllvorgänge beim großen A und beim Gedanken an das leidige Thema „Ebook-Satz“ gewunden –  und jetzt endlich Pläne gefasst, bei denen mich meine Autorenfreundinnen Tanja Rast (die mich mit ihrer herrlichen Reihe „Der Magie verfallen“ überhaupt erst auf diese Wahnsinnsidee gebracht hat) und Sylvia Ludwig von Cover für Dich unterstützen werden. Ich freue mich jetzt schon auf die tollen Cover, die Sylvia zaubern wird.

Im Herbst wird ein gay fantasy-Roman aus meiner Feder im Traumtänzer-Verlag erscheinen, und im Kielwasser dieses Romans werde ich den Selfpublishing-Aufstand proben. Geplant ist eine Reihe von EBooks und Taschenbüchlein unter dem Reihentitel „Liebesflammen“ mit jeweils drei bis vier gay romance/gay fantasy-Novellen, die sich unter einem Thema zusammenfinden und alle irgendwo eine kleine Gemeinsamkeit aufweisen.

 Über den Fortschritt und die Arbeiten an diesem Projekt werde ich weiter berichten – immer, wenn ihr dieses brennende Herzchen seht, dann geht es um „Liebesflammen“. Grob über den Daumen gehe ich jetzt erst einmal vier dieser Novellenbände an und fange schon fleißig Plotkarnickel. Ich habe das Gefühl, alle bisher gefangenen Pltviecher waren hochtragend und haben umgehend geworfen. Anders kann ich mir nicht erklären, dass sich in meiner Ideenkladde bereits zehn Teaser für Kurzgeschichten angesammelt haben.

Monatsrückblick: Februar/März

Da gehen sie hin, die guten Vorsätze, und der Monatsrückblick für den Februar ist einfach den Bach runtergegangen und wurde vergessen.  Darum nun ein Rückblick auf beide Monate, in denen tatsächlich einiges passiert ist.

Tina hat gelesen und zum Teil auch rezensiert. Um diese Exemplare ist der Stapel ungelesener Bücher kleiner geworden:

Lonna Haden: Der Krähenwolf
E.T.A, Hoffmann: Nussknacker und Mausekönig (genau das Richtige für die Weihnachtszeit!)
Helen B. Kraft: Der Duft des Sturms*
Katharina Seck: Die silberne Königin*
Alana Falk: Sternensturm –das Herz der Quelle*
Leann Porter: Die Fährte der Wandler*
Kai Meyer: Die Krone der Sterne*

Unter „Rezensionen“ findet ihr zu den mit einem * gekennzeichneten Büchern auch meine ganz persönliche Meinung dazu.

 

Tina hat geschrieben:
Der Nithyara-Völkerroman „Erwählte des Zwielichts“ geht langsam in den Endspurt und wird sich auch noch eine Weile in kleinen Häppchen hier im Blog einfinden. Es befinden sich bereits einige Ideen in der Pipeline, was nach dem Wörtchen „Ende“ mit dem Manuskript passieren soll.

 

 

Tina hat überarbeitet:
NaNoWriMo-Altlast aus 2013 unter dem Titel „Die rote Tür“ kam zurück von einer strengen Beta-Tour durch Helen B. Kraft und wurde einmal kräftig aufpoliert, um sich dann in Form von Exposé und Leseprobe zu einem ganz neuen Stern am Kleinverlagshimmel aufzumachen. Jetzt sitze ich am Lektorat und freue mich über den Vertrag vom Traumtänzer-Verlag.

Das Lektorat für den tierischen Fantasy-Roman „Roms Katzen“  ist durch, und einem Erscheinen dieses flauschigen Buches im Mai beim Verlag Ohneohren steht nichts mehr im Wege. Ich freue mich schon sehr darauf, auch diesen in einem NaNoWriMo entstandenen Roman bald in EBook-und Buchform in den Händen zu halten.

Und noch was neues aus der Sparte „Überarbeitung“: Tina hat das erste Mal auf der Lektorenseite gesessen und das Manuskript für einen humorigen Katzenratgeber lektoriert. Als Erscheinungsdatum liegt mir Anfang April vor für das im Verlag In Farbe und Bunt herauskommende Buch von Pia Fauerbach: AKGB – Gesetzbuch des (all)gemeinen Katzentiers. Ich hatte Spaß. Sehr viel Spaß. Und ich hoffe, keiner meiner pelzigen Mitbewohner hat mir bei der Arbeit zugesehen.

Liebster-Award

award-150x150 Dank Kaye Alden wurde ich für den Liebster-Award nominiert. Da ich immer gleich nach allem grabsche, was Blogs bekannter machen und schreibende Menschen miteinander vernetzen kann, bin ich natürlich gern dabei.

Was ist der Liebster-Award?
Es geht darum, elf Fragen des Nominierers zu beantworten und im Gegenzug dafür weitere Blogger zu nominieren und ihnen ebenfalls elf Fragen zu stellen. Das Ganze dient dem Networking und dem Kennenlernen neuer Seiten, Blogs und vielleicht sogar Freunden.

Die Spielregeln
• Bedanke dich bei dem Autor/Blogger, der dich nominiert hat, und verlinke seine Website/seinen Blog.
• Verwende das Awardbild.
• Beantworte die 11 Fragen, die man dir gestellt hat.
• Formuliere im Anschluss daran 11 neue Fragen.
• Nominiere bis zu 11 weitere Autoren/Blogs und bitte darum, deine Fragen zu beantworten.
• Informiere die Nominierten natürlich über ihr Glück.
Weiterlesen →

„Kannst du mir die Mail mit der Agenda für das Meeting forewarden?“ – Anglizismenüberschuss, oder warum ich nicht „cool“ sein will

Wo früher am Bahnhof mal die Information war, befindet sich jetzt ein „Info-Point“. Man geht nicht mehr zu Arbeitstreffen, sondern kommt höchst anglizistisch in „Meetings“ zusammen, für die man zuvor keinen Themenplan, sondern eine Agenda bekommen hat. Man bringt sich seinen „Coffee to go“ mit, den man sich zuvor noch schnell beim „Coffeeshop“ geholt hat. Welcher Bestandteil eines „Bread-Shops“ ist. Früher nannte man so etwas eine Cafeteria in einer Bäckerei.
Statt wie früher super findet man erfreuliche Ereignisse oder Dinge, die einen erstaunen heute „cool“. Ein Mobiltelefon ist ein „Handy“, wenn es bereits einige Jahre auf dem Buckel hat; ist es neu, spricht der moderne Mensch von einem Smartphone. Und haben wir inzwischen nicht alle „Notebooks“? Entschuldigung, „Laptops“. „Notebooks“ sind ja diese kleinen Dinger aus Papier, in die man mit einem „Ballpen“ oder einem Füller schreibt. Mit der Hand.
Eine Nachricht ist eine „Message“, im Internet unterhält man sich nicht, ondern „chattet“ und „skyped“. Oder schreibt man das ohne e?
Die Aufforderung, Anträge einzureichen, nennt man neudeutsch „call to papers“. Klingt irgendwie nach „call to arms“, das ist gruselig.
Diätprodukte sind „light“ oder „zero“ (persönliche Erfahrungen haben mich gelehrt, dass diese Worte entweder für übersüß durch Aspartam oder für pappig und schmeckt nicht stehen), eine Frikadelle ist ein „Burger“, und in die Pfanne kommt „Bacon“ statt Speck.
Wer als Redner oder vielleicht als Journalist beeindrucken möchte, wirft mit Fremdwörtern um sich, denn diese assoziieren dem lauschenden Gegenüber eine Intelligenz und Bildung des Texturhebers, welche dieser im schlimmsten Fall gar nicht besitzt. Fremdwörter werden benutzt, um Artikel zum Schillern zu bringen, bis der Leser zwischen all den Anleihen aus Englisch, Französisch, Latein und Altgriechisch den eigentlichen Inhalt des Geschriebenen kaum noch finden kann.
Als Autorin, die in Deutschland geboren wurde, in Deutschland aufgewachsen ist und Deutsch als Muttersprache spricht, empfinde ich den zunehmenden Einsatz von Anglizismen als sprachlichen „Igittigittismus“. Für so viele Dinge, die wir heute mit Anglizismen bedenken, gibt es tatsächlich auch deutsche Wörter. Natürlich gibt es auch hier Grenzen – Markennamen wie Ebay und Paypal müssen nicht krampfhaft in „E-Bucht“ und „Bezahlkumpel“ eingedeutscht werden. Aber mein „Meeting“ ist ab jetzt ein Arbeitsgruppentreffen oder eine Besprechung, meine Agenda eine Themenliste und mein Handy ein Mobiltelefon. Und aufregende, positive Dinge sind super oder klasse oder prima. Es muss nicht alles „cool“ sein. Ich selbst will gar nicht cool sein – denn „cool“, das bedeutet wortwörtlich übersetzt „kühl“ oder „kalt“. Was sind „coole“ Klamotten? Zeug, das nicht wärmt? Dünne Blusen und kurze Hosen oder Miniröckchen im Winter? Was sind „coole“ Menschen? Die, die keine Gefühle zeigen, die nach außen kühl wie Vulkanier wirken und an denen alles abprallt?
Nein danke, das bin ich nicht.
Ich bin wohl eher uncool (was für ein Wort…), wenn ich mich jetzt wieder verabschiede und weiter daran arbeite, meine Sprache und meinen Wortschatz aufzuräumen.

Die Zwielichterwählten machen Pause

Participant-2014-Square-Button Es ist November, liebe Leserinnen und Leser, und wie für viele Autorinnen und Autoren ist auch für unsere Erfinderin das große Kampfschreiben namens NaNoWriMo ausgebrochen. Für diesen Monat schickt sie Cianthara und mich und unsere Lieblingsfeinde, die Lichtelfen, daher in die Wüste, pardon, in den Urlaub. Am ersten Dezemberwochenende sind wir wieder da.
Bis dahin bitten wir um Verständnis!

Möge die Nacht mit euch sein. Wir sehen uns!

Iloyon & Cianthara

Vom Plot zum Roman: Der Rückwärtsgang

Da haben wir ihn, den schönen roten Faden, den Plot, alles liegt vor uns ausgebreitet wie eine Landkarte, wir fangen an zu schreiben… und merken nach den ersten 20-50 Seiten: So geht das nicht.
So geschehen bei meinem „Beispielprojekt“ Silberschleicher. Eine Nacht drüber geschlafen udn auf einmal erschienen Dinge,die beim Plotten noch so schön passend und super erschienen waren,in einem ganz anderen Licht, wirkten unlogisch, lösten Widerwillen aus.

Im Grunde hätte die Geschichte funktionieren können, hätte ich nicht einen kleinen aber wichtigen Punkt außer Acht gelassen: die von mir selbst erdachte nicht gerade unkomplizierte Religion meiner Protagonisten und dazu noch einen Plotpunkt, mit dem ich mich im Nachhinein gar nicht mehr so recht anfreunden konnte.
Ursprünglich sah mein Plot nämlich eine Vergewaltigung und ein daraus resultierendes Kind vor. Ich tue mich mit Vergewaltigungen schwer, denn zum einen sind sie schon in so vielen Büchern als Plotbestandteil verwendet worden. Ich wollte meine Heldin nicht brechen, ich wollte sie in keine Krise stürzen, ich wollte keine Vergewaltigung nicht. Keine Leser, die mit den Augen rollen und „nicht schon wieder“ seufzen, keine Leserinnen, denen ich mit einer solchen Szene vielleicht auf die Füße trete oder bei der ich Wunden aufreiße. Zu heikel das Thema, zu oft schon von Autoren angefasst und mehr oder weniger gut umgesetzt. Mit der Vergewaltigung im Buch geht es mir wie mit der „ersten Periode“. Ich rolle inzwischen mit den Augen, wenn mir irgendwo wieder mal das unaufgeklärte Mädchen begegnet, das zum ersten Mal ihre Tage bekommt und glaubt, sterben zu müssen. Natürlich kann das ein einschneidender Moment im Lebe einer Protagonistin sein. Aber manchmal habe ich den Eindruck, dass solche Szenen geschrieben werden, weil… nun ja, weil man eben auch einmal so eine Szene schreiben wollte. Ich habe schon Bücher in die Ecke gepfeffert deswegen, und ich weiß von einer Freundin, die es nicht über sich gebracht hat, „Die Wanderhure“ zu lesen, wegen der Vergewaltigungsszene am Anfang. Nein, ich muss sowas nicht schreiben udn ich will sowas nicht schreiben, also baue ich meinen Plot neu, auch wenn ein „Kind der Gewalt“ gut hineingepasst hätte.

Also: Rückwärtsgang, noch mal alles auf Anfang und überlegt: wie kommt die Jungfrau zum Kind bzw. wie kommt der Nithyara-Clan an ein Kind, das sich später als extrem faules Ei herausstellt? Lösung: Es ist ein Kuckucksei, ein Waisenkind unbestimmter Herkunft, das von einer mitfühlenden Nithyarafrau auf der Jagd gefunden und mitgenommen wird -denn Kinder sind den Nithyara heilig, Kindern wird geholfen Kinder sind Zukunft.
Doch was ist dieses Kind, das wie ein Nithyarakind aussieht, aber ganz allein in einem Wald liegt, in dem es nur einen Nithyaraclan gibt -in dem aber gerade keine einzige Frau ein Kind erwartetet? Was ist das für ein Baby, das da ganz allein unter einem Baum liegt? Die Jägerin beschließt, es aufzunehmen und als eigenen Sohn aufzuziehen. Die Geschichte wird zeigen, was sie davon hat.
*böses fieses Autorenkichern*

Von der Idee zum Roman: (Haupt)-Figuren – von unkooperativ bis anbiedernd

Weiter geht’s mit meiner kleinen Zusammenfassung, wie ich einen Roman schreibe. Ich betone das hier so deutlich weil dieser Leitfaden sicherlich nicht für jeden etwas ist, aber es ist die Methode, die für mich funktioniert.

Eigentlich wollte ich mit dem roten Faden weitermachen, aber ich werde mir selbst untreu und schiebe noch ein kleines Kapitel über Figuren und ihre Entwicklung dazwischen, denn oft ergibt sich der Plot bzw. der rote Faden aus dem, was ich an Hintergrundinformationen für meine Figuren zusammentrage.

Eine Figur ohne Hintergrund ist eine leere Hülle. Ich weiß vielleicht, wie er oder sie aussehen soll, aber Aussehen allein macht noch keinen „Charakter“ aus der Figur. Auch gehöre ich zu den Autoren, die grundsätzlich nicht über eine Figur schreiben können, wenn sie noch keinen Namen hat. Da bin ich extrem pingelig. Platzhalter wie „XY“ oder „Gurkensalat“ helfen mir da auch nicht weiter. Ich brauche Namen und verbringe oft Stunden damit, nach der passenden Buchstabenkombination für bestimmte Figuren zu suchen.

Am Beispiel „Schattenschleicher“ dargestellt: ich habe meine Hauptfigur, den Nithyara „Traumweber“. Er macht es mir leicht, da ich sein halbes Leben bereits kenne. Ich kenne ihn als Erwachsenen, kann mir also überlegen, was ihm in seiner Kindheit und Jugend alles zugestoßen und passiert sein könnte, damit er am Ende der Mann wird, als den ich ihn kenne. Warum zum Beispiel musste er den Nithyarastamm verlassen, in den er hineingeboren wurde? Wer ist die Bezugsperson, von der er später Feuersänger erzählt und von der er sagt, er habe einmal jemanden verloren, der ihm sehr viel bedeutet hat? Der Einschnitt muss krass gewesen sein, denn Traumweber, der später den Namen Silbersang beommen soll, leidet seitdem unter erheblichen Bindungsängsten – ein Trauma für einen Nithyara, also: was ist passiert und wer war diese andere Person?

Kommen wir zur Hauptfigur Nummer 2, zugleich dieser mysteriöse Freund und später Antagonist in der Geschichte. Der Dunkelelf. Der Herr hat es mir schwer gemacht. Zuerst weigerte er sich, seinen Namen zu verraten, dann wollte er nicht damit rausrücken, was ihn, den Dunkelelfen, dazu treibt, sich mit einem Nithyara, dem Erzfeind, anzufreunden.
Geholfen hat mein geliebter Tintenzirkel und das „Charakterinterview“. Sesnan, so der Name des Dunkelelfen, musste sich den unangenehmen Fragen meiner Mit-Tintenzirkler stellen. Aus dem Interview ergab sich: Sesnan lernt Traumweber kennen, während er noch in seiner Ausbildung zum Spurenleser und Krieger steckt, Sesnan ist ehrgeizig, eigenbrötlerisch, stur und „eingewachsen“ in die Traditionen und Vorurteile seines Volkes.

Es wird spannend werden, diese beiden so unterschiedlichen Herrschaften aufeinanderprallen zu lassen. Nächstes Mal geht es dann weiter mit dem roten Faden: wie bekomme ich es hin, dass Sesnan und Traumweber tatsächlich die für den Plot so wichtige Freundschaft schließen? Und wie zerstöre ich alles Aufgebaute dann so nachhaltig, dass Traumweber von seinem eigenen Stamm verstoßen wird bzw. ihn aus Gründen des Ehrgefühl verlässt oder verlassen muss?
Wie wird aus Traumweber Silbersang?
Und was wird aus Sesnan, wenn alles um ihn zerbricht?

Von der Idee zum Roman: Plot, komm raus!

Geschichten sind wilde Tiere. Du kannst ihr Vertrauen gewinnen, aber du kannst sie nie ganz zähmen.
(Sabrina Zelezny, „Kondorkonder – der Fluch des Spiegelbuches“)

Du hast einen Auftrag.
Du hast einen Abgabetermin.
Du hast wartende Betaleser und, noch viel besser, eine erwartungsvolle Verlegerin, mit der das Projekt geplant und besprochen wurde, es wurde abgenickt und alle Zeichen stehen auf „go“.
Go writing. Schreib. Schreib einen verdammt guten Roman.

Und nun?
Ich bin sicher nicht die einzige Autorin, die mit einem groben Konzept, einer vagen Idee, einer mit dem Fuß auf dem Boden herumtappenden Hauptfigur, einem nebulösen Antagonisten und einem um alles herumhüpfenden comic relief-Element am Schreibtisch sitzt und sich überlegt, wie es denn nun losgehen soll, bevor es denn weitergehen kann. „Von der Idee zum Roman“ soll als Artikelreihe den Entstehungsprozess eines mir sehr wichtigen Romanprojekts begleiten.
Es geht um die Nithyara. „Feuersänger“, mein erster Nithyara-Roman, bekommt eine Hochglanzpolitur, wird in der Mitte gespalten und überarbeitet und erscheint 2015 als Taschenbuch und EBook. Und er bleibt nicht allein. Ein Kurzgeschichtenband kommt dazu – und ein Prequel, besagtes neues Projekt, um das es hier gehen soll.

Da wären wir dann schon mitten in der Planung.
Ein Roman, der „etwas mit Feuersänger oder seiner Welt zu tun hat“, soll es sein, also eine Fortsetzung oder eine Geschichte, die vor den Ereignissen in „Feuersänger“ spielen. Die Entscheidung fiel zugunsten des Prequels, weil ich mich erinnere, dass einige Leser gefragt hatten, ob sie denn mehr über Figuren erfahren könnten, die bei Feuersänger zwar wichtig sind, aber eben keine Hauptrolle spielen.
Damit hat sich dann schon der nächste Planungspunkt erledigt: ich habe meine Hauptfigur. Silbersang, der Legendensänger und im „Feuersänger“ Feuersängers Lebensgefährte und Seelenbruder, hat das Rennen um den ersten Platz gewonnen. Ich habe irgendwie auch das Gefühl, es ist nur fair, seine Geschichte ebenfalls zu erzählen, denn für Feuersänger ist Silbersang immens wichtig.
Mit der Hauptfigur kommt der Sidekick, genau genommen zwei davon. Sternenglanz, Feuersängers Lehrmeister, wird eine wichtige Rolle spielen, ebenso ein im Augenblick noch namenloser Dunkelelf. Und natürlich die in meinen Romanen allgegenwärtige Katze in Form eines ganz besonderen Nachtschleichers. Weitere Personen werden nach und nach folgen, meist entstehen sie erst während des Schreibprozesses und füllen sich nach und nach mit Leben. das ist der Moment, in dem Die Kladde zum Einsatz kommt, denn irgendwann wird es schwierig, sich alle kleinen Feinheiten, Haar-und Augenfarben, Körpergrößen, Macken und Haustiere der versammelten plotrelevanten Figuren zu merken.

Und da fiel schon das nächste Stichwort. Plot.
Früher war ich Bauchschreiber, heute plotte ich. Zu oft habe ich die reinen „Bauchprojekte“ inzwischen an die Wand gefahren. Es muss sein, der rote Faden muss her, am besten schriftlich festgehalten in Der Kladde.
Was brauche ich für den Plot? Erst einmal eine Grundidee. Schreibratgeber nennen das oft „Prämisse“, ich nenne es eher Grundidee, das Eine, um das es in der Geschichte gehen soll, worauf sie hinausläuft.
In „Feuersänger“ spricht Silbersang nur ein einziges Mal über seine Vergangenheit, und auch da macht er nur Andeutungen. Er hat Bindungsangst, er spricht Feuersänger gegenüber von Freundschaft und Verrat. Und damit habe ich meinen Aufhänger. Freundschaft, Verrat und, damit das Ende nicht zu traurig wird, Hoffnung, vielleicht sogar Vergebung, wobei noch festzustellen ist, wer am Ende wem vergibt. Darum wird es in der Geschichte gehen.
Leicht gesagt. Wie eingangs zitiert, Geschichten sind wilde Tiere. Noch einmal danke an Sabrina Zelezny für dieses wunderschöne Bild. Ich komme mir gerade wirklich so vor, als würde ich ein scheues Tier zähmen wollen. Die Ideen liegen aus wie Futterbröckchen, wie ein Köder, und ich warte darauf, dass sich das Gesamtbild aus diesem Flickenteppich ergibt, wenn die Geschichte aus ihrem Loch gekrochen kommt und nach den Ködern schnappt.

Ich brauche Konflikt, nicht nur Silbersangs inneren, mit der Freundschaft-und-Verrat-Sache zusammenhängenden Konflikt, sondern auch einen äußeren. Ein Feindbild muss her, ein Antagonist, eine Bedrohung. Die Regieanweisung der Verlegerin lautete: Bitte nicht die Dämonen aus dem „Feuersänger“.
Nein, natürlich nicht, dann würde ich ja dieselbe Geschichte zweimal erzählen, nur mit anderen Namen. In der Geschichte der Nithyara gibt es diese Bedrohung. Es ist noch gar nicht so lange her, in den Maßstäben eines sehr langlebigen und als unsterblich geltenden Volkes gedacht, dass die große Schlacht zwischen den hellen und den dunklen Völkern geschlagen wurde und mit einem unbefriedigenden Unentschieden ausging. Schuld daran waren unter anderem ein paar Dunkelelfen, die es leid waren, ständig im Gezerre zwischen Licht und Dunkel zu stehen und nach einem anderen Weg suchten. Aus diesen Dunkelelfen gingen die Nithyara hervor. Oh, da ist es ja, mein Konfliktpotential: Dunkelelfen und Nithyara können sich nicht ausstehen. Sie trauen einander nur so weit, wie sie einen ausgewachsenen Baum werfen können.
Was aber nun, wenn ein Nithyara sich mit einem Dunkelelfen anfreundet?
Was, wenn aus vorsichtiger Annäherung heimliche Freundschaft, heimliche Liebe entsteht?
Und dann: Verrat.

Die Geschichte nähert sich, futtert die Köder, dann setzt sich sich vor mich hin und sieht mich an. In ihren großen Augen spiegelt sich eine Welt, meine Welt, wie ein offenes Buch. Je nachdem, wie das Licht in diese Augen fällt, sehe ich etwas anderes. Und langsam formt sich ein Bild.
Und die Geschichte sagt: Da bin ich.

Nächsten Sonntag geht es weiter mit dem roten Faden. Kapitelexposé: Ja oder nein?

Rückblick und Ausblick mit Kater

kater_klein Der letzte Tag des Jahres 2013 – Zeit für ein kleines Resümee.
2013 war ein durchwachsenes Jahr, Erfolg und Misserfolg hielten sich die Waage; und es war ein Jahr der Veränderungen.
Der Kater, seine Kumpels und wir Menschen wechselten unseren Standort, der Umzug war schon lange fällig und die letzte Mieterhöhung gab dann den Ausschlag: raus aus der alten Bude, ab in eine neue. Näher am Arbeitsplatz, schimmelfrei, günstig gelegen, leider ein Zimmer zu wenig, aber Kater, Freunde und Menschen arrangierten sich. Wieder ein Jahr ohne Mittelalter – schade, aber es ließ sich nicht ändern, Zeit und monetäre Verhältnisse waren gegen uns.

Erfolgreich: das Schreiben. 2013 erblicke das „Nachtjägerherz“ beim Machandelverlag das Licht der Welt, eine Fortsetzung und weitere Kooperationen sind geplant. Die Kurzgeschichte „Jahrestag“ schaffte den Sprung in die Torsten-Low-Anthologie „Krieger“. Im NaNoWriMo entstand die Neufassung eines bereits 2012 abgeschlossenen erotic-Fantasy-Romans, der durch das Neuschreiben nur gewinnen konnte. Fazit eines Jahres ohne Kampfschreiben im Tintenzirkel: diese Autorin ist eine faule Socke, die nur dann etwas auf die Reihe bekommt, wenn ein allegorischer Jemand mit Pistole hinter ihr steht, Realität geworden in Form des Tintenzirkel-Wörterzähltabellendokuments, in das im kommenden Jahr das Jahresziel 250.000 eingetragen wird. 250.000 Wörter in einem Jahr, fünf NaNoWriMos verteilt auf nur einen einzigen NaNoWriMo und viele ruhigere Schreibmonate. Zeit, angestaubte Unfertigkeiten aus der Mottenkiste zu kramen und end-losen Romanen zu einem tosenden Finale zu verhelfen oder brachliegende Plotideen weiter zu beackern und so lange zu düngen, bis die Ideen schlüpfen.

Der philosophische Herr Kater wird im nächsten Jahr deutlich mehr Platz in diesem Blog bekommen. Aus unserem Leben ist er nicht mehr wegzudenken, ebensowenig seine kätzischen Freunde. Frei nach Loriot: Ein Leben ohne Katzen ist möglich, aber sinnlos.

Noch ein Wort des Katertieres:
Menschen, euch erwartet eine phantastische Nacht. Habt ihr das schon einmal erlebt, Neumond und Neujahr, die in einer einzigen Nacht zusammenfallen? Neumond und Neujahr – alle Zeichen stehen auf Veränderung. Ergreift diese Möglichkeit. Wir Katzen kennen den Mond, unsere Schnurrhaare zittern vor Erwartung und die Zukunft knistert in unserem Fell. Erwartungsvoll strecken wir unsere Rücken, graben die Krallen noch einmal fest in das alte Jahr, und dann springen wir, wach und mit offenen Augen, voller Vorfreude auf das viele Neue, das uns erwartet, hinein in das Jahr 2014. Genießt die Augenblicke, die vielen kleinen schönen Momente, an denen ihr schnellen Menschen oft so hastig vorbeilebt. Mein Mensch hat sich für das neue Jahr eine Idee gemopst, die vor ihr schon einmal jemand hatte – sie ist so genial, dass es eigentlich nur die Idee einer Katze gewesen sein kann. Mein Mensch will diese schönen kleinen Momente sammeln und für die Ewigkeit bewahren – notiert auf Zettelchen, vielleicht nur ein Satz, ein Wort, ein schnell hinskizziertes Bild, ein Foto, und das alles konserviert in einem Glas. Dieses Glas wird das Jahr über nicht angerührt, nur, um weitere Zettel hineinzulegen. Erst in der Silvesternacht 2014 auf 2015 wird das Glas geöffnet – ein Glas voller wunderbarer Momente, ein Glas voller Erinnerungen. Ich bin mir sicher, dass ganz viele dieser Erinnerungen mit Freunden zu tun haben werden, mit wunderbaren Menschen, die das Jahr über an uns gedacht haben, die da waren, die geholfen haben, die sich mit uns gefreut und mit uns geweint haben.
Wäre so ein Glas nicht auch etwas für eure Fensterbank?

Alles Gute für das neue Jahr – ad astra!
Eure
Tina & Kater

Eine Nacht in der Oper, oder „Drama, Baby!“

Gestern war ich seit einer halben Ewigkeit wieder einmal in einer Oper und habe da erst gemerkt, wie mir das doch gefehlt hat. Es gab „La Traviata“, aufgeführt von einem tschechischen Ensemble mit einer grandiosen Sopranistin, der man die Hauptrolle nicht nur stimmlich, sondern auch vom Aussehen her abgenommen hat. Wirklich: schön war das. Und welch ein Drama! Liebe, Sinnlichkeit, Leidenschaften, Geld, Glücksspiel im Hinterzimmer, Edelkurtisanen, Duelle, Eifersucht.
Ist das nicht der Stoff, aus dem heute noch immer Großes Kino gestrickt wird? Zum ersten Mal ist mir wirklich bewusst geworden, dass zu den Zeiten, als es noch kein Kino gab, eine Theater-oder Opernaufführung genau das für die Menschen war, was heute ein romantischer, spannender, dramatischer oder actionreicher Hollywoodstreifen ist. Schade, dass die Oper nicht mehr so ein gesellschaftliches Ereignis ist wie früher. Nicht, dass man nicht auch heute noch in der Pause mit Bekannten quatscht und Sekt schlürft. Aber was wurde früher alles in Opernlogen verhandelt, was wurde nicht alles in Opernlogen getrieben an verbrechen und Geldschiebereien? Die Oper inspiriert – sonst hätte es wohl nie den Roman „Das Phantom der Oper“ gegeben oder all die Nachfolger, die sich mit dem berühmten Maskengesicht befassen. Sehr zu empfehlen ist da übrigens der Roman Das Phantom von Susan Kay, das die Geschichte von Gaston Leroux‘ Phantom aus dessen Perspektive ganz neu erzählt.
Ich bin gespannt, wozu die Oper mich noch inspirieren wird.