Liebesflammen oder „Tina goes SP“

Selfpublishing – (Alp)Traum meiner schlaflosen Nächte. ich schleiche um dieses Thema schon seit Monaten herum wie die sprichwörtliche Katze um den heißen Brei, habe gegrübelt, verworfen, wieder gegrübelt, mich in Panikattacken angesichts komplizierter Ausfüllvorgänge beim großen A und beim Gedanken an das leidige Thema „Ebook-Satz“ gewunden –  und jetzt endlich Pläne gefasst, bei denen mich meine Autorenfreundinnen Tanja Rast (die mich mit ihrer herrlichen Reihe „Der Magie verfallen“ überhaupt erst auf diese Wahnsinnsidee gebracht hat) und Sylvia Ludwig von Cover für Dich unterstützen werden. Ich freue mich jetzt schon auf die tollen Cover, die Sylvia zaubern wird.

Im Herbst wird ein gay fantasy-Roman aus meiner Feder im Traumtänzer-Verlag erscheinen, und im Kielwasser dieses Romans werde ich den Selfpublishing-Aufstand proben. Geplant ist eine Reihe von EBooks und Taschenbüchlein unter dem Reihentitel „Liebesflammen“ mit jeweils drei bis vier gay romance/gay fantasy-Novellen, die sich unter einem Thema zusammenfinden und alle irgendwo eine kleine Gemeinsamkeit aufweisen.

 Über den Fortschritt und die Arbeiten an diesem Projekt werde ich weiter berichten – immer, wenn ihr dieses brennende Herzchen seht, dann geht es um „Liebesflammen“. Grob über den Daumen gehe ich jetzt erst einmal vier dieser Novellenbände an und fange schon fleißig Plotkarnickel. Ich habe das Gefühl, alle bisher gefangenen Pltviecher waren hochtragend und haben umgehend geworfen. Anders kann ich mir nicht erklären, dass sich in meiner Ideenkladde bereits zehn Teaser für Kurzgeschichten angesammelt haben.

Von Schneeflockenplottern und Bauchschreibern

kreativchaosVorweg: Dies ist kein Schneeflockenbashing. Es gibt Autoren, die mit der Schneeflockenmethode wunderbar zurechtkommen und denen sie wirklich hilft. Diesen Autoren möchte ich ihr Plotwerkzeug auf keinen Fall madig machen.
Mir geht es darum, dass die Schneeflocke nicht für jeden – und auch nicht für mich – das richtige Werkzeug ist.
Kurz und knapp: Schneeflockenmethode – was ist das eigentlich?
Ein Plotwerkzeug, das einem Autor hilft, Struktur in seine Ideen zu bringen und nach einem durchlaufenden roten Faden zu plotten. Dabei erweitert sich das Konzept wie eine sich immer mehr verzweigende Schneeflocke von einem zentralen Punkt aus. Randy Ingmarson beschreibt die Methode ausführlich in diesem Artikel. Eine deutsche Übersetzung findet sich z.B. hier.

Schneeflocke in der Nussschale –  In vielen kleinen Schritten zum ausgefeilten Romankonzept
Schritt 1: Fasse deinen Roman in einem Satz zusammen
Schritt 2: Erweitere den Satz aus Schritt 1 zu einem Absatz
Schritt 3: Charakterisiere kurz und knapp deine Hauptfigur
Schritt 4: Erweitere jeden Satz deiner Zusammenfassung aus Schritt 2 zu einem weiteren Absatz – fasse deinen Roman auf einer Seite zusammen
Schritt 5: Beschreibe jede deiner Hauptfiguren ausführlich. Eine Seite pro Figur!
Schritt 6: Erweitere deine einseitige Romanzusammenfassung auf vier Seiten. Details, bitte!
Schritt 7: Arbeite deine Figuren weiter aus. Schreibe komplette Charakterbeschreibungen. Aussehen, Alter, Familienhintergrund, Augenfarbe, Blutgruppe. Details. Viele Details.
Schritt 8: Erstelle aus dem Dokument aus Schritt 6 eine Szenenübersicht. Am besten tabellarisch.
Schritt 9: Verfasse eine erzählende Beschreibung deiner Geschichte mit den Informationen aus Schritt 4 bzw. 6. Wenn du es machst, hast du gleich die Basis für ein Exposé.
Schritt 10: So. Jetzt darfst du endlich schreiben.

Und ich?
Ich habe es versucht. Ich habe es wirklich versucht, nach dieser Methode zu arbeiten. Und festgestellt, es ist nicht meins. Was nicht bedeutet, dass ich meine Gedanken und Ideen nicht ordnen muss.
Im Gegenteil.
Ich bin bekennende Chaos-Jüngerin und brauche nichts mehr als Struktur und Ordnung in meinen Ideen, damit ich produktiv arbeiten kann – aber nicht so.

Wenn ich eine Idee habe, dann möchte ich schreiben. Jetzt. Aus dem Bauch raus. Mit Gefühl. Mit Leidenschaft. Ich starte mit einer groben Idee und groben Figurenmustern und beginne, eine Geschichte zu erzählen, die ich selbst noch nicht in allen Facetten kenne.
Genau das macht für mich den Reiz des Schreibens aus. Und darum habe ich mir für meine Arbeitweise brauchbare Elemente aus der Schneeflocke herausgepickt, aber mache mir nicht die Arbeit, das komplette Modell durchzuackern.

Denn damit kenne ich meinen Roman dann schon so gut, dass mich an ihm nichts mehr überraschen kann. Und das nimmt mir viel am Schreibspaß und den Grund, warum ich (nicht nur. Aber auch.) schreibe: Ich will mir Neugier bewahren. Mich von meiner eigenen Geschichte und meinen eigenen Romanfiguren überraschen lassen. Mit ihnen in Dialog treten. Mich mit ihnen streiten. Es spannend halten. Details entwickeln, während ich schreibe, und nicht vorher. Auch wenn das bedeutet, dass ich hin und wieder zurückspringen und eben diese Details anpassen muss.

Ich gehe Schritt 1 und habe meinen Romanpitch. Super, denn das spart Arbeit für eventuelle verlags-oder Agenturbewerbungen.
Ich mache die Schritte 4 und 6, manchmal auch 8, bastele daraus ein Exposé.
Notiere mir wichtige Details zu meinen Figuren, damit ihre Namen immer gleich lauten und ihre Augenfarbe auf Seite 259 noch immer dieselbe ist wie auf Seite 1.

Und dann – dann gehe ich schreiben. Und lasse mich überraschen.

Und ihr? Wie plottet ihr?

Manuskriptnekromantie – 4 Tipps zum Wiederbeleben von Schubladenmanuskripten

typewriterSchubladenmanuskripte und halbfertige Romanzombies – welcher Autor kennt das nicht?
Da ist der nicht fertige Roman aus dem NaNoWriMo. Die im ersten Moment so genial wirkende Jugendbuch-Idee. Das voller Enthusiasmus begonnene und dann nie wieder angefasste High-Fantasy-mit-Aliens-Projekt.

Hand aufs Herz – jeder hat ihn, diesen Ordner namens „zu beenden“ oder „halbfertig“, diese Festplattenbücher. Und jeder kennt das – diese Scheu, sich wieder an lange nicht bearbeitete Manuskripte zu setzen.

Ich auch.

Und darum teile ich hier mit euch ein paar meiner Tricks, wie du dich motivieren kannst, so einen Romanzombie wieder zum richtigen Leben zu erwecken.
#1 Lesen

Ja, auch wenn es viel ist, auch wenn du denkst, du kommst einfach so wieder rein und kannst einfach so weiterschreiben. Lies das alte Zeug noch einmal. Wenn du magst, lass den inneren Lektor mitlesen. Korrigiere Tippfehler. Beobachte Handlungsstränge, Figuren und Stil. Wie fühlt sich das Buch an, wie lebendig sind die Figuren, was fühlst du beim Lesen – und kannst du dir vorstellen, beim Schreiben dasselbe wieder zu fühlen? Riechst, siehst, schmeckst du etwas beim Lesen? Springt das Kopfkino an?

 

#2 Check: Ist noch genug Liebe da?

Ein kritischer Blick. Gefällt dir das Manuskript noch? Oder gab es einen Grund, warum es damals in der Schublade verschwand? Springt beim Lesen der Funke über? Fragst du dich, warum du gerade dieses Buch damals unbedingt schreiben wolltest? Denkst du vielleicht sogar: Wow. Das habe ICH geschrieben?

Wenn nicht mehr genug Liebe da ist, sorge dafür, dass das Manuskript aus deinem direkten Sichtbereich verschwindet. Magst du es nicht löschen, dann speichere es auf einer Wechselplatte, brenne es auf eine CD oder schiebe es auf einen USB-Stick. Oder schicke es an Freunde und bitte sie, es für dich aufzubewahren. So ist es nicht „weg“, aber es steht dir auch nicht ständig vor Augen und kann dich nicht mehr belasten oder dir ein schlechtes Gewissen machen.

Und wenn du weißt, warum du genau dieses Buch damals schreiben solltest: dann verliebe dich neu. Und schreib das Ding.

 

#3 Plotten – mach es spannend

Hast du es nicht schon getan, plotte. Wenigstens grob. Nach meiner eigenen Erfahrung verschwinden die meisten Manuskripte in der Versenkung, weil ich nicht weiß, wie es weitergehen soll. Weil mich der berühmte Mid-Book-Blues gepackt hat. Geht es dir genauso?

Dann überlege dir, wie es weitergehen soll, bevor du dich wirklich aufs Schreiben stürzt. Wo willst du mit deiner Hauptfigur hin, was plant der fiese Bösewicht? Wo stecken Konflikte? Wendepunkte?

Vielleicht war es auch ein Mangel an Spannung und/oder Konfliktpotential, was dein Manuskript in die Schublade verbannte. Suche nach Stellen im Manuskript, an denen du mehr Spannung und mehr Konflikte integrieren kannst. Mach es spannend! Für deine Leser. Aber vor allem für dich.

 

#4 Schreib!

Genau. Schreib. Setz dich dran. Nimm dir vor, jeden Tag wenigstens einen Satz an dem Ausgrabungsobjekt zu schreiben. Meist bedingt ein Satz den nächsten. Fürchtest du, wieder nicht am Ball bleiben zu können, sorge für Motivation von Außen.
Suche dir Romanpaten oder Betaleser, die in regelmäßigen Abständen nach „mehr“ brüllen. Stell schon mal den Sekt kalt, den du köpfen wirst, sobald du das Wort „Ende“ getippt hast. Schick den inneren Kritiker zum Haitauchen auf die Malediven und verliebe dich neu in dein Buch. Wenn du bis hierher gekommen bist, dann hat es das verdient.

 

Und nun: viel Erfolg!

Nicht massentauglich: Schubladengeschichten gegen den Mainstream

typewriterIch gehöre normalerweise zu den Lesern, die Vor-und Nachwörter eher langweilig finden und überspringen. Aber das Nachwort von Patrick Rothfuss zu seiner Novelle „Die Musik der Stille“ (Originaltitel „The slow regard of silent things“) hat mich dort gepackt, wo jede Autorin und jeder Autor sich hin und wieder packen lässt: An den eigenen Zweifeln. Wer kennt das nicht, diese Fragen nach der Markttauglichkeit, nach der „Veröffentlichbarkeit“, nach dem „Liest das überhaupt jemand?“ „Interessiert das überhaupt jemanden außer mir?“ „Wer würde denn das lesen?“
In einem Gespräch mit seiner Freundin Vi Hart berichtet Patrick Rothfuss ihr von seinen Zweifeln an der Veröffentlichbarkeit von „Die Musik der Stille“. Spoilerfreie Erklärung: Die Novelle erzählt von einer nicht ganz unwichtigen Nebenfigur aus den Kingkiller Chronicles. Ich sage absichtlich „erzählt von ihr“, nicht „erzählt ihre Geschichte“, denn das tut sie nicht und sie lässt den neugierigen Leser am Ende mit mehr fragen zurück als am Anfang. Aber das liegt wohl auch in der Natur der Figur „Auri“ – Auri selbst ist und bleibt ein Myterium. Und ich finde das gut so. Aber ihr Erfinder Patrick Rothfuss hatte so seine Zweifel an einer Novelle über Auris Leben in der Unterwelt der Universität, an dieser leisen, ungewöhnlichen Geschichte, die selbst in den Augen ihres Autors keine Gesichte ist.

Patrick Rothfuss schreibt:
I shook my head, not even looking up at her. „Readers expect certain things. People are going to read this and be disappointed. It doesn’t do what a normal story is supposed to do.“
Then Vi said something I will always remember: „Fuck those people“, she said. „Those people have stories written for them all the time. What about people like me? Where’s the story for people like me?“ […] „Let those other people have their normal stories“, Vi said, „This story is not for them. This is my story. This story is for peoplelike me.“
(Patrick Rothfuss, aus dem Nachwort zu Nachwort „The slow regard of silent things“)

Mir geht es wie Rothfuss: ich will nicht vergessen, was Vi Hart da zu ihm gesagt hat. Nicht jede Geschichte ist für jeden Leser. So unterschiedlich die Geschmäcker beim Essen sind, sind sie es auch beim Lesen. Es mag Schubladengeschichten geben, die wirklich nur für die Schublade geschrieben wurden. Aber wenn ich so darüber nachdenke, was für Schätze vielleicht noch in Autorenschubladen schlummern, weil sie nicht mainstream genug sind, nicht für die breite Masse, nicht für jeden, dann macht mich das traurig. Ich wünsche mir Chancen für diese Schubladengeschichten. Ich wünsche mir mutige Autoren, die Selfpublishing-Experimente wagen. Noch mehr mutige Kleinverlage, die sich wagen, die auf den ersten Blick nicht massentauglichen Kleinode zu veröffentlichen – und dann, wer weiß, vielleicht große Erfolge damit zu feiern und zu wachsen, zusammen mit ihren Autoren.

Habt ihr Schubladengeschichten? Warum, denkt ihr, sind sie nicht massentauglich oder unveröffentlichbar?
Ich bin gespannt auf eure Kommentare!

Was ist eigentlich ein „gutes Buch“? Meine fünf Cent zur Lektoratsdiskussion

booksIm Netz kocht die Diskutiersuppe auf Hochtouren. Fronten verhärten sich. Der Begriff „Zweiklassengesellschaft“ fällt. Es wird von Arroganz gesprochen, von Selbstverliebtheit, von Talent und Nichtkönnen. Von guten und von schlechten Büchern.

Das Thema: Lektorat. Braucht ein Buch ein Lektorat und/oder ein Korrektorat, um ein gutes Buch zu sein?

Ich möchte das Pferd mal von hinten aufzäumen und die Frage in den Raum werfen, was denn eigentlich ein gutes Buch ist. Wenn ich diese Frage für mich beantworte (meine persönliche Meinung, die sich niemand zu teilen verpflichtet sehen soll!), dann ist ein gutes Buch ein Buch, das mich gut unterhält.
Gut unterhalten kann mich der nachdenklich-romantische Provenceroman ebenso wie ein auf Suspense getrimmter Thriller, ich fühle mich ebenso durch eine leidenschaftliche Romanze unterhalten wie durch ein Fantasymärchen oder ein episches Werk wie Game of Thrones. Ich möchte in sich stimmige Bücher lesen, mit gut ausgearbeiteten Protagonisten, denen ich ihr fiktives Leben abkaufe und bei deren Geschichten ich mir vorstellen kann, dass es so in diesem Setting wirklich geschehen sein könnte. Und das am liebsten noch fehlerfrei, ohne Längen, ohne Perspektivverrutscher, ohne unfreiwillig komisch wirkende Stilblüten.

Und wie mache ich nun so ein „gutes“ Buch?
Erst mal: ich schreibe. Ohne Rücksicht auf Verluste schreibe ich meine Geschichte, so wie sie mir vom Kopf in die Finger fließt, nach mehr oder weniger ausführlichen Vorbereitungen wie Plotten und Weltenbau – je nachdem, was für ein schriftstellerischer Arbeitstyp ich bin.
Und dann? Das Wort „Ende“ ist geschrieben, die schreibprogrammeigene Rechtschreibkorrektur ist über das Dokument geflitzt und hat alle Vertippsler ausgemerzt. Hoffentlich. Da ich diesen automatisierten Dingern nicht traue, lese ich lieber noch einmal selber von vorn bis hinten und von hinten nach vorn, den virtuellen Rotstift in der Hand, den Blick geschärft, der innere Korrektor arbeitet auf Hochtouren.
Der Text bekommt also ein erstes Korrektorat.
Und dann? Bin ich dann fertig? Habe ich dann schon ein „gutes Buch“ geschrieben?
Ich meine: nein. Ich habe ein Buch geschrieben, das zu 99% frei von Tipp-, Zeichensetzungs- und Grammatikfehlern ist. Aber würde ich für dieses Buch in diesem Zustand bereits Geld verlangen wollen?

Ich sage: nein. Denn ich fühle mich als Autorin noch nicht so sicher im Sattel, dass ich eine solche Manuskriptfassung schon in die Welt entlassen möchte, sei es in einem Verlag oder als Selfpublisher. Ich brauche den kritischen Blick von außen.

Bisher habe ich nicht selbst veröffentlicht, sondern mit verschiedenen Kleinverlagen zusammengearbeitet, in denen ich Anthologiebeiträge und Romane veröffentlicht habe. In den meisten Fällen habe ich das Lektorat als sehr bereichernd empfunden, sowohl für mein Buch als auch für mich als Autorin. Ich lerne bei jedem Lektorat etwas dazu. Ja, mein eigener innerer Lektor ist durch die Zusammenarbeit mit realen menschlichen Lektorinnen und Lektoren kritischer, mein eigener Blick auf Selbstgeschriebenes kritischer geworden.
Ob ich mir daher zutrauen würde, ein Buch vollkommen in Eigenregie zu machen? Schreiben, korrigieren, editieren (im Sinne von „verbessern“, im Sinne von „veröffentlichungsreif machen“) und zu veröffentlichen?

Ich sage noch einmal: nein. Ich habe als Leserin meinen ganz eigenen Anspruch an ein „gutes Buch“. Ich zahle gern einen angemessenen Preis für meinen Lesestoff, aber dafür erwarte ich dann auch, dass das, was ich mir auf meinen eReader lade oder zwischen realen Buchdeckeln in der Hand halte, meinem Anspruch gerecht wird. Ich habe bereits wunderbare Bücher von Selfpublishern gelesen, bei denen ich mich einen feuchten Kehricht darum geschert habe, ob dieses Buch lektoriert worden ist oder nicht, ich fühlte mich gut unterhalten, ich mochte den Erzählstil, es waren einfach in meine Sinne „gute Bücher“. Im Gegensatz dazu habe ich auch schon Bestseller renommierter Publikumsverlage beiseitegelegt, weil mich Dinge, die ich als stilistische Fehler empfand, so sehr gestört haben, dass mir das Lesevergnügen schon auf Seite 3 von 300 abhandenkam. Und bei einem renommierten Publikumsverlag gehe ich einfach mal davon aus, dass da ein Lektor am Werk war.

Fazit: ein Lektorat allein macht noch kein „gutes Buch“. Ein Buch kann auch ohne Lektorat „gut“ sein. Wer sicher ist, dass er oder sie es im Alleingang schafft, ein „gutes“ Buch herauszubringen, soll das tun. Ich persönlich halte mich für noch nicht so weit, dass ich ohne den kritischen Blick von außen ein wirklich „gutes“ Buch erschaffen kann. Aber das bin nur ich. Das kann und darf jeder und jede anders sehen. Wäre es nicht einfach schön, wenn jede und jeder so arbeiten könnte, wie er oder sie es am besten kann, ohne dass wir uns in dem Zwang sehen, uns für unsere Arbeitsweise rechtfertigen zu müssen? Wäre es nicht schön, wenn jeder und jede sagen könnte: Ich mache das so-und-so, du machst es anders, und es ist GUT so?
Ich würde mich freuen, wenn wir von diesem Schubladendenken wegkämen, das Verlagsautoren und Selfpublisher auf unterschiedlich hohe Podeste stellt. Sind wir nicht im Grunde alle nur Menschen, die eine Leidenschaft teilen – die für das geschriebene Wort, den Wunsch, die Geschichten zu erzählen, die sich in unseren Köpfen herumtreiben und die uns wahnsinnig machen würden, würden wir sie nicht aufschreiben? Ganz gleich ob Verlagsautor oder Selfpublisher, Kleinverlagsveröffentlicher oder Blogromanschreiber – wir sind Autoren. Und wir wollen am Ende doch alle nur eins: „gute“ Bücher schreiben.

Und da kommt er wieder, der NaNo

November, der Monat der Winterdepressionen, des nasskalten Schmuddelwetters, der beginnenden Vorfreude auf Weihnachten und – des NANOWRIMO!
Wie sieht es aus, liebe Mit-Autorinnen und Autoren, schließt ihr euch dem allgemeinen 50k-Wahnsinn an, oder zeigt ihr den kampfschreibenden „Naniten“ den vielzitierten Vogel und begebt euch in Klausur?
Ich habe für mich beschlossen, dass ich ohne den NaNoWriMo nicht mehr leben kann und nicht mehr leben will, was wohl auch damit zusammenhängt, dass ich ihn wie jedes Jahr seit jedem schicksalhaften 2007 mit der total verrückten, total lieben Tintenzirkel-Community begehe. Inklusive Mitternachtsschreiben in der Nacht vom 31. Oktober auf den 1. November (Halloween kann jeder- wir werden schreiben!), Projekt-Soundtrack-Tauch und NaNoWriMo-Überlebenspaket-Wichteln. Das ist ein bisschen wie Weihnachten, Ostern und das Wort „Ende“ unter ein Manuskript setzen an einem einzigen Tag.

Dieses Jahr ist ein schon lange in meinem Hirn herumdümpelndes Projekt namens „Kristallglut“ am Start. Und darum geht es:
Die Nordmenschen und Steppennomaden von Nitann haben im wahrsten Sinne des Wortes einen ganzen Berg voller Probleme: Das Dualán-Gebirge und seine elfenhaften Bewohner verhindern seit Jahrhunderten erfolgreich den Ausbau von Handelsbeziehungen, da sie sich strikt weigern, Menschen durch ihre Heimat zu lassen, sei es über-oder unterirdisch. Es gibt zwar den Weg über das Meer, aber der ist lang, beschwerlich und wegen der unberechenbaren Stürme im Sommer ausgesprochen gefährlich.
Als der königliche Berater Yvain mit der Königin der Dualán und einem Abgesandten der Nomadenkönigin Sejla über den Bau einer Straße durch die Berge verhandelt und dabei am hartnäckigen Nein der Elfenherrin zu scheitern droht, entschließt er sich zu einer Verzweiflungstat. Er entführt den Sohn der Königin, um sie mittels Erpressung dazu zu bringen, dem Straßenbau endlich zuzustimmen, während auf der anderen Seite der Berge die Königin der Steppennomaden mit einer Abordnung der Bergelfen eine Ehe zwischen dem Kronprinzen der Elfen und ihrer Tochter auszuhandeln versucht.
Yvain erkennt, dass sein Plan gescheitert ist, als er feststellen muss, dass er nicht den Elfenprinzen Ciaran, sondern dessen Berater, Leibwächter und Hofmagier Senan erwischt hat, der dem Prinzen ausgesprochen ähnlich sieht. Yvain weigert sich, Senan freizulassen, und nimmt ihn mit in seine Heimat. Senan sieht nur eine einzige Möglichkeit, seine Freiheit zurückzubekommen und sein Volk und das Geheimnis der Berge zu schützen: Er muss das Herz des sturen Diplomaten gewinnen. Und er weiß gar nicht, wie leicht er es damit haben wird – denn Yvain liebt Männer…

Hach. Ja. Ich freue mich.
Auf in die Wortschlacht. Der Plan: am 30. November das Wort „Ende“ schreiben. Schauen wir mal…

Von der Idee zum Roman: (Haupt)-Figuren – von unkooperativ bis anbiedernd

Weiter geht’s mit meiner kleinen Zusammenfassung, wie ich einen Roman schreibe. Ich betone das hier so deutlich weil dieser Leitfaden sicherlich nicht für jeden etwas ist, aber es ist die Methode, die für mich funktioniert.

Eigentlich wollte ich mit dem roten Faden weitermachen, aber ich werde mir selbst untreu und schiebe noch ein kleines Kapitel über Figuren und ihre Entwicklung dazwischen, denn oft ergibt sich der Plot bzw. der rote Faden aus dem, was ich an Hintergrundinformationen für meine Figuren zusammentrage.

Eine Figur ohne Hintergrund ist eine leere Hülle. Ich weiß vielleicht, wie er oder sie aussehen soll, aber Aussehen allein macht noch keinen „Charakter“ aus der Figur. Auch gehöre ich zu den Autoren, die grundsätzlich nicht über eine Figur schreiben können, wenn sie noch keinen Namen hat. Da bin ich extrem pingelig. Platzhalter wie „XY“ oder „Gurkensalat“ helfen mir da auch nicht weiter. Ich brauche Namen und verbringe oft Stunden damit, nach der passenden Buchstabenkombination für bestimmte Figuren zu suchen.

Am Beispiel „Schattenschleicher“ dargestellt: ich habe meine Hauptfigur, den Nithyara „Traumweber“. Er macht es mir leicht, da ich sein halbes Leben bereits kenne. Ich kenne ihn als Erwachsenen, kann mir also überlegen, was ihm in seiner Kindheit und Jugend alles zugestoßen und passiert sein könnte, damit er am Ende der Mann wird, als den ich ihn kenne. Warum zum Beispiel musste er den Nithyarastamm verlassen, in den er hineingeboren wurde? Wer ist die Bezugsperson, von der er später Feuersänger erzählt und von der er sagt, er habe einmal jemanden verloren, der ihm sehr viel bedeutet hat? Der Einschnitt muss krass gewesen sein, denn Traumweber, der später den Namen Silbersang beommen soll, leidet seitdem unter erheblichen Bindungsängsten – ein Trauma für einen Nithyara, also: was ist passiert und wer war diese andere Person?

Kommen wir zur Hauptfigur Nummer 2, zugleich dieser mysteriöse Freund und später Antagonist in der Geschichte. Der Dunkelelf. Der Herr hat es mir schwer gemacht. Zuerst weigerte er sich, seinen Namen zu verraten, dann wollte er nicht damit rausrücken, was ihn, den Dunkelelfen, dazu treibt, sich mit einem Nithyara, dem Erzfeind, anzufreunden.
Geholfen hat mein geliebter Tintenzirkel und das „Charakterinterview“. Sesnan, so der Name des Dunkelelfen, musste sich den unangenehmen Fragen meiner Mit-Tintenzirkler stellen. Aus dem Interview ergab sich: Sesnan lernt Traumweber kennen, während er noch in seiner Ausbildung zum Spurenleser und Krieger steckt, Sesnan ist ehrgeizig, eigenbrötlerisch, stur und „eingewachsen“ in die Traditionen und Vorurteile seines Volkes.

Es wird spannend werden, diese beiden so unterschiedlichen Herrschaften aufeinanderprallen zu lassen. Nächstes Mal geht es dann weiter mit dem roten Faden: wie bekomme ich es hin, dass Sesnan und Traumweber tatsächlich die für den Plot so wichtige Freundschaft schließen? Und wie zerstöre ich alles Aufgebaute dann so nachhaltig, dass Traumweber von seinem eigenen Stamm verstoßen wird bzw. ihn aus Gründen des Ehrgefühl verlässt oder verlassen muss?
Wie wird aus Traumweber Silbersang?
Und was wird aus Sesnan, wenn alles um ihn zerbricht?

Von der Idee zum Roman: Plot, komm raus!

Geschichten sind wilde Tiere. Du kannst ihr Vertrauen gewinnen, aber du kannst sie nie ganz zähmen.
(Sabrina Zelezny, „Kondorkonder – der Fluch des Spiegelbuches“)

Du hast einen Auftrag.
Du hast einen Abgabetermin.
Du hast wartende Betaleser und, noch viel besser, eine erwartungsvolle Verlegerin, mit der das Projekt geplant und besprochen wurde, es wurde abgenickt und alle Zeichen stehen auf „go“.
Go writing. Schreib. Schreib einen verdammt guten Roman.

Und nun?
Ich bin sicher nicht die einzige Autorin, die mit einem groben Konzept, einer vagen Idee, einer mit dem Fuß auf dem Boden herumtappenden Hauptfigur, einem nebulösen Antagonisten und einem um alles herumhüpfenden comic relief-Element am Schreibtisch sitzt und sich überlegt, wie es denn nun losgehen soll, bevor es denn weitergehen kann. „Von der Idee zum Roman“ soll als Artikelreihe den Entstehungsprozess eines mir sehr wichtigen Romanprojekts begleiten.
Es geht um die Nithyara. „Feuersänger“, mein erster Nithyara-Roman, bekommt eine Hochglanzpolitur, wird in der Mitte gespalten und überarbeitet und erscheint 2015 als Taschenbuch und EBook. Und er bleibt nicht allein. Ein Kurzgeschichtenband kommt dazu – und ein Prequel, besagtes neues Projekt, um das es hier gehen soll.

Da wären wir dann schon mitten in der Planung.
Ein Roman, der „etwas mit Feuersänger oder seiner Welt zu tun hat“, soll es sein, also eine Fortsetzung oder eine Geschichte, die vor den Ereignissen in „Feuersänger“ spielen. Die Entscheidung fiel zugunsten des Prequels, weil ich mich erinnere, dass einige Leser gefragt hatten, ob sie denn mehr über Figuren erfahren könnten, die bei Feuersänger zwar wichtig sind, aber eben keine Hauptrolle spielen.
Damit hat sich dann schon der nächste Planungspunkt erledigt: ich habe meine Hauptfigur. Silbersang, der Legendensänger und im „Feuersänger“ Feuersängers Lebensgefährte und Seelenbruder, hat das Rennen um den ersten Platz gewonnen. Ich habe irgendwie auch das Gefühl, es ist nur fair, seine Geschichte ebenfalls zu erzählen, denn für Feuersänger ist Silbersang immens wichtig.
Mit der Hauptfigur kommt der Sidekick, genau genommen zwei davon. Sternenglanz, Feuersängers Lehrmeister, wird eine wichtige Rolle spielen, ebenso ein im Augenblick noch namenloser Dunkelelf. Und natürlich die in meinen Romanen allgegenwärtige Katze in Form eines ganz besonderen Nachtschleichers. Weitere Personen werden nach und nach folgen, meist entstehen sie erst während des Schreibprozesses und füllen sich nach und nach mit Leben. das ist der Moment, in dem Die Kladde zum Einsatz kommt, denn irgendwann wird es schwierig, sich alle kleinen Feinheiten, Haar-und Augenfarben, Körpergrößen, Macken und Haustiere der versammelten plotrelevanten Figuren zu merken.

Und da fiel schon das nächste Stichwort. Plot.
Früher war ich Bauchschreiber, heute plotte ich. Zu oft habe ich die reinen „Bauchprojekte“ inzwischen an die Wand gefahren. Es muss sein, der rote Faden muss her, am besten schriftlich festgehalten in Der Kladde.
Was brauche ich für den Plot? Erst einmal eine Grundidee. Schreibratgeber nennen das oft „Prämisse“, ich nenne es eher Grundidee, das Eine, um das es in der Geschichte gehen soll, worauf sie hinausläuft.
In „Feuersänger“ spricht Silbersang nur ein einziges Mal über seine Vergangenheit, und auch da macht er nur Andeutungen. Er hat Bindungsangst, er spricht Feuersänger gegenüber von Freundschaft und Verrat. Und damit habe ich meinen Aufhänger. Freundschaft, Verrat und, damit das Ende nicht zu traurig wird, Hoffnung, vielleicht sogar Vergebung, wobei noch festzustellen ist, wer am Ende wem vergibt. Darum wird es in der Geschichte gehen.
Leicht gesagt. Wie eingangs zitiert, Geschichten sind wilde Tiere. Noch einmal danke an Sabrina Zelezny für dieses wunderschöne Bild. Ich komme mir gerade wirklich so vor, als würde ich ein scheues Tier zähmen wollen. Die Ideen liegen aus wie Futterbröckchen, wie ein Köder, und ich warte darauf, dass sich das Gesamtbild aus diesem Flickenteppich ergibt, wenn die Geschichte aus ihrem Loch gekrochen kommt und nach den Ködern schnappt.

Ich brauche Konflikt, nicht nur Silbersangs inneren, mit der Freundschaft-und-Verrat-Sache zusammenhängenden Konflikt, sondern auch einen äußeren. Ein Feindbild muss her, ein Antagonist, eine Bedrohung. Die Regieanweisung der Verlegerin lautete: Bitte nicht die Dämonen aus dem „Feuersänger“.
Nein, natürlich nicht, dann würde ich ja dieselbe Geschichte zweimal erzählen, nur mit anderen Namen. In der Geschichte der Nithyara gibt es diese Bedrohung. Es ist noch gar nicht so lange her, in den Maßstäben eines sehr langlebigen und als unsterblich geltenden Volkes gedacht, dass die große Schlacht zwischen den hellen und den dunklen Völkern geschlagen wurde und mit einem unbefriedigenden Unentschieden ausging. Schuld daran waren unter anderem ein paar Dunkelelfen, die es leid waren, ständig im Gezerre zwischen Licht und Dunkel zu stehen und nach einem anderen Weg suchten. Aus diesen Dunkelelfen gingen die Nithyara hervor. Oh, da ist es ja, mein Konfliktpotential: Dunkelelfen und Nithyara können sich nicht ausstehen. Sie trauen einander nur so weit, wie sie einen ausgewachsenen Baum werfen können.
Was aber nun, wenn ein Nithyara sich mit einem Dunkelelfen anfreundet?
Was, wenn aus vorsichtiger Annäherung heimliche Freundschaft, heimliche Liebe entsteht?
Und dann: Verrat.

Die Geschichte nähert sich, futtert die Köder, dann setzt sich sich vor mich hin und sieht mich an. In ihren großen Augen spiegelt sich eine Welt, meine Welt, wie ein offenes Buch. Je nachdem, wie das Licht in diese Augen fällt, sehe ich etwas anderes. Und langsam formt sich ein Bild.
Und die Geschichte sagt: Da bin ich.

Nächsten Sonntag geht es weiter mit dem roten Faden. Kapitelexposé: Ja oder nein?

Drabble

… verirrten sich im Wald

Langsam wird es Gretel mulmig. Paps war eindeutig zu lange weg, der hat sie bestimmt vergessen.
„Ich will nach Hause“, mault sie. Wenigstens hat sie keinen Hunger.
Hänsel grinst. „Wir warten, bis es dunkel wird und dann gehen wir nach Hause.“
„Kennst du den Weg?“
„Nö, aber ich habe vorgesorgt.“
„Wie?“
„Wirst du schon sehen. Alles gut. Wenn ich nur nicht so einen Hunger hätte.“
Jetzt grinst Gretel und öffnete ihre Schürze. „Kein Problem!“
Hänsel stöhnt auf, als er die Brotbrocken sieht, die seine Schwester ihm präsentiert und gar nicht versteht, warum er aufspringt und sie eine dumme Kuh schimpft.

Stöckchen: Die Stellenanzeige, Teil 2: Heldinnengespräch

Sie erinnern sich? Es gab da mal diese Stellenanzeige. Dazu gehört noch ein Teil 2:

Der zweite Teil des Stöckchens umfaßt ein Interview mit dem Helden, nachdem er sich auf die Stellenanzeige gemeldet und den Job bekommen hat. Ist es ein Werk, das schon in Arbeit ist, führt das Gespräch die Seelsorgeabteilung der Agentur. Sind die ersten Worte noch nicht geschrieben, kann das Interview als Einstellungsgespräch geführt werden. Drei bis fünf Fragen, die der Held so wahrheitsgemäß wie möglich beantworten muß, genügen. Daß er bei der Beantwortung durchaus ins Schwitzen und Verzweifeln kommen darf, ist selbstverständlich. Wie haben seine Hoffnungen sich erfüllt? Warum meint er, besonders gut auf die Anforderungen im Stellenprofil reagieren zu können? Was denkt er über seine Autorin/seinen Autor? Und würde er sich noch einmal bewerben?

Vor mir sitzt eine junge Frau, dunkelhäutig und von katzenhafter Anmut. Goldene Augen leuchten mir aus dem schmalen Gesicht entgegen, sie lächelt.
Autorin: Zersa, du hattest dich auf die Hauptrolle in der Novelle „Nachtjägerherz“ beworben und die Rolle bekommen. Wie fühlst du dich?

Zersa: (lächelt immer noch) Zufrieden. Ja, ich bin ausgesprochen zufrieden. Mein Start in die Rolle war ja nicht sooo schön, aber mit dem Ende bin ich ausgesprochen zufrieden. Ich habe meinen alten Stand zurück, ich werde anerkannt und das mit meinem Freund bekommen wir doch sicher auch noch hin, oder?

Autorin: (grinst) Wir arbeiten dran. Dein Freund, da sagst du etwas. Wie gefiel… gefällt dir die Zusammenarbeit mit Tiano?

Zersa: Anfangs war er ja ein fürchterliches Trampeltier.
(Stimme aus dem Off: EY!!!!)
Zersa: (lacht) Er wusste nicht, wie man sich im Wald bewegt, er war einfach ein großer ungeschickter Trampelmensch, aber er war ja lernfähig. In jeder Hinsicht. ich denke, dass ich es ohne ihn nicht geschafft hätte, meiner Rolle gerecht zu werden. Er hat mir sehr geholfen. Und er war lernfähig. Ich bin gespannt, was er sagt, wenn er herausfindet, dass auch er ein Gestaltwandler ist.
(Stimme aus dem Off: Was? Wie bitte, wer ich?)

Autorin: Das freut mich sehr. Zersa, wenn du die Wahl hättest, würdest du das alles noch einmal machen?

Zersa: Ja, auf jeden Fall. Ich weiß gar nicht, was die anderen alle haben, Tina, ich habe gern mit dir zusammengearbeitet und freue mich sehr über die Vertragsverlängerung. Ich habe schon einiges an Ideen, wie es weitergehen könnte, wir könnten doch… (beugt sich zur Autorin und flüstert ihr ins Ohr)

Autorin: OMG, hilfe… eine kreative Hauptfigur! Ich bin eine Autorin – holt mich hier raus!