Bratäpfel – eine Meeresträume-Weihnachtsgeschichte

Alvar wischte Wassertropfen von der winzigen Scheibe im einzigen Fenster der Hütte und spähte hinaus. Es hatte geschneit, wieder, die ganze Nacht hindurch. Der Schnee hatte den Strand in eine bizarre Traumlandschaft verwandelt. Alles war weiß, es glitzerte im Schein der aufgehenden Sonne. Eiskristalle funkelten an den Halmen des Strandgrases, das tapfer der Kälte trotzte und sich leicht im Wind wiegte. Spuren im Schnee führten hinunter zum Wasser. Spuren nackter Füße.

Alvar schlang fröstelnd die Arme um den Körper und warf noch ein paar Scheite auf das kleine Kochfeuer. Allein bei dem Gedanken, dass Sayain barfuß und vermutlich nackt zum Meer hinuntergelaufen war, um in seinen unendlichen, eisigen Tiefen zu jagen, ließ Gänsehaut auf seinem Körper sprießen. Natürlich, seinen Geliebten störte die Kälte nicht. Fische frieren nicht, hatte Sayain mit einem Augenzwinkern gesagt, als er das erste Mal an einem verschneiten Wintertag zum Meer gegangen war, um zu jagen. Alvar hatte am Strand gewartet, war von einem Fuß auf den anderen gehüpft und hatte sich beinahe die Finger abgefroren. Er war Kälte gewohnt, aber auch Nordmänner gingen im Winter nicht so ohne weiteres im Meer baden.

Die Erinnerung an das, was nach Sayains erster winterlicher Fischjagd gewesen war, ließ Alvar dennoch einen wohligen Schauer über den Rücken rinnen. Vergessen war der Gedanke an Schnee, Eis und lausig kaltes Wasser, vertrieben von den Gedanken an kühle Haut, die unter seinen Händen langsam wieder warm wurde. An Küsse auf weiche Lippen, die nach Salz und Meer schmeckten, die Erinnerung an langes silbernes Haar, das nach Wind duftete. An einen eisigen Körper, der neben ihm auftaute und irgendwann alles andere als kalt gewesen war. Die Erinnerung an die Liebesnacht ließ Alvar leise aufseufzen.

„Sayain“, flüsterte er in die Stille der kleinen Hütte hinein. Er liebte ihn so sehr. Seit sie gemeinsam vor den Sklavenjägern geflohen und sich hier in dieser einsamen Hütte am Strand niedergelassen hatten, war er so glücklich wie noch nie in seinem Leben. Sayain, sein Gestaltwandler, sein geliebter, wunderschöner Meeresjäger. Alvar wurde niemals müde, Sayain zuzusehen, wenn er als mächtiges Fischwesen wie eine scharfe Klinge das Wasser durchschnitt, wenn er ausgelassen wie ein Delfin über die Wellen sprang. Silfri. Er nannte ihn immer noch so, weil er sich an Sayains wahrem Namen immer wieder die Zunge verrenkte. Silfri, Silberner.

Mit einem Lächeln beugte Alvar sich über den Tontopf im Feuer und schaute kurz hinein. Darin lagen in geschmolzener Butter goldbraun gebackene Äpfel, die er vor einigen Tagen zusammen mit der Butter, Honig, Gewürzen und einigen Händen voll Nüsse und Mandeln gegen frischen Fisch auf dem Markt im nahen Dorf eingetauscht hatte. Sayain wusste nichts davon, es sollte eine Überraschung werden. Immerhin war heute das Mittwinterfest. Das ganze Dorf war geschmückt worden, überall hingen immergrüne Zweige und Misteln.  Alvar lächelte und kramte den Mistelzweig aus der Ecke, wo er ihn versteckt hatte, und hängte ihn über der Tür auf.  Dann wandte er sich wieder den heißen Äpfeln zu und ließ ein wenig Honig darüber rinnen. Sie dufteten nach vergangenem Herbst, nach Zimt und der Süße von Honigwein. Durch die Hitze war ihre pralle Schale aufgeplatzt und das weiße Fruchtfleisch schimmerte hindurch, vollgesogen mit Butter und Honig. Alvar leckte sich die Lippen. Eine süße Verführung. Er dachte an Sayains Lippen, an seine weiße Haut, sein seidiges Haar. Daran, dass sie bald Süßes essen und danach Süßes tun würden. Der Gedanke daran badete seinen Körper in wohliger Wärme. Alvar zog den Tontopf an den Rand des Feuers, damit die Äpfel nicht verbrannten, dann nahm er seinen Mantel und ging an den Strand hinunter. Er folgte Sayains Spuren bis zu einem Felsen, auf dem er den Umhang seines Geliebten fand, mit winzigen Schneekristallen bedeckt. Er nahm den Mantel, schüttelte ihn aus und klemmte ihn unter den Arm, damit der Stoff wieder warm wurde. Dann setzte er sich auf den Felsen und schaute auf das Meer hinaus. Es dauerte nicht lange, und er sah den mächtigen Fisch aus dem Wasser schnellen, schneeweiß und schimmernd. Ausgelassen tobte er durch die Wellen dem Strand entgegen, überließ sich der Brandung, die ihn immer näher an den Felsen herantrieb. Noch einmal verschwand der Fisch unter Wasser, und mit der nächsten Welle hob sich Sayain als Mann aus dem Meer. Silbern und schön wie eine Gestalt aus einem Märchen. Er zog ein Netz hinter sich her, in dem glitzernde Fische lagen. Sie zappelten nicht mehr – Alvar wusste, dass sie bereits tot waren, schnell und sauber getötet durch den Biss des Jägers. Er kletterte vom Felsen und breitete den Umhang aus. Mit einem Lächeln auf den Lippen kam Sayain ihm entgegen.

„Du solltest doch drinnen bleiben!“

Sayain schmiegte sich in den Umhang und in Alvars Arme, das Netz hatte er in den Schnee fallen lassen. Alvar umarmte ihn und rubbelte ihn mit dem Umhang trocken.

„Ich weiß. Aber ich liebe es, zu sehen, wenn du an Land kommst, mein Schöner.“ Er küsste ihn, küsste ihm das Salz von den Lippen. „Ich liebe es, wie du schmeckst, wenn du aus dem Wasser kommst. Ich liebe es, wie du duftest. Komm. Ich habe etwas für dich!“

Sayain erwiderte den Kuss und ließ die Zunge leicht über Alvars Lippen huschen. „Das trifft sich gut. Ich habe nämlich auch etwas für dich. Immerhin ist doch heute Mittwinter. Er zwinkerte, dann löste er sich von Alvar, griff nach dem Netz und stieg den Strand zur Hütte hinauf. Alvar lächelte in sich hinein und folgte ihm.

Fröstelnd huschte er in die Hütte, während Sayain die Fische in den angrenzenden kleinen Schuppen brachte.  Alvar war froh, dass Sayain seine Beute gleich draußen fertigmachte und in der Schneetonne vergrub, wo der Fisch gefrieren und frisch bleiben würde.

Alvar zog den Topf mit den Äpfeln aus dem Feuer. Ein Duft nach Gewürzen und Sünde breitete sich in der kleinen Hütte aus, als er den Deckel abnahm. Die Äpfel waren knusprig überkrustet von Honig und Nussmehl, vollgesogen mit ihrem eigenen Saft, das weiße Fleisch unter der rotbraunen, aufgeplatzten Schale schimmerte wie Schnee.

Die Tür öffnete sich, Wind wehte Schneeflocken und Sayain herein, der seinen Umhang abwarf und splitternackt vor Alvar stand und die Arme ausbreitete.

„Ich bin zuhause, Geliebter! Wärme mich!“ Er grinste und schlang die Arme um Alvar, der mit einem leisen Schaudern die Umarmung erwiderte. Alvar küsste ihn und linste zu dem Mistelzweig hoch.

„Jetzt gehörst du mir für ein weiteres Jahr“, sagte er mit einem Schnurren in der Stimme. Sayain betrachtete den Zweig und grinste. „Nordmannzauber?“

„Ja. So könnte man es nennen!“ Alvar küsste ihn noch einmal.

„Sayain schmiegte sich an ihn und schnupperte.

„Du bist wunderbar warm. Was duftet hier so? Ich habe es schon am Strand gerochen, der Duft ist überall an dir, in deinem Haar, in deinen Kleidern. Und dein Mund schmeckte nach Honig…“ Sayains Lippen suchten die seinen und pressten sich auf Alvars Mund. Alvar vergaß die Kälte um sie herum, küsste Sayain tief und hungrig, kostete den Geschmack nach Meer und Salz. Er wehrte sich nicht, als Sayain begann, die Schnürungen seiner Kleider zu lösen. Vergessen war der Topf, als Sayain ihn vor den Kamin dirigierte und ihn auf den Wollteppich vor dem Feuer niederdrückte. Er wehrte sich nicht, als er Sayains kühle Hände auf der Haut spürte. Und als Lippen und Zunge diesen Händen zu folgen begannen, vergaß er alles um sich herum. Da waren nur noch Sayain und dieser Duft nach Salz und Wind, der sich mit dem Duft süßer, nach allen fernen Ländern der Welt riechenden Gewürzen und Früchten mischte. Honig. Zimt. Nüsse und Mandeln. Äpfel. Sayain. Salz und Meer. Sayain.

Alvar ertrank in Sayains Küssen, in seinen Umarmungen, in seiner Lust und seiner Liebe. Als ihre Körper vor dem Feuer eins wurden, fühlte sich Sayains schneeweißer Körper alles andere als kalt an. Wogen der Lust spülten alles Denken fort und ließen nur noch Platz für das Fühlen und das Feuer. Sie brannten beide.

„Mein unmöglicher, verführerischer Fisch!“ Alvar küsste Sayain auf die Nasenspitze und strich ihm das schweißfeuchte Haar aus dem Gesicht. Noch immer rann ein Echo der Lust durch seinen Körper. Wie immer, wenn er und Sayain einander geliebt hatten. Es war, als würde das Feuer bleiben und jedes Mal stärker nachwirken. Sayain lächelte.

„Hat es dir etwa nicht gefallen?“

„Dumme Frage.“ Alvar küsste ihn noch einmal. Sayain seufzte tief und schmiegte sich an ihn.

„Was ist denn nun mit der Überraschung?“ Seine Augen funkelten wie die eines Kindes, das ein Geschenk erwartete. „Und was riecht hier so gut?“

„Die –  oh, Mist. Jetzt sind sie wohl kalt.“

„Die was? Was ist jetzt kalt?“ Sayain erhob sich, trat an den Tisch und schnupperte.

„Bratäpfel. Wir haben sie immer zu Mittwinter gegessen, als ich noch ein kleines Kind war. Das einzige, woran ich mich gern erinnere.“ Er nahm einen Löffel, tauchte ihn in einen der beiden inzwischen deutlich abgekühlten Äpfel und hielt Sayain den Bissen vor die Lippen. Sayain nahm ihn, kaute, und ein Lächeln breitete sich auf seinem Gesicht aus. „Das ist gut!“

Alvar nickte. „Heiß sind sie noch besser.“

„Dann sollten wir sehen, dass sie wieder heiß werden.“ Sayain nahm den Tontopf und schob ihn an den Kamin.

„Und die Zeit, die sie brauchen, um wieder heiß zu werden, können wir sinnvoll nutzen!“

Er zog Alvar zu sich auf den Wollteppich zurück, griff unter den weichen Stoff und holte etwas hervor, das er Alvar reichte.

„Was ist das?“

„Ein Geschenk des Meeres. Und meine Mittwintergabe für dich.“

Alvar betrachtete das Ding genauer – es war eine Muschel, außen unscheinbar, rau überkrustet von Kalk und Schalenresten anderer Muscheln. Doch die Innenseite schillerte in allen möglichen Blau-und Grüntönen, an einigen Stellen ein wenig Violett, Rosa und Silber.

„Wunderschön.“ Alvar hauchte Sayain einen Kuss auf die Lippen. „So wunderschön wie du. Ich werde sie immer bei mir tragen.“

Sayain lächelte. „So wie ich die andere Hälfte.“ Er erwiderte Alvars Kuss. „Ich liebe dich“, flüsterte er, dann begannen seine Finger, erneut auf Wanderschaft zu gehen. „Wir haben noch Zeit, viel Zeit.“

Alvar schloss die Augen und ergab sich den sanften Fingern seines Geliebten. Seine Welt versank in einem Traum aus Sayain, blau schillernden Muscheln, brennendem Feuer und dem Duft von Bratäpfeln. 

Monatsrückblick Mai/Juni

Ruhig war es hier die letzten zwei Monate, was unter anderem daran lag, dass diese Autorin einiges um die Ohren hatte, was mit Schreiben nichts zu tun hatte, und wenn es was mit schreiben zu tun hatte, dann war es in erster Linie mal alles eine Riesenbaustelle.

Baustelle Nummer 1: Fisch und Wasserdrache. Wenn ein Buch nicht geschrieben werden will, dann liegt es meist daran, dass mein Unterbewusstsein irgendwas an diesem Buch doof findet und ich eine Stimme von außen brauche, die mir sagt, was denn daran nun doof ist. Bei Fisch und Wasserdrache fühlte sich vieles doof und nur weniges richtig an, was in letzter Konsequenz dazu führte, dass ich das ganze Ding in die Tonne kloppte und noch mal ganz von vorn anfing. Diesmal mit Plotplan und einem neuen Titel, unter dem es im Herbst nun endlich erscheinen wird: Fisch zwischen den Fronten soll nach Möglichkeit noch im August, realistischer aber im September das Licht der Welt erblicken und auf die Leserschaft losgelassen werden. Damit ist der erste Teil der Meeresträume-Reihe dann abgeschlossen. Aber keine Sorge, es wird weitere Meeresträume-Bände geben, dann aber nicht mehr als Serie, sondern als Reihe unabhängig voneinander lesbarer und nur lose miteinander zusammenhängender Romane mit den zwei Oberthemen „Gay Romance und Me(h)er“.

Baustelle Nummer 2: „Irgendwas mit Katzen“. Seit über zwei Jahren lag nun dieses Cover für eine Katzenanthologie auf meiner Festplatte herum und begann, Staub anzusetzen, daran musste sich endlich etwas ändern. Schubladengeschichten wurden hervorgezogen und abgestaubt, in eine Anthologie gepackt und in EBook-Form gebracht. Unter erheblichem Schimpfwortaufwand und mit Telefonsupport von der wunderbaren Tanja Rast begann ich, mich in das EBooksatzprogramm „Sigil“ einzufuchsen (es tat nicht so weh, wie befürchtet), und konnte zum Anfang des neuen Monats (Juli) die „Seidenpfoten“ veröffentlichen.

 

 Und dann war da ja auch noch die UniCon in Kiel. Zum schreiben kommt man bei solchen Veranstaltungen ja irgendwie nie, aber Spaß hatten wir trotzdem. Viele nette Besucher kamen an unseren Stand, viele nette Standnachbarn besuchten uns zu einem Plausch, ich durfte Autorennachwuchs im Arm halten und einige unserer Bücher über den Ladentisch reichen.

Eine nette gemütliche Con, gut organisiert und extrem ausstellerfreundlich – Fazit: gern wieder.

 

 

Start ins Selfpublishing – erste Erfahrungen

Eine knappe Woche ist Meeresträume 1 – Fisch im Netz jetzt draußen. Zeit, mal zu berichten und ein kleines Fazit zu ziehen. Bisher verzeichne ich 60 verkaufte und bezahlte „Einheiten“, auf nicht-KDP-Deutsch verbergen sich dahinter 57 EBooks und drei Taschenbücher. Dazu kommen auf die Sekunde genau 16.372 über Kindle Unlimited gelesene Seiten, die ja auch ein bisschen was abwerfen. Ein Blick auf die Tantiementabelle macht gute Laune. Ich habe nach einer Woche die Hälfte der Kosten für das Cover eingespielt. Was leider noch komplett fehlt: Bewertungen. Aber da bin ich optimistisch, nach einer Woche kann ich noch nicht viel erwarten. Wird also noch kommen.

Ein bisschen mehr ins Detail:
Wie halte ich es mit dem Lektorat? Nach langem Überlegen habe ich für mich beschlossen, beim Selfpublishing auf ein professionelles Lektorat zu verzichten und stattdessen mit mehreren handverlesenen Betalesern zu arbeiten, deren Arbeitsweise ich kenne und von denen ich weiß, dass sie mit meinem Manuskript und mir nicht zimperlich umgehen. Und sollte von meinen Stammbetalesern jemand mal keine Zeit haben, werde ich ganz sicher im Kreis der Uferlosen fündig. Auch das Korrektorat finde ich im Uferlosen-oder Freundeskreis, und ich revanchiere mich meinerseits mit Beta-Arbeit oder testlesen und Rezensionen. Eine Hand wäscht da zuverlässig die andere.

Selfpublishing ist aufwändig. Klar. Denn ich mache fast alles alleine. Beim Buch-und EBooksatz hatte ich Hilfe, aber in Zukunft möchte ich auch da selbständiger werden und mehr allein machen. Das Hochladen der Buchinhalte und Covergrafiken über KDP ist im Grunde einfach und weitgehend intuitiv, dennoch war ich froh darüber, beim ersten Mal eine erfahrene Selfpublisherin an der Hand zu haben, die mich am Telefon durch die einzelnen Schritte geführt hat. Bim nächsten Mal werde ich auch das allein hinbekommen – ich kann mich an den Angaben fürs erste Buch entlanghangeln und alles genau so eingeben, dann passt das schon. Sehr niedlich: Zwischendurch prüft KDP Buchinhalte und Grafiken, damit am Ende auch alles passt und gut aussieht. Das kann ein bisschen dauern. Zwischendurch aufpoppende Fenster mit der Aufforderung, sich doch mal eben einen Kaffee zu holen oder ein Sandwich zu schmieren, finde ich schon sehr knuffig.

Und wieder mal habe ich gelernt: wenn etwas nicht klappt, auch mal in die Emails gucken, denn KDP sagt einem sehr deutlich, was hakt, wenn denn etwas hakt. Nachdem wir uns zu dritt zum x-ten Mal darüber gewundert hatten, dass die Printausgabe dauernd von „wird geprüft“ auf „Entwurf“ zurückspringt, und die nette Infomail von KDP etwas von einem Coverfehler murmelte, dauerte es zwar noch ein wenig, bis der Fehler tatsächlich aufgespürt war (in diesem Fall waren es Ä-Pünktchen, die auf dem Buchrücken zu weit über eine „Sicherheitslinie“ hinausragten – da komm mal drauf!), aber dann lief auch alles reibungslos.

Was macht man, wenn alles hochgeladen ist und tatsächlich den Status „wird geprüft“ beibehalt: warten, rumhibbeln und Nägelkauen und die Zeit schon mal nutzen, die Werbung vorzubereiten, denn auch damit sitzt man als Selfpublisher natürlich allein da. Also ran an den Speck, Blogbeiträge und Facebookmeldungen vorbereiten, vielleicht ein Gewinnspiel posten. Wer mag, bereitet vielleicht eine Leserunde bei den üblichen verdächtigen Portalen vor oder kündigt schon mal Vorab-Exemplare für mögliche RezensentInnen an.
Meist ist das Ebook schon nach relativ kurzer Zeit auf Amazon sichtbar. Es kann durchaus sein, dass es auf KDP noch im Prüfungsstatus hängt, wird dann aber relativ bald auf „live“ springen. Und dann ist es wirklich da. Beim Taschenbuch dauert die Prüfung deutlich länger. Hochgeladen haben wir es irgendwann in der Nacht vom 4. auf den 5. Februar, und irgendwann mittags war es dann sichtbar und auf Amazon bestellbar.
Was dann noch mal ein bisschen dauert, ist die Verknüpfung von EBook und Taschenbuch. Wenn das nicht klappt, hilft erst mal ein Blick in die Angaben auf KDP: sind die Buchinformationen bei beiden Ausgaben gleich? Dann sollte die Verknüpfung automatisch passieren, wenn nicht, hilft eine Mail an den KDP-Service, der in der Regel extrem schnell und superfreundlich reagiert. Falls nicht, sollten erst mal die Angaben für beide Ausgaben angepasst werden. Und wenn es dann immer noch nicht klappt: KDP ist wirklich sehr hilfsbereit.

Und dann? Tja, dann ging das Stalken los. KDP zeigt genau an, wie viele Kindle-Unlimited-Seiten gelesen wurden, wie viele Taschenbücher und EBooks über den virtuellen Ladentisch gingen und wie viele Rückgaben zu verzeichnen sind. Und natürlich werden Tantiemen angezeigt.
Abgerechnet wird alle zwei Monate nach Erscheinen des Buches, und sobald 20 Euro an Einnahmen überschritten wurden, wird ausgezahlt.

Was ich merke: SP macht Spaß, und irgendwie macht es süchtig. Ich erlebe sozusagen live und sehr unmittelbar, dass mein Buch ankommt, dass es gesehen und gelesen wird. Das motiviert, an der Fortsetzung der Reihe zu arbeiten, und führt dazu, dass ich anfange, meine Festplatte nach Schubladengeschichten zu durchwühlen, die es wert sind, ebenfalls das Licht der Welt zu erblicken, auch wenn sie es vielleicht bei Anthologie-Ausschreibungen nicht geschafft haben.

Ich werde auf jeden Fall weitermachen mit „Gay fantasy für Erwachsene – und irgendwas mit Katzen“.

Monatsrückblick Januar und ein bisschen Werbung

 Der Januar stand ganz im Zeichen der Arbeit an „Fisch im Netz“, ursprünglich „Im Fischernetz“, das spätestens am 5. Februar in neuem Gewand und in komplett überarbeiteter Fassung den Buchmarkt neu erobern soll – und mein Debüt als Selfpublisherin darstellt. Fragt mich mal, ob ich hibbelig bin. Mit dem schicken neuen Cover von Cover für Dich ist dieser kleine Roman nicht nur ein Hingucker geworden, sondern auch endlich das, was er schon immer sein sollte: der Auftakt einer Reihe. Unter dem Reihentitel „Meeresträume“ wird es mehrere Staffeln mit jeweils einem Heldenpaar pro Staffel geben, und den Anfang machen Sayain und Alvar. Unverwechselbares Kennzeichen dieser ersten Staffel: Sayain wird immer der Coverboy bleiben und mit seinem entzückenden Rücken für den nötigen Wiedererkennungswert sorgen. Was unter Anderem der Tatsache geschuldet ist, dass Alvars Aussehen sich in meinem Kopf als „Viggo Mortensen als Aragorn, aber mit roten Haaren“ eingebrannt hat, und so ein Bild finde mal auf Shutterstock und Co. – Fehlanzeige. Also wird Sayain der Job als knackige Rückansicht auf dem Cover bis zum Ende der ersten Staffel erhalten bleiben. „Meeresträume“ gibt es dann ab kommenden Montag, 5.2.2018, als Print und als EBook über Amazon, später ist auch noch eine Veröffentlichung als Tolino-EBook geplant.

Uaaaahhh. Habt ihr eine Ahnung, wie *aufregend* diese Selfpublishing-Sache ist? Wenn nicht, probiert es aus. Um Tanja Rasts gemeinsam mit dem ersten Meeresträumeband erscheinenden Heroen, den Feuermagier Roveon, zu zitieren: „Es wird euch gefallen.“

 

 

 

 Noch etwas ganz Tolles ist in diesem Januar passiert – ich wurde uferlos und darf mich von nun an als Mitglied des coolsten, nettesten und verrücktesten Kollektivs von Gay Romance-AutorInnen bezeichnen, das dieser Planet zu bieten hat, und darüber freue ich mich ganz besonders.
Den Uferlosen-Blog findet ihr hier, wenn ihr mal gucken wollt, wer noch alles mit von der Partie ist. Im Mai werdet ihr Tanja Rast und mich in Kiel auf der Unicon finden, wo wir die Uferlosen hoffentlich würdig (muaaahahaha, würdig? *hust*) vertreten und natürlich auch eine Auswahl unserer Bücher mitbringen werden.

 

Und sonst so? Ich habe eine ultrageheime Geheimkurzgeschichte in Arbeit, die ich hoffentlich bald beenden kann, und den ersten Betadurchgang vom Winterkater zurückbekommen, um den ich mich langsam mal kümmern sollte, da er bereits vom Machandel Verlag erwartet wird. Und natürlich schreibe ich brav weiter am zweiten Band der Meeresträume-Reihe, der unter dem Titel „Fisch in der Falle“ sehr wahrscheinlich noch vor der Unicon erscheinen soll – wenn nicht dann, dann auf jeden Fall kurz danach.

Und weil das ja alles noch nicht genug ist, bin ich auch noch unter die Art Journal-Nutzer gegangen und habe damit begonnen, ein unschuldiges Blano-Notizbuch mit farblichen Ergüssen in Aquarell, Fineliner, Ölkreiden und  Wachsstiften zu füllen. Dazu dann in einem eigenen Eintrag bald mehr!

2018 – Jahresplanung

*trommelwirbel* Ja, es gibt ihn, einen Masterplan für 2018 (*guckt den Plan an und denkt sich: ja, bin ich denn vollkommen bescheuert?*)!  Und da steht einiges ins Haus. Unter anderem endlich der Start ins Selfpublishing, denn ich bekomme die Rechte an der ersten gay romance, die ich je geschrieben habe, wieder zurück: „Im Fischernetz“ gehört dann wieder komplett mir, und ich werde diese niedliche kleine Novelle ein wenig ausbauen, komplett überarbeiten und im neuen Gewand und um einige Szenen reicher im Selbstverlag wieder auf die Menschheit loslassen – und es wird weitere Geschichten um den mysteriösen Sayain und den rothaarigen Ex-Sklaven Alvar geben! Und wenn nichts Großartiges wie eine Zombieapokalypse oder der Weltuntergang oder die Tatsache, dass im Haus dieser Autorin der Ostfriesentee ausgeht (Katastrophe!), sieht es im Autorinnen-und Katzenhaushalt nach folgender Jahresplanung aus (Änderungen vorbehalten. Wie meine Mama immer sagt: „Und sie machte einen Plan; und es wurde nichts daraus!“):

 Quartal 1:
Überarbeitung von „Fisch im Netz“ (ehemals Im Fischernetz) als Auftakt einer Minireihe und Neuveröffentlichung im SP
Liebesflammen (gay romance-Novellenreihe) plotten und schreiben
Plotten eines Sequels für die „Flammende Rose“ (diverse Ideen für einen möglichen Plot stehen bereits Schlange, bisher war aber keine davon bereit, sich festnageln zu lassen)
eine Kurzgeschichte plotten und schreiben (Auftragsarbeit, was Regionales mit Fantasy und Katzen), sowie Plotten und Schreiben weiterer Kurzromane in der Welt von „Fisch im Netz“

Quartal 2:
Fisch 2 und eventuell Liebesflammen 2 veröffentlichen, Fisch 3 plotten und schreiben
Liebesflammen weiterschreiben, so wie’s gerade passt
Arbeit am Rosensequel
Arbeit an irgendwas mit Katzen

 Quartal 3:
Fisch 3 veröffentlichen
Liebesflammen weiter bearbeiten
Rosensequel fertigstellen und einreichen
Arbeit an irgendwas mit Katzen

 Quartal 4: 
einen Liebesflammenband veröffentlichen
NaNo plotten und schreiben (irgendwas mit Katzen)
Liebesflammen 5 anfangen für die VÖ in Quartal 1 2019

 

Das Sequel wird keine direkte Fortsetzung der Flammenden Rose sein. Es wird ein Wiedersehen mit dem Reich Traverra, seinem unmöglichen Fürsten und bekannten Heldennasen geben, die Hauptrolle wird jedoch ein anderes Heldenpaar spielen. Eine Reihe von gay romance-Traverra-Romanen ist angedacht, die Bücher werden aber außer dem gemeinsamen Schauplatz und eventuellen Gastauftritten bereits bekannter Figuren keinen Zusammenhang haben und werden alle unabhängig voneinander lesbar sein.

Irgendwas mit Katzen kann im Moment noch alles bedeuten: Streunerkatzen in bekannten Städten ebenso wie ihre wilden Verwandten in Bergen, Steppe und Wüste. Vielleicht gibt es Geparden in der Savanne oder Pumas im Yellowstonepark, vielleicht auch Luchse in Norwegen oder Löwen am Sambesi. Wer weiß?

Dazu noch ein paar gute Vorsätze, das neue Jahr kann durchstarten:

  • mehr Zeit zum lesen und schreiben nehmen
  • weniger Zeit verplempern mit ziellosem Rumsurfen und Daddelspielchen (gibt nur Rückenschmerzen)
  • mehr Achtsamkeit
  • mehr „self care“
  • weniger schlechtes Gewissen und Schuldgefühle
  • und wie immer, weil das ja im Grunde fast jede/r will: endlich mal das Zielgewicht erreichen 🙂

 

 

Jahresrückblick

2017 ist so gut wie durch, 2018 kratzt schon ungeduldig an der Tür – Zeit für einen kleinen Rückblick. Es ist einiges passiert in 2017, Schönes und weniger Schönes, vieles vom Schönen hat mit Musik oder Schreiben zu tun. Ich habe viel gelesen, weniger geschrieben, als ich wollte, dafür mehr überarbeitet, als geplant war und statt einem sogar zwei Bücher veröffentlicht. Ich habe viel gelernt in diesem vergangenen Jahr – über das Schreiben, über mich, über das Leben an sich, über jede Art von Ausmisten, über Beziehungen, über Dinge und Menschen, die mir guttun (oder eben nicht) und über Enden und Anfänge. Ich habe eine alte Schulfreundin wiedergefunden (vielmehr hat sie mich wiedergefunden), und ich bin immer noch völlig baff, dass die Frau, mit der zusammen ich die ersten zögerlichen Schritte Richtung „kreatives Schreiben“ unternommen habe, inzwischen eine erfolgreiche Selfpublisherin ist, die mich über meine „Flammende Rose“ aufgestöbert hat. Menschen fragen mich, was an mir auf einmal so anders ist. Und ich antworte: ich. Ich bin anders geworden. Ein Jahr älter, ein paar Kilo leichter, aber mein Selbstbewusstsein, das hat zugenommen. Dank einiger wirklich treuer und guter Freunde, dank meiner Familie und meiner tollen Kolleginnen und Kollegen. Ich bin achtsamer geworden – nicht nur meinen Mitmenschen und meiner Umwelt gegenüber, sondern auch gegenüber mir selbst. Der Weg dahin war nicht immer einfach. Aber wann ist zu lernen und sich zu entwickeln schon einfach?
Ich wünsche mir das für 2018 – weiter zu lernen, mich weiter zu entwickeln und weiter daran zu arbeiten, keine Angst mehr vor Neuem zu haben. Denn jedem Anfang, das wusste schon Hermann Hesse, wohnt ein Zauber inne.

Noch ein paar Details?

Veröffentlichungen. 2018 haben zwei meiner Herzensprojekte ihren Weg gemacht und sind in zwei wunderbaren Kleinverlagen mit wunderbaren VerlegerInnen erschienen, mit denen die Zusammenarbeit ebenso harmonisch wie lehrreiche für mich war. Roms Katzen erschien im Verlag ohneohren, und Das Geheimnis der Flammenden Rose im Traumtänzer-Verlag.

 

Schreiben: Geschrieben habe ich nicht so viel, wie ich wollte, denn es kam einiges an Überarbeitungsarbeit, mit der ich so nicht gerechnet hatte. Das Lektorat für „Roms Katzen“ war ein Spaziergang, das für die „Flammende Rose“ ein Triathlon unter erschwerten Bedingungen: Laufen in der Wüste, Radfahren durchweg bergauf und Schwimmen im Wildwasser. Heraus kam ein wirklich brauchbarer Roman, und ich fühlte mich kurzzeitig wie die Iron Woman des Überarbeitens. Ohne Hilfe wäre ich wohl nicht weit gekommen, noch mal ein dickes Danke hier an Tanja, die mich immer wieder aus dem Jammersumpf gezogen hat.
Von einem Projekt bzw. einer Welt habe ich mich bis auf weiteres verabschiedet: von den Nithyara. Vielleicht wird es irgendwann noch einmal Nithyarageschichten geben, aber nicht zeitnah, denn in den angefangenen Nithyara-Manuskripten muss erst einmal Rasen gemäht und Unkraut gejätet werden.
Natürlich gab es auch in diesem letzten Jahr wieder einen NaNoWriMo, dessen Ergebnis es wahrscheinlich Ende dieses Jahres zwischen Buchdeckeln geben wird – mal wieder „was mit Katzen“.

Lesen. Leider viel zu wenig, oft habe ich mir einfach nicht die Zeit zum lesen genommen und stattdessen andere Dinge getan, über die ich mich im Nachhinein geärgert habe, weil mir ein Buch viel mehr gegeben hätte als stumpfes Bubbleshooter-Daddeln vor dem Computer. Der Stapel ungelesener Bücher ist kleiner geworden, abgearbeitet ist er aber noch lange nicht – wie auch, es kommen ja ständig neue Bücher dazu (sehr zum Leidwesen meines Mannes und der überquellenden Bücherregale…)! Zu den meisten Büchern findet ihr hier auf dem Blog unter Rezensionen auch kurze Kommentare, darum hier nur eine Liste meines letztjährigen Lesefutters (wild gemischt in Lesereihenfolge):

 

  • Lonna Haden: „Der Krähenwolf“
  • ETA Hoffmann: „Nussknacker und Mausekönig“
  • Katharina Seck: „Die silberne Königin“
  • Helen B. Kraft: „Der Duft des Sturms“ (Erbe der Sieben Wüsten 3)
  • Alana Falk: „Das Herz der Quelle“ (Sternensturm 1)
  • Leann Porter: „Die Fährte der Wandler“
  • Kai Meyer: „Die Krone der Sterne“
  • Markus Heitz: Wedora“
  • Jessica Hartmann: „Adam und Sal“
  • Tanja Rast: „Runenschicksal“
  • Helen B. Kraft: „Gefährliche Lügen“ (Erbe der Sieben Wüsten 4)
  • Tanja Rast: „Klosterschatz“
  • Ju Honisch: „Seelenspalter“
  • Andreas Wilhelm: „Projekt Babylon“
  • M. S. Kelts: „Allicanto – Goldvogel“
  • Tanja Rast: „Feuerzauber“
  • Tanja Rast: „Magiefunken 1“
  • Joy Smith Aiken: „Solos Reise“ (zum xten Mal… ich liebe es einfach
  • Otfried Preußler: „Krabat“ (wie jedes Jahr, das Adventszeitbuch)
  • Deborah Feldman: „Unorthodox“
  • Valerie Colberg: „Talvars Schuld“

Pläne für 2018? Aber hallo! Für dieses Jahr plane ich, mich endlich als Selfpublisher zu versuchen,  und  ich starte mit einem „oldie but goldie“. Zum Jahresende habe ich nämlich die Rechte an meinen gay romance/fantasy-Kurzroman „Im Fischernetz“ zurückbekommen und werde dieses alte Schätzchen auf Hochglanz poliert mit ein paar neuen Szenen, neuem Cover und komplett überarbeitet herausbringen, sobald ich mit der Poliererei fertig bin.  Unter dem Titel „Fisch im Netz“ wird das alte „Fischernetz“ Auftakt einer Reihe von gay fantasy-Kurzromanen werden, die alle eines gemeinsam haben: Sie spielen im oder am Meer oder das Meer spielt eine wichtige Rolle. Staffel 1 wird sich komplett um die Helden aus dem „Fischernetz“ drehen. Darum auch der Reihentitel „Meeresträume“.
Parallel arbeite ich an einer Reihe von noch zu schreibenden gay romance-Fantasy-Novellen unter dem Reihentitel „Liebesflammen“, die ebenfalls immer dann erscheinen werden, wenn ein Band fertig ist. Diverse Settings und Helden stehen bereit, die Plotbunnies wurden bereits im vergangenen Jahr eingefangen und harren nun ihrer Bearbeitung. Mit etwas Glück schlüpft der erste Band passend zu Ostern aus seinem Ei.
Natürlich wird es auch 2018 getreu dem Motto „Gay fantasy und irgendwas mit Katzen“ auch wieder irgendwas mit Katzen geben, allerspätestens im November, den vergangene NaNoWrimos haben mir gezeigt, dass NaNo und Katzen für mich einfach die perfekte Kombination sind.

Und natürlich will ich auch wieder lesen, lesen, lesen, so oft und so viel nur geht, denn schreiben lernt der Mensch nicht nur durchs immer wieder versuchen, immer wieder schreiben, sondern auch und vielleicht sogar in erster Linie durch das Lesen.

Also… da isser, der SuB, wilder Mix aus allem Möglichen, mit Tee und Lesezeichen:

Walter Moers: Die Stadt der träumenden Bücher
Paulo Coelho: Veronika beschließt zu sterben
Paul Gallico: Jennie, meine Freundin
Jonas Jonasson: Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand
Helen B. Kraft: Geheimnisse der Macht (Erbe der Sieben Wüsten V)
Jörg Magenau: Schmidt-Lenz
Ken Follett: Kinder der Freiheit  (*hader*… so ein dicker Wälzer…)
Cormac McCarthy: All die schönen Pferde
Peter Ustinov: Die Gabe des Lachens
Harold G. Moore und Joe Galloway: We were soldiers once… and young (der Tatsachenbericht, auf dem der Film „Wir waren Helden“ basiert)
Guy Gavriel Kay: The Summer Tree
Neill Gaiman: Niemalsland
Dazu noch vier EBooks: Lily Oliver: Träume, die ich uns stehle; Tanja Rast: Ein Ritter für Beriz und Katharina Seck: Die Stille zwischen Himmel und Meer (aka „Edda“) und Tochter des dunklen Waldes.

Kater. Kater? Natürlich. Kein Neujahr ohne Kater (und ja, ich meine den mit dem Fell, wenn auch der Silvesterkater noch leise miauend seine Pfotenabdrücke hinten in meinem Schädel hinterlässt). Auch Kater wird dieses Jahr hin und wieder zu Wort kommen, klein, stark, schwarz, und wie immer ein bisschen weise, ein bisschen philosophisch und mit all seiner den Katzen eigenen schnurrigen Ruhe und Achtsamkeit. Vielleicht besucht ihr den Kater und mich ja hin und wieder. Wir wünschen euch ein erfolgreiches, gesundes neues Jahr. Mögen euch nie die Ideen ausgehen und nie der neugierige Blick über den Tellerrand.

 

Eure AutorinMitKatze
Tina

Und aus!

Und aus! Ende! Fertig! Das war er, der November, und das war er, der NaNoWriMo.

Noch nie war ich nach einem NaNo so glücklich, denn diesen habe ich gleich in dreifacher Hinsicht gewonnen: ich war den ganzen Monat durchweg in den grünen Zahlen, habe schon vor dem 30.11. die magischen 50.000 überschritten und dann auch noch in einem kleinen euphorischen Höhenflug die Geschichte beendet. Das war nicht mein erster gewonnener NaNo, aber der erste, der tatsächlich mit dem schönen Wörtchen „Ende“ unter dem Manuskript ausklingt. Und es wird wieder ein NaNo-Roman sein, der es irgendwann im kommenden Jahr mit sehr großer Wahrscheinlichkeit zwischen Buchdeckel schafft, denn er wurde für ein ultrageheimes Geheimprojekt eines gewissen machandeligen Kleinverlags geschrieben, und so wie’s aussieht, soll dieses ultrageheime Geheimprojekt dann auch im kommenden Jahr starten. Winterkater Ymir und seine abenteuerlustigen Katzenkollegen haben sich auf jeden Fall schon bei einigen SchnipselleserInnen in die Herzen geschnurrt, was mich natürlich sehr freut.

Dazu hat mich mein Winterkater einiges über den NaNo und das Schreiben an sich gelehrt. Vieles davon ist vielleicht ein alter Hut, aber für mich waren es einige Lichter, die mir während der Arbeit an diesem schnurrigen Roman aufgegangen sind:

 

  • ja, ich will auf jeden Fall wieder einen NaNo schreiben
  • Ja, ich werde auf jeden Fall wieder vorher ausgiebig plotten, denn nichts ist nerviger, als aus dem „flow“ gerissen zu werden, nur weil ein Plotloch droht
  • Katzen und NaNo, das funktioniert wunderbar (ebenso Gay Romance und NaNo, aber das dann eben … nächstes Jahr)
  • Flow macht geradezu abartig kreativ – ich musste mich beim Schreiben diverser Plotbunniers durchs Notieren erwehren und weiß jetzt schon, was ich im kommenden Jahr alles schreiben will (und auch, was nicht)
  • NaNoWriMo funktioniert für mich nur mit klaren, einfachen, geradlinigen Plots, die sich nach guter Planung einfach „herunterschreiben“ lassen
  • Wortzahlendruck funktioniert für mich ausschließlich im November und nicht das ganze Jahr hindurch
  • Schreiben muss mir Spaß machen, sonst wird das Ergebnis langweilig und zäh
  • wenn es hakt und die Lust am schreiben schwindet, liegt es meistens an einem Plotproblem, auch wenn ich es gar nicht bewusst wahrnehme
  • mit Testlesern reden hilft

Und nun weiter im text, ran an die Überarbeitung und auf zu neuen Ufern. Die Plotmottenkiste ist gut gefüllt mit neuen Ideen für Katzengeschichten, gay romantic fantasy und mystische urban fantasy-Projekte. 2018 kann kommen, ich bin dann mal vorbereitet.

Yep, November is coming

Oder auch: Achtung, Ausnahmezustand! Wie in jedem Jahr seit 2007 wird auch in diesem November wieder fleißig geschrieben. 50.000 Wörter in 30 Tagen an einem Projekt, ein Roman in einem Monat oder auch kurz NaNoWriMo – heute um Mitternacht startet der national Novel Writing Month, und ich freu mich schon wie bekloppt auf 30 Tage schreiben, kämpfen, gegenseitiges Motivieren im Tintenzirkel-Fantasyautorenforum. Der Tintenzirkel lässt nichts aus, seine Schreiberlinge bei der Stange zu halten. Es gibt das beliebte Coverwichteln, bei dem ich von der wunderbaren Gwee dieses unheimlich tolle Bild bekam, es gibt das berühmte „Überlebenspaket“, den Soundtracktausch und jede Menge Teams und Teambattles, Zweikämpfe und Einzelkämpfe.
Aber vor allen Dingen gibt es ganz viele tolle Romanideen.

Bei mir wird es in diesem Jahr mal wieder um Katzen gehen. Nicht ganz so episch wie vor fünf Jahren, als im NaNoWriMo die Rohfassung für „Roms Katzen“ entstand. „Winterkater“ ist eine Mischung aus Legende und Märchen, angesiedelt in einer archaischen Welt, die durchaus ein urtümliches Norwegen sein könnte. Naturgeister beherrschen das Land, mächtige Schamanen sprechen mit ihnen und suchen ihren Rat, Tiere und Natur sind beseelt und voll von ihrer ganz eigenen Magie. Den Wechsel der Jahreszeiten bestimmen Ymir, der Winterkater, Asmo, der Frühlingskater, Siw, die Sommerkatze, und Gefion, die Herbstkatze. Doch was geschieht, wenn der Winterkater ebenso wie alles Leben in der Welt sehnsüchtig auf den Frühlingskater wartet, dieser aber nicht kommen will?

Als Naturgeist darf Ymir nicht selbst eingreifen – wohl aber der zottelige schwarze Katerbarde Vidar und seine pelzigen Freunde – Smilla, die sanfte, humorvolle Heilerin mit der Sehergabe und diesem ganz gewissen Gespür für Schnee, der draufgängerische rote Kämpfer Veli, der besonnene graue Tiger Jari und die kleine, schnelle Jägerin Tuula. Gemeinsam machen die Katzen sich auf den abenteuerlichen Weg in die Welt der Geister, um den Frühling zu finden, und finden dabei heraus, dass es Momente im Leben gibt, in denen die alte Weisheit tatsächlich zutrifft: Der Feind meines Feindes ist mein Verbündeter. 

Wenn ihr mir auf meinem eigenen Weg in die Geisterwelt folgen und Vidars Bardenstimme lauschen wollt, dann kommt gern mit. Ich werde in den kommenden Wochen immer mal wieder kleine Textschnipsel auf Facebook verbreiten und mich hier im Blog alle paar Tage über meine Schreibfortschritte auslassen.

Und ihr? Wagt auch ihr euch in das Abenteuer NaNoWriMo? Und wenn ja: was schreibt ihr?

Neue Veröffentlichung: Das Geheimnis der Flammenden Rose

Nach einer langen und sehr ausgiebigen Überarbeitungsphase ist es endlich seit einer Woche zu haben: „Das Geheimnis der Flammenden Rose“, aktuell noch ausschließlich als EBook, aber die Printausgabe wird nicht mehr lange auf sich warten lassen.

Zum Inhalt: Das Bordell „Flammende Rose“ macht weit über Padanas Grenzen hinaus von sich Reden und lockt damit auch den reisenden Halbelfen Ilaro über seine Schwelle. Ilaro verfällt dem Zauber des exotischen Tänzers Nadim, doch nach einer anregenden Nacht mit dem Liebesdiener steht seine Welt Kopf. In erregenden und gleichzeitig verwirrenden Träumen ruft ihn ein zauberhaftes Wesen, das direkt der Phantasie entsprungen zu sein scheint. Nicht das einzige Geheimnis der „Flammenden Rose“, denn da gibt es noch die rote Tür, die niemand durchschreiten darf. Von Sehnsucht getrieben versucht Ilaro, alle Rätsel zu lösen und den wundervollen Mann seiner Träume aufzuspüren – nicht ahnend, auf welches Spiel er sich einlässt …

Ich möchte euch heute hier die Geschichte dieses Buches erzählen, die im Jahr 2011 mit einer ersten Fassung begann. Die lag dann einige Zeit in der Ecke, wurde wieder vorgekramt und für gar nicht mal so gut erachtet wieder weggepackt. Dann kam der November 2013 und damit der NaNoWriMo, und ich packte den Stoff noch mal an, um ihn komplett neu aufzurollen. Geblieben sind die Figuren und das Setting, allerdings nahm die Geschichte einen ganz anderen Lauf als zuvor.

Nach dem NaNo kam, was immer kommt: das Fertigschreiben eines im November nur zu zwei Dritteln beendeten Romans, mit langen Pausen dazwischen (real life interferes…) und dem dadurch notwendigen immer-wieder-von-vorn-lesen. Da ich dazu oft keine Lust hatte war ich dabei dementsprechend schlampig, was zu einigen nicht so ganz logischen Abläufen innerhalb der Handlung führte. Unbemerkt führten diese ein beschauliches Leben in dem in der Schublade mit der Aufschrift „beendet“ gelandeten Manuskript, und ich begab mich langsam und gemütlich auf Verlagssuche, zog auch Selfpublishing in Erwägung.

Als ein kleines Wunder geschah und Lysander Schretzlmeier mit seinem Traumtänzer-Verlag das geradezu perfekte Zuhause für einen fantastischen Gay Romance-Roman eröffnete, zögerte ich nicht lange und bewarf das neugegründete Verlagshaus mit einer Bewerbung samt Leseprobe. Als die tatsächlich auf Anerkennung stieß und das gesamte Manuskript angefordert wurde, war es Zeit für den ersten freudigen Indianertanz im Wohnzimmer.

Es kam dann, was kommen musste: das Lektorat, und die Indianertanzstimmung wandelte sich in leise Panik. Gedanklich rannte ich mit den Armen fuchtelnd im Kreis, während meine Gedanken in Endlosschleife den Satz „Ohgottogott, wie soll ich denn das alles wieder entknoten?“ formten. Ich hatte mich an einigen Stellen nämlich hoffnungslos verrannt, und jetzt hatte ich die ehrenvolle Aufgabe, all diese Logiklöcher und Plotlücken so zu stopfen, dass am Ende meine Geschichte immer noch meine Geschichte war, aber dennoch etwas dabei herauskam, was für die Leser spannend und nachvollziehbar war. Nach Möglichkeit sollten sie bitte auch noch die Hauptfiguren mögen. So viele Wünsche auf einmal. Kurz, ich fühlte mich überfordert und kreischte um Hilfe. Erhört wurde mein Flehen von der wunderbaren Tanja Rast, mit der ich schon oft zusammengearbeitet hatte. Gemeinsam entknoteten wir die Plots, Tanja hörte sich geduldig meine Verzweiflungsjammereien (Ich geb auf! das wird nie was! Verdammte Axt! Wahhhh!) und Figurenprobleme (ich würde das ja so machen, aber Vennian hat mir gesagt, er findet das scheiße…) an, kümmerte sich um meine Kommasetzungsprobleme und machte mir das Endkorrektorat, und am Ende konnten wir gemeinsam auf das Manuskript gucken und feststellen, dass wir aus einem ollen Stein den Diamanten rausgeschliffen hatten. Als dann noch das wunderbare Cover von Yvonne Less dazukam, konnte ich mich vor Freude wieder nicht halten – die Indianertanzstimmung war zurück, und ich konnte den Veröffentlichungstermin gar nicht mehr abwarten.

Und jetzt ist es da! Dank euch hat es sich eine Woche lang auf Platz 1 in der Kategorie „Fantasy für Homosexuelle“ gehalten und in der ersten Woche schon viermal fünf Sterne abgeräumt. Dieses Buch macht mich sehr glücklich, und ich freue mich, wenn es auch euch Spaß macht und ein paar schöne Lesestunden beschert.

 

 

Liebesflammen oder „Tina goes SP“

Selfpublishing – (Alp)Traum meiner schlaflosen Nächte. ich schleiche um dieses Thema schon seit Monaten herum wie die sprichwörtliche Katze um den heißen Brei, habe gegrübelt, verworfen, wieder gegrübelt, mich in Panikattacken angesichts komplizierter Ausfüllvorgänge beim großen A und beim Gedanken an das leidige Thema „Ebook-Satz“ gewunden –  und jetzt endlich Pläne gefasst, bei denen mich meine Autorenfreundinnen Tanja Rast (die mich mit ihrer herrlichen Reihe „Der Magie verfallen“ überhaupt erst auf diese Wahnsinnsidee gebracht hat) und Sylvia Ludwig von Cover für Dich unterstützen werden. Ich freue mich jetzt schon auf die tollen Cover, die Sylvia zaubern wird.

Im Herbst wird ein gay fantasy-Roman aus meiner Feder im Traumtänzer-Verlag erscheinen, und im Kielwasser dieses Romans werde ich den Selfpublishing-Aufstand proben. Geplant ist eine Reihe von EBooks und Taschenbüchlein unter dem Reihentitel „Liebesflammen“ mit jeweils drei bis vier gay romance/gay fantasy-Novellen, die sich unter einem Thema zusammenfinden und alle irgendwo eine kleine Gemeinsamkeit aufweisen.

 Über den Fortschritt und die Arbeiten an diesem Projekt werde ich weiter berichten – immer, wenn ihr dieses brennende Herzchen seht, dann geht es um „Liebesflammen“. Grob über den Daumen gehe ich jetzt erst einmal vier dieser Novellenbände an und fange schon fleißig Plotkarnickel. Ich habe das Gefühl, alle bisher gefangenen Pltviecher waren hochtragend und haben umgehend geworfen. Anders kann ich mir nicht erklären, dass sich in meiner Ideenkladde bereits zehn Teaser für Kurzgeschichten angesammelt haben.