Erwählte des Zwielichts 49

Ary-Beitragsbild-Zwielicht (1)Den Rest der Nacht saßen sie am Feuer, redeten und schmiedeten Pläne. Als die ersten Sterne zu verblassen begannen, verschwanden alle nach und nach in ihren Zelten, jeder mit seinen eigenen Gedanken im Kopf und erwählten Gefährten an seiner Seite. Flammenstern blieb mit Cianthara am Feuer sitzen, bis der Morgen graute. Er musste grinsen, als er aus Feuerlanzes und Amons Zeit nach einer Weile sehr eindeutige Geräusche hörte. Nebelstreif schmiegte sich an ihn und sah zum Himmel. Flammenstern schlang einen Arm um sie, zog sie an sich und folgte ihrem Blick mit den Augen. Er öffnete seinen Geist, nahm alles auf – die Geräusche des erwachenden Waldes, den Wind, das leise Lachen der Götter. Als Feuerlanzes Lustschrei an seine Ohren drang, sah er den Stern aufflammen. Tyurans Stern. Er strahlte auf, und dann stürzte er zur Erde, ein heller Lichtstreif, der den dämmernden Himmel durchschnitt. Nebelstreif drückte Flammensterns Hand.

„Eine Sternschnuppe… hast du dir etwas gewünscht?“
„Das brauche ich nicht. Ich weiß, was das bedeutet.“ Er lächelte. „Bei den Nithyara von Damals bedeuteten fallende Sterne die Empfängnis eines Kindes. Feuerlanze wird das erste Nithyarakind der neuen Zeit zur Welt bringen. Und es wird Tyurans Seele in sich tragen, die von den Sternen zurückgekommen ist. Das haben uns die Götter versprochen.“
Nebelstreif hauchte ihm einen Kuss auf die Wange.
„Ich liebe es, dieses neue Leben. Ich liebe es schon jetzt, eine Nithyara zu sein. Und ich bin so froh, dass ich an deiner Seite dieses neue Leben beginnen darf!“
Flammenstern spürte die Woge von Wärme und Liebe, die zu ihm hinüberfloss, als sie sich ihm ganz öffnete. Doch er spürte auch einen leisen Hauch von Sorge, der in ihrer Liebe mitschwang. Und diese Sorge trug Amayas Wegsuchers Namen.
Er hielt sie ganz fest.
„Wir sind Nithyara“, flüsterte er, „wir sind eins und wir werden all diese Schwierigkeiten zusammen bewältigen. Wir gehen durch das Feuer unseres Lebens und werden in den Flammen stärker. Denn wir sind Nithyara.“

Ende des ersten Teils