Ein Schreib-Meme

Zum Klauen freigegeben. Selbst geklaut bei einer Freundin auf LiveJournal.com und ins Deutsche übersetzt. Fragen und Antworten:

1. Glaubst du, dass das Erfinden von Geschichten und Liedern oder Kunst in welcher Form auch immer eine Art Magie ist?
Ja, das denke ich schon. Etwas aus dem Nichts zu erschaffen, etwas zu erfinden, was vor mir noch keiner erfunden hat, eine Geschichte zu schreiben, wie sie so noch niemand vor mir erzählt hat – das ist für mich schon eine Art Magie.

2. Hast du/hattest du einen imaginären Freund/Freundin, und wenn ja, wie ist er/sie?
Imaginäre Freunde hatte ich nie. Aber ich habe als kleines Kind meinen Stofftieren Geschichten erzählt. Heute erzähle ich sie meinen Katzen.

3. Gibt es eine Geschichte, die dich so sehr beeinflusst hat, dass du sie in deine eigene Arbeit integriert hast?
Ganz definitiv. „Elfquest“ von Wendy und Richard Pini hat mich sehr nachhaltig beeinflusst. Ich liebe die Charaktere, die Stimmung, die diese Comics transportieren, die epische Art des Erzählens, die Emotionen. Vor allem die sprechenden Namen der Wolfsreiter haben mich vom ersten Moment an fasziniert.

4. Gibt es eine Art Markenzeichen, das du in jedem deiner Werke verwendest?
Sehr häufig gibt es in meinen Geschichten mindestens eine homosexuelle Figur.

5. Welche Art Charaktere und Welten wecken dein Interesse?
Ich finde alles spannend, solange es nachvollziehbar präsentiert wird. Welten müssen in sich stimmig sein. Charaktere müssen in ihrem Handeln nachvollziehbar sein. Sehr gern mag ich schillernde Figuren, die nicht schwarz und nicht weiß sind, nicht nur gut und nicht nur böse. Am allerliebsten ist mir der Typus des tragischen Bösewichts.

6. Wie organisierst du Ideen und Projekte?
In einem Wort: nicht. Ich bin entsetzlich chaotisch, trage die meisten Ideen nur in meinem Kopf spazieren und verliere in regelmäßigen Abständen einige davon. Notizen zu Projekten werden in Kladden gekritzelt, natürlich nicht nach Projekten sortiert, sondern wild durcheinander. Entsetzlich.

7. Was tust du, wenn der Selbstzweifel an die Tür klopft?
Abschalten. Das Schreiben eine Weile sein lassen und etwas vollkommen anderes tun. Oder nette Rezensionen und Mails lesen, die ich zu meinen Sachen bekommen habe.

8. Wo fühlst du dich zuhause?
Am allermeisten in meinem Zimmer. Oder in der freien Natur, an einem ruhigen Plätzchen. Am Meer. Hauptsache am Meer. Es muss in meiner Nähe sein, auch wenn ich es nicht sehe. Zu wissen, dass ich nur ein paar Kilometer fahren muss und es sehen, hören, riechen kann, ist mir genug. Ich würde mich niemals im Gebirge wohlfühlen. Ich brauche die Weite des Nordens um mich herum, sonst fühle ich mich eingesperrt.

9. Was hältst du von Fanart/Fanfiction/Filk?
Es kommt darauf an. Filk liebe ich sehr und bin im Fandom fest integriert, singe in einer Filkband und schreibe selbst Lieder. Bei Fanart kommt es drauf an – ich mag gute Zeichnungen, und wenn sie dann auch noch Charaktere darstellen, die ich mag, umso netter. Fanfiction… ich habe früher selbst gern und oft Fanfiction geschrieben, aber inzwischen schreibe ich sehr viel lieber meine eigenen Figuren, meine eigenen Geschichten und meine eigenen Welten. Ich bin darüber hinausgewachsen, dass ich mir die Figuren und Welten anderer Autoren ausleihen muss. Hin und wieder lese ich gute fanfictions allerdings noch recht gern, auch gern Slash, solange es nicht nur um „das eine“ geht und die Beziehung der Figuren zueinander begründet und nachvollziehbar ist. Was ich gar nicht mag, sind die gerade im Harry Potter-Fandom häufigen Schüler-Lehrer Paare oder Zwerg-Elf-Paare oder irgendwelche Kombinationen mit Hobbits bei Herr der Ringe-Fanfictions.

10. Kannst du einen Schreibtipp geben oder ein besonderes Schreibtool empfehlen?
Um Schreibblockaden vorzubeugen, höre ich beim schreiben immer an einer besonders spannenden Stelle auf. An einer, wo es ich so richtig in den Fingern juckt, weiterzumachen. Dann fällt mir der Wiedereinstieg nicht schwer, ich muss nicht lange grübeln und kann sofort wieder voll loslegen.