Sabrina Zelezný: Kondorkinder – Der Fluch des Spiegelbuches

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Ein weiterer Lesegenuss aus der Feder meiner Autorenkollegin Sabrina Zelezný: der zweite Teil der „Kondorkinder“.

Matteo wird bald sterben: Als er in der Bibliothek ein altes Buch an sich nahm, sprang ihn daraus ein Fluch an. Retten könnte ihn nur eine Reise nach Peru mit der Träumerin Malinka – zumindest behauptet das der geheimnisvolle Garcilaso. Zu Matteos Überraschung ist Malinka bereit, ihn zu begleiten. Denn auch ihr hat Garcilaso – im Traum – zu dieser Reise geraten, und sie ahnt, dass sie nur mit Matteo das wiederfinden kann, was sie einst in Peru verlor: Ihre Gabe des Geschichenerzählens. Schnell wird klar, dass das Buch aus der Bibliothek das legendäre Spiegelbuch ist, die Zuflucht der Verlorenen Geschichten.
Ein Wunderheiler unterzieht Matteo einem alten Ritual und erkennt, dass Malinka den Fluch nur lösen kann, wenn sie ihre Gabe zurückerhält. Dazu muss sie das Vertrauen einer ganz bestimmten Geschichte gewinnen – und begreifen, dass Geschichten wie Lebewesen sind.

So der Klappentext des zweiten „Kondorkinder“-Romans, der eine spannende Geschichte verspricht – und das zu Recht. Was wie ein Bericht über eine Reise kreuz und quer durch Peru beginnt, entwickelt sich zu einer aufregenden Suche für die beiden Protagonisten Matteo und Malinka, auf der beide nicht nur ihren Zielen, sondern auch einander immer näherkommen und am Ende sehr viel mehr finden als das, wonach sie gestrebt haben. Kondorkinder – der Fluch des Spiegelbuches erzählt die Geschichte zweier vollkommen unterschiedlicher Menschen, die mehr gemeinsam haben, als sie ahnen, es erzählt von vergessenen Legenden und verschütteten Gaben, von Vertrauen, von Intrigen und wundersamen Wendungen. Am Ende wünscht man sich, noch mehr Zeit an der Seite von Malinka und Matteo verbringen zu können, mit ihnen zu zittern, zu hoffen, zu weinen und zu lachen. Es ist ein Buch für Autoren, die aus leidvoller Erfahrung wissen, wie sich eine Schreibblockade anfühlt, für Träumer, die in die Welt ziehen wollen, für alle, die schon immer einmal wissen wollten, was eine Geschichte denn eigentlich ist: ein wildes Tier, das man nicht zähmen, aber dessen Vertrauen man gewinnen kann.
Wie schon im ersten Kondorkinder-Buch spürt man auch hier die Liebe der Autorin zu Peru, zu seinen Legenden, den großartigen Landschaften, den Menschen. Sabrina Zelezný malt ihr Peru mit Worten, die so bunt und schillernd sind wie Kolibrifedern, so lebendig wie Cumbia-Musik. Wer noch niemals in Peru war, verspürt nach dem Lesen den unbändigen Wunsch, all das mit eigenen Augen zu sehen, was „Kondorkinder – der Fluch des Spiegelbuches“ beschreibt.
Der Abschied fiel schwer – genau wie bei dem ersten Teil der „Kondorkinder“ (Die Suche nach den verlorenen Geschichten).

Beide Bücher können unabhängig voneinander gelesen werden, aber das ganze Bild wird erst sichtbar, wenn man beide Bücher liest.

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