Nachtjägerherz

Ary-MC-JaegerherzDie Novelle „Nachtjägerherz“ erschien im Februar 2013 als EBook und Print.

Klappentext: Die Dienste der Heilerin Zersa werden von ihrem Stamm geschätzt, sie selbst dagegen eher gefürchtet. Zersa ist eine Gestaltwandlerin.
Als das Dorf von grausamen Morden heimgesucht wird, verdächtigt man sie sofort. Zersa weiß, dass sie unschuldig ist. Aber wie soll sie das beweisen? Die Ältesten haben ihr nur fünf Tage Zeit gegeben, den Mörder zu finden.
Kann der Abenteurer Tiano ihr helfen?
Oder bedeutet er am Ende eine größere Gefahr für Zersa als das mordende Ungeheuer?

 

Verlag: Machandel-Verlag
ISBN-10: 3939727296

ISBN-13: 978-3939727293

ASIN: B00BST4PZ8

Sprache: Deutsch

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Lesermeinungen

 

Leseprobe:

Tiano arbeitete, bis es dunkel wurde. Seine Arbeit sah gut aus und es sorgte dafür, dass er sich ein wenig sicherer fühlte. Zufrieden wischte er sich den Schweiß von der Stirn und zog sich die Strickleiter herunter. Er hatte gerade einen Fuß auf die erste Sprosse gesetzt, als er das Schnaufen hinter sich hörte.

Er erstarrte einen Augenblick lang. Helle Panik packte ihn und er begann, wie von Furien gehetzt, zu klettern. Hinter ihm schnaubte es. Tiano roch den Gestank seines Verfolgers. Dann schlug eine Klauenpfote nach seinen Fuß und krallte sich durch den dünnen Stoff seiner Hose in sein Bein. Tiano schrie auf. Er klammerte sich an die Strickleiter, trat mit dem freien Fuß nach dem unten, traf, das Tier jaulte kurz. Dann grollte es und packte ihn fester. Zog. Tiano sog scharf die Luft ein, als seine Sehnen und Muskeln sich immer mehr spannten. Der Zug an seinem Knie war schmerzte entsetzlich. Tränen stiegen Tiano in die Augen, er fluchte und trat wie besessen nach unten. Etwas Warmes rann an seinem Bein hinab, da, wo die Klauen seine dünne Leinenhose durchbohrten. Eine zweite Klaue krallte nach ihm, sie krallte in seine Hüfte und rutschte ab.

Tiano schrie wieder. Schweiß machte seine Finger glitschig. Immer wieder griff er nach, klammerte sich an die Leiter, er fluchte und schrie, er trat – und verlor den Halt, rutschte an der Leiter ab und krachte mit dem Rücken voran auf den Boden. Vor seinen Augen tanzten grelle Lichtpunkte. Er spürte, wie die die Krallen seine Kleidung und seine Haut zerfetzten. Unter den blinden Augen der Kreatur gähnte ein zahngespikter Rachen. Tiano versuchte verzweifelt, sich loszureißen, aber die Zähne kamen immer näher. Das Ding war viel zu stark für ihn. Schon waren die faulenden, halb abgebrochenen Zähne so nahe, dass der Gestank ihn würgen ließ. Noch einmal bäumte er sich verzweifelt auf, schlug seine Fäuste in das drahtige Fell der Bestie, trat und wand sich. Dann schloss der Rachen sich über seiner Schulter. Aus den tanzenden Lichtern wurde vor seinen Augen von einem Moment zum anderen Dunkelheit. Das letzte, das er sah, war eine Bewegung zwischen den Blättern und etwas, das zwischen ihnen hervor schoss. Dass das Wesen aufheulte, ihn losließ und wegrannte, merkte er schon nicht mehr.