Nithyara

Die Nithyara – Lebende Klingen in Scheiden aus Samt

“Silberstern” gezeichnet von Eva Schlehahn (mit freundlicher Genehmigung, DANKE!)
 

Das Volk

Die Nithyara (sprich: “Ni-ti-AH-ra”) sind ein in “meiner Welt” sehr altes Volk. Während eines in grauer Vorzeit tobenden Krieges zwischen lichten und dunklen Völkern spaltete sich eine Gruppe von Dunkelelfen von ihresgleichen ab, da sie erkannt hatten, dass eine Herrschaft von nur Licht ebensowenig gut und der Entwicklung der Welt förderlich sein würde wie eine Herrschaft von ausschließlich Dunkelheit. Die Anführer dieser Gruppe, die Kriegsmagier Cianthara und Iluvaín, fielen einem Götterpaar auf und wurden von ihnen in ihr Reich geholt – ins Reich des Dunkelmondes und der Sternenherrin. Diese beiden Gottheiten, von den anderen alten Völkern längst vergessen, machten Cinathara und Iluvaín ein Angebot. Wenn sie und ihre Leute sich aus dem Krieg heraushalten und einer neuen Ordnung folgen würden, würden sie sie zu Stammeltern eines ganz neuen Volkes machen. Nach einer kurzen Bedenkzeit willigte das Dunkelelfenpaar ein. Sie wurden die ersten Nithyara. Als Zeichen, dass sie der Sternenherrin dienten, wurde ihr vormals schwarzes Haar silberweiß – seitdem wird jedes Nithyarakind mit rabenschwarzem Haar geboren, das Haar wird heller, je älter das Kind wird, erwachsene Nithyara haben weiße Haare. Ihre ehemals roten Augen wurden schwarz zum Zeichen, dass sie dem Herrn des dunklen Neumondes dienen. Nur, wenn ein Nithyara verärgert oder erregt ist, erscheint um die schwarze Iris herum ein feines rotes Glühen zur Erinnerung an ihr dunkelelfisches Erbe. Von den Göttern erhielten die ersten Nithyara die Gabe des Tair’nama, des Zeichenwebens. Mit Hilfe dieser Gabe zeichneten zuerst die Götter, später die Nithyara untereinander, Zeichen des Wissens und der Erfahrung auf die Haut des Partners, Schülers, des Geliebten. Das Zeichenweben schmerzt, als Erinnerung daran, dass der Bruch der Ur-Nithyara mit ihrem eigenen Volk eine tiefe Wunde hinterlassen hat. Das Zeichenweben fühlt sich aber auch gut an und versetzt sowohl den Gebenden als auch den Empfangenden in eine Art orgasmusähnlichen Rausch, in dem der Schmerz zu Erregung verblasst und zu purer Ekstase wird – als Zeichen dafür, dass aus jedem Schmerz etwas neues geboren wird. Die Nithyara haben ein sehr eigenes Verhältnis zu körperlichem und seelischem Schmerz – sie nehmen ihn als etwas, an dem ein Wesen wächst und reift. “Schmerz ist nur Schmerz”, sagen die Nithyara, “er hat nur die Macht über dich, die du ihm gewährst.”
Nithyara verbergen ihre Gesichter unter kunstvoll gearbeiteten Halbmasken. Ihrer Philosophie folgend darf nur der das Gesicht eines Nithyara sehen, der durch seine Hand stirbt – oder ein sehr enger, vertrauter Freund oder ein Familienmitglied ist.
Nithyara lieben ihre Kinder über alles. Kinder, sagen sie, sind das Geschenk der Götter. Sie glauben, dass die Seele eines verstorbenen Nithara als Stern am Nachthimmel erstrahlt. Empfängt eine Nithyarafrau ein Kind, fällt eine Sternschnuppe zur Erde. Nithyara glauben an Wiedergeburt der Seele, viele sehr alte Nithyara können sich tatsächlich an vergangene Leben erinnern. Verliert ein Nithyarakind seine Eltern, wird es vom gesamten Clan aufgezogen. Verliert ein Nithyara seinen Clan, kann er von einem anderen Clan als Mitglied aufgenommen werden, wenn er dem Anführer/der Anführerin Treue schwört und sich von ihm das Treuezeichen der Clanzugehörigkeit auf den Rücken zeichnen lässt. Mit dem Zeigen des Rückens beim Empfang des Clanzeichens demonstriert der Nithyara sein grenzenloses Vertrauen in den Clanführer.
Junge Nithyara leben nicht ihre gesamte Kindheit über bei ihren Eltern. Erscheinen auf ihren Köpfen die ersten weißen Haare, beginnen Ältere des Clans, sich für sie zu interessieren – jedes Nithyarakind wird im Pubertätsalter von einem Älteren, der nicht mit dem Kind blutsverwandt ist, in die Lehre genommen. Der Schüler verlasst sein Elternhaus, wenn ein Lehrer ihn angenommen hat, und lebt bis zum Erreichen des Erwachsenenalters bzw. der “Freistellung” vom Schülerstatus bei seinem Lehrer. Erst, wenn der Lehrer seinen Schüler vor dem gesamten Clan freigesprochen hat, gilt er als erwachsen.
Nithyara haben mehrere Namen, die allesamt sehr poetisch und “blumig” sind. Es sind beschreibende Namen, die nach Charaktereigenschaften, dem Aussehen oder bestimmten Fähigkeiten gegeben werden. Der erste Name ist der Seelenname, den ein Kind bei seiner Geburt bekommt und den nur die Eltern und das Kind selbst kennen. der zweite Name ist der Rufname, unter dem der Clan den Nithyara kennt. Der dritte Name oder Ehrenname ist ein Name, den sich jeder Nithyara verdienen kann – aufgrund besonderer Taten, körperlicher Besonderheiten oder auch besonderer Begebenheiten.

Vom Aussehen her gleichen Nithyara hellhäutigen und hellhaarigen, sehr zierlich gebauten Elfen. Ihre Ohren laufen spitz zu, ihre Augen sind mandelförmig, die Gesichter feingeschnitten mit hohen Wangenknochen und an den Schläfen leicht aufwärts strebenden Augenbrauen. Der Körperbau der Nithyara ist androgyn, bis auf das Haupthaar verfügen Nithyara über keinerlei Körperbehaarung.

Hier ein Text zur “Entstehung” der Nithyara. Dieser text war ursprünglich als Prolog zu Feuersänger geplant, flog aber zugunsten des jetzt im Buch stehenden Prologs raus. Alter Prolog: Von Cianthara und Iluvaín
 

Die Zeichen

Die Zeichen der Nithyara zeigen sich als silbrig schimmernde Linien auf der Haut. Sie stehen für alles, was der Träger gelernt und erfahren hat. Das erste Zeichen bekommt jedes neugeborene Kind von seiner Mutter in die Handinnenfläche gezeichnet. Es steht für seinen Seelennamen, der nur den Eltern und dem Kind selbst bekannt ist. Die ersten Erfahrungszeichen bekommt ein Kind von seinen Eltern. Das Weben dieser Zeichen hinterlässt ein angenehmes Kribbeln, höchstens ein ganz leichtes Brennen auf der Haut. Erst die Zeichen, die ein Schüler von seinem Lehrer bekommt, erzeugen Erregung und Schmerz – der Körper des Nithyara wird langsam erwachsen und reagiert nun anders auf das Zeichenweben. Nithyara, die Zeichen bekommen oder geben, stecken von Kopf bis Fuß voller Adrenalin, ein Rauschzustand, nach dem sie geradezu süchtig werden. Darum kann kein Nithyara lange allein überleben – er braucht andere in seiner Nähe, die seine Zeichen nachfahren oder ihm neue auf die Haut weben.
Die Zeichen sind stilisierte Nithyara-Schriftzeichen. Jeder Nityhara kann die die Geschichte und die gesammelten Erfahrungen eines anderen lesen. Viele Zeichen zu tragen bedeutet für einen Nithyara die höchste Ehre.

 

Klingen

Nithyara bezeichnen sich selbst als lebende Klingen. Sie sehen ihren Körper als Waffe, das Sternenfeuer, das sie rufen können, erfüllt sie ganz und gar. Der Schmerz, den sie beim Zeichenweben empfinden und jeder köeperliche oder seelische Schmerz, den sie erfahren, bezeichnen sie als ein Schmiedefeuer, das die Klinge in ihnen läutert und stärkt. Nithyara, die an einem Trauma zerbrochen sind, bezeichnen sich selbst als gebrochene Klingen. Sie suchen die Konfrontation mit dem Sternenfeuer, dem Schmerz und dem Zeichenweben, um sich selbst dadurch “neu zu schmieden”.

 

Nithyara-Persönlichkeiten

Feuersänger
(in Arbeit)

Schattentänzer
(in Arbeit)
Schattenschwert

Silbersang
(in Arbeit)

Sternenglanz
(in Arbeit)

Charakteristische Nithyara-Sprüche und Weisheiten

Die Göttin – sternengekrönte Herrin. Sie ist die Hüterin des Tores zu den Sternen, sanftes Licht, das durch Nachtdunkel und Schmerzen schimmert. Ihre hand ist ausgestreckt. Sie wartet auf dich.

Der Gott – Nachtschatten, Dunkler, Versuchung, Schattenbruder der Sternengekrönten. Er ruft, und wenn er ruft, öffnet sie die Tür. Nur wenige können widerstehen. Die, die es vermögen, reichen dem Nachtschatten die hand zum ewigen Spiel von Läuterung und Schmiedefeuer.

Eine KLinge vergisst niemals den Stahl, aus dem sie geschmiedet wurde.

Schmerz und Lust sind das Feuer, das die Klinge läutert.

Lernen ist, wie durch eine Tür zu gehen. Die Wege der Nithyara zu lernen bedeutet, die Tür zu durchschreiten und sie hinter sich abzuschließen… und den Schlüssel wegzuwerfen.

Nithyara – scharfe Klingen in Scheiden aus Seide und Samt.

Eine Klinge wird im Feuer geschmiedet. Sie wird glühen, sie wird sich verbiegen, aber sie wird nicht brechen. Schmerz ist nur Schmerz. Er hat nur die Macht über dich, die du ihm gewährst. Gehe hindurch, lass Stärke aus deiner Schwachheit werden, Mut aus deiner Angst.

Die Sterne scheinen immer, auch wenn sie von Wolken verhangen sind.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>