Deborah Feldman: Unorthodox

Vorweg: dies ist keine Rezension. Ich wüsste gar nicht, wie ich ein Buch wie „Unorthodox“ überhaupt rezensieren sollte. Kann ich als Leserin das Leben der Autorin, das sie in ihrem Buch so schonungslos ehrlich, unaufgeregt sachlich und in einer Weise, dass das Weiterlesen manchmal schmerzt, rezensieren? Ich denke nicht. Trotzdem möchte ich einige meiner Gedanken zu diesem Buch teilen, das mich schon nach wenigen Seiten unglaublich beeindruckt hat.

In „Unorthodox“ beschreibt Deborah Feldman ihre Kindheit, Jugend und ihr Leben als junge Erwachsene als Satmarer Chassidin in Williamsburg, New York. Im engen Korsett religiöser Regeln, denen sich chassidische Juden unterwerfen, sehnt sich Deborah Feldman nach Freiheit, nicht nur im Sinne von Freiheit, hinzugehen, wohin man will und zu tun und zu lassen, was man selbst für gut und richtig hält, sondern vor allem auch nach einer Freiheit des Geistes. So schleicht sie sich schon als kleine Kind in die Bibliothek und schmuggelt nicht-koschere, also unerlaubte, unzensierte weltliche Literatur in ihr Zimmer, liest heimlich und verbirgt die Bücher unter ihrer Matratze. Sie stellt als Mädchen nicht die Religion an sich infrage, sucht aber immer wieder Fluchtwege aus den strengen Regeln der Satmarer Chassiden. In der Schule lebt sie für den Englischunterricht und wird nach ihrem Schulabschluss Lehrerin für Englisch in den Unterstufenklassen. Mit Siebzehn wird sie nach einem aufwändigen, von Ehevermittlerin und Familien arrangierten mehrstufigen Kennenlernen mit einem jungen Mann verheiratet und muss sich nun den Regeln der verheirateten Frauen ihrer Gemeinde unterwerfen. Weder sie noch ihr Mann sind sexuell aufgeklärt, dennoch wird von ihnen erwartet, dass sie in der Hochzeitsnacht die Ehe vollziehen. ZU beschreiben, was das für die junge Deborah nach sich zieht an Qual, Peinlichkeiten, Arztbesuchen und Therapien, möchte ich hier gar nicht wiedergeben, ich denke, jede/r, der/die davon liest, wird sich eigene Gedanken dazu machen können.

Trotz aller Widrigkeiten – Deborah wird schwanger, bringt einen gesunden Sohn zur Welt, sieht sich nun nicht mehr nur in der Rolle einer chassidischen Ehefrau, sondern einer chassidischen Mutter eines Sohnes, der nach chaissidischem Glauben aufgezogen werden und aufwachsen soll. Immer mehr sieht Deborah Feldman sich als Gefangene ihrer Welt, und immer wieder bricht sie ein Stückchen mehr aus. Heimlich schreibt sie sich Sarah Lawrence College ein und studiert Literatur. Anonym beginnt sie, über ihr Leben zu bloggen, schreibt offen über ihre Probleme mit Sex und stößt auf große Resonanz, sowohl von außerhalb als auch von innerhalb ihrer Gemeinde. Schließlich gelingt ihr der Ausbruch – sie lässt sich von ihrem Mann scheiden und zieht schließlich mit ihrem Sohn nach Berlin, wo sie als freie Schriftstellerin lebt und arbeitet. Zu ihrer Gemeinde in Williamsburg und zu ihrer Familie hat sie keinen Kontakt mehr – sie gilt dort als Verräterin.
„Ich bin machthungrig“, schreibt sie in „Unorthodox“, „aber nicht, um über andere zu herrschen; nur, um mir selbst zu gehören.“ An anderer Stelle, als sie über eine Verwandte schreibt, die große Eigeninitiative zeigte, als ihre Tochter an Diphtherie erkrankte und zu sterben drohte: „Ich möchte auch eine solche Frau sein, die sich ihr eigenes Wunder erkämpft, anstatt auf Gott zu warten, damit er es vollbringe.“

Offizielle Webseite von Deborah Feldman. Unter „Meinung“ finden sich Artikel und Interviews.

Valerie Colberg: Talvars Schuld

Der Roman „Talvars Schuld“ von Valerie Colberg entzieht sich jeder Genre-Einordnung, und gerade das macht ihn so faszinierend. Er ist spannend wie ein Krimi, intensiv wie ein Entwicklungsroman, wirkt wie ein historischer Roman und spielt doch in einer vollkommen eigenen, akribisch durchdachten und perfekt gebauten Welt. Wer sich an das antike Rom mit seinem Senat, seiner Rednertribüne auf dem Forum Romanum und die ausgefeilten Rhetorikkämpfe, die dort stattfanden, erinnert fühlt, liegt nicht falsch, denn Valerie Colbergs „Kessel“ ist an eben diesen historischen Schauplatz angelehnt.
In die Stadt Kessel mit all ihren Intrigen, politischen Ränkespielen und Prozessen, die über Aufstieg oder Niedergang entscheiden, landet der junge Kadevis bei seinem Mentor Malkar, um von ihm zu lernen und in die politische Gesellschaft eingeführt zu werden. Doch Kadevis ist nicht nur an seiner Ausbildung interessiert – vor vielen Jahren fand in Kessel ein Prozess gegen den einflussreichen Talvar statt, der angeblich Kadevis‘ Eltern während eines Feldzugs gegen die Inselreiche ermordet und wertvolle Kriegsbeute unterschlagen haben soll. Als Kadevis merkt, dass Malkar nach ganz eigenen Regeln spielt, während er ihn bei der Suche nach Beweisen für Talvars Schuld unterstützt, ist es um die naive Unschuld des jungen angehenden Politikers schon beinahe geschehen. Und dann ist da noch Lerina, Talvars hübsche und ausgesprochen kluge Tochter, die Kadevis sein Herz stiehlt …

„Talvars Schuld“ beschreibt nicht nur die Suche eines jungen Mannes nach Informationen über den Tod seiner Eltern. Vor allem beschreibt er die Entwicklung eines jungen, naiven Menschen, der unter den Fittichen eines skrupellosen Mentors, der mit Menschen wie mit Karten spielt und ein Meister der Intrigen und Ränke des Adels und der Politiker von Kessel ist, seine Unschuld zu verlieren droht. Der Leser erlebt, wie Kadevis immer mehr zu denken lernt wie sein Meister und sich dabei immer mehr von sich selbst entfremdet, bis er schließlich seine eigene Stärke findet und lernt, seinem Herzen zu folgen.
Valerie Colberg schreibt mitreißend, spickt ihre Geschichte mit spritzigen Dialogen und Wortgefechten, zeigt beeindruckend Kadevis‘ Entwicklung. Nur einen einzigen Nachteil hat dieses Buch – es ist viel zu schnell zu Ende gelesen, und ich als Leser würde gern mehr über Kessel und seine durchtriebenen Politiker erfahren. Vielleicht gelingt es Valerie Colberg, weitere Kessel-Romane an den Verlag zu bringen. Ich würde es ihr (und mir) sehr wünschen.

Dahlia von Dohlenburg: Meermänner küsst Mann nicht

Als Dahlia im Tintenzirkel-Fantasyautorenforum ihre gay romance-Märchenadaption „Meermänner küsst Mann nicht“ vorstellte, war sofort klar: dieses Buch muss ich haben. Die Vorlage, Andersens „Kleine Meerjungfrau“ hat mich schon zu meiner Kinderzeit in ihren Bann geschlagen. Ich schaute die tschechische Filmversion jedes Mal, wenn sie mir im Fernsehen über den Weg lief, ich besaß das Märchen als Hörspiel und natürlich in Buchform, ich liebe die Disney-Version ebenso wie das Original (weil ich Andersen trotz allem „es passt und so traurig ist es letztendlich ja irgendwie doch nicht“ sein eher tragisches Märchenende nie so richtig verziehen habe).
Und ich bin absolut verliebt in Dahlias schnuckeligen Meermann Iain, der wie die kleine Meerjungfrau im Märchen mit seiner Stimme einen finsteren Zauberer bezahlt, um an Land gehen, ein Mensch werden und das Herz des angebeteten Königs Flint gewinnen zu können. Sehnsüchtig wartet Iain auf den Kuss der wahren Liebe von Flints Lippen – doch der junge König hat ganz andere Pläne.
Aber da ist noch jemand, der Iain schon seit Jahren heimlich liebt: Prinz Lennard, des Königs Bruder, dem einst Iain den Schmuck seiner Mutter ans Ufer brachte – in der irrigen Meinung, Lennard sei sein Bruder Flint. Seit diesem Tag begehrt Iain den König – und Lennard ist bis über beide Ohren in Iain verliebt.
Bis Geheimnisse gelüftet und Meermänner endlich erlösend geküsst werden können, vergeht viel Zeit, in der man den armen leidenden Iain einfach nur in den Arm nehmen und knuddeln möchte.

Geschickt bringt Dahlia von Dohlenburg alle Elemente des Märchens in ihre Version der Geschichte ein: den Meerkönig, der in den Menschen nur Feinde sieht, den bösen Zauber, Iains Furcht, zu Meerschaum zu werden, sollte er nicht binnen vier Tagen den erlösenden Liebeskuss erhalten, und den Dolch, der das Leben des Königs beenden soll, damit Iain ins Meer zurückkehren kann.
Bei Dahlia wird im Gegensatz zur Vorlage am Ende alles gut – für alle, aber auf welchen verschlungenen Wegen, das soll hier nicht verraten werden. Das lest lieber selbst. Wenn ihr gay romance mögt und in die „Kleine Meerjngfreu“ genauso verliebt seid wie ich, dann werdet ihr dieses romantische, süße Märchen nicht mehr aus der Hand legen können und danach selbst über Meermänner schreiben wollen.
Ich fahre dann mal an die Küste und suche in den Wellen nach einem Gesicht mit grünen Augen und langem schwarzen Haar.

Tanja Rast: Magiefunken I (Der Magie verfallen V)

Wer kennt das nicht? Da hat man eine Reihe Romane mit sympathischen Helden geschrieben und kann sich irgendwie nicht wirklich von den Herrschaften lösen. Wenn dann auch noch Anfragen von LeserInnen kommen, die fragen, wie es denn mit diesem oder jenem Heldenpaar weitergeht, dann kommt man als AutorIn ja fast nicht darum herum, anzufangen, zu denken, herumzuspinnen und schließlich zu plotten. Genau das hat Tanja Rast gemacht und ihrer gay romance-Reihe „Der Magie verfallen“ einen Kurzgeschichtenband hinzugefügt, der die Heldenpaare noch einmal in den Fokus nimmt, nachdem sie ihre großen Abenteuer bravourös bestanden haben.

Und so begegnen wir Belac und Jiras aus Königsmacher wieder, die wir bei ihrem ersten Auftrag als Ritter der neu gekrönten Königin begleiten und wieder einmal Zeugen sein dürfen, wie sich Jiras gekonnt in Frauenkleidern bewegt. Es gibt ein Wiedersehen mit Terez und Noriv aus Elfenstein in einer abenteuerlichen Geschichte um Terez‘ nicht ganz so einfache Schritte in die Gesellschaft der Elfen. Livan und Torik aus Klosterschatz haben die Wirren des Krieges hinter sich gelassen – denken sie zumindest, haben dabei aber nicht mit der genialen Fiesigkeit ihrer Autorin gerechnet, die die beiden immer noch entsetzlich verliebten Helden zusammen mit Nonne Pelev in eine garstige Verschwörung stolpern lässt. Und nicht zuletzt treffen wir Griv und Talon aus Feuerzauber wieder, und wieder (das darf ja wohl nicht wahr sein!) hat Talon vor Griv ein Geheimnis – was dieser so gar nicht verknusen kann.

In ihrer unnachahmlichen Art lässt Tanja Rast ihre LeserInnen noch einmal mit den liebgewonnenen Helden bangen und hoffen – und nicht nur einmal auch herzlich lachen. „Magiefunken“ ist ein gelungenes Bonbon zur ersten Staffel von „Der Magie verfallen“, und ich verrate sicherlich nicht zu viel, wenn ich sage, dass wir uns auf noch viel mehr spannende gay romance-Abenteuer aus ihrer Feder freuen dürfen.
Wer die Romane mochte, wird auch an den Kurzgeschichten zur Reihe Spaß haben.

Ju Honisch: Seelenspalter

Spannend von der ersten bis zur letzten Seite: Ju Honischs Roman „Seelenspalter“, dessen weiterer Titel „Geheimnisse der Klingenwelt“ eine Reihe verspricht – was mich hochgradig freut, denn „Seelenspalter“ ist ein echtes Juwel.

Das Mädchen Maleni landet bei den Schemenjägern der Xyi, einem geheimnisumwobenen Assassinenorden, nachdem sie mit ansehen musste, wie marodierende Soldaten ihr Haus plünderten und ihre Familie grausam ermordeten. Aufgegabelt von der Schemenjägerin Niccela wird Maleni von Schemenjäger zu Schemenjäger weitergereicht, bis sie schließlich ihre Ausbildung im „Berg“ beginnt – einem Ort, der ebenso sagenumwoben ist wie die mysteriösen Xyi selbst.
Ihre Seele wird geteilt in Maleni, die unscheinbare Magd, und Taryah, die verführerische Tänzerin, die mit Gift auf den Lippen tötet.

Als Maleni nach einem von Taryahs Aufträgen eine Entscheidung trifft, die sie den Anschluss an ihre Karawane verpassen lässt, sieht sie sich Schwierigkeiten gegenüber. Sie muss fliehen, wird verfolgt, angegriffen – und auf mysteriöse Weise gerettet. Sie findet sich in der Gesellschaft zweier Wanderschmiede wieder, mit denen sie seit ihrer Rettung ein gemeinsames Schicksal verbindet – bis zu dem Punkt, an dem Maleni sich entscheiden muss, und ihr größter Feind plötzlich sie selbst ist: der Taryah-Anteil in ihr.

Ju Honisch erzählt Malenis Geschichte mit dem ihr eigenen feinen Humor, den ich schon bei ihren anderen Romanen so sehr mochte. Intensiv beschreibt sie Malenis Zwiespalt und ihre wachsende Beziehung zu den beiden Schmieden, die so viel mehr sind als nur einfache Handwerker.

Bis zum Ende spannend, ein Buch, das ich nur schwer aus der Hand legen konnte. Ich freue mich schon auf weitere Romane aus Ju Honischs Feder, die in der Welt von „Seelenspalter“ spielen.

Und aus!

Und aus! Ende! Fertig! Das war er, der November, und das war er, der NaNoWriMo.

Noch nie war ich nach einem NaNo so glücklich, denn diesen habe ich gleich in dreifacher Hinsicht gewonnen: ich war den ganzen Monat durchweg in den grünen Zahlen, habe schon vor dem 30.11. die magischen 50.000 überschritten und dann auch noch in einem kleinen euphorischen Höhenflug die Geschichte beendet. Das war nicht mein erster gewonnener NaNo, aber der erste, der tatsächlich mit dem schönen Wörtchen „Ende“ unter dem Manuskript ausklingt. Und es wird wieder ein NaNo-Roman sein, der es irgendwann im kommenden Jahr mit sehr großer Wahrscheinlichkeit zwischen Buchdeckel schafft, denn er wurde für ein ultrageheimes Geheimprojekt eines gewissen machandeligen Kleinverlags geschrieben, und so wie’s aussieht, soll dieses ultrageheime Geheimprojekt dann auch im kommenden Jahr starten. Winterkater Ymir und seine abenteuerlustigen Katzenkollegen haben sich auf jeden Fall schon bei einigen SchnipselleserInnen in die Herzen geschnurrt, was mich natürlich sehr freut.

Dazu hat mich mein Winterkater einiges über den NaNo und das Schreiben an sich gelehrt. Vieles davon ist vielleicht ein alter Hut, aber für mich waren es einige Lichter, die mir während der Arbeit an diesem schnurrigen Roman aufgegangen sind:

 

  • ja, ich will auf jeden Fall wieder einen NaNo schreiben
  • Ja, ich werde auf jeden Fall wieder vorher ausgiebig plotten, denn nichts ist nerviger, als aus dem „flow“ gerissen zu werden, nur weil ein Plotloch droht
  • Katzen und NaNo, das funktioniert wunderbar (ebenso Gay Romance und NaNo, aber das dann eben … nächstes Jahr)
  • Flow macht geradezu abartig kreativ – ich musste mich beim Schreiben diverser Plotbunniers durchs Notieren erwehren und weiß jetzt schon, was ich im kommenden Jahr alles schreiben will (und auch, was nicht)
  • NaNoWriMo funktioniert für mich nur mit klaren, einfachen, geradlinigen Plots, die sich nach guter Planung einfach „herunterschreiben“ lassen
  • Wortzahlendruck funktioniert für mich ausschließlich im November und nicht das ganze Jahr hindurch
  • Schreiben muss mir Spaß machen, sonst wird das Ergebnis langweilig und zäh
  • wenn es hakt und die Lust am schreiben schwindet, liegt es meistens an einem Plotproblem, auch wenn ich es gar nicht bewusst wahrnehme
  • mit Testlesern reden hilft

Und nun weiter im text, ran an die Überarbeitung und auf zu neuen Ufern. Die Plotmottenkiste ist gut gefüllt mit neuen Ideen für Katzengeschichten, gay romantic fantasy und mystische urban fantasy-Projekte. 2018 kann kommen, ich bin dann mal vorbereitet.

Yep, November is coming

Oder auch: Achtung, Ausnahmezustand! Wie in jedem Jahr seit 2007 wird auch in diesem November wieder fleißig geschrieben. 50.000 Wörter in 30 Tagen an einem Projekt, ein Roman in einem Monat oder auch kurz NaNoWriMo – heute um Mitternacht startet der national Novel Writing Month, und ich freu mich schon wie bekloppt auf 30 Tage schreiben, kämpfen, gegenseitiges Motivieren im Tintenzirkel-Fantasyautorenforum. Der Tintenzirkel lässt nichts aus, seine Schreiberlinge bei der Stange zu halten. Es gibt das beliebte Coverwichteln, bei dem ich von der wunderbaren Gwee dieses unheimlich tolle Bild bekam, es gibt das berühmte „Überlebenspaket“, den Soundtracktausch und jede Menge Teams und Teambattles, Zweikämpfe und Einzelkämpfe.
Aber vor allen Dingen gibt es ganz viele tolle Romanideen.

Bei mir wird es in diesem Jahr mal wieder um Katzen gehen. Nicht ganz so episch wie vor fünf Jahren, als im NaNoWriMo die Rohfassung für „Roms Katzen“ entstand. „Winterkater“ ist eine Mischung aus Legende und Märchen, angesiedelt in einer archaischen Welt, die durchaus ein urtümliches Norwegen sein könnte. Naturgeister beherrschen das Land, mächtige Schamanen sprechen mit ihnen und suchen ihren Rat, Tiere und Natur sind beseelt und voll von ihrer ganz eigenen Magie. Den Wechsel der Jahreszeiten bestimmen Ymir, der Winterkater, Asmo, der Frühlingskater, Siw, die Sommerkatze, und Gefion, die Herbstkatze. Doch was geschieht, wenn der Winterkater ebenso wie alles Leben in der Welt sehnsüchtig auf den Frühlingskater wartet, dieser aber nicht kommen will?

Als Naturgeist darf Ymir nicht selbst eingreifen – wohl aber der zottelige schwarze Katerbarde Vidar und seine pelzigen Freunde – Smilla, die sanfte, humorvolle Heilerin mit der Sehergabe und diesem ganz gewissen Gespür für Schnee, der draufgängerische rote Kämpfer Veli, der besonnene graue Tiger Jari und die kleine, schnelle Jägerin Tuula. Gemeinsam machen die Katzen sich auf den abenteuerlichen Weg in die Welt der Geister, um den Frühling zu finden, und finden dabei heraus, dass es Momente im Leben gibt, in denen die alte Weisheit tatsächlich zutrifft: Der Feind meines Feindes ist mein Verbündeter. 

Wenn ihr mir auf meinem eigenen Weg in die Geisterwelt folgen und Vidars Bardenstimme lauschen wollt, dann kommt gern mit. Ich werde in den kommenden Wochen immer mal wieder kleine Textschnipsel auf Facebook verbreiten und mich hier im Blog alle paar Tage über meine Schreibfortschritte auslassen.

Und ihr? Wagt auch ihr euch in das Abenteuer NaNoWriMo? Und wenn ja: was schreibt ihr?

Tina liest: Feuerzauber von Tanja Rast

„Der Magie verfallen“, die gefühlvoll-spannende gay romance-Serie von Tanja Rast hat vom ersten Band an Spaß gemacht. Ich bin mit Jiras und Belac durch Intrigenspiele gehüpft, war mit Terez und Noriv auf der Suche nach dem Elfenstein und habe mit Livan und Torik einen Klosterschatz gehoben. Das alles war spannend, lustig, romantisch. Aber mit dem letzten Band, Feuerzauber, setzt Tanja noch mal einen drauf. Für Griv und Talon, den kleinen, drahtigen Stadtwachenhauptmann und den großen Magier, brenne ich. Der Feuerzauber hat Funken geschlagen, die sich lange nicht löschen ließen.

Zum Inhalt: Noch vor kurzem waren Griv, Kommandant der Stadtwache, und der Feuermagier Talon ein Paar – doch ein Streit über die Geheimnisse der Magie entzweite sie. Als ein Notfall Griv jedoch eines Nachts dazu treibt, Talon aus dem Bett zu klopfen, verfliegt dessen Wut über den Besuch rasch. Denn Griv bringt ihm ein magisches Artefakt, das Talon nur aus jahrhundertealten Theorien kennt und von dem es heißt, dass es nicht existieren könne.

Talon wittert nicht nur eine magische Katastrophe, sondern auch eine persönliche, denn die Umstände zwingen ihn, mit Griv zusammenzuarbeiten. Und Streit hin oder her, Talon fühlt sich immer noch magisch von dem aufbrausenden jungen Mann angezogen.

Griv kann es nicht leiden, wenn Talon Geheimnisse vor ihm hat. Und dann auch noch diese Quittenmarmelade im Küchenschrank! Doch das alles tritt in den Hintergrund, als die beiden Ex-Geliebten sich einer viel größeren Gefahr gegenübersehen, als sie in Sofaecken und Küchenkabuffs lauern könnte: Magischer Abfall, hoch giftig und extrem unangenehm, und eine Art und Weise, damit umzugehen, die Talon bisher nur aus grauer Theorie kennt und die es eigentlich gar nicht geben dürfte. Während Giv und Talon sich im wahrsten Sinne des Wortes zusammenraufen, um dem Geheimnis des magischen Abfalleimers auf den Grund zu gehen, knistert es immer wieder höchst gefährlich zwischen den beiden so unterschiedlichen Männern. Da fliegen nicht nur die Fetzen, da fliegen auch die Funken, und das in Form von Tanjas schon so oft von mir gelobten spritzigen Dialogen und knisternden Erotikszenen, die so ganz ohne explizite Darstellung auskommen und einem dennoch das Blut in die Wangen schießen lassen.

Ein perfekt gelungener Abschluss der ersten Staffel „Der Magie verfallen“!

Neue Veröffentlichung: Das Geheimnis der Flammenden Rose

Nach einer langen und sehr ausgiebigen Überarbeitungsphase ist es endlich seit einer Woche zu haben: „Das Geheimnis der Flammenden Rose“, aktuell noch ausschließlich als EBook, aber die Printausgabe wird nicht mehr lange auf sich warten lassen.

Zum Inhalt: Das Bordell „Flammende Rose“ macht weit über Padanas Grenzen hinaus von sich Reden und lockt damit auch den reisenden Halbelfen Ilaro über seine Schwelle. Ilaro verfällt dem Zauber des exotischen Tänzers Nadim, doch nach einer anregenden Nacht mit dem Liebesdiener steht seine Welt Kopf. In erregenden und gleichzeitig verwirrenden Träumen ruft ihn ein zauberhaftes Wesen, das direkt der Phantasie entsprungen zu sein scheint. Nicht das einzige Geheimnis der „Flammenden Rose“, denn da gibt es noch die rote Tür, die niemand durchschreiten darf. Von Sehnsucht getrieben versucht Ilaro, alle Rätsel zu lösen und den wundervollen Mann seiner Träume aufzuspüren – nicht ahnend, auf welches Spiel er sich einlässt …

Ich möchte euch heute hier die Geschichte dieses Buches erzählen, die im Jahr 2011 mit einer ersten Fassung begann. Die lag dann einige Zeit in der Ecke, wurde wieder vorgekramt und für gar nicht mal so gut erachtet wieder weggepackt. Dann kam der November 2013 und damit der NaNoWriMo, und ich packte den Stoff noch mal an, um ihn komplett neu aufzurollen. Geblieben sind die Figuren und das Setting, allerdings nahm die Geschichte einen ganz anderen Lauf als zuvor.

Nach dem NaNo kam, was immer kommt: das Fertigschreiben eines im November nur zu zwei Dritteln beendeten Romans, mit langen Pausen dazwischen (real life interferes…) und dem dadurch notwendigen immer-wieder-von-vorn-lesen. Da ich dazu oft keine Lust hatte war ich dabei dementsprechend schlampig, was zu einigen nicht so ganz logischen Abläufen innerhalb der Handlung führte. Unbemerkt führten diese ein beschauliches Leben in dem in der Schublade mit der Aufschrift „beendet“ gelandeten Manuskript, und ich begab mich langsam und gemütlich auf Verlagssuche, zog auch Selfpublishing in Erwägung.

Als ein kleines Wunder geschah und Lysander Schretzlmeier mit seinem Traumtänzer-Verlag das geradezu perfekte Zuhause für einen fantastischen Gay Romance-Roman eröffnete, zögerte ich nicht lange und bewarf das neugegründete Verlagshaus mit einer Bewerbung samt Leseprobe. Als die tatsächlich auf Anerkennung stieß und das gesamte Manuskript angefordert wurde, war es Zeit für den ersten freudigen Indianertanz im Wohnzimmer.

Es kam dann, was kommen musste: das Lektorat, und die Indianertanzstimmung wandelte sich in leise Panik. Gedanklich rannte ich mit den Armen fuchtelnd im Kreis, während meine Gedanken in Endlosschleife den Satz „Ohgottogott, wie soll ich denn das alles wieder entknoten?“ formten. Ich hatte mich an einigen Stellen nämlich hoffnungslos verrannt, und jetzt hatte ich die ehrenvolle Aufgabe, all diese Logiklöcher und Plotlücken so zu stopfen, dass am Ende meine Geschichte immer noch meine Geschichte war, aber dennoch etwas dabei herauskam, was für die Leser spannend und nachvollziehbar war. Nach Möglichkeit sollten sie bitte auch noch die Hauptfiguren mögen. So viele Wünsche auf einmal. Kurz, ich fühlte mich überfordert und kreischte um Hilfe. Erhört wurde mein Flehen von der wunderbaren Tanja Rast, mit der ich schon oft zusammengearbeitet hatte. Gemeinsam entknoteten wir die Plots, Tanja hörte sich geduldig meine Verzweiflungsjammereien (Ich geb auf! das wird nie was! Verdammte Axt! Wahhhh!) und Figurenprobleme (ich würde das ja so machen, aber Vennian hat mir gesagt, er findet das scheiße…) an, kümmerte sich um meine Kommasetzungsprobleme und machte mir das Endkorrektorat, und am Ende konnten wir gemeinsam auf das Manuskript gucken und feststellen, dass wir aus einem ollen Stein den Diamanten rausgeschliffen hatten. Als dann noch das wunderbare Cover von Yvonne Less dazukam, konnte ich mich vor Freude wieder nicht halten – die Indianertanzstimmung war zurück, und ich konnte den Veröffentlichungstermin gar nicht mehr abwarten.

Und jetzt ist es da! Dank euch hat es sich eine Woche lang auf Platz 1 in der Kategorie „Fantasy für Homosexuelle“ gehalten und in der ersten Woche schon viermal fünf Sterne abgeräumt. Dieses Buch macht mich sehr glücklich, und ich freue mich, wenn es auch euch Spaß macht und ein paar schöne Lesestunden beschert.

 

 

Die Zwielichtigen verabschieden sich

Liebe LeserInnen,

manchmal kommt es erstens anders und zweitens als man denkt.

Die „Zwielichter“ waren nie als Mammutprojekt geplant. Inzwischen haben sie sich unter anderem dadurch, dass ich den Anspruch an mich hatte, euch jede Woche mit einem neuen Schnipsel zu versorgen, zu einem Riesenballon aufgebläht. Schreibenderweise habe ich mich von Sonntag zu Sonntag gehangelt, und mir ohne es zu merken eine Falle gestellt.
Heute bin ich mit Volldampf reingetreten. Ich habe mir einen dicken Plotknoten fabriziert und komme nicht wieder heraus – es sei denn, ich gönne mir eine Pause und der Geschichte die Zeit zum Wachsen, die sie braucht. Daher mache ich es kurz und schmerzlos: die Zwielichter melden sich auf unbestimmte Zeit ab.

Vielen Dank allen, die sie bis hierher begleitet haben.
Natürlich existiert in meinem Kopf das Ende der Geschichte. Ich weiß nur aktuell vor lauter Plotknoten nicht, wie ich dort hinkommen soll, ohne noch mal über hundert verschwurbelte Seiten zu produzieren. Trotzdem möchte ich euch nicht in der Luft hängen lassen. Wer wissen will, die die Geschichte der Zwielichtigen endet, dem schicke ich gern eine Zusammenfassung zu.

Und nun: Tschüß, Zwielicht, willkommen ….?
Lasst euch überraschen, wenn es demnächst in diesem Theater wieder heißt: Schnipselzeit!